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Explosion im Atomkraftwerk: Wie es zur Kernschmelze kommt

Eine Explosion hat das japanische Atomkraftwerk Fukushima 1 zerstört - jetzt droht der größte anzunehmende Unfall: eine Kernschmelze. Dabei frisst sich eine radioaktive Masse durch die Wände des AKW.

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Nicosch 12.03.2011, 13:21
10. 2

Zitat von Darth Manfred
bei google-earth kann man, unter "Galerie" die Erdbebendaten der letzten Jahre und Jahrzehnte sehen. Wenn man das macht, sieht man, dass dieser Ort, wo das Beben stattgefunden hat, offenbar mit Abstand der aktivste der Welt ist. Die meisten Beben stärker als 6. Wie kommt man eigentlich auf die Idee, gerade dort so viele Atomreaktoren hinzustellen ?
Japan ist ein Inselbogen, tektonisch ziemlich beansprucht. Die haben schlichtweg keine "sicheren" Stellen. Eben nach dem Prinzip "irgendwo muss man ja bauen!"

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BingoBongoMan 12.03.2011, 13:21
11. Wie bitteschön...

.... kann die Kühlung eines Reaktors so auf die leichte Schulter genommen werden, wenn jeder Depp weiß, was ein Versagen der Kühlung bedeutet? Was für ein Sicherheitskonzept ist das bitte, wenn ein für die Region normaler Tsunami alle Systeme lahmlegen kann und das bei einem Reaktor direkt am Meer??!!?!? Wir sichern unsere verwackelte und unterbelichtete Digitalfotos 10 und 20 fach ab und machen davon 20 Backups in der Wolke aber für die radioaktive Wolke haben wir nur ein 2,5 stufige Stiefmüerchen-Sicherheitskonzept??!?!!? Danke Schwarz-Gelb für die Verlängerung :-(

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thomas.pernau@web.de 12.03.2011, 13:22
12. ... dann frisst sich der Reaktorkern bis zum Mittelpunkt der Erde

oder noch weiter.
Jetzt bleiben Sie mal auf dem Boden der Tatsachen. Das ist ein Siedewasserreaktor. In dem Moment wo Dampf entweicht oder der Druckbehälter platzt ist kein Wasser mehr drin, das als Moderator dient. Damit ist eine Uranverbrennung nicht mehr möglich. Das Problem ist die Hitze der Restmasse, radioaktives Jod und Cäsium können als Dampf entweichen, davon geht direkte Gefahr aus aufgrund der hohen Aktivität dieser Substanzen. Menschl. Aufnahme von radioaktivem Jod kann durch Jodtabletten verhindert werden. Cäsiumaufnahme kann durch Kaliumaufnahme reduziert werden. Ein größeres Problem ist Plutonium, das je nach Alter des Brennstabs als Nebenprodukt erbrütet wurde. Es ist giftig und hat eine sehr lange Halbwertszeit.
Zur politischen Dimension: das einzige gefährlich beschädigte AKW in Japan ist auch gleich das älteste. Und Lady Angela (Physikerin !!!) hat zugestimmt dass die alten deutschen Schüsseln länger laufen dürfen und dann kommt noch die Brennelementesteuer. Klar dass die Kraftwerksbetreiber die Brennelemente auslutschen bis aufs letzte Uranatom und Plutonium erbrüten dass es kracht! Die wassermoderierten AKWs können nämlich sehr wohl Plutonium verbrennen wenn sie groß genug sind. Gut man mag Lady Angela zugute halten dass sie damals in Stendal einfach einen zu kleinen Reaktor hatte um das zu machen, aber es gibt ja auch Physikbücher. Da steht sowas drin.

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Hermes75 12.03.2011, 13:22
13. Voraussetzungen

Zitat von Darth Manfred
bei google-earth kann man, unter "Galerie" die Erdbebendaten der letzten Jahre und Jahrzehnte sehen. Wenn man das macht, sieht man, dass dieser Ort, wo das Beben stattgefunden hat, offenbar mit Abstand der aktivste der Welt ist. Die meisten Beben stärker als 6. Wie kommt man eigentlich auf die Idee, gerade dort so viele Atomreaktoren hinzustellen ?
Naja, schauen sie sich Japan mal an. Erdbeben können im ganzen Land auftreten. Das Land besteht zum größten Teil aus Gebirge und ist dich besiedelt.
Für ein KKW brauchen sie Platz, Wasser für die Kühlung und möglichst wenige Anwohner in der Umgebung. Da gibt es nicht so viele Möglichkeiten in Japan.
Das KKW wurde offenbar auch für Erbeben bis Stärke 8.2 ausgelegt, aber die Kombination aus 8.9 und einem 10m-Tsunami war wohl doch zu viel für die Anlage.

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petros t 12.03.2011, 13:23
14. Gau!!!

