Forum: Wissenschaft
Festsitzendes Schiff: Hubschrauber soll Passagiere aus Antarktis-Eis befreien
AP/ Australasian Antarctic Expedition/ Footloose Fotography, Andrew Peacock

Ein Eisbrecher nach dem anderen scheitert, nun soll die Rettung aus der Luft gelingen: Ein russischer Hubschrauber soll insgesamt 56 Menschen von dem im Antarktis-Eis festsitzenden Forschungsschiff "Akademik Shokalskiy" evakuieren - sobald das Wetter dies zulässt.

Seite 1 von 2
baerry 30.12.2013, 16:51
1.

Nach allem was ich lese geht es den Leuten dort gut, sie befinden sich in keiner unmittelbaren Gefahr und die Gesamtsituation stellt sich mir auch nicht als gefährlich dar.
Zudem ist gerade Frühsommer, das Packeis sollte also wohl wieder aufschmelzen? Darüber liest man leider absolut garnichts.

Mir erschließt sich aus der Berichterstattung nicht, warum die Forscher und Passagiere mit Hochdruck aus ihrer festgefrorenen Lage gerettet werden sollen.
Ist es so hoffnungslos einfach ein, zwei Wochen zu warten ob/bis das Schiff freikommt oder ein Eisbrecher durchkommt?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
joot 30.12.2013, 17:40
2.

Zitat von baerry
Zudem ist gerade Frühsommer, das Packeis sollte also wohl wieder aufschmelzen? Darüber liest man leider absolut garnichts.
Das würde mich auch interessieren - auf der Südhalbkugel fängt gerade der Sommer an, insofern hätte ich eigentlich damit gerechnet dass das Eis zurückgeht und es sich hier nur um kurzfristiges schlechtes Wetter handelt. Oder sind die klimatischen Bedingungen hier anders und der größte Rückzug des Eises wurde bereits erreicht? Das würde ja bedeuten dass es für mindestens 1 Jahr feststeckt (wenn es nicht verloren ist, in historischen Büchern liest man zumindest darüber dass die Schiffsrümpfe vom Eis zerdrückt werden können)? Leider liest man darüber nirgendwo etwas. Da immerhin 3 Eisbrecher im Einsatz sind und dafür große Umwege gefahren sind, scheint die Lage ja nicht ganz undramatisch zu sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tutnet 30.12.2013, 17:43
3. Alles Panikmache

Ich hatte bereits letzte Woche daraufhin gewiesen, daß witterungsbedingt noch 6 Wochen für eine Bergung bleiben. Ich schreibe ausdrücklich von Bergung nicht von Rettung. Es besteht derzeit keine Gefahr, auch wenn die Medien gerne aufbauschen.
Wenn einer der Passagiere nächste Woche wieder am Schreibtisch sitzen muß, ist das seine Sache. Mit einer schwarzen AMEX kann sicher kurzfristig ein Hubschrauberflug zu einer Forschungsstation gebucht werden. Zumindest von McMurdo gehen im antarktischen Sommer auch regelmäßig Flüge, die man sicherlich gegen Kostenbeitrag nutzen könnte. Ich hoffe nur, daß die Bergungskosten dieser Möchtegernexpeditionäre nicht vom Steuerzahler übernommen werden. Hier ist erstmal die Reederei bzw. der Veranstalter gefragt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Hofa05 30.12.2013, 17:46
4.

Zitat von baerry
Nach allem was ich lese geht es den Leuten dort gut, sie befinden sich in keiner unmittelbaren Gefahr und die Gesamtsituation stellt sich mir auch nicht als gefährlich dar. Zudem ist gerade Frühsommer, das Packeis sollte also wohl wieder aufschmelzen? Darüber liest man leider absolut garnichts. Mir erschließt sich aus der Berichterstattung nicht, warum die Forscher und Passagiere mit Hochdruck aus ihrer festgefrorenen Lage gerettet werden sollen. Ist es so hoffnungslos einfach ein, zwei Wochen zu warten ob/bis das Schiff freikommt oder ein Eisbrecher durchkommt?
Würden Sie das auch genau so sagen, wenn Sie in dieser Situation wären? Also ich würde mich in dieser Situation bedanken, wenn keine schnelle Rettung kommen würde und die Retter nach dem Motto wie Sie geschrieben haben denken würden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
baerry 30.12.2013, 18:42
5.

