Forum: Wissenschaft
Flüchtlingsdebatte: Das Geheimnis der schreienden Zwerge
dpa

Eine lautstarke Minderheit dominiert den politischen Diskurs, an den Interessen der meisten Bürger vorbei - und die AfD profitiert. Doch warum ist das eigentlich so? Die Antwort sollte auch Horst Seehofer interessieren.

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5412 05.08.2018, 19:46
90.

Die Schuld der Medien konkret auch von SPON liegt in einer realitätsfernen Berichterstattung, die ausblendet, dass weit mehr als die 15%, die die AfD wählen gegen den aktuellen Kurs in der Frage von Migration und Asyl sind. In den Medien wird diese Gruppe gerne klein geschrieben und mit Totschlag Argumenten möglichst klein gehalten. Nur gibt es im Zeitalter des Internet eben auch Alternativen und Ausweichoptionen, die keineswegs schlechter als die Platzhirsche sein müssen.
Gestern wurde bei SPON ein intressanter Artikel zu Polens Vorgehen bei der Auswahl der Zuwanderer gebracht und dieser sogar zur Diskussion für die Leser frei gegeben. Was zunächst nach einer starken Aktion aussah wurde schnellstens wieder zurück genommen. Der Grund war sicher weniger, dass es justiziable Beiträge hagelte. Da kann man den Verfasser einfach sperren und der Spuk ist vorbei für einige Zeit. Nein was die Moderation störte es gab unter vermutlich Tausenden Kommentaren nicht einen einzigen, der das Vorgehen der polnischen Regierung auch nur ansatzweise kritisierte. Im Gegenteil und das zeigt, dass o.g. Gruppe eben doch sehr groß ist. Warum kommen die klassischen Asyl Befürworter SPD, Linke (Wagenknecht mal ausgenommen) und Grüne zusammen oft nur noch auf 1/3 der Unterstützung? Weil 2/3 dagegen sind da können Journalisten noch so viel dagegen anschreiben es ist so! Da werden dann sogar Themen wie Gerechtigkeit, Bildung, Umwelt und Arbeit hinten an gestellt.
Weniger Tabuisierung und offenere Diskussionen könnten vielleicht ein Stück verloren gegangenes Vertrauen wieder herstellen. Natürlich nicht auf dem Niveau von PI-News. Justiziable Inhalte gehören nicht nur nicht veröffentlicht der Urheber gehört auch dauerhaft gesperrt. Aber irgendwie scheint es aktuell nur noch Extreme zu geben und die Wähler wählen dann auch extrem und das lag und liegt auch in der Verantwortung der Medien und SPON gehört auch dazu!

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spon_4_me 05.08.2018, 20:00
91. @ mego (# 88):

Das stimmt sicher. Große Koalitionen neigen ohnehin dazu, Extrempositionen attraktiver werden zu lassen, Frau Merkels (die ich sehr schätze) Bräsigkeit und Passivität, gepaart mit der atemlosen 24/7-Hektik der Medien, wo ständig neue Kleinstsäugetiere wichtigtuerisch durchs Dorf getrieben werden müssen, abgerundet durch die Eitelkeit der politischen und der schnatternden Klasse - all das hat zu einer Verschiebung der Prioritäten und zu einer rhetorischen Verwarrlosung geführt. Ich meine allerdings, dass die vermeintlichen Heilsbringer (egal, aus welcher Himmelsrichtung sie kommen) am wirksamsten zu entzaubern sind, wenn man von ihnen konkrete Handlungsoptionen statt nur mitreißende Analysen der Probleme verlangt. Monsieur Macron (den ich ebenfalls schätze) erfährt das gerade in Frankreich, Corbyn droht Ähnliches in GB und so einmalig ist Mister Trumps Erfolgsbilanz bislang nun auch nicht. Auch das sehen die Leute. You can fool some people all the time, all the people some of the time but you can‘t fool all the people all the time.

