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Flüchtlingsdebatte: Das Geheimnis der schreienden Zwerge
dpa

Eine lautstarke Minderheit dominiert den politischen Diskurs, an den Interessen der meisten Bürger vorbei - und die AfD profitiert. Doch warum ist das eigentlich so? Die Antwort sollte auch Horst Seehofer interessieren.

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Trollpatsch 06.08.2018, 11:52
170. Herr Tur Tur, Zoppo Trump und da Horsti: So alterna- wie perspektivlos

Gut gebrüllt, Maus. Manchmal fällt es schwer, einzuordnen, ob diese ganze unsägliche Rechtspopulisten-Knallchargentruppe nun eher Scheinriesen sind oder doch eher Scheinzwerge. (Bei Seehofer ist es noch klar: Wer einmal vor ihm stand, weiß, er ist ein Scheinzwerg.) Jedenfalls sind sie allesamt nicht das, was sie zu sein scheinen. Um das festzustellen, muss man ihnen nicht zwangsläufig näher kommen. Aber die eigene Perspektive wechseln. Denn SIE besitzen keinerlei Perspektive, das ist - definitionsgemäß! - ihr Wesen. Nur völlige Perspektivlosigkeit erklärt diesen Wesenszug. Rein geometrisch ebenso wie im übertragenen Sinn. Im Übrigen bin ich der Meinung, je länger die SPD Seehofer noch duldet, umso vernichtender wird ihr Untergang sein.

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ostborn 06.08.2018, 11:55
171. Was wisst Ihr von den Interessen der Bürger?

Die meisten Foren, in denen der Bürger seine Meinung schreiben und selbige mit anderen austauschen konnte, wurden doch erfolgreich abgewürgt oder sind reiner fake.

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fat_bob_ger 06.08.2018, 11:56
172. Wer sagt denn, dass

nur 17% die Aussagen der AfD