Forum: Wissenschaft
Feder-Analyse: Archaeopteryx war ein mieser Flieger

Der berühmte Urvogel Archaeopteryx und seine Verwandten sahen beeindruckend aus - doch richtig fliegen konnten sie vermutlich nicht. Schuld daran waren zu weiche Federn, wie eine Analyse jetzt ergab. Deren Stabilität reichte bestenfalls für gelegentliche Gleitflüge zwischen den Bäumen.

Seite 1 von 3
Rainer Helmbrecht 14.05.2010, 18:20
1. Für einen titelfreies SpOn-Forum.

Zitat von sysop
Der berühmte Urvogel Archaeopteryx und seine Verwandten sahen beeindruckend aus - doch richtig fliegen konnten sie vermutlich nicht. Schuld daran waren zu weiche Federn, wie eine Analyse jetzt ergab. Deren Stabilität reichte bestenfalls für gelegentliche Gleitflüge zwischen den Bäumen.
So wie ich das sehe, dreht es sich um eine Entwicklung die flugunfähigen Tieren, zumindest ein Fluggleiten ermöglichte. Eine bahnbrechende Entwicklung, die für andere Tiere unmöglich war.

Das Flugzeug von Otto Lilienthal hatte auch keine Ähnlichkeit mit einem modernen Flugzeug. Das sind einfach Entwicklungen. Immerhin wurde aus diesem Urvogel auch ein Kondor und auch ein Kolibri, nur der Erfolg zählt;o).

MfG. Rainer

Beitrag melden
ALG III 14.05.2010, 18:45
2. Archaeopteryx - ein unterschätzter Pionier

Zitat von Rainer Helmbrecht
So wie ich das sehe, dreht es sich um eine Entwicklung die flugunfähigen Tieren, zumindest ein Fluggleiten ermöglichte. Eine bahnbrechende Entwicklung, die für andere Tiere unmöglich war. Das Flugzeug von Otto Lilienthal hatte auch keine Ähnlichkeit mit einem modernen Flugzeug. Das sind einfach Entwicklungen. Immerhin wurde aus diesem Urvogel auch ein Kondor und auch ein Kolibri, nur der Erfolg zählt;o). MfG. Rainer
Danke für Ihr mitfühlendes Post, Herr Helmbrecht! - Der Archaeopteryx ist meine Lieblingskreatur. Ich habe eine Abbildung dieses wunderbaren Vogels in meinem Schlafzimmer hängen. Archaeopteryx erinnert mich daran, dass auch wir Hartzbezieher, obwohl immer wieder unterschätzt, Wegbereiter einer neuen Lebens- und Arbeitsmoral sind.

Beitrag melden
DJ Doena 14.05.2010, 19:01
3. Archaeopteryx

Das ist jetzt aber keine Neuigkeit, oder? Zumindest kann ich mich daran erinnern, dass schon vor x Jahren in einer von den BBC Dokus gehört zu haben, dass er maximal ein Gleiter war.

Beitrag melden
mitbürger 14.05.2010, 19:10
4. Archaeopteryx aus Solnhofen

Kupfer und Zink haben sie gefunden. Sie dienten dem Immunsystem des Tieres. So, so. Ich dachte, es sollte ein Beweis für die Federn sein? Ist wohl in Federn nicht enthalten, also hat man mal im Lexikon nachgeblättert zu was Zink und Kupfer gut sein könnten. Musste schon ein wenig schmunzeln. Habe selber in Solnhofen geschürft. Aber nur einen kleinen Fisch gefunden, leider keine Feder. Ob man in dem auch Kupfer und Zink nachweisen kann? Bestimmt, kommt nur auf die Konzentration an.

Beitrag melden
Maccharoni 14.05.2010, 19:37
5. nichts neues

das der Archaeopteriyx nicht richtig fliegen konnte ist doch keine Neuigkeit. Aber hier noch an alle Hobbywissenschaftler: Äpfel mit Birnen zu vergleichen macht ihnen vlt. Spass, ist aber so intelektuell wie eine Handcreme.

Beitrag melden
orthorix 14.05.2010, 20:04
6. Dichtung und Evolution …

Populärwissenschaftliche Artikel haken manchmal bereits in den Sprachbildern.

„Dyke und Nudds glauben nun, dass die Tiere bestenfalls von einem Baum zum anderen segeln konnten. Wenn sie auf ihrem Weg durch dichte Wälder doch einmal auf dem Boden landeten, mussten sie erst wieder mühevoll einen Baum hinaufklettern, glauben die Wissenschaftler.“

Wer würde bei z.B. einem Eichhörnchen von »mühevoll« reden wollen? Machen wir uns klar, daß die Welt damals kein Kindergarten war und auch der Archaeopteryx in seinem Biotop über eine optimale Anpassung verfügte. Er wird daher recht flink wieder oben gewesen sein!

„Die Forscher berechneten, dass die Tiere damit höchstens ein wenig herumflattern konnten.“

Was heißt »höchstens«? Flugniveau Huhn oder gar Flughörnchen? Für ein paar Fossilien hat die Art jedenfalls lange genug bestehen können. Beim Wettbewerb damals ging es nicht um Flugdauer, sondern ums nackte Überleben.

Fazit: Dinosaurier waren plumpe, langsame, dumme, gefräßige Monstren, auf die wir als Krone der Schöpfung mitleidig herabblicken dürfen?