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biesi61 05.08.2018, 20:01
92. "Taktieren eines stolpernden, ahnungslosen Stümpers"

Das wäre im Falle Seehofer die positivere der denkbaren Interpretationsmöglichkeiten. Angesichts der Dauerhaftigkeit und Penetranz, mit der er seit inzwischen vollen drei Jahren gegen die Flüchtlingspolitik der von seiner eigenen Partei mitgetragenen Regierung anstinkt und gegen Flüchtlinge und ihre Unterstützer hetzt, erfordert aber eigentlich eine andere Intepretation: Er fördert die AfD ganz bewusst und mit vollem Vorsatz!

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egoneiermann 05.08.2018, 20:20
93.

So, das Forum wurde mal wieder von den AfD-fans übernommen, die wie wir es kennen nicht auf den Artikel eingehen, sondern laut ihre Phrasen hinausbrüllen. So sieht eben eine "Diskussion" mit dem brüllenden Zwerg aus. Irgendwann hat keine mehr Lust die "Argumente" der Rechten zu widerlegen, und diese fühlen sich dann als Mehrheit, weil keiner mehr was gegen ihren Schwachsinn schreibt.

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fördeanwohner 05.08.2018, 20:31
94. -

Zitat von 5412
Die Schuld der Medien konkret auch von SPON liegt in einer realitätsfernen Berichterstattung, die ausblendet, dass weit mehr als die 15%, die die AfD wählen gegen den aktuellen Kurs in der Frage von Migration und Asyl sind. In den Medien wird diese Gruppe gerne klein geschrieben und mit Totschlag Argumenten möglichst klein gehalten....
Welches ist denn der vermeintlich aktuelle Kurs in Sachen Asyl und Abschiebung? Mit Kurs meinen Sie ja sicherlich die Gesetzeslage, oder nicht?
ALso aus meiner Sicht ist der aktuelle Kurs nicht, dass per Gesetz alle Menschen, die auch Asyl beantragen, Asyl erhalten. Der Kurs ist auch nicht, dass nichts getan wird und man, also die Regierung als Exekutive, alles so laufen lässt und sich auch um keine Veränderung bemüht. Der Kurs ist auch nicht, dass die ganze Welt eingeladen ist, nach Deutschland zu kommen.
Ja, leider geht das mit den Abschiebungen nicht schnell genug, aber das hat ja etwas mit Personalmangel zu tun und nicht damit, dass man niemanden abschieben möchte.
Was die Gesetzeslage angeht, möchte doch auch jeder andere hier ggf. Widerspruch gegen ein Urteil einlegen können, weshalb es nun einmal nicht geht, mit zweierlei Maß zu messen und nur Menschen, die gegen ihren negativen Asylbescheid Widerspruch einlegen, einen solchen nicht zu gestatten.
Ich möchte jedenfalls nicht in einem solchen Land leben, das so diskriminiert!
Die Medien sind verantwortlich, ja, jedoch eher dahingehend, dass sie den Schreiern so viel Raum geben. Das sollte endlich aufhören. Ich bin's ehrlich gesagt leid, mir ständig anhören und lesen zu müssen, was wer von der CSU oder AfD wieder von sich gegeben hat. Auch diese Kolumne ist schon wieder zu viel, da die Metaebene ebenfalls wieder den rechten Raum gibt.

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Watschn 05.08.2018, 22:48
95.

Parteien marginalisieren sich zu Zwergen, und machen ehem. Zwerge zu namhaften, -kaum mehr wieder kleinzumachenden- politischen Riesen...., wenn sie nicht die (obendrein...verrückterweise überwiegend selbst gemachten) Probleme nachhaltig zur Zufriedenheit der offensichtlich stark unzufriedenen Wählerschaft lösen.

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Chris_7 05.08.2018, 23:35
96. Ja, die schreienden Zwege gibt es - aber auf der anderen Seite

