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Ethikrat: Sicherheitskodex soll gefährliche Forschung eindämmen
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Was dürfen Wissenschaftler, was nicht? Seit Virologen ein extrem gefährliches Vogelgrippevirus gezüchtet haben, tobt die Debatte um potentiell gefährliche Forschung. Der Deutsche Ethikrat will das Risiko mit neuen Kommissionen und Regeln eindämmen.

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merlin 2 07.05.2014, 22:17
10. Nach heutigen Erkenntnissen unverantwortlich

Zitat von sysop
Was dürfen Wissenschaftler, was nicht? Seit Virologen ein extrem gefährliches Vogelgrippevirus gezüchtet haben, tobt die Debatte um potentiell gefährliche Forschung. Der Deutsche Ethikrat will das Risiko mit neuen Kommissionen und Regeln eindämmen.
Alles was man sich vorstellen konnte, wurde bisher auch gemacht. Egal ob ethisch oder moralisch einwandfrei. Liest man Dinge wie (der Forscher) "müsse selbst in der Lage sein, das Risiko- und Missbrauchspotential seiner Arbeit einzuschätzen", dann graust es mir.
Und gleichzeitig kann mir keiner erzählen, daß man unbedingt einen gefährlichen Virus noch gefährlicher machen muß, um ein Gegenmittel zu entwickeln. Ganz zu schweigen davon, daß es aktuell mit den diversen bereits bestehenden schweren Krankheiten genug Arbeit gäbe - Krebs, Aids, Vogelgrippe, ... da können ruhig noch mehr Forscher forschen, denn Lösungen sind immer noch rah.

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whostalking 07.05.2014, 22:33
11. Aha

Zitat von pussinboots
Aus ebendiesem Ethikratgesetz: § 4 Mitglieder (1) Der Deutsche Ethikrat besteht aus 26 Mitgliedern, die naturwissenschaftliche, medizinische, , philosophische, ethische, soziale, ökonomische und rechtliche Belange in besonderer Weise repräsentieren. ...
Und welcher der Mitglieder repräsentiert jetzt die naturwissenschaftlichen Belange in besonderem Masse? Genau, wahrlich bezeichnend, für den Stand der Naturwissenschaften in Deutschland.

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taglöhner 07.05.2014, 22:50
12.

Wie ein religiös dominiertes Gremium da zu einem vernünftigen Kodex kommen will, ist mir schleierhaft.

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vinzenz 07.05.2014, 22:55
13. Was man nicht versteht, verbietet man..

Zitat von pussinboots
Da muss ich doch mal nachfragen. Was haben Auto, Flugzeug, Laser und Röntgengerät mit Bio-Safety oder Bio-Security zu tun?

erst mal.. dirket nichts.. aber wenn man eine Risikoabschätzung durchführt - tja, dann müssten Autos aber schnell verboten werden:
Zitat Wikipedia : " Nach Erhebungen und Schätzungen von Weltbank und Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben weltweit jährlich etwa 1 Million (Weltbank) bis 1,2 Millionen (WHO 2003) Menschen an den Folgen von Verkehrsunfällen[1]. Die Zahl der Verkehrstoten liegt damit weit über den Opferzahlen von Krieg, Genozid oder Terrorismus. Die Anzahl der Verletzten wird auf jährlich etwa 40 Millionen geschätzt."

wieviele Ausbrüche gabs bislang aus BL4 Laboratorien??

wie schon ein anderer Forist schrieb: um etwas bekämpfen zu können, muss man den Gegner verstehen.. und das geht ohne intensive Forschung nur ziemlich dürftig.. (auch wenn das gewisse Parteien uns glauben machen wollen, dass es "anders "auch geht.. nur: konstruktive und anwendbare Alternativen habe ich noch wenige gesehen..

und wo dreht die German Angst auf Hochtouren? Gentechnik, Kernenergie, etc..

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querulant1892 07.05.2014, 22:58
14.

Zitat von sysop
Was dürfen Wissenschaftler, was nicht? Seit Virologen ein extrem gefährliches Vogelgrippevirus gezüchtet haben, tobt die Debatte um potentiell gefährliche Forschung. Der Deutsche Ethikrat will das Risiko mit neuen Kommissionen und Regeln eindämmen.
Das Problem ist, dass solche Sachen gerne mal zu sehr ideologisiert werden.

Man denke nur an das Thema "Weiße Gentechnik" (Nicht zu verwechseln mit "grüner Gentechnik"!).

Ich hab einen guten Artikel zum Thema gefunden:
http://scienceblogs.de/erklaerfix/20...cht-bose-kase/

Ich hab mir auch die Gegenseite angeguckt:
http://www.schrotundkorn.de/1998/sk9812e5.htm

Nun ja....
Dass das Lab aus nicht-gentechnisch veränderten Mikroorganismen auch Nachteile gegenüber dem Lab aus GVO-Mikroorganismen hat (*), schreiben die Autoren dort interessanterweise nicht.

Was ich aber interessant finde, ist der Satz
"Käse aus Gen-Lab brauchen nicht als solche gekennzeichnet zu werden und sind auch laboranalytisch noch nicht eindeutig zu identifizieren."

