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Ethischer Konsum: Wir reichen Sünder
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Fast jede Konsumentscheidung hat ethische Konsequenzen. Fairer Kaffee, vegane Ernährung, Rad statt Auto - können wir die Welt mit unserem individuellen Verhalten retten? Oder ist das eine Illusion?

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mmengi 17.06.2018, 13:16
1.

Natürlich hat jede Handlung Konsequenzen - eine Binsenweisheit und in der Konsumgesellschaft sind die Konsumentscheidungen, so kleine sie auch sein sollten äußerst wirkungsvoll!

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08mitdenker15 17.06.2018, 13:29
2. Vegane Kokser???

Wie kommen Sie denn bitte auf so eine schwachsinnige, verallgemeinernde Diffamierung von Veganern? Wenn Sie Veganer nicht mögen sollten Sie vermeiden einen Kommentar zu ethischen Themen abzugeben. Und nein, ich bin kein Veganer... Unfassbar!

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Patrik74 17.06.2018, 13:32
3. Keine Chance

Solange sich unser Wirtschaftssystem nicht ändert, ist die individuelle Entscheidung nebensächlich; vergleichbar einem Waldbrand in Kalifornien und ein einzelner Eigenheimbesitzer, der verzweifelt probiert, mit seinem Gartenschlauch gegen das Flammenmeer anzukämpfen. Und nein, auch wenn alle Eigenheimbesitzer mit allen ihren Gartenschläuchen gleichzeitig in die Flammen spritze, würde das irgendeinen nennenswerten Unterschied machen. Das System Waldbrand folgt seiner eigenen Logik und kommt erst zum Erliege, wenn es nichts mehr findet, dass es verschlingen kann. Insofern hat es sehr viel mit dem Kapitalismus zu tun, in dem auf Kosten von Umwelt und Gesellschaft, den soziopathischen Neigungen einiger weniger Vorrang vor dem Allgemeinwohl gegeben wird. Ghadi sagte:

Zitat von Ghadli
Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner.
Leider sind wir der Ansicht, dass wir im Namen der sog. Freiheit die Gier der Einzelnen nicht einschränken dürfen, weil die "irgendwie" am Ende gut für alle wäre - nunja, das dicke Ende kommt erst noch...

Es ist ja löblich, wenn sich einzelne bemühen, systemisch zu denken und in ihrem Umfeld das zu beeinflussen, was in ihrem unmittelbaren Umfeld passiert, aber das wird nicht viel ändern, solange wir uns pyromanisch an den Flammenmeer des Waldrandes ergötzen.

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Frequent Traveller 17.06.2018, 13:33
4. Menschheit auf der Rolltreppe

Wir befinden uns alle auf einer grossen Rolltreppe die unaufhaltsam nach unen faehrt. Ob wir ab und zu mal noch eine Stufe nach oben steigen, indem wir fairtraidemaessig, muelltrennerisch, radfahrend, katzenlos sind, ist wirklich unerheblich. Frueher oder spaeter kommt die Menscheit am unteren Ende der Rolltreppe an. Wahrscheinlich eher frueher als spaeter. Welche Stufen jeder fuer sich nach oben kettert haengt vom persoenlichen (ethischen) Dafuerhalten ab. Katze hin oder her. Rad oder Auto, egal. Ich fahre mit dem Rad zur Arbeit nicht weil ich die Welt retten will, sonder weil es mir viel Spass macht. Und ich habe kein Smartphone. Nicht weil ich kein Blut am Ohr haben will, sondern weil ich kein's brauche. Jeder soll machen was er will (tut er eh) und das wie auch immer rechtfertigen. Es ist nur falsch zu glauben wir koennten mit unserem Verhalten etwas bezwecken und damit die Fahrtrichtung der Rolltreppe umkehren.

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wiesenflitzer 17.06.2018, 13:39
5. Den Menschen wird das nicht gelingen.

Der Mensch an sich und im Allgemeinen und im Speziellen und überhaupt, ist einfach viel zu träge, um sich „richtig“ zu verhalten. Wie Sie ja bereits geschrieben haben, ist ein „richtiges“ Verhalten auch kaum möglich, da nahezu jede Entscheidung, also täglich hunderte, entscheidend für irgendetwas ist. Manchmal kommt man selbst durch nachdenken nicht drauf, welche Folgen denn die soeben getroffene Entscheidung mit sich bringt/nach sich zieht.
Es gäbe, meiner Meinung nach, nur eine eine einzige Chance für alle, das „richtige“ zu tun. Dazu müsste man dem Menschen als solchen aber seinen Egoismus aus den Genen entfernen.
Es geht ja primär nicht um z. B. das iPhone (auf welchem ich übrigens grad diese Zeilen schreibe), es geht darum, dass der Gründer der Firma, der Hersteller, der Transporteur, der Händler... jeder will maximalen Profit haben, weshalb jede Ressource, die Umwelt, die Menschen als Arbeiter ausgebeutet werden.
Das Handy, das Auto, egal welches Produkt auch immer könnte fair angebaut werden, fair gehandelt werden. Das klappt aber nicht. In keinem modernen Industrieland der Welt, in keiner Diktatur, in keinem noch so entlegenen „Busch“ dieser Welt.

Diesem homo sapiens sapiens wird das nicht gelingen, dazu müsste die Evolution jetzt mal ganz schnell „in die Pötte kommen“ und den nächsten Menschengenerationen ein grundlegend anderes Verhalten und andere Gedanken in die Köpfe pflanzen. Ein Leben lang müssten diese Menschen sich Gedanken machen wie:
Ist mein Verhalten richtig?
Schade ich damit vielleicht jemanden?
Bin ich fair?
Ist das gut für die Allgemeinheit?

