Forum: Wissenschaft
Faktencheck: Was bringt teurer Spezial-Sprit wirklich?
OBS/ Shell

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bronstin 14.01.2018, 17:59
80.

Ich stelle mal fest - ich fahre einen MB S 124 Bj. 92 - unter 11 Liter ist der bei egal welchem Sprit noch nie gefahren... aber er läuft im Gegesatz zum nachfolgendem BMW E 46 (Bj. 2003). Auch ein Beitrag zur Umweltverschmutzumg wenn man es auf die Laufleistung (mittlerweile 310.000 km) hochrechnnet! Entscheident ist nämlich letztens die Gesamtenergiebilanz...Jeder Unkundige kann mittels des Tafelwerks das Ganze sebst nachvollziehen

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gerdigerdsen 14.01.2018, 18:19
81.

Goldene Regel:
Alles, was auch nur in irgendeiner Form beworben wird, sollte man als Konsument weiträumig meiden.
Diese Erkenntnis habe ich, seit ich in der Indutrie tatig war und den Sitzungen des Produktmanagements und der Marketingabteilung beiwohnen durfte.
Wir leben auf diesem Planeten auf einer großen Verkaufsveranstaltung, man möchte mit aller Macht an möglichst viel Geld von uns.

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tartarin 14.01.2018, 18:26
82. So meinte ich das nicht

Zitat von P-Schrauber
KFZ- Benzin und auch KFZ- Diesel können Sie zum Fliegen ganz schlecht verwende weil: Autobenzin enthält Alkohole die Wasser binden, führt zu Dampfblasen Bildung oder Vereisung in großen Höhen. KFZ- Benzin ist nicht lange Lagerfähig, Flugzeuge haben z.T. lange Standzeiten und kompliziert angelegte Tanks. Das gilt auch für KFZ- Diesel. Deshalb gibt es Kerosin was fast das gleiche ist wie Diesel und Flugzeugbenzin was ebenfalls fast das gleiche ist wie Benzin nur mit dem kleinen aber wichtigen Unterschied es eignet sich dich tatsächlich zum Fliegen und das Tetraethylblei im AvGas dient in erster Linie wieder zur Steigerung der Klopffestigkeit der Motoren im Betrieb in großen Höhen. Sie brauchen dass ja nicht, na dann wünsche ich Ihnen viel Spass beim nächsten Flug im mit Kolbenmotor angetrieben Flugzeug ohne Blei aber vermeiden Sie bitte beim Abstürzen Siedlungen und Tierweiden, Danke.
Es ist mir klar, dass Flugbenzin besondere Anforderungen erfüllen muss, aber die geforderte Klopffestigkeit lässt sich anscheinend ja auch mit Isooktanzusatz kostengünstig erfüllen. Im übrigen laufen Rotax-Motoren für Flughöhen bis 7000 m mit hochoktanigem bleifreien Autobenzin. Sollen doch die Flieger mit den uralten Lycoming oder sonstigen Motoren Zusätze in ihre Tanks kippen wie manche Oldtimer-Fahrer.

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acusticusneurinom 14.01.2018, 20:13
83.

Zitat von mazzmazz
V-Power!! Bei meiner Harley merkt man den Effekt. Ebenso bei meiner 2-Takt Vespa PX. Die Harley verfügt über eine After-Market-Zündanalge, die "elektronisch" funktioniert, aber manuell einstellbar ist. Der Motor ist modifiziert und höher verdichtet als beim Original. Da die Maschine nur über einen Kickstarter verfügt, habe ich die Zündung ein wenig auf "früh" eingestellt. Sie springt so leichter an. Mit 95 Oktan läuft sie sauber. Mit 102 Oktan hat sie etwas mehr Leistung, läuft aber wie ein Sack Nüsse und wird sehr viel heisser. Merkt man bei längeren fahrten direkt an den Beinen. Die Vespa hat ....
..komisch. Sowohl bei meiner Fireblade SC 57 Bj. 2004, meiner Duc 996 aus 1999, einer KTM-Superduke aus 2004 - und last and least einer Yamaha RD 400 (Zweitakt) aus 1977 merke ich mit dem V-Power-Kram keinen Unterschied.

Braucht kein Mensch.

Auch ich bleibe dabei - das meiste bei diesen Spritsorten beruht auf Einbildung. Motoren laufen ja nach einem Ölwechsel und der Befüllung mit besonders teurem, hochwertigem Motoröl ja bekanntlich auch besser. So steht's jedenfalls auf den Dosen und in der Werbung:

Synthetische Öle bieten einen besseren Schutz vor Motorenverschleiß und hohen Temperaturen. Mit ihrer niedrigeren Viskosität sorgen sie auch für geringeren Reibwiderstand im Motor. Dadurch ermöglichen sie mehr Leistung und eine höhere Kraftstoffeffizienz als herkömmliche Öle, die schneller abbauen.

