Forum: Wissenschaft
Faszinierendes Nasa-Foto: Treffen sich zwei Überschallflugzeuge
NASA

Zwei Jets im Überschallflug, nur wenige Meter voneinander entfernt - eine aktuelle Nasa-Aufnahme zeigt, wie sich die Schockwellen beider Maschinen überlagern. Die Fototechnik soll helfen, neue Flugzeuge leiser zu machen.

Seite 1 von 2
Websingularität 06.03.2019, 20:14
1. Kann man auch zuhause machen

Hier das Video meiner Schlierenfotographie vom Haartrockner:
https://youtu.be/8hYgO2kJd5A?t=17

Als Modellraketenbauer ein nützliches Werkzeug um Strömungsverhalten zu studieren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
2cv 06.03.2019, 20:25
2. Concorde...

Ich hatte selbst das ganz besondere Erlebnis eines Flugs mit der Concorde, genau genommen zwei Mal, einmal mit der französischen "Air Loisirs" auf einem Rundflug über den Ärmelkanal und die westlich davon gelegene Nordsee, sowie einem British Airways Flug von LHR nach JFK. (Beide Tickets habe ich mir hart erarbeitet, sie wurden mir weder geschenkt noch hatte ich das Glück reicher Eltern.) Ich habe allerdings auch die Concorde einmal über dem Meer erlebt - der (doppelte) Überschallknall ist schon enorm und man versteht sofort, daß ein Betrieb wie beispielsweise über dem europäischen und amerikanischen Kontinent nur unterhalb Mach 1.0 zumutbar war (was letztendlich das wirtschaftliche Aus für die Braniff-Concordes auf dem US-Kontinent bedeutete). Letztes Wochenende war am 2. März 2019 der 50. Jahrestag des Concorde-Erstflugs und ich hatte die besondere Ehre, dort den letzten Concorde-Kapitän der im Technik-Museum Sinsheim ausgestellten Maschine kennenlernen zu können. Hier begreift man noch einmal die aussergewöhnliche Ingenieurskunst, die zur Entwicklung dieser Maschine geführt hatten, in einer Dekade, die durch die Mondlandung, TV, Chemie, Automobile und andere technologische Meilensteine glänzen konnte. Der Überschallknall ist und bleibt das Problem Nummer 1 beim Überschall-Flugbetrieb... Mich würde wirklich interessieren, ob letztendlich nicht eher die Lösung im Parabelflug in großen Höhen liegt, und damit der größtmöglichen Vermeidung von Atmosphäre, und nicht in der Adaption des Flugkörpers. Und lassen wir in dieser Diskussion bitte die wirtschaftlichen und Umwelt-Aspekte aussen vor (die sicherlich ihre Berechtigung haben) - ich würde mich freuen, wenn passende Referenzen zu beiden "Transport-Philosophien" von Foristen beigetragen werden könnten. Danke vorab!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
quark2@mailinator.com 06.03.2019, 20:34
3.

Dürfte auch bei einem engen Schwarm Hyperschalldronen weiterhelfen ... Aber schönes Bild. Überhaupt sorgt Schlierenfotografie immer wieder für faszinierende Bilder, die eigentlich unmöglich erscheinen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fuhbar 06.03.2019, 20:50
4. Danke, chs!

Endlich mal ein wissenschaftlicher Artikel, der für Außenstehende verständlich und dabei fachlich korrekt beschreibt. Das gibt es nicht so häufig. Wem Strömungsvisualisierung gefällt, sei Milton Van Dykes Buch "An Album of Fluid Motion" empfohlen. Wunderbar :-)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
quark2@mailinator.com 06.03.2019, 20:52
5.

Zitat von 2cv
... Mich würde wirklich interessieren, ob letztendlich nicht eher die Lösung im Parabelflug in großen Höhen liegt, und damit der größtmöglichen Vermeidung von Atmosphäre, und nicht in der Adaption des Flugkörpers. Und lassen wir in dieser Diskussion bitte die wirtschaftlichen und Umwelt-Aspekte aussen vor (die sicherlich ihre Berechtigung haben) - ich würde mich freuen, wenn passende Referenzen zu beiden "Transport-Philosophien" von Foristen beigetragen werden könnten. Danke vorab!
Wenn man sich die Zahlen zu Alan Shepards suborbitalem Raumflug ansieht, kommt nicht viel Hoffnung auf, daß eine solche oder ähnliche Trajektorie unser Transportproblem lösen könnte. Vielleicht übersehe ich was, aber seine Redstone-Mercury brauchte deutlich mehr (Verlust)masse um ein winziges bischen Masse zu bewegen. Daß der Flug etwas höher ging, fällt kaum ins Gewicht, da dafür ja die Entfernung kurz war. Eine Landung per Fallschirm etc. ist auch nichts für den Linienflug. Es liefe auch ein kleines Shuttle hinaus ... Eigentlich flog schon die Concord höher als akzeptabel, da man in der Höhe quasi erstickt, auch wenn man eine Sauerstoffmaske trägt. Noch höher und dieses Risiko steigt, sauerstoff-atmende Triebwerke versagen ab ca. 30km etc. Hinzu kommt, daß Shepard wohl 11g ausgesetzt war :-) ... Wie gesagt, es kann sein, daß ich was übersehe, aber es wird einen Grund geben, warum Aérospatiale/BAC, Tupolev und Boeing alle in der Atmosphäre blieben. Allerdings sollte man nicht vergessen, daß die damaligen Arbeiten auch genutzt worden, um dann die überschallschnellen strategischen Bomber zu bauen. Diese Motivation fällt jetzt weg. Kleinere Geschäftsflugzeuge sollten aber vom Knall her kein Problem sein. Ich hatte das meine ganze Jugend hindurch und irgendwie fehlt es mir sogar :-).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
VadidWyle 06.03.2019, 23:01
6. Verständnisproblem meinerseits