Zitat von Hofa05
Würden Sie das auch genau so sagen, wenn Sie in dieser Situation wären?
Ich würde an Bord des Schiffes exakt das gleiche fragen.

Wenn das Schiff und seine Besatzung in Gefahr sind muss sofort und mit allen verfügbaren Mitteln eine Rettung versucht werden.
Besteht keine Gefahr, wie sind die Chancen dass das Eis einfach schmilzt? Oder soweit schmilzt, dass das Schiff frei kommt? Oder das die Eisbrecher durchkommen?

Ein Schiff aufzugeben und die Besatzung per Helikopter zu retten erscheint mir nur in Gefahrensituation und als letzte Möglichkeit angemessen.

Aber zurück zu deiner Frage: Ich würde mich an Bord des Schiffes - und mit meinem Wissensstand (keine unmittelbare Gefahr und in Erwartung eines guten Endes) - wohl über das besondere Abenteuer freuen. Dafür fährt man doch in die Antarktis!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wi_hartmann@t-online.de 30.12.2013, 18:47
6. Passagiere in der Antarktis

Menschen die so einen Trip buchen sind erlebnishungrig und finden
die momentane Situation vielleicht sogar als Hit.
Alleine schon deshalb empfinde ich die mediale Aufmerksamkeit als
völlig überzogen. Es könnte sein, dass sich deshalb diese Story als
dramatische Reportage mit allen Details in der Yellow-Press wiederfindet.

Harry

Beitrag melden Antworten / Zitieren
klacksklacks 30.12.2013, 18:47
7. Wenn

das Eis so dick ist, dass kein Eisbrecher durchkommt, kann man da bestimmt drüberlaufen. Also zu Fuß zum nächsten Eisbrecher und dann schnell ab nach Hause...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fd53 30.12.2013, 18:59
8. typisches Verhalten panischer Menschen

Zitat von Hofa05
Also ich würde mich in dieser Situation bedanken, wenn keine schnelle Rettung kommen würde und die Retter nach dem Motto wie Sie geschrieben haben denken würden.
Wir haben 2004 auf Grenada im "Rex Grenadian" den Hurrican "Ivan" hautnah erlebt. Vermutlich hätten Sie sich dabei so verhalten wie die vielen Yankees (die haben vor Angst gebrüllt und ihre Unterwäsche beschmutzt, danach waren die noch 2-3 Tage wie benommen) oder wie die Briten (die haben sich besoffen) und nicht wie die netten Kanadier, die 2 humorvollen Ehepaare aus Frankreich und wir - wir nahmen es nüchtern und sachlich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fd53 30.12.2013, 19:04
9. das ist Packeis

Zitat von klacksklacks
das Eis so dick ist, dass kein Eisbrecher durchkommt, kann man da bestimmt drüberlaufen. Also zu Fuß zum nächsten Eisbrecher und dann schnell ab nach Hause...
Du hast vermutlich noch niemals Packeis gesehen. Und durch den Wind ist das obendrein in Bewegung. Bedenke bitte: so ein (längst zerlegtes) Spezialschiff aus den USA hat vor rund 35 Jahren mal eine Eisscholle von unglaublichen 20 m Dicke zerstört, es ist jedoch bei nur 6 m dicken Packeis kläglich gescheitert. Ähnlich ist das mit den Eisbrechern aus Russland: die schaffen 9m dickes Scholleneis - aber nur 4 m Packeis.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 2