Ja; Wenn man selbst mit aufwendiger Laborausstattung keinen Unterschied feststellen kann, kann es wohl auch keinen gesundheitlichen Unterschied machen.
Aber warum lehnen diese Menschen dann das Lab aus rekombinanten Mikroorganismen ab, während das Lab aus normalen Mikroorganismen okay ist?


(*)
http://www.kolleg.loel.hs-anhalt.de/...asLabFinal.pdf

-> Folie 12
-> Folie 16

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christiewarwel 07.05.2014, 23:06
15. Viele Grüße ...

... von der Inquisition.

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querulant1892 07.05.2014, 23:17
16.

Zitat von pussinboots
Da muss ich doch mal nachfragen. Was haben Auto, Flugzeug, Laser und Röntgengerät mit Bio-Safety oder Bio-Security zu tun?
Guten Abend!

Der Kommentar war zwar nicht für mich, aber trotzdem.

Diplodocus hat damit "neuartige Technologien" allgemein gemeint;
-
Nicht "neuartige Technologien speziell im Bio-Safety oder Bio-Security-Bereich."

(Oder genauer gesagt: Technologien, welche noch vor etwa 50...100 Jahren "neuartig" waren.)


Ich meine:
Klar kann man mit neuartigen Techniken im Bereich der Biowissenschaften schlimme Dinge tun (Biowaffen).
-
Aber Das könnte man (wie gesagt) auch z.B. mit Lasern machen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Energiewaffe


In beiden Fällen kann man Technologien für militärische Zwecke nutzen.


Es kann halt nicht sein, dass man (sinngemäß) sagt:
"Biowissenschaften haben Risiken/Können für böse Dinge missbraucht werden und müssen deshalb behindert werden"
-
Aber gleichzeitig sagen:
"Laser, Flugzeuge etc. haben ebenfalls Risiken/Können ebenfalls für böse Dinge missbraucht werden, aber diesmal tolerieren wir Das."


Außerdem:
Als man vor etwa 150 Jahren die Eisenbahn eingeführt hat, haben viele "Skeptiker" damals genauso negativ über Diese argumentiert, wie die "Skeptiker" von heute negativ über die Biowissenschaften argumentieren.

Okay, teilweise haben die "Skeptiker" in der Vergangenheit Recht gehabt, aber teilweise waren viele Befürchtungen der "Skeptiker" von damals ziemlich .... ja.... unseriös.

(So hat man damals argumentiert, dass die hohe Geschwindigkeit von Zügen beim Menschen zu neurologischen Schäden aufgrund der G-Belastung führen könne.)

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diplodocus 07.05.2014, 23:42
17. Gerne erklärt; zum mitschreiben

Zitat von pussinboots
Da muss ich doch mal nachfragen. Was haben Auto, Flugzeug, Laser und Röntgengerät mit Bio-Safety oder Bio-Security zu tun?
Aber gerne doch :)
Es geht dass, wären vergleichbare Maßstäbe zu der jeweiligen Zeit an neue Forschungsfelder angelegt worden, die genannten Technologien mit all ihrem Nutzen nicht entstanden. Das ist leicht nachzuvollziehen, wie ich finde.

Beispiel Auto: welche fürchterlichen möglichen Folgen hat das Automobil: ungezählte Verkehrstote, Luftverpestung, Transport von Waffen, Einsatz zu Zwecken des Völkermordes etc. Ergo: viel zu gefährlich :(

Und so weiter...

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Wolffpack 07.05.2014, 23:44
18.

Zitat von diplodocus
(Bio-)Forschung zu "Dual use of concern" zukünftig verboten: - Sind die angestrebten Forschungsziele nicht auch durch risikoärmere Forschung erreichbar? - Gibt es bei einem möglicherweise eintretenden Schadensfall Abhilfemaßnahmen? - Sind die Risiken im Verhältnis zu den Chancen verantwortbar? Nach diesen Kriterien wären (willkürliche Auswahl) - Auto - Flugzeug - Laser - Röntgengeräte und wahrscheinlich der ganz Rest heutiger Technologie nicht entstanden, oder besser: in demokratischen Staaten nicht entstanden. Ein leider typischer Auswuchs deutscher Angst und Verantwortungsscheu.
Nicht umsonst gibt es im englischen den Begriff: http://de.wikipedia.org/wiki/German_Angst

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Zitrone! 07.05.2014, 23:56
19. total ausbalanciert

Zitat von pussinboots
Aus ebendiesem Ethikratgesetz: § 4 Mitglieder (1) Der Deutsche Ethikrat besteht aus 26 Mitgliedern, die naturwissenschaftliche, medizinische, , philosophische, ethische, soziale, ökonomische und rechtliche Belange in besonderer Weise repräsentieren. ...
Hm, ich zähle 5 mal "theol", 9 mal "med", 9 Juristen. Bei den "phil"s weiß man nicht so recht, die haben nicht alle Philosophie studiert. (Einige fallen gleich in mehrere Kategorien.)

Es scheint aber nicht ein einziger Naturwissenschaftler dabei zu sein. Klar, das sind ja auch alles kranke Soziopathen, im besten Fall Autisten, wenn man den Medien und der Literatur glauben darf.

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