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Erziehung: Lasst eure Kinder frei!
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Die Hälfte der deutschen Kinder ist noch nie auf einen Baum geklettert, und der "Economist" fordert kürzere Sommerferien. Da gibt es einen Zusammenhang.

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swandue 19.08.2018, 16:19
120.

Zitat von Buggybear
Meine Vorteenager-Tochter weigert sich beharrlich, zu ihrer BFF die 800m mit dem Fahrrad zu fahren.
Was ist das Problem? Dann soll sie eben hinlaufen. Sind bei flottem Gang höchstens zehn Minuten.

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helro56 19.08.2018, 16:21
121. Alles völlig richtig beschrieben in der Kolumne...

dem ist NICHTS hinzuzufügen ! ich denke nur, dass die veränderten Ansichten von Eltern minderjähriger Kindern
heutzutage NICHT begreifen, um was es geht und werden weiterhin agieren wie bishehr! dass sie damit einem
Ihrem Kind die selbstständigkeit rauben ist ihnen mit Sicherheit NICHT bewusst !

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pirx64 19.08.2018, 16:48
122.

Zitat von Ein_denkender_Querulant
Wie kann man dazu aufrufen, dass Kinder auf Bäume klettern sollen? Vermutlich kommt als nächstes die Aufforderung, dass sie auch mal bei rot über die Ampel rennen sollen oder das Fahrradfahren auch ohne Helm funktioniert? Kümmert sich der Auto um das Kind, wenn es herunterfällt, oder wir Eltern? Wir haben es unserem Kind einmal erlaubt, aber vorher wurde ein Netz unter dem Baum gespannt. Der Aufwand ist viel zu groß, nur damit das Kind einmal für 5min auf einen Baum kletterte und gelangweilt wieder herunter kam. Und dabei ist dann auch das iPhon herunter gefallen. Was sollen solche unnötigen Aufrufe. Wir Eltern wissen viel besser, was für unsere Kinder gut ist, denn wir sind immer dabei.
Netz unterm Baum? iPhone runter gefallen??? Das muss Satire sein

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helro56 19.08.2018, 16:49
123. Im Artikel völlig korrekt beschrieben...

diese Kinder werden zu halbautomaten erzogen und sind NICHT in der Lage einen Fahrradschlauch zu wechseln oder später einen Reifenwechsel am eigenen Auto durchzuführen ! für D. ist dies ein Armutszeugniss, mehr fällt
mir dazu nicht ein , weil ich mit Lehrlingen diese Erfahrung machen konnte !

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Dokoqueen 19.08.2018, 16:49
124. Ach du lieber Himmel

Zitat von zylinderkopf
Haben die Foristen hier einmal eigentlich schon nach der Ursache gefragt? Ich sehe den im gesellschaftlichen Wandel in den 70ern zeitgleich mit der 68er Bewegung und der sozial-liberalen Koalition unter Brandt.
Nun hat es also doch jemand geschafft, den 68ern und Willy Brandt die Verantwortung dafür zuzuschieben, dass die heutigen Kinder nicht mehr so ungehindert spielen können wie wir es in den 50er und 60er Jahren konnten.
Jetzt fehlt eigentlich nur noch der Hinweis auf Merkel und die Migranten, dann haben wir endlich alle potenziellen Sündenböcke beisammen.

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schwelle 19.08.2018, 17:06
125.

Ich persönlich erinnere mich noch an die "Telefonkette" bei Klassenfahrten. Da hat nur ein Kind daheim angerufen, dass wir gut angekommen waren und dann haben die Eltern anhand der Klassenliste sich nacheinander informiert. Da mussten wir nicht alle eeewig vor der einzigen Telefonzelle anstehen. Man hatte ja schließlich besseres zu tun! ;-) Aber bereits in den 80ern wurde auf Elternabenden angesagt, dass Anrufe seitens der Eltern in der Unterkunft nur bei Notfällen zulässig sind. Der Unterschied zu heute war halt, dass die Eltern sich daran gehalten haben. Meinen Eltern wäre das auch niemals in den Sinn gekommen...

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migmag 19.08.2018, 17:19
126. Bewegungslegastheniker

Wenn ich heutzutage sehe, wie unbeholfen manche Kids zu Fuß sind, wie schwer ihnen jeder Schritt abseits von asphaltierten Wegen fällt, kann ich dem Autor nur zu 100% Recht geben. Ich hatte das Glück, im Wuppertal der 60er Jahre Kind zu sein. Es gab Wälder und Parks, in denen wir komplett unbeaufsichtigt Tarzan oder Cowboy gespielt haben. Verschrammte Knie, ab und zu mussten wir sogar genäht werden, waren die Folge. Wir waren unfassbar dreckig, wenn wir nach Hause kamen. Dafür kennen wir bis heute keine Allergien gegen alles Denkbare, wie es bei den vielen Sagrotan-Kids von heute der Fall ist.

