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Fernes Sonnensystem: Astronomen entdecken erstmals eingewanderten Asteroiden
NASA/ JPL-Caltech/ DPA

Ein Asteroid nahe des Jupiters umkreist unsere Sonne wie ein Geisterfahrer. Nun glauben Forscher, seine Herkunft entdeckt zu haben - er kommt aus einem anderen Sonnensystem.

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willibaldus 21.05.2018, 16:48
1.

Definitiv ein Ziel für Raumsonden. Vielleicht gibt es signifikante Unterschiede in der Zusammensetzung, vielleicht nicht.

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lachina 21.05.2018, 17:22
2. Also wenn ich so auf einer Bahn

in unserem Sonnensystem bin und vor mir befindet sich ein eingewanderter Asteroid , also ein Himmelskörper mit Migrationshintergrund, dann möchte ich natürlich seinen Aufenthaltsstatus kennen: ist das jetzt ein nützlicher , der uns Aufschluss über die Geschichte unseres Sonnensystems geben kann oder so ein illegaler Gefährder, der irgendwann mal die Erde crasht?

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nikaja 21.05.2018, 18:06
3. ...eingewandert aus einem anderen Sonnensystem. .

..das klingt so fremd und ist so fern und dennoch macht es neugierig auf mehr Wissen, mehr Information.
Es gibt Hoffnung, dass wenn unsere weitblickenden Politiker und ihre noch weitblickendere Waehlerschaft die Erde endgueltig gecrashed haben, es dennoch irgendwo weitergehen wird. Was fuer eine phantastische Aussicht.

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Kaiserstuhlwinzer 22.05.2018, 01:02
4. also wenn er um den Jupiter kreist,

wie im Text und im Video dargestellt wird, dann hat ihn letzten Endes der Jupiter "eingefangen", nicht die Sonne, denn dann würde er - wie die Planeten - um die Sonne kreisen. Daß er in den (astronomischen) Nahbereich des Jupiter kam, hat er zwar primär unserer Sonne, der Hauptmasse des Sonnensystems zu verdanken, letzten Endes hat aber dieser ihn dann "an sich gebunden" und umkreist nun gemeinsam mit diesem die Sonne, die den Jupiter samt seinen Trabanten in ihrem Schwerefeld "gefangen hält. " Genauso wie unser Mond und sogar wir selbst von der Erde "gefangen" sind und mit dieser die Sonne umkreisen.

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jhea 22.05.2018, 09:19
5.

Zitat von willibaldus
Definitiv ein Ziel für Raumsonden. Vielleicht gibt es signifikante Unterschiede in der Zusammensetzung, vielleicht nicht.
Und wie soll die da hinkommen?

Um einen retrograden Asteroiden muss man zunächst die Eigenbewegung um die Sonne negieren und dann auch noch die selbe Energie aufwenden um erneut einen Orbit - diesmal anders herum - zu erreichen.
Zur Erinnerung in dieser Entfernung zur Sonne (also eine AU entfernt) beträgt die Orbtialgeschwindigkeit ca 30 km/s.

Jetzt muss man eine Delta V von 60 km/s aufbringen um genau anders herum um die Sonne zu fliegen...
Dann muss man die Apoapsis auch noch so weit erhöhen dass Sie die Jupiterumlaufbahn erreicht und dort die Periapsis dann auch soweit anheben dass man in der Entfernung bleibt...


Also da braucht man echt viel Energie für... und eine Rakete die so groß ist, dass die Sonde sicher in 500m höhe wackelt, während unten noch vollgetankt wird.
Ich bin mir recht sicher dass das Budget des US Militärs mit viel Glück ausreichen würde um so was zu bauen ;)

und kommt mir nicht mit swing by Manövern.
Das wird so nicht laufen.
Man kann bestenfalls den Jupiter vor seiner Bahn passieren, dann verliert man massig Geschwindigkeit, und muss immer noch genug Energieaufbringen um das Ding dann retrograd laufen zu lassen.

Die Realität ist...
Wenn wir nicht so etwas wie den Impulsantrieb aus Star Trek entwickeln, werden wir den Roid wohl nie erreichen.