Zitat von sysop
Eine Explosion hat das japanische Atomkraftwerk Fukushima 1 zerstört - jetzt droht der größte anzunehmende Unfall: eine Kernschmelze. Dabei frisst sich eine radioaktive Masse durch die Wände des AKW.
Es findet bereits statt. Der grösste anzunehmende Unfall ist in vollen Gange. Statistisch etwas verspätet, aber noch innerhalb der Standardabweichung.

Denn bei einer Erwartung von einem GAU je 10 000 Jahre, erhöht sich die Frequenz, bei ca.423 betriebenen AKW weltweit, auf einen Gau je 23,6 Jahre.

:-( :-(

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hvoel 12.03.2011, 13:24
15. Explosion im Kernkraftwerk

Mein laienhafter Eindruck ist der einer schwersten Explosion.
Das mit den 'nur' vier Verletzten erscheint mir daher nicht glaubhaft. Und niemand sagt etwas über die Explosionsursache.
Wasserdampf per se explodiert nicht. Wenn die 'weisse Wolke' aber aus Wasserdampf besteht, wo stammt der dann her? Zusammen mit einer erhöhten Umgebungsradioaktivität kann man doch nur auf eine Leckage des Reaktors schliessen. Oder?

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JeZe 12.03.2011, 13:36
16. Dies ist kein GAU, sondern ein Super GAU

Die Erklärung des GAUs ist in dem Artikel leider falsch.

Der GAU bezeichnet den größten anzunehmenden Unfall - und den muss das AKW noch handeln können.

Was wir hier sehen ist also kein GAU, sondern ein Super-GAU, der nicht mehr kontrollierbar ist.

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dbraaker 12.03.2011, 13:36
17. re

Zitat von ose
Diese Interpretation ist zumindest deutlich überzogen. Natürlich ist es ein Drama, wenn ein Flugzeug auf ein Haus stürzen sollte. Es ist aber eine lokale Katastrophe, bei der nur die Bewohnner dieses Hauses (und die Flugzeuginsassen) zu Schaden kommen. Bei einer Reaktorkatastrophe drohen darüber hinaus aber massive Auswirkungen auf die gesamte Umwelt - und Kernkraftwerke befinden sich häufig in der Nähe großer Ballungszentren, so dass potenziell Millionen von Menschen betroffen sind. Daher sind bei Kernkraftwerken natürliche deutlich strengere Sicherheitsvorschriften nötig. Ob diese strengen Vorschriften ausreichend waren, und ob die Kernkraft überhaupt beherrschbar ist, ist noch einmal eine andere Diskussion.
Es ging mit lediglich um die Aussage des Foristen dass ein solches Ereignis alle zwanzig Jahre und somit mindestens zwei mal in der geplanten Lebensdauer das Kraftwers zu erwarten wäre. Das ist einfach Unfug, ein Blick auf die Richterskala bei Wikipedie ist nicht gleichbedeutend damit grundlegende Statistik bzw. Stochastik zu verstehen.

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Hermes75 12.03.2011, 13:37
18. Doch genau das tut Wasserdampf

Zitat von hvoel
Mein laienhafter Eindruck ist der einer schwersten Explosion. Das mit den 'nur' vier Verletzten erscheint mir daher nicht glaubhaft. Und niemand sagt etwas über die Explosionsursache. Wasserdampf per se explodiert nicht. Wenn die 'weisse Wolke' aber aus Wasserdampf besteht, wo stammt der dann her? Zusammen mit einer erhöhten Umgebungsradioaktivität kann man doch nur auf eine Leckage des Reaktors schliessen. Oder?
Im Reaktorkühlsystem befinden sich große Mengen an extrem heißem Wasser (ca. 300°). Sobald das Wasser bei dieser Temperatur auf Umgebungstemperatur entspannt wird verdampft es schlagartig. Das ist so gut wie eine Explosion, obgleich es halt keine chemische Reaktion ist, sondern ein physikalischer Prozess.
http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserdampfexplosion

Nach der Einführung der Dampfmaschine kam es z.B. zu zahlreichen Dampfkesselexplosionen, weil das Material damals sehr unzuverlässig war. Als Folge wurde dann die „Dampfkessel-Überwachungs-und Revisions-Vereine“ (DÜV)
gegründet. Heute kennen sie diese Institution als TÜV.
http://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%9CV

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JeZe 12.03.2011, 13:37
19. ...

Zitat von Darth Manfred
bei google-earth kann man, unter "Galerie" die Erdbebendaten der letzten Jahre und Jahrzehnte sehen. Wenn man das macht, sieht man, dass dieser Ort, wo das Beben stattgefunden hat, offenbar mit Abstand der aktivste der Welt ist. Die meisten Beben stärker als 6. Wie kommt man eigentlich auf die Idee, gerade dort so viele Atomreaktoren hinzustellen ?
Weil man nichts anderes hat, womit man Strom erzeugen kann!?

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