Es mag sein, dass wir angesichts des Medienangebotes, das es heute gibt, ebenfalls versucht gewesen wären, mehr drinnen als draußen zu spielen. Das wäre jedoch mit meinen Eltern oder Großeltern nicht machbar gewesen. Raus, an die frische Luft, das war die Devise. Und es hat gut getan.

Wir hatten alle Pistolen, die wir nach Art der Western aus den 60ern (Shiloh Ranch oder Bonanza) trugen.Heute sind solche Spielzeuge verpönt (Kriegsspielzeug, Teufelszeug). Wir sind dennoch nicht zu Massenmördern geworden. Dafür lernten wir, wie man hinfällt, ohne sich den Schädel einzuschlagen (Peng, du bist tot!).

Nein, die Kids von heute sind wirklich nicht zu beneiden. Auch, wenn ihnen dies nicht bewusst ist.

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odapiel 19.08.2018, 17:33
127.

Zitat von zylinderkopf
Haben die Foristen hier einmal eigentlich schon nach der Ursache gefragt? Ich sehe den im gesellschaftlichen Wandel in den 70ern zeitgleich mit der 68er Bewegung und der sozial-liberalen Koalition unter Brandt. Unter dem Motto „mehr Demokratie wagen“ wurde klammheimlich in guter alter sozialistischer Lehrtradition die Selbstverantwortung des Individuums beschränkt und gleichzeitig die überall und immer mehr zur Verfügung stehenden Begleitung, Überwachung und Hilfe des Staats gefördert.
Nee, eher nicht. Denn die Schlimmsten auf dem Gebiet des Helicoptering und Abstrafen von Eltern sind die Amis, denen kann man selbst auf Democrats-Seite nicht unterstellen weiter links als der rechte CDU-Flügel bei uns zu sein!

In den USA ist es zwischenzeitlich sogar so, daß Eltern vor den Kadi gezerrt oder ihnen ihre Kinder weggenommen werden, wenn sie erlauben, daß diese als "free range kids" selbstständig zur Schule oder auf der Straße unterwegs sind. Wers nicht glaubt, mag hier nachlesen:

https://www.nytimes.com/2018/07/27/opinion/sunday/motherhood-in-the-age-of-fear.html

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odapiel 19.08.2018, 17:40
128.

Zitat von Streifenzottel
Kleine Kinder wachen schneller auf als Sie "Hast du Bauchweh?" sagen können. Meine Nichte hat im Alter von 3 Jahren ihren Koffer gepackt und sich auf den Weg zu den Großeltern gemacht. Als die Polizei sie mitten in der Nacht aufgriff, sagte sie, sie hätte die Nase voll davon, nachts alleine zu sein. Die Eltern waren auch nur "mal eben schnell ein Bier trinken".
Also nicht nur meine Eltern waren öfters abends und nachts unterwegs zum feiern, Kino oder essen.

Der Punkt ist: wir wußten das. Sie sagten uns, daß sie weg sind, daß auch die Nachbarin Bescheid weiß, daß wir - wenn etwas wäre - auch zur Nachbarin gehen dürften, und gut war. Wir fühlten uns nicht verlassen, sondern waren stolz drauf alleine zuhause bleiben zu dürfen.

Und, niemand von uns hat jemals nach Erreichen des Krabbelalters in einem Bett mit Gitter geschlafen. Wir hatten niedrige Erwachsenenbetten und Kinderzimmer, die so eingerichtet waren, daß auch bei Ausstieg aus dem Bett nix passieren konnte. Praktisch, denn wir konnten und wollten allein ins Bad nachts.

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pirx64 19.08.2018, 17:47
129.

Aber wir müssen fair sein. Heute ist doch der Tag schon von Geburt an durchgeplant. Irgendwann die Preimium-Kita mit Fremdsprachen, weil der Nachwuchs ja ein Genie ist. Dann Elite-Schule, nach der Schule veganes Essen, Hausaufgaben mit Förderunterricht, dann Klavierstunden, Tennis, ... Da bleibt keine Zeit für Spiele, die dem Pöbel vorbehalten sind

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