Nee - is'klar. Mehr Leistung und höhere Kraftstoffeffizienz - wer das glaubt, der glaubt auch an den Weihnachtsmann.

In den Böcken fahre ich auch Vollsynthetik-Öl (auch mit der RD - vollsynthetisches Zweitaktöl, weil's rauch- und rückstandsfreier verbrennt) - ganz einfach deswegen, weil ich mir damit den lästigen jährlichen Ölwechsel erspare, bei einer Fahrleistung von teilweise noch nicht mal 4.000 Kilometern je Gerät. Die Öle werden mit Filter exakt nach der Gesamtlaufleistung gewechselt, also - je nach Fahrzeug - alle 15.000 Kilometer.

Alles andere ist reine Geldschneiderei und Verschwendung.

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lebensgefährlich 14.01.2018, 22:27
84.

@ JochenMeyer, #76: Toller Beitrag, erklärt alles kurz und knapp und sehr verständlich!

@ tartarin, #82: siehe #69 und #76 - die bei Kleinflugzeugen am weitesten verbreiteten Lycoming und Continental Luftfahrt Kolbenmotoren (und ggf. anderer Hersteller) sind vom Design (und damaliger Redundanz, Sicherheitskonzepten etc.) sehr alt und haben oft gar keine Elektronik, die Zündzeitpunkte und anderes verstellen kann (nur Magnetos, die laufen also auch ganz ohne Batterie), viele sind oft Saugermotoren, also keine Einspritzmotoren, die es aber auch zuhauf gibt. Turbo (normalisiert oder aufgeladen) gibt es ebenfalls und auch einige Diesel.
Alle haben gemein, daß sie sehr viel im oberen Drehzahlbereich und je nach Luftdichte bzw. Ladedruck auch unter Volllast geflogen werden, also dort wo Klopfen ein Problem ist und eine Beschädigung oder Ausfall, Brand des Motors bzw. ggf, des Flugzeuges oder Systeme, die in der Nähe des Motors (Batterie) sind, nicht hinnehmbar sind.
Stärkere Motoren, die man weniger "stressig" benutzen könnte, wiegen mehr und sind keine Lösung (off-topic: Turbinenmotoren sind sehr zuverlässig und wesentlich leichter - und wesentlich teurer,- allerdings erst in größeren Höhen und bei schnellen Flugzeugen wirtschaflicher. Aber trotz ihres hohen Verbrauchs kommen sie aufgrund der Zuverlässigkeit und des Gewichts bei Helikoptern und Agrarflugzeugen zum Einsatz, wo ein Ausfall in Bodennähe katastrophal sein kann).
Ein Austausch oder gar ein Umrüsten auf einen ganz anderen Motor, auch wenn er paßt, ist eine Riesensache: Kosten, Testen, Abnahme, Versicherung (!). Es gibt einige Firmen, die sog. STCs zum Nachrüsten bei den häufig verkauften Typen anbieten, aber ansonsten ist das außerhalb der Experimentalluftfahrt, die es tatsächlich in einigen Teilen der Welt auch noch für Privatmenschen gibt, sehr selten. Es gibt eine Umrüstung einer Cessna 172 auf einen 430 PS (http://www.quietaviation.com/, derated 185 PS, keine kW Angaben) Corvette Motor, der dann wohl alles elektonisch und automatisch einstellen kann, was er im Auto auch macht. Wenn der ausgetauscht werden muß, kauft man einfach einen neuen, anstatt mehr Geld für eine Überholung eines Lycoming oder noch viel mehr für einen neuen auszugeben.
"What makes an airplane fly? Money."

@ curisosus_, #64: Ich meinte den Stickstoff für die -oxide, der fließt nämlich durchaus in Richtung Motor, nur nicht aus dem Tank. Es sind eben nicht "nahezu ausschließlich" Kohlenwasserstoffe, die in den Motor fließen, denn die wiegen nur ~1/16 der tatsächlichen Masse, die zur Verbrennung benötigt wird; die übrigen 15/16 ist die Umgebungsluft, die angesaugt wird, aber eben nicht mitgeführt und beschleunigt werden muß. Auch wenn nur der Sauerstoff benötigt wird, hat man die drei- (Masse) oder vierfache (Volumen) Menge Stickstoff mit drin, ergo Stickoxide.

@ gerdigerdsen, #81: Super!

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redneck 15.01.2018, 05:07
85.

Lagerbenzin wird erst zur "Markenware" bei der Befüllung des Tanklasters. Dann kommt das markenspezifische Additiv und der E hinzu oder es wird einfach das billige Standardpaket des Lageristen zugefügt. Die Qualität der Chargen kann also, je nach Region ziemlich varieren - und das wird nicht beworben.
91 US RON (Midprice) sind Euro 95. Benzin in den USA ist genausogut wie überall sonst auch. Ethanol oder Ethanolfreie Treibstoffe gibts fast überall.

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hwiemken 15.01.2018, 08:22
86.