Die Evolutionslehre ist schwer zu verinnerlichen und ihre Aspekte nicht einfach frei von menschlichen Vorurteilen zu beschreiben, doch wehret den Anfängen ;-)

Beitrag melden
own_brain_user 15.05.2010, 06:25
7. Hummeln

Vielleicht hat der Urvogel es ja gemacht wie die Hummel. Nach aerodynamischen Gesetzen, so heisst es, kann sie gar nicht fliegen. Da das dumme Tierchen das nicht weiss, fliegt es einfach.
Meinen Respekt vor vielen Leistungen der Palaeontologie, aber manchmal faellt mir schwer, nachzuvollziehen, wie weit man sich mit Schlussfolgerungen aus dem Vorgefundenen vorwagt.

Beitrag melden
s.s.t. 15.05.2010, 09:08
8. .

Zitat von own_brain_user
Vielleicht hat der Urvogel es ja gemacht wie die Hummel. Nach aerodynamischen Gesetzen, so heisst es, kann sie gar nicht fliegen. Da das dumme Tierchen das nicht weiss, fliegt es einfach.
Bei der Gechichte, dass Hummeln 'eigentlich' gar nicht fliegen können, handelt es sich um eine Urban-Legend, die gerne zitiert wird, um zu beweisen wie dämlich Wissenschaftler in Wirklichkeit sind.

Beitrag melden
Der Kezzer 18.05.2010, 02:50
9. Desinformation über Evolution

Zitat von orthorix
Populärwissenschaftliche Artikel haken manchmal bereits in den Sprachbildern.
In der Tat. Manche Formulierungen arten sogar in eine Art Evolutions-Kreationismus aus, bei dem "die Evolution" oder eben "die Natur" personifiziert und zu einer quasi-Gottheit stilisiert wird. In einem Artikel über das Buch "a natural history of rape" wird z.B. davon gesprochen, die "allmächtige Kraft der Evolution" "bevorzuge" stets den "Erfolgreichen". Eine Tautologie: "Erfolgreich" im Sinne der Evolution ist schließlich per definitionem derjenige, der "von der Evolution bevorzugt" wird, sprich, Nachkommen in die Welt setzen kann; wer das ist, kann reiner Zufall sein, besonders, wenn alle betrachteten Individuen (z.B. junge Seeschildkröten) in etwa gleich "lebenstüchtig" sind. Das Wort "erfolgreich" ist auch irreführend: Ein Arztehepaar ohne eigene Kinder oder mit vielleicht einem eigenen und einem adoptierten Kind ist im Sinne der Evolution weniger "erfolgreich" als eine sich und ihre 4 Kinder mühsam großziehende Hilfsarbeiterin, die mit ALG II aufstocken muss und deren Kinder ein ähnlich schwieriges Leben in Aussicht haben.
Das Bild der Evolution als einer Art Gottheit oder höherer Macht ist auch deshalb ärgerlich, weil die Stärke der ET gerade darin besteht, für Entstehung und Veränderung von Arten eine natürliche, nicht auf übernatürliche Mächte und ihre Absichten angewiesene Beschreibung zu liefern.
Zitat von
Wer würde bei z.B. einem Eichhörnchen von »mühevoll« reden wollen? Machen wir uns klar, daß die Welt damals kein Kindergarten war...
...und auch heute nicht ist, vielleicht weniger denn je. Ansonsten 100% Zustimmung; Klettern dürfte im Übrigen leichter und weit weniger energieaufwändig sein als fliegen, besonders wenn man kein guter Flieger ist. Zitat von
Die Evolutionslehre ist schwer zu verinnerlichen und ihre Aspekte nicht einfach frei von menschlichen Vorurteilen zu beschreiben, doch wehret den Anfängen ;-)
Viele von diesen Vorurteilen sind einfach ärgerlich und unnötig. Mich amüsiert es auch immer wieder, wenn Pflanzenfresser generell als "friedlich" bezeichnet werden. Der "friedliche" Pflanzenfresser Flusspferd verursacht in seiner afrikanischen Heimat mehr Todesfälle unter Menschen als das Krokodil oder der Löwe.
Wenn ich die Frage lese, ob z.B. Tyrannosaurus ein "blutrünstiger" Jäger oder ein "feiger" Aasfresser gewesen sei, kann ich nur noch den Kopf schütteln.
Es wird auch häufig Individuen unterstellt, sie "wollten" ihre Gene an die nächste Generation weitergeben (unser Biologielehrer hat dies oft so formuliert). So wird denn auch in oben erwähntem Artikel u.a. behauptet, die Autoren des rezensierten Buches würden mit ihrem evolutionären Erklärungsversuch für sexuelle Gewaltakte der These widersprechen, dass es einem Vergewaltiger nicht einfach um Sex, sondern um die Erniedrigung seines Opfers gehe. Das ist natürlich Unsinn, denn für die Evolution ist das innere Motiv eines Individuums für eine Verhaltensweise einerlei; nur das Ergebnis wirkt sich aus.
Sogar eine teilweise Rechtfertigung sexueller Gewalt wird den Autoren unterstellt, was eindeutig auf dem Vorurteil basiert, "Natürliches" müsse auch gut bzw. könne nicht böse sein.
So werden interessierte Laien über Evolution nicht etwa informiert, sondern desinformiert, da die Sprache ein falsches Bild vermittelt.

Beitrag melden
Seite 1 von 3
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!