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Facebook: Zuckerbergs Theorem
REUTERS

Alle Facebook-Nutzer sind Teil eines gigantischen Experiments, das auf einer halbgaren Theorie des Unternehmensgründers basiert. Jetzt erklärte Zuckerberg seine Abkehr von dieser Theorie. Aber warum?

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ruhepuls 11.03.2019, 08:56
50. Zwei Seiten einer Medaille..

Zitat von knut.koenig
Z. ist bei der Erschaffung von FB ein Voyeurist gewesen. Der Typ ist ... na ja. Das Exhibitionismus dabei herauskam und es so erfolgreich gemacht hat, ist von Z. nie beabsichtigt gewesen, jedoch der Spiegel unserer Gesellschaft.
Exhibitionismus und Voyeurismus bedingen sind gegenseitig. Um unter einen Rock schauen zu können, muss er kurz sein. Und er ist kurz, damit die Leute schauen...
Wenn man sieht, was die Leute so alles von sich "entblößen", nur um in FB oder YT "likes" zu bekommen. Wobei natürlich vieles davon gefaked ist, aber trotzdem...
FB & Co. ist heute der Ersatz für (echte) Freunde und andere soziale Kontakte. Mal schnell ein "Yoga-Video" bei YT eingestellt - und sich dann vorstellen, wer sich alles dabei...

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ackermart 11.03.2019, 09:59
51. Theoretisch mal thetisch gedacht:

Ward die Welt je besser gemacht, im "ihre Realität politisch korrekten Korrigieren", wie FACE-BOOKLICH angedacht? Oder fühlte die Welt sich damit nur angemacht, sich besser zu machen als sie ist?
Klar doch, das ward praktisch zuviel des Fragens ... er t(r)äglich sich.

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ghdstz 11.03.2019, 11:21
52.

Zitat von silversurfer47
was für ein billige Sichtweise! Da nichts "besseres" zur Verfügung gestellt wird, ist die Nutzung von FB (aus welchen Gründen auch immer) legitim? Ich lege mich fest: Keiner kann mir plausibel erklären, warum er FB nutzen MUSS!
Die Nutzung von Facebook ist zwar legitim, aber keiner MUSS FaceBook nutzen - jedoch bezahlt er auch einen Preis für seine Abstinenz. Wer z.B. Mitglied in einem Verein ist der über eine FB-Gruppe kommuniziert, wird so ganz schnell zu einem verschrobenen Außenseiter. Ich selbst war nie bei FB und werde mich dort auch bestimmt nicht anmelden - aber das hilft mir nichts, weil FB ja WhatsApp aufgekauft hat und damit auch so in den Besitz meiner Daten gelangt ist. Das ursprüngliche Versprechen die Daten getrennt zu halten hat man ja mittlerweile kassiert, die Reaktion darauf blieb leider sehr überschaubar. An WhatsApp kommt man aber nicht mehr vorbei, ohne sich von Freunden und der Familie kommuniktiv zu distanzieren.

Es bleibt dabei, wir brauchen eine vertrauenswürdige europäische Alternative zu den marktbeherrschenden asozial gewordenen Netzen. Diese muss öffentlich-rechtlich kontrolliert sein und die Einhaltung der europäischen Datenschutzbestimmungen sowie von ethischen und rechtlichen Richtlinien gewährleisten - und sie muss das Potential haben schnell zu wachsen. Es muss schick werden sich bei FB/WA ab- und bei dem neuen Dienst anzumelden. Dies ist eine europäische Aufgabe, über die man sich mit Frankreich sicher schnell verständigen und dann gemeinsam mit den anderen EU-Ländern realisieren könnte - auch wenn man - dank Föderalismus - bei uns dazu auch noch die Bundesländer mit ins Boot holen muss.

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barf 11.03.2019, 11:44
53. Mogelpackung - Journalisten sollten schlauer sein