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Cugel 22.05.2018, 10:26
6. Swing by

Zitat von jhea
Und wie soll die da hinkommen? ... und kommt mir nicht mit swing by Manövern. Das wird so nicht laufen. Man kann bestenfalls den Jupiter vor seiner Bahn passieren, dann verliert man massig Geschwindigkeit, und muss immer noch genug Energieaufbringen um das Ding dann retrograd laufen zu lassen.
Da wäre ich mir nicht so sicher. Ich erinnere an die "Ulysses" Sonde, die von ESA/NASA 1990 gestartet wurde, um die Pole der Sonne zu erforschen. Ein Swing by an Jupiter schleuderte sie in eine polare Umlaufbahn um die Sonne. Warum sollte es durch ein oder mehrere weitere Swing by nicht möglich sein, aus einer polaren Umlaufbahn wieder zurückzukommen auf einen ekliptikalen Orbit, dann aber retrograd? Scheint mir zumindest nicht unmöglich, auch ohne Monsterraketen.

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Cugel 22.05.2018, 10:28
7. Irrtum

Zitat von Kaiserstuhlwinzer
Also, wenn er um den Jupiter kreist wie im Text und im Video dargestellt wird,
Der Asteroid kreist nicht um den Jupiter, sondern um die Sonne. Seine Bahn liegt nur relativ nahe an Jupiters Umlaufbahn.

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Lord Menial 22.05.2018, 11:11
8.

Zitat von jhea
Und wie soll die da hinkommen?
Man hat es mit der Rosetta-Mission (siehe: http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/rosetta-mission-raumsonde-der-esa-landet-auf-komet-a-1002195.html ) geschafft, einen Kometen einzuholen, der auf einer "anspruchsvolleren" Bahn durch das Sonnensystem fliegt als ein Asteroid im Asteroidengürtel.
Es gibt keinen Grund, warum man diesen Körper mit einer entsprechenden Mission nicht erreichen sollte.
Vielleicht ist das größte Problem dabei die Zahl der kleinen Körper im Asteroidengürtel!
Ganz sicher ist es nicht der Energieaufwand. Der Flug zu Tschurjumow-Gerassimenko hat rund 10 Jahre gedauert. Wenn man sich die Zeit nimmt, kann man auch den "rückwärts" fliegenden Asteoriden besuchen.

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jhea 22.05.2018, 12:58
9.

Zitat von Lord Menial
Man hat es mit der Rosetta-Mission (siehe: http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/rosetta-mission-raumsonde-der-esa-landet-auf-komet-a-1002195.html ) geschafft, einen Kometen einzuholen, der auf einer "anspruchsvolleren" Bahn durch das Sonnensystem fliegt als ein Asteroid im Asteroidengürtel. Es gibt keinen Grund, warum man diesen Körper mit einer entsprechenden Mission nicht erreichen sollte. Vielleicht ist das größte Problem dabei die Zahl der kleinen Körper im Asteroidengürtel! Ganz sicher ist es nicht der Energieaufwand. Der Flug zu Tschurjumow-Gerassimenko hat rund 10 Jahre gedauert. Wenn man sich die Zeit nimmt, kann man auch den "rückwärts" fliegenden Asteoriden besuchen.
Und du hast es auch nicht verstanden.
Tschuri bewegt sich ebenfalls Prograd durch das Sonnensystem (Also so wie die Erde und der Rest).
DAS was es 'anspruchsvoll' machte war die Neigung der Bahn zur Ekliptik, die beträgt bei dem Ding 7,04 grad.
Dies zu überwinden ist das Anspruchsvolle gewesen.
Und natürlich dass Apoapsis und Periapsis bei 1,2 bzw 5,6 AU lagen.

Aber ok, damit das auch jemand wie du versteht....

Der Roid von dem man da redet, hat eine Neigung zur Bahnebene von 163°
Apoapsis und Periapsis von 3,18 bzw 7,09 AU

7,04 ° haben das ganze Können der ESA gefordert, und man feiert sich dafür als wäre man auf dem Mond Mars und Venus gleichzeitig gelandet.
Aber auf Mond, Mars und Venus oder Tschury zu landen ist im Vergleich zu einem Retrograden Asteroiden wie 2015 BZ509 eher einfach.


Im übrigen ist der Asteroidengürtel enorm leer...
da sind zwar einige hunderttausend Objekte, aber das ist sieht da nicht aus wie in Star Wars Episode 5.
Anders als Tie-Fighter Piloten muss man sich im richtigen Leben echt anstrengen einen Asteroiden im Asteroidengürtel zu treffen, weil es zwar verdammt viele davon gibt, aber es gibt enorm viel mehr Raum dazwischen.

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