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Experiment am Cern: Antimaterie entpuppt sich als ziemlich normal
NASA/ Goddard Space Flight Center/ J. Dwyer/ Florida Inst. of Technology

Am Genfer Kernforschungszentrum haben Physiker Tausende Atome aus Anti-Wasserstoff mit Laserlicht traktiert. Es geht um eines der größten Rätsel der Physik: Warum fehlt im Weltall die Antimaterie?

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worlorn 06.04.2018, 21:13
10.

Zitat von Paddel2
Man darf mich gerne eines besseren belehren, aber Protonen sind keine Elementarteilchen. Sie sind vielmehr aus Elementarteilchen zusammengesetzt. Derartige Teilchen sind in Ruhe masselos, was auf Protonen nicht zutrifft.
Käse. Wirklich elementare Teilchen, also nach heutiger Kenntnis

1. Leptonen, also Elektron und seine schwereren Versionen sowie die jeweiligen Neutrinos
2. Quarks, welche die Hadronen aufbauen

haben Masse (auch Neutrinos). Es ist aber auch so, dass die Quarkmassen nur einem Teil der Hadronenmassen ausmachen. Den größeren Teil macht die Bindungsenergie aus. Nur deswegen macht es im LHC Sinn, Protonen aufeinander zu schießen.

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worlorn 06.04.2018, 21:21
11.

Was Generelles zur Antimaterie. Der Name ist unglücklich, als ob es ein ganz anderer Stoff wäre, aber das ist es nicht. Der wesentliche Unterschied vom Antimaterieteilchen zum normalen Teilchen sind die inversen Ladungen. Das Positron trägt eine positive elektrische Elementarladung, ein Antiquark hat die negative elektrische Ladung und negative Farbladung. Die Masse ist gleich, die Energie ist positiv (sonst würde bei der Annihilation null Energie frei werden), der Spin ist gleich, die Naturgesetze sind die gleichen. Antimaterie verhält sich gravitativ wie normale Materie.

Die Existenz von Antiteilchen ist ziemlich zwingend, denn wie sollte sonst Materie entstehen können? Die Materie musste ja erst aus der Energie des Urknalls kondensieren. Ein geladenes Teilchen kann aber alleine nicht entstehen, da sonst die Ladungserhaltungssätze verletzt wären. Also geht es nur zusammen mit einem Teilchen mit inversen Ladungen. Umgekehrt können sich Teilchen und Antiteilchen gegenseitig vernichten zu Energie, da Erhaltungssätze das nicht verbieten. Das tun sie dann auch konsequenterweise. Teilchen geben ihre Masse immer ab, wenn es irgendwie geht, komplett bei Annihilation oder teilweise bei Zerfällen.

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schmiedt 06.04.2018, 22:04
12.

Zitat von Paddel2
Man darf mich gerne eines besseren belehren, aber Protonen sind keine Elementarteilchen. Sie sind vielmehr aus Elementarteilchen zusammengesetzt. Derartige Teilchen sind in Ruhe masselos, was auf Protonen nicht zutrifft.
Ich belehre Sie gerne eines besseren: Elementarteilchen können durchaus eine Ruhemasse haben. Elektronen haben auch eine, wenn auch kleiner als die vom Proton. Selbst Neutrinos scheinen eine winzige Ruhemasse zu haben. Photonen nicht.

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lotharbongartz 07.04.2018, 08:44
13. Magnetismus

Hier wird erwähnt, dass Antiwasserstoff etwas magnetisch ist. Wasserstoff dagegen ist diamagnetisch, hat also das Bestreben, das Magnetfeld aus seinem Innern zu verdrängen. Das ist doch ein Unterschied der einiges erklären könnte. Lothar Bongartz, 1der1

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Lord Menial 07.04.2018, 10:03
14.

Zitat von worlorn
Käse. Wirklich elementare Teilchen, also nach heutiger Kenntnis 1. Leptonen, also Elektron und seine schwereren Versionen sowie die jeweiligen Neutrinos 2. Quarks, welche die Hadronen aufbauen
Nur besteht die Komplikation, daß sich Quarks nicht isolieren lassen, sondern stets im Verbund vorkommen. Dieser enthält dann notwendigerweise neben mind. 2 Quarks auch noch Gluonen. Da sich diese elementaren (?) Teilchen aber nicht separieren lassen*, akzeptieren wohl auch (manche) Physiker Nukleonen und Mesonen als Elementarteilchen.

*so erklärt es H. Fritzsch in seinem Buch "Quarks". ISBN: 3492024270.

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der.tommy 07.04.2018, 11:51
15. @lord menial

Nein, diese Definition ist überholt. Als elementar werden mittlerweile (auch im Rahmen des standardmodells) nur Teilchen angesehen, die keine donnere Struktur besitzen. Für nukleonen und mesonen beispielsweise ist das aber nachweislich nicht der Fall. Diese besitzen innere Struktur und sind damit nicht elementar.

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der.tommy 07.04.2018, 11:52
16. @logharbongartz

Da ist der Artikel etwas ungenau. Auch anti-Wasserstoff ist diamagnetisch. Er unterscheidet sich scheinbar wirklich nicht von normalem Wasserstoff.

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MustermannZZZ 07.04.2018, 12:43
17. ich behaupte noch immer

,dass das universum aus gleich viel materie wie antimaterie besteht. Vielleicht ist es einfach zu schnell explodiert und es gibt da draußen ganze galaxien, die aus antimaterie bestehen. Interessant wäre es zu wissen, ob man aus der entfernung feststellen kann, ob es sich um antimaterie handelt oder nicht.

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Lord Menial 07.04.2018, 12:46
18. Wie gesagt ....

Zitat von der.tommy
Nein, diese Definition ist überholt. Als elementar werden mittlerweile (auch im Rahmen des standardmodells) nur Teilchen angesehen, ......
A:
Siehe: http://www.chemie.de/lexikon/Elementarteilchen.html
B:
"neues Elementarteilchen nachgewiesen....Nachweis für ein neues Elementarteilchen ...... Das neue Teilchen N*(1685) stellt einen angeregten Zustand des Nukleons (Protons oder Neutrons) dar,...."
- http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-9405-2009-01-22.html

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betonklotz 07.04.2018, 12:48
19. Ich muß Sie leider enttäuschen

Zitat von der.tommy
Das stimmt so nicht. Schauen sie sich die Umwandlung von Proton in ein Neutron an. Dabei wird nur ein positron erzeugt, sogenannter Beta + Zerfall. Sie können positronen erzeugen ohne dass gleichzeitig Elektronen entstehen. Das Problem ist eher, dass praktisch das ganze Universum um dieses positron herum aus Materie besteht, weshalb erhebliche Anforderungen an die Lagerung der antimaterie bestehen, um sie längerfristig zu speichern.
Bei der von Ihnen angeführten Reaktion entsteht neben dem Positron noch ein (Elektron)Neutrino. Damit bleibt die Gesamtanzahl (Zahl der Teilchen minus Zahl der Antiteilchen) unverändert.

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