Jede Tätigkeit müsste sich im Grunde an Kants kategorischem Imperativ ausrichten, also dem grundsätzlichen Prinzip der Ethik.

DAS wird, denke ich, nicht rechtzeitig gelingen. Vorher werden wir diesen Planeten zerstört haben.

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Gwylim 17.06.2018, 13:43
6. Sehr gut analysiert

Diesem Beitrag kann ich zur Abwechslung mal wirklich zu 100% zustimmen. Das der Autor versucht trotzdem optimistisch in die Zukunft zu blicken ehrt ihn, ob es aber wirklich realistisch ist, oder ob es nicht doch realistischer ist, dass die Menschheit sich und den Planeten zu Tode konsumiert wäre eine Diskussion wert ;)

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großwolke 17.06.2018, 13:47
7. Völlig korrekt

Selten, dass ich mit Herrn Stöcker mal auf einer Linie liege, hier trifft es zu. Was man dabei noch anmerken muss: in vielen Fällen wäre es sehr leicht, mit Hilfe von gesetzlichen Regelungen in die richtige, sprich, die umweltfreundliche oder auch manchmal faire Richtung zu gehen. Leider zeigt die Politik sich völlig unfähig, in nicht akut lebensbedrohlichen Problemfällen (Stichwort verbleites Benzin) trotzdem sinnvolle Gesetze zu machen. Wenn man überzeugt ist, und die Fakten sprechen ja dafür, dass Fleischproduktion schlecht für die Umwelt ist, könnte man doch in einem ersten, sehr leichten Schritt Fleisch und Wurstwaren von der Mehrwertsteuer-Ermäßigung auf Nahrungsmittel ausnehmen und auch die Agrar-Subventionen dafür streichen. Weniger zu essen hätte keiner, nur weil er sich das Fleisch dann nicht mehr so oft leisten könnte. Oder der Handel. Warum lassen wir es überhaupt zu, dass die EU von außerhalb mit leicht herzustellenden Produkten wie Kleidung beliefert wird? Würde man es zum Gesetz machen, dass die Klamotten, die hier verkauft werden, auch hier gefertigt werden müssen, man hätte sofort den Stundenlohn der Näher/innen und auch die Arbeitsbedingungen unter Kontrolle. Oder andersrum: warum ist es erlaubt, dass wir Afrika mit unseren billigen Hähnchenresten überschwemmen? Wir wissen doch genau, was wir zuhause der Umwelt und in Afrika der Landwirtschaft mit solchen Aktionen antun. Und solange die Politik mit schlechtem Beispiel vorangeht und es unterlässt, die moralisch richtigen Gesetze zu machen, solange kann man es auch keinem vorwerfen, wenn er einfach kauft, was im gefällt, was ihm schmeckt, ganz unabhängig davon, wie fair oder sauber es ist.

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oceang 17.06.2018, 13:48
8. Vorne die Möhre hinten der Stock

Diese hier richtig dargestellten Zusammenhänge sind ein Teil des Systems und so gewollt. Rund und schlüssig wird es, wenn man die "Möhre" vorne noch mit in Betracht zieht, die einem regelmäßig in der Medienwelt eben genauso vor Augen geführt wird. Da sind dann die "Reichen & Schönen" deren Luxus uns in der Promiwelt regelmäßig als Antrieb vor Augen geführt wird, Werbung für Konsumartikel (kommuniziert über besagte Previligierte) inklusive. Das erklärt auch, warum ihnen willig so viel Geld in den Rachen gestopft wird. Nur "Stock" funktioniert halt nicht. Der Anreiz muss auch her. Dies künstlich erzeugte Spannungsfeld, in dem man sich eigentlich gar nicht korreklt verhalten KANN, hält die Mittelschicht, also den Laden, am Laufen, zum Vorteil der Obeschicht, die natürlich in Saus und Braus lebt (denen ist z.B. völlig wurscht, wieviel Feinstaub die Yacht produziert, oder wie wäre es mit einer künstlichen Skihalle mitten in der Wüste, oder...usw.), ganz einfach.

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isar56 17.06.2018, 13:49
9. Nagel auf Kopf Herr Stöcker

seit 40 Jahren bemühe ich mich redlich, wenig Fleisch zu essen, kein Fleisch aus Massentierhaltung, mit Essig und Spititus zu putzen,wie haben 1 Auto, mit dem wir jährlich etwa 3000 km zurücklegen, nein, ich hatte noch nie einen coffe-to-Go im Pappbecher, weil ich mein Tässchen lieber im Sitzen trinke, wer meinen Kleiderschrank sieht, kann sich kaum die Bemerkung verkneifen, dass der gerade mal für die Ausstattung eines kleinen Kindes reicht, noch nie saß ich in einem Flieger . .. das macht mich nicht zur Umweltheiligen. Mein Shampoo ist in einer Plastikflasche abgefüllt, usw.
Was ich sagen will ist, Maßhalten ist das Zauberwort. Unsere Ressourcen sind endlich. Und wenn ich beim Einkaufen sehe, wie dutzendweise überflüssige Klosteine, Kühlschrank- und Mülleimerdeos! , oder 10 Flaschen Weichspüler gekauft werden, frage ich mich gelegentlich schon, ob unserer relativ hoher Lebensstandard im kollektiven Selbstmord mündet, aus Achtlosigkeit, Ignoranz,Gier ..... ich bin doch nicht blöd..... und kaufe mir einen teuren Teppich, wenn ich den bei Kinderarbeit um die Hälfte haben kann. Irgendwann ist die Menschheit von diesem Planeten verschwunden.
Viel Freude Ihren Kindern mit der Katze. Leider futtert die wahrscheinlich Billigfleisch aus der Dose. Die totale Konsequenz ist nicht möglich.

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