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Europäischer Metallhandel: Globalisierung in der Bronzezeit
Heide W. Nørgaard/ DPA

Bereits vor Tausenden Jahren importierten die Skandinavier Metalle aus fernen Regionen. Forscher haben die Handelsströme untersucht - und sagen: "Schon in der Bronzezeit war Europa ein einheitlicher Wirtschaftsraum."

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parhornung 30.07.2019, 07:36
1. Der Übergang von der Kupfersteinzeit ...

Von dieser Zeit unserer Frühgeschichte habe ich noch nie gehört. Wird damit eine Art Übergangszeit bezeichnet, in der Kupfergegenstände neben solchen aus Stein auftauchen? Wenn ja, sollte man dann, der zeitlichen Abfolge wegen, nicht eher von einer Steinkupferzeit sprechen?

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fatherted98 30.07.2019, 08:02
2. Deshalb...

....ist der Begriff Globalisierung und die Folgen auch irreführend. Es gab schon immer eine Globalisierung....schon in der Antike bis hin zur Neuzeit....nur die Transportmittel, Kosten und Möglichkeiten sind andere geworden. Die Idee das die "Globalisierung" eine Erfindung des 20. oder 21. Jahrhunderts ist, ist schlichtweg falsch.

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stolte-privat 30.07.2019, 09:09
3. Je tiefer wir...

...in die Geschichte vordringen, desto klarer wird es, das unsere Vorfahren doch keine tumben, mit Keulen oder Äxten bewaffneten Wilden waren, sondern hochzivilisierte und verzweigte Kulturen. Das handwerkliche Können der Menschen aus der Bronzezeit versetzt mich immer wieder in Erstaunen. Die Teilnahme an etlichen Archeologischen Events mit Experimentalem Chrakter hat mich in dieser Ansicht noch bestärkt.

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captaingerd 30.07.2019, 09:51
4. Gutes Buch

zu diesem Thema. Extrem wissenswert. Reisen und Handel in der Steinzeit. Hab ich zwei mal gelesen und nie vergessen: "Sieben vorbei und Acht verweht": https://www.amazon.de/s?k=sieben+vorbei+und+acht+verweht&hvadid=80539258 766629&hvbmt=be&hvdev=c&hvqmt=e&tag=hyddemsn-21&ref=pd_sl_alxdpzkt1_e

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HeisseLuft 30.07.2019, 09:58
5. Chalkolithikum

Zitat von parhornung
Von dieser Zeit unserer Frühgeschichte habe ich noch nie gehört. Wird damit eine Art Übergangszeit bezeichnet, in der Kupfergegenstände neben solchen aus Stein auftauchen? Wenn ja, sollte man dann, der zeitlichen Abfolge wegen, nicht eher von einer Steinkupferzeit sprechen?
Chalkolithikum: https://de.wikipedia.org/wiki/Kupfersteinzeit
Heißt tatsächlich so.
Und die Menschen haben zunächst mit dem leicht zu bearbeitenden und auch gediegen vorkommenden Kupfer experimentiert. Auch in Südamerika gilt diese Abfolge, einschließlich Gold. Zu viel mehr als Schmucktücken ist das weiche Kupfer aber auch nicht zu gebrauchen. Daher werden Steinwerkzeuge parallel weiter gebraucht.

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finya-satchmo 30.07.2019, 10:28
6.

"Schon in der Bronzezeit war Europa ein einheitlicher Wirtschaftsraum."

Was denn sonst? Der Unfug mit den "Nationen" ist doch in geschichtlichen Dimensionen gerechnet eine junge Erfindung - und nicht einmal eine gute.

Ich kann den Sloterdijk ja eigentlich nicht leiden, aber in "Der starke Grund zusammen zu sein" hat er alles notwenige zur Nationenwerdung und Globalisierung geschrieben.
"»Ich möchte mich des Verdachts vergewissern, daß Nationen, wie wir die kennen, möglicherweise nichts anderes seien als Effekte von umfassenden psycho-akustischen Inszenierungen, durch die allein tatsächlich zusammenwachsen kann, was sich zusammen hört, was sich zusammen liest, was sich zusammen fernsieht, was sich zusammen informiert und aufregt.«

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good_wife 30.07.2019, 10:55
7. Chalkolithikum

Da Kupfer in der Endphase der Steinzeit bzw. Übergang zu den Metallzeiten nicht der dominante Werkstoff war (zu wenig und zu weich) ist Kupfersteinzeit schon die richtige Bezeichnung.

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Sissy.Voss 30.07.2019, 11:02
8. Irreführende Überschrift

Wie leider oft genug ist die Überschrift nicht präzise und deshalb leicht irreführend. Erstens bezieht sich die Studie nur auf Dänemark. Für Deutschland und, soweit ich weiß, England sind solche Fernhandelsbeziehungen lange nachgewiesen und Stand der Forschung. Zweitens wurden längst vorher Waren europaweit gehandelt. In der Jungsteinzeit waren geschliffene Steinbeile ein Prestige-Objekt das aus Steinvorkommen in den Alpen bis in die Normandie und nach Skandinavien exportiert wurden. Das bei dem berühmten Mann vom Hauslabjoch (Ötzi) gefundene Steinmesserchen gehörte wohl auch zu den Statussymbolen seiner Zeit, dem Chalkolithikum (Kupfersteinzeit, der Ausdruck wird in Mitteleuropa selten verwendet). Es entstammte der südlich der Alpen beheimateten Remedello-Kultur. Ein weit größeres und perfekteres Messer dieser Art, sogar noch geschäftet, wurde bei einer Grabung am Bodensee (Pfahlbauten) gefunden und war Aushängeschild einer Ausstellung. Es wurde ebenfalls der Remedello-Kultur zugeordnet und war wohl ebenfalls ein Statussymbol. Ganz nebenbei: unsere Vorfahren schon lange vor der Jungsteinzeit bezogen besonderen Feuerstein schon über sehr weite Strecken, ob durch Wanderungen oder Austausch ("Handel") ist nicht sicher. Kam einer macht sich klar, dass Feuerstein damals geradezu professionell abgebaut wurde!

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Ruhrsteiner 30.07.2019, 11:43
9. Mecklenburg als Drehscheibe für den bronzezeitlichen Metallhandel?

Mecklenburg? In der bereits letzte Woche in Science Daily veröffentlichten archäologischen Untersuchungen ist da aber von der Aunjetitzer Kultur (Unetice Culture) die Rede, was die britischen Inseln betrifft der Windmill Hill Culture, beide in GBK-Tradition, und die Aunjetitzer Kultur umfasste sehr weite Bereiche Mitteleuropas (Tschechei, Elbtal, Thüringen, Teile Bayerns, Niedersachsen, W-Polen, Niederösterreich bis nach W-Ungarn). Die Linguisttik geht davon aus, dass genau dort protokeltische Sprachen gesprochen wurden, und sich dort die Trennungen in die jüngeren italisch-romanischen, keltischen und germanischen Sprachlinien vollzogen. Mecklenburg?....

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