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Facebook-Experiment: "Wer täuscht, braucht Zustimmung"
DPA

Für eine Facebook-Studie wurden Hundertausende Mitglieder unfreiwillig zu Versuchskaninchen. Der Psychologe Fred Lang erklärt, welche Regeln dabei verletzt wurden.

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ansgard 01.07.2014, 07:41
20. re

Herrlich, wie viele diesen Fall wieder als Gelegenheit sehen, ordentlich Dampf gegen Facebook abzulassen. Wie wäre es, wenn ihr euch einfach mal ein richtiges Hobby zulegen würdet, statt ständig herumzubashen. Jedem aufgeklärten Nutzer von FB ist völlig klar, womit ein kostenloser Dienst bezahlt wird.

Ich finde den vorliegenden Fall auch nicht sonderlich verwerflich. Die Studie bezieht sich nicht auf konkrete Personen, die ausgewerteten Daten werden so stark abstrahiert/vermischt/herumgedeutelt, dass ein Rückschluss auf mich als Mensch nicht gezogen werden kann. "Ethische" Bedenken habe ich da keine.

Nu ja. Dass einem europäischen Forscher das nicht in den Kram passt, weil er von Gesetzen und Verhaltensregeln von solchen Untersuchungen abgehalten wird, kann ich ja nachvollziehen. Aber dann austreten... nu ja, wie beim Fußball halt: Wird es auf fairer Art nichts, muss man eben ein wenig schauspielern.

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c.PAF 01.07.2014, 08:48
21.

Zitat von blaufink
Dieses „Experiment“ wurde der Öffentlichkeit bekannt. Ich frage mich, von wie vielen Facebook-Experimenten, die bereits stattfanden, wir nichts wissen.
... und wieviele Experimente bereits dieses Stadium hinter sich gelassen haben und nun zum Tagesgeschäft vom FB gehören?

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denker111 01.07.2014, 11:12
22. Einem geschenkten Gaul...

schaut man nicht ins Maul. Wenn wir, die Anhänger des "Alles für lau", uns die Bedeutung dieses alten Spruchs endlich mal vor Augen führen würden, dann wäre viel gewonnen. Aber nein, wir glauben tatsächlich, dass uns Herr Zuckerberg den Service Facebook schenkt - vermutlich weil er so nett ist. Wenn wir weiterhin denken, dass wir alles umsonst kriegen und nur die Idioten für irgendwas bezahlen, dann werden wir am Ende ganz gehörig draufzahlen. Beispiele: das "kostenlose" Privatfernsehen, wo jeder Handlungsstrang durch Werbung unterbrochen wird und die Qualität des Gesendeten im freien Fall ist, das Internet, wo man so ziemlich alles mit persönlichen Daten bezahlen kann, die vielen anderen Dienstleistungen, bei denen schon der Mindestlohn für die Unternehmer existenzgefährdend ist, bei unserer Nahrung, wo Qualität als Kriterium für viele Käufer und in der Folge auch für die Produzenten und Händler keine Rolle mehr spielt.
Darum noch einmal: Wenn jemand etwas (scheinbar) verschenkt dann müssen wir entscheiden ob wir das "Geschenk" annehmen. Es anzunehmen und dann die Qualität zu kritisieren ist mir verlaub einfach nur dumm!

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Spirit in Black 01.07.2014, 13:53
23. Spitze des Eisbergs

Mit Sicherheit ist dieses Vorgehen nur die Spitze des Eisbergs, aber leider ist das Thema zu abstrakt, um vom Massen-Publikum verstanden oder auch nur wahrgenommen zu werden...

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urbansonnet 01.07.2014, 16:04
24. Studie hätte so nicht veröffentlicht werden dürfen

Dass FB in Sachen Nutzung von Userdaten, alles andere als sauber agiert, dürfte ja keine Überraschung sein. Ich bin vielmehr enttäuscht, dass ein wissenschaftliches Journal mit einer sonst guten Reputation wie PNAS, dieses Paper abgedruckt hat. Verweise auf die Zulassung durch eine namentlich genannte Ethikkomission bzw. auf die eingeholte Einverständniserklärung der Probanden gehören zum absoluten minimal Standard bei dieser Art von Veröffentlichungen. In diesem Paper ist nichts davon zu finden und hätte so nicht veröffentlicht werden dürfen.
Ich hoffe für PNAS, dass sie das Paper zurückziehen.

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gschra 01.07.2014, 18:40
25. Geschenke

können aber auch so aussehen, daß sie einfach nur gern angenommene 'Abfallprodukte' sind.
Z.B. war die Entwicklung von Open Source (technisch) anfangs so ein Ding: Jeder Interessierte arbeitete zwanglos mit und als Gemeinschaftswerk entstand ein herstellerunabhängiges Produkt, das gaanz einfach ebenso for free an alle verschenkt wurde. (Kritik erwünscht) Warum nicht?
Ich unterstelle den meisten Nutzern kostenloser oder sehr günstig angebotener Leistungen, daß ihnen bewußt ist, daß die Kosten nicht durch sie gedeckt sein können und der Anbieter sie anderweitig deckt bzw. sogar einen beträchtlichen Gewinn einfährt. Werbung ist dafür das passende Beispiel: Je mehr Nutzer meine Seite besuchen, desto mehr kostet die Anzeige.

Juristisch grenzwertige Spitzfindigkeiten dadurch zu tolerieren, daß die Schuld beim Beschenkten gesucht wird, kommt dem Spruch nahe: 'Du wolltest es doch auch'...

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cptlars 02.07.2014, 06:30
26. selbst schuld

Wer sich da angemeldet hat..
es ist hinlänglich bekannt das Facebook die Daten analysiert. das diese Daten auch für solche Zwecke genutzt werden war nur eine Frage der Zeit. es ist ja auch nicht so als wenn die Daten komplett vor den Nutzern geheim gehalten wurden. sie waren trotzdem einsehbar. der User hätte sich also nicht darauf einlassen müssen. ..

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Abbuzze 02.07.2014, 11:05
27.

Wer FB oder auch Medien nutzt sollte sich solcher Manipulationsmöglichkeiten immer bewusst sein.

Schon die Auswahl der Spiegelartikel auf der Home-Seite manipuliert mich, da auch hier eine Vorauswahl getroffen wird. Würden konsequent Meldungen über Israel oder Ukraine nicht zu lesen sein, würden diese Themen aus meinem Bewusstsein verschwinden.

Also, so traurig es ist, kein Grund sich aufzuregen!

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Ratzbär 02.07.2014, 16:04
28. Meldung

Zitat von captainmici
Es gab jetzt wirklich schon schlimmere Experimente mit Menschen. Außerdem können die Ausgewählten froh sein, dass sie ein Teil der Wissenschaft sein dürfen. Ich würde mich freuen, wenn wir durch diese Studie bahnbrechende Erkenntnise sammeln.
Ich glaube, in Yale wird gerade eine neue Untersuchung gemacht: Teilnehmen dürfen alle, deren Gehirn deutlich unter dem Kapazitätsdurchschnitt liegt. - Sie sollten da mal nachschauen und sich ggf. melden.

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