Forum: Wissenschaft
Feder-Analyse: Archaeopteryx war ein mieser Flieger

Der berühmte Urvogel Archaeopteryx und seine Verwandten sahen beeindruckend aus - doch richtig fliegen konnten sie vermutlich nicht. Schuld daran waren zu weiche Federn, wie eine Analyse jetzt ergab. Deren Stabilität reichte bestenfalls für gelegentliche Gleitflüge zwischen den Bäumen.

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unente 18.05.2010, 20:03
20. gottogott

Zitat von Der Kezzer
...Ich sehe aber nicht den geringsten Widerspruch zwischen der Aussage, dass Gott alles Leben geschaffen hat und der Evolutionstheorie und halte Kreationismus für schlechte Theologie.
"Kreationismus" ist die Vorstellung, ein Gott hätte alles erschaffen, insofern sollte man sich entscheiden.

Wie sich Dinosaurier und im Besonderen Archaeopteryx weiter entwickelt hätten, wenn sie nicht plötzlich vernichtet worden wären und ob die Säugetiere dann die Erde hätten erobern können und ob es dann zum Menschen geführt hätte? Ohne Menschen auch keine Götter - das sind reine Kopfgeburten, obwohl es auch da eine Evolution gab.

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dimetrodon109 18.05.2010, 21:38
21. In diesem Sinne!

Zitat von ALG III
Danke für Ihr mitfühlendes Post, Herr Helmbrecht! - Der Archaeopteryx ist meine Lieblingskreatur. Ich habe eine in meinem Schlafzimmer hängen. Archaeopteryx erinnert mich daran, dass auch wir Hartzbezieher, obwohl immer wieder unterschätzt, Wegbereiter einer neuen Lebens- und Arbeitsmoral sind.
Es ist schon erstaunlich wie dieser komische „Vogel“ die Gemüter erregt. Die wenigen Exemplare sind, zumindest wenn man die chinesischen Funde betrachtet, schon zu ihrer Zeit eine bedrohte Spezies gewesen, die flatternd oder gleitend auf kleinen Inseln am Rande Thetys- Meeres gelebt hat. Also was soll´s?
Sich über ihn zu streiten lohnt wirklich nicht. Die Preise, die für dieses Täubchen gezahlt worden sind, sind und waren astronomisch, die Geschichten rund um die Enddeckungen handeln von Selbstmorden, Egoismen, Diebstählen, Raubgräbern und Wissenschaftlern. Von mir aus könnte man die wenigen Exemplare verkaufen, die Gelder an das marode Schulsystem spenden und sich wichtigeren Dingen zuwenden.
Aber die Leute, die einen im Keller haben, ob offen oder heimlich sind sicher daran nicht interessiert. Denn Mythenbildung fördert die Preise.

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Der Kezzer 20.05.2010, 19:38
22. Was Kreationismus ist

Zitat von unente
"Kreationismus" ist die Vorstellung, ein Gott hätte alles erschaffen,...
Nach dieser Definition ist jeder Christ Kreationist, beziehungsweise überhaupt jeder, der an einen Gott glaubt. Nein, nicht nur nach meiner Definition ist ein Kreationist etwas anderes. In einem Wikipedia-Artikel steht:
>>Der Kreationismus (von lat. creare "erschaffen") ist die Auffassung, dass die wörtliche Interpretation der Heiligen Schriften der abrahamitischen Religionen (insbesondere 1. Buch Mose) die tatsächliche Entstehung von Leben und Universum beschreibt.<<
Will sagen: Ein Kreationist sieht einen Widerspruch zwischen nicht dem Glauben an den Schöpfergott und der Evolutionstheorie und hält letztere für falsch, wenn nicht gar für Teufelswerk.
Der Kreationist will seinen Glauben als gesichertes Wissen betrachten (das nicht zu teilen für ihn Torheit oder Schlimmeres ist) und sperrt sich gegen jegliche rein natürliche Erklärung, die einer Wirkung außernatürlicher Faktoren (wie eben Gottes) die Denknotwendigkeit nimmt. Dabei übersieht er freilich, dass diese postulierte Denknotwendigkeit Gottes diesen zu einem Götzen degradiert, einem Lückenbüßer, der seine Göttlichkeit nur durch Handlungen beweisen könne, die naturwissenschaftlich unmöglich sind.
Dabei würde wohl jeder von ihnen bestätigen, dass er z.B. ein Kind immer als Gottesgeschenk betrachtet, und nicht nur dann, wenn mindestens ein Elternteil eigentlich unfruchtbar ist.
Zitat von
...insofern sollte man sich entscheiden.
Warum sollte man? Entscheiden muss ich mich, wenn sich die Möglichkeiten, etwas zu denken oder zu tun, gegenseitig logisch oder praktisch ausschließen.
Das sehe ich hier überhaupt nicht gegeben. Ich muss mir Gott mitnichten als Mann mit weißem Bart vorstellen, der den ersten Menschen getöpfert hat, um überhaupt an ihn glauben zu "dürfen".
Ich betrachte es ein wenig sogar als geistige Tyrannei, wenn man fordert, entweder Fundamentalist oder dezidierter Atheist werden zu müssen; das würde der Forderung ähneln, entweder einen zügellosen Kapitalismus mit großem Gefälle zwischen Arm und Reich gutzuheißen oder eben, wenn man das nicht will, "konsequenterweise" ein strammer, linientreuer Kommunist zu werden.

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unente 20.05.2010, 19:51
23. auch Karel ist Gott

Zitat von Der Kezzer
Nach dieser Definition ist jeder Christ Kreationist, beziehungsweise überhaupt jeder, der an einen Gott glaubt...
Was steht denn in der "Bibel" dazu? Wozu überhaupt an Götter glauben - glauben wir doch an uns selbst. Wir sind dieser Gott, wenn wir die Erde und unser Leben lebenswert gestalten. Gott wurde mit dem Menschen geboren und wird mit ihm sterben.

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Der Kezzer 21.05.2010, 18:45
24. Ihr Optimismus in allen Ehren

Zitat von unente
Wozu überhaupt an Götter glauben - glauben wir doch an uns selbst.
Dieser Glaube wird täglich auf eine harte Probe gestellt. Allzuoft versagen wir, nicht nur "technisch", sondern auch menschlich und moralisch. Zitat von
Wir sind dieser Gott, wenn wir die Erde und unser Leben lebenswert gestalten.
Zur Zeit tun wir an vielen Stellen gerade das Gegenteil. Ich glaube zwar auch an das gigantische Potential des Menschen, aber auch an den Hang, gigantisch zu Versagen. Manchmal schaffen wir regelrechte Höllen bei dem Versuch, Paradiese zu erschaffen.
Einstein sagte einmal, das Universum und die menschliche Dummheit seien unendlich, beim Universum sei er aber nicht so sicher.
Was ich mir von Gott erhoffe, ist nicht weniger als die Rettung des Menschen von sich selbst und seinesgleichen.

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