Ich habe festgestellt, dass Vergasermotoren, die sogar eigentlich nur für Normalbenzin ausgelegt sind, mit dem Aral Ultimate wesentlich besser laufen. Die Vergaser setzen sich nicht mehr zu, und der Motor springt nach der Winterpause wesentlich besser an. Bei meinen Motorrädern älterer Bauart nutze ich deshalb ausschließlich dieses Benzin.

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prions.ku 15.01.2018, 08:26
87.

Beim Lesen dieses Artikels mit den ultimativen leistungssteigernden Kraftstoffen muss ich immer wieder an die alten anspruchslosen Dieselaggregate denken, diese kann man immer noch günstig mit Heizöl oder steuervergünstigtem Kerosin betreiben. Diese Motoren sind eben noch robust und ohne High-Tec!

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g3cd 15.01.2018, 10:32
88. Kein Biosprit-Anteil

Normale Kraftstoffe haben bis zu 10% Biosprit-Anteil, der die Schläuche und Dichtungen in älteren Motoren anfrisst, die nicht darauf ausgelegt sind. Nach einem sehr teuren Motorschaden habe ich darum immer nur den teuren Performance-Diesel getankt ... das kam auf Dauer billiger als ein neuer Motor.

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P-Schrauber 15.01.2018, 12:05
89. Warum schreiben Sie es denn dann?

Wenn Sie das so nicht Meinen warum schreiben Sie es denn dann?
Aber nochmals und im Detail zurück zu Ihrem Einwand:
Es scheint mir Sie kennen sich mit Ultraleicht und Kleinstflugzeugen aus.
Sehr schön für Sie, jedoch diese Hobbyfliegerei vorzugsweise im Flugzonenbereich G ist aber nicht das Maß der Dinge und ebenfalls nicht deren Motorisierung.

Nicht für jede Liebelei wird sofort auch der richtige Kraftstoff destilliert.
Die Flugzeuge und deren Motoren der kommerziellen zivilen und militärischen Luftfahrt ist in ganzu anderen Flugzonen in der Regel viel Höher unterwegs und hinzukommt, die sind erheblich schneller und länger und weiter am fliegen und müssen auch internationales Recht beachten.

Wenn Sie bitte die internationalen Bedürfnisse mit in den Betracht ziehen wollen weil kommerzielle Flugzeuge sind im Regelfall für längere Strecken im oft internationalen Flugverkehr ausgelegt und deren Motoren (Ja auch deren Kolbenmotoren) sind demzufolge erheblich Leistungsfähiger und wie erhöht man die Literleistung am Ottomotor … genau durch mehr Verdichtung .
Deshalb gibt’s noch AvGas und schon seit längerem nur noch zwei Sorten weil sich die Herstellung von Spezialsorten nicht mehr lohnt ach ja und die historischen Flugzeuge bekommen schon jetzt eine Sondermischung die im Bedarfsfall zusammengebraut wird.
Zum losgetretenen Thema Rotax:
Das die BRP Rotax mit herkömmlichen Kraftstoffen zurechtkommt liegt in erster Linie daran, dass der Hersteller (ehemals Rotax Österrreich) mit Motorradmotoren angefangen hat und das im übrigen sehr erfolgreich, mind. 3 Weltmeisterschaftstitel wurden auf Rotaxmotoren gewonnen. Vor allem die Drehschieber Zweitaktmotoren begründen den Ruhm und das Know-How. Der Rotax Typ 350 (240 – 280 cm³) als Drehschieber mit 276 cm³ wurde sehr lange eingesetzt von 1977 bis 1997! Ich habe selbst zwei Motorräder mit diesem Moter einmal eine SWM TL.NW 320 von 1980 (Motorrad war der Weltmeisterschaftsgewinner in der Saison) und eine Aprilia TXR 312 ebenfalls mit dem gleichen Motor jedoch in einer höheren Entwicklungsstufe, die damaligen Rotaxmotoren sind noch Heute als extrem zuverlässige robust und Leistungsstark hinsichtlich des Drehmoments bekannt. Der Motor hat soviel Drehmoment er lässt sich tatsächlich selbst im Standgas nur sehr schwer abwürgen.

Rotax hatte dann Anfang der 80’er Jahre auch 4 Taktmotoren hergestellt, wurde dann Mitte/Ende der 80’er Jahre von Bombardier aufgekauft weil die zuverlässigere Motoren für Ihre Ski-Doos brauchten.

Daraus wurden dann auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern der Motorenproduktion Flugzeugmotoren für Leicht und Kleinflugzeuge, die technologisch noch immer auf die damaligen Entwicklungen für den Motorradsport fußen, die Kanadier sind nun mal keine Motorenkonstrukteure, es auch niemals gewesen.

Ich schweife ab ... Entschuldigung Sie, in der Tat fahre ich die beiden Rotax Motoren mitunter mit Aral Ultimate häufiger jedoch mit Aspen Racing und generell mit halbsynthetischen Zweitaktöl mit Erdbeeerduftnote (kein Scherz).

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