Ich weiß gar nicht, warum diese Gedankenspiele von Zuckerberg so eine Welle machen. Selbst wenn alles wahrmachen würde: er spricht doch in erster Linie von Messaging-Inhalten. Die waren noch nie so irrsinning interessant für Facebook, weswegen sie ja bei Whatsapp auch schon länger verschlüsselt sind. Was aber nicht verschlüsselt werden soll (zumindest ist bei Zuckerberg davon keine Rede), und wo der eigenliche Wert der Daten liegt: all die Likes, Postings und die Metadaten der Kommunikation btw. der soziale Graph. Was er ankündingt würde demnach der Privatsphäre nicht nennenswert nutzen. Das scheinen aber insbesondere viele Journalisten überhaupt nicht bedacht zu haben - stattdessen gehen sie ihm schön auf den PR-Leim und beschreiben eine Kehrtwende, wo es eigentlich gar keine gibt. Was Zuckerbergs Beweggründe für diese PR-Offensive angeht kann man natürlich nur spekulieren. Ich vermute, er will die EU und andere Regierung milde stimmen und endlich die Whatsapp- und Facebook-Daten verknüpfen zu können, denn das bringt massenhaft verfizierte Telefonnummern und bessere Sozialdaten. Alles wie gehabt, und wie immer schön mit der Dampfwalze über die Rechte der Nutzer gefahren.

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stelzerdd 11.03.2019, 12:41
54. Die privaten Benutzer sind selbst schuld ...

...wenn Sie Ihr Dasein einer Datenkrake schenken. Viel erschreckender ist es, daß in Deutschland ungezählte staatliche Einrichtungen bis hin zu den öffentlich-rechtlichen Medien das "Fratzenbuch" benutzen, mit Daten speisen und die Bürger auffordern, das Gleiche zu tun. Das muß gesetzlich verboten werden.

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gerd0210 11.03.2019, 12:43
55.

Zitat von ruhepuls
Exhibitionismus und Voyeurismus bedingen sind gegenseitig. Um unter einen Rock schauen zu können, muss er kurz sein. Und er ist kurz, damit die Leute schauen... Wenn man sieht, was die Leute so alles von sich "entblößen", nur um in FB oder YT "likes" zu bekommen. Wobei natürlich vieles davon gefaked ist, aber trotzdem... FB & Co. ist heute der Ersatz für (echte) Freunde und andere soziale Kontakte. Mal schnell ein "Yoga-Video" bei YT eingestellt - und sich dann vorstellen, wer sich alles dabei...
Es geht um Meta-Daten, einschließlich, wer mit wem Kontakt hat. Das ist mehr, als unser Einwohnermeldeamt besitzt.

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gerd0210 11.03.2019, 12:48
56.

Zitat von barf
Ich weiß gar nicht, warum diese Gedankenspiele von Zuckerberg so eine Welle machen. Selbst wenn alles wahrmachen würde: er spricht doch in erster Linie von Messaging-Inhalten. Die waren noch nie so irrsinning interessant für Facebook, weswegen sie ja bei Whatsapp auch schon länger verschlüsselt sind. Was aber nicht verschlüsselt werden soll (zumindest ist bei Zuckerberg davon keine Rede), und wo der eigenliche Wert der Daten liegt: all die Likes, Postings und die Metadaten der Kommunikation btw. der soziale Graph. Was er ankündingt würde demnach der Privatsphäre nicht nennenswert nutzen. Das scheinen aber insbesondere viele Journalisten überhaupt nicht bedacht zu haben - stattdessen gehen sie ihm schön auf den PR-Leim und beschreiben eine Kehrtwende, wo es eigentlich gar keine gibt. Was Zuckerbergs Beweggründe für diese PR-Offensive angeht kann man natürlich nur spekulieren. Ich vermute, er will die EU und andere Regierung milde stimmen und endlich die Whatsapp- und Facebook-Daten verknüpfen zu können, denn das bringt massenhaft verfizierte Telefonnummern und bessere Sozialdaten. Alles wie gehabt, und wie immer schön mit der Dampfwalze über die Rechte der Nutzer gefahren.
Genau darum geht es und das weltweit. Nur kann sich Otto Normalverbraucher nicht vorstellen, warum das interessant sein könnte, im Gegensatz zu einem Schambein. Aber weder Geheimdienste noch das Militär wären am letzteren interessiert.

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haresu 11.03.2019, 13:54
57. Authentisch und öffentlich, das wäre schon schön

Ja, wir spielen Theater. Ja wir erzählen uns Geschichten über uns selber, wir konstruieren unsere Identität und geben ihr gerne auch einen Hauch von scheinbarer Integrität bei. Warum es allerdings nicht möglich und nicht wünschenswert sein sollte daran etwas zu ändern ist nicht nachvollziehbar, zumal dies ganz sicher gesünder ist. Klar, wer glaubt immer derselbe zu sein ist dumm und überdies lächerlich, wer aber glaubt immer das
präsentieten zu müssen was erwartet wird oder Erfolg verspricht, der ist nicht nur ein armes Schwein, sondern für den wird es auch kompliziert. Mit Privatsphäre und deren Schutz hat all dies aber nur indirekt zu tun, insofern nämlich, dass man an einer irrealen Welt mitbaut wenn man die vermeintlichen eigenen Schwächen gerne versteckt. Wenn Teenager ihre Fotos schönen wird das dann irgendwann die Ansprüche nur noch weiter erhöhen. Öffentlichkeit dieser Art ist dumm und gefährlich, gleichzeitig ist aber auch der Verzicht auf Öffentlichkeit dumm und zwar dann, wenn auf politische und wirtschaftliche Macht verzichtet wird, nur weil man nicht möchte, dass Andere wissen, dass man ... Gänzlich dumm wird es dann, wenn eigene Wirklichkeiten in Gemeinschaften gebildet werden, kuschelige Nischen, die sich selbst genug sind und den gesamtgesellschaftlichen Diskurs und auch die Konsensfindung auf die Dauer unmöglich machen. Wenn wir in einer Welt leben, in der die Selbstwahrnehmung mit den tatsächlichen Verhalten immer weniger zu tun hat, dann wird die Welt eben immer virtueller und die wünschenswerten Veränderungen bleiben aus. Also: authentisch und öffentlich, das ist gar nicht so schlecht.

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Ich-seh-das-mal-so 11.03.2019, 15:05
58. Das Problem ist doch nicht Zuckerberg allein.

Messenger an sich finde ich großartig.
Und ich möchte auch gerne glauben, dass Zuckerberg es cool und verbreitenswert fand, wenn alle Welt um einen herum wissen, wie man gerade so tickt.
Nur ist doch Zuckerberg gar nicht mehr Herr des Verfahrens.
Da stehen eher Sheryl Sandberg und viele Investoren im Hintergrund, denen es - Moral hin oder her - nur auf ihren Profit ankommt.
All die Erklärungsversuche, Beschwichtungen und Ankündigen sind doch nichts wert, wenn der Investor im Hintergrund anfängt die Stirn zu runzeln, weil er seine Marge schwinden sieht.
Und es sind natürlich insbesondere die Anwender, die nicht erkennen, dass es ein "kostenlos" nicht gibt - weder früher, noch jetzt und auch nicht in ferner Zukunft.
Und die dann sagen: "Wieso soll das so schlimm sein, hab doch nichts zu verbergen!".
Aber wenn einem unser aktueller Politikbetrieb das Denken abnimmt (Gesetzesbrüche, "NSA/BND-Abhörmaßnahmen", "Alternativlosigkeit" vieler Entscheidungen, "Internet ist Neuland"), wird's natürlich schwer, vom Konsumenten Sorgfalt und Zurückhaltung einzufordern.
Das "Sich-im-Stich-gelassen-fühlen!" ist doch in vielen Bevölkerungskreisen bereits weit verbreitet.
Und wenn ich dann als durchaus IT-Bewanderter mit "Threema" um die Ecke komme (ja, auch ich nutze ihn) wird man im besten Fall wohlwollend belächelt.
Im Regelfall kommt jedoch nur ein: "Kostet 2,99 - das ist blöd." oder auch: "Interessiert mich nicht, denn alle meine Bekannten haben Whatsapp").
Na dann ... schönen Tag noch.

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gankuhr 11.03.2019, 21:38
59.

Zitat von
Ja, wir spielen Theater. Ja wir erzählen uns Geschichten über uns selber, wir konstruieren unsere Identität und geben ihr gerne auch einen Hauch von scheinbarer Integrität bei. Warum es allerdings nicht möglich und nicht wünschenswert sein sollte daran etwas zu ändern ist nicht nachvollziehbar, zumal dies ganz sicher gesünder ist. Klar, wer glaubt immer derselbe zu sein ist dumm und überdies lächerlich, wer aber glaubt immer das präsentieten zu müssen was erwartet wird oder Erfolg verspricht, der ist nicht nur ein armes Schwein, sondern für den wird es auch kompliziert. Mit Privatsphäre und deren Schutz hat all dies aber nur indirekt zu tun, insofern nämlich, dass man an einer irrealen Welt mitbaut wenn man die vermeintlichen eigenen Schwächen gerne versteckt. Wenn Teenager ihre Fotos schönen wird das dann irgendwann die Ansprüche nur noch weiter erhöhen...
Exakt. Genau das habe ich damals in 2010 auch gedacht, als sich die Öffentlichkeit über diese Aussage von Zuckerberg echauffiert hat...

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