Der Autor hat Recht und Unrecht zugleich. Ja, wir haben ein Problem in Deutschland, dass kleinste Minderheiten den politischen Diskurs und die Medienöffentlichkeit prägen. Und nein, das sind nicht die AfDler. Sondern das gibt es schon viel länger - und da kommen usnere Probleme her. Das sind die Nazikeulenschwinger, die jede Kritik an ihrer Heileweltwirhabenunsallelieb-Logik mit der Nazikeule erschlagen wollen. Das sind die Ökoterroristen, die uns auf pseudowissenschaftlicher basis das Leben schwer machen, Fahverbote fordern (wir erinnern uns, die sogenannte "Deutsche Umwelthilfe" hat eine Mitgliederzahl im unteren dreistelligen Bereich) und damit das Vermögen (Auto) vieler Bundesbürger entwerten (und das für die Beseitigung einer real nicht relevanten Phantomgefahr). Das sind die Refugees Welcome Klatscher (das waren auch nur ein paar Wenige). Wir können weiter machen bei der Ehe für alle. Beim Adoptionsrecht gleichgeschlechtlicher Paare. Immer nur kleinste Minderheiten, deren "Probleme" aber (auch durch die Medienschaffenden) zu Scheinrieden aufgebläht werden.

Wir können es ja anders machen. Volksabstimmung. Wenn 50%+1 Stimmer der Wahlberechtigten (nicht nur der die in wie Wahllokale gehen) für bestimmte Änderungen (z.B. Aussetzen Dublin, Gewährung vin subsidiärem Schutz,...) sind, dann wird das gemacht. Meine Prognose. Es wird nicht mal 20% Zustimmung geben....

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sonnemond 05.08.2018, 23:57
97. Welche Partei löst das Thema Flüchtlinge?

Wäre gewiss die relevantere Frage. Und weiter: "39 Prozent der Deutschen finden die Flüchtlingspolitik "sehr wichtig", 69 Prozent Gesundheitspolitik und Pflege, 64 Prozent die Renten- und Sozialpolitik. Beim letzteren Thema zum Beispiel sind 67 Prozent mit der Arbeit der Bundesregierung unzufrieden. Womit sollte man auch zufrieden sein, viel ist da ja nicht zu hören. Man muss ja ständig über Flüchtlinge reden. Die Regierung regiert an den Interessen der Regierten vorbei." Nun auch hier ist die Lösung einfach: Man verringere die Migrationskosten von 50 Milliarden jährlich auf Miliiarden und schon haben wir eine wesentliche Verbesserung der Gesundheits-, Renten- und Sozialpolitik . Man reduziere zusätzlich die Geldströme, die wie ein gewaltiger Strom ständig in die EU fließen, und schon hat Deutschland einen grüßen Teil seiner Probleme gelöst. Und weiter: Blau = Grün. Auch hier liegt die Lösung auf der Hand: Liebe linksliberale Medien. Würdet ihr die Zuwanderungsproblematik nicht ständig mit "Grün" bezeichnen, könnten wir wieder ein wenig Spaß haben in diesem Land, in dem wir ehemals gut und gerne lebten.

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beautyqueen 05.08.2018, 23:57
98. Die Champagnersozialisten aus Hamburg

mit dem wöchentlichen Verkündigungsauftrag werden ja immer verquere in Ihren Schlussfolgerungen , aha also die Kölner Vergewaltigungen zu Sylvester nichts anderes war das nämlich und nicht wie euphemistisch als Kölner Sylvesterereignisse seitens der Prawda , äh des Spiegel bezeichnet , sollten nicht so oft erwähnt werden , damit das nicht als das was es ist,Migrantengewalt , wahrgenommen wird.
Wie schäbig muss man sich bei einer solchen Argumentation fühlen ?
Das passt aber doch nicht zum hypermoraliserenden Anspruch des Spiegel s.
Vielleicht sollte sich der Schreiber einfach mal den Spiegel vorhalten.Nichts rechtfertigt es die Wahrheit zu unterdrücken und zu verheimlichen.
Schäbig und unlauter ist dieser Artikel mit seiner äusserst dümmlichen Argumentation

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Bondurant 05.08.2018, 23:59
99. Auch wenn Stöcker

39 Prozent der Deutschen finden die Flüchtlingspolitik "sehr wichtig", 69 Prozent Gesundheitspolitik und Pflege, 64 Prozent die Renten- und Sozialpolitik.

und andere immer wieder auf Infos verweisen können, nach denen Bürger ander Themen wichtiger finden, so ist dennoch die Regelung der Migration, der Umgang mit ihr, das existenziell wichtigste Thema für dieses Land bzw. diesen Kontinent. Da helfen auch Beschwichtigungsversuche der Wohlgesinnten nicht, am Ende setzt die Realität die Agenda.

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