Zitat von 2cv
...der (doppelte) Überschallknall ist schon enorm...
Wenn Sie Passagier waren, konnten Sie den Überschallknall doch eigentlich gar nicht wahrgenommen haben...
Immerhin waren Sie vor ihm und schneller als er.
Es mag meiner Unbildung geschuldet sein, aber ich verstehe Ihren Kommentar nicht (physikalisch betrachtet).
Bitte klären Sie mich auf!


Weiterhin erschließt sich mir der Nutzen dieser Forschung nicht:
Offenbar ist der Technologie der Noise-Cancelling-Kopfhörer nicht ganz unverwandt.
Sollen jetzt immer 2 Überschallflugzeuge "nebeneinander" -her fliegen? Wozu?
Und sind Überschallflugzeuge nicht immer so hoch (wegen des Luftwiderstands und der Brennstoffersparnis), dass der Lärm am Boden gar keine Rolle spielte?

Sinnvoll wäre es aus meiner Sicht nur, wenn 2 kleinere und eben sehr schnelle Flieger in geringer Höhe (mit geringem Spritverbrauch) eine Art Synchronflug absolvieren würden.

Ansonsten diente dieses Verfahren wohl nur dazu, dass sich Kampfflugzeuge in einer gut geplanten Formation ihrem Feind möglichst lautlos nähern könnten...

Aber Forschung und Kriegswesen sind ja schon seit Urzeiten engstens miteinander verbunden. Hurra!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
2cv 07.03.2019, 12:42
7.

Zitat von VadidWyle
Wenn Sie Passagier waren, konnten Sie den Überschallknall doch eigentlich gar nicht wahrgenommen haben... Immerhin waren Sie vor ihm und schneller als er. Es mag meiner Unbildung geschuldet sein, aber ich verstehe Ihren Kommentar nicht (physikalisch betrachtet). Bitte klären Sie mich auf!
Ganz einfach - man kann mitfliegen, aber man kann das auch (natürlich zu einem separaten Zeitpunkt) vom Boden (bzw. in meinem konkreten Fall vom Ärmelkanal) aus beobachten...

Natürlich hören Sie im Flieger nichts davon. Sie merken nur eine Beschleunigung, die im Fall des Abflugs von Frankreich aus zweistufig war: bis unterhalb Mach 1.0 (bei Flug über Festland) und dann noch einmal über dem offenen Meer bis zu typischerweise Mach 2.02, also der doppelten Schallgeschwindigkeit. Dabei kam es zu einer Längung des Fliegers um mehr als 20cm aufgrund der erheblichen Temperaturen - an den Tragflächen-Vorderkanten wurden hier Temperaturen um die 100 Grad Celsius gemessen, an der Spitze vorn knapp 130 Grad Celsius...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
2cv 07.03.2019, 12:53
8. Lockheed QueSST X-59

Vielleicht noch als Nachtrag - beim Recherchieren kam dann die in relativ naher Zukunft anvisierte X-59 von Lockheed auf meinen Schirm - interessant hier die Videos auf deren Projektseite, der von der NASA ausgeschriebene "Low-Boom" Flug soll wohl dem einer zuschlagenden Autotür entsprechen, und statt wie bei der Concorde auf Mach 2.02 dann "nur" bei 940mph also rund Mach 1.4 stattfinden (dann soll wohl das Energie (und damit Ticketpreis) zu Zeitgewinn - Verhältnis am besten sein)... weitere Infos dazu hier: www.lockheedmartin.com/en-us/products/quesst.html

Beitrag melden Antworten / Zitieren
r_saeckler 07.03.2019, 12:54
9. Gut erläutert - aber die Schlussfolgerungen sind unsinnig...

... und das hätte auch einem SPIEGEL-Schreiber ohne Physikkenntnisse auffallen müssen. Erkenntnisgewinn mag eventuell gerade mal noch gegeben sein für das Flugverhalten schneller Abfangjäger im Einsatz - wenn nicht auch dieses aus Modellversuchen im Überschall-Windkanal besser zu erhalten wäre - aber für niemals im Leben in dichter Formation fliegende große Maschinen (z.B. die B-1b) geschweige denn mögliche neue Überschall-Passagiermaschinen sind sie völlig irrelevant.
Zweifellos aber sind solche Fotos gute Eigenwerbung für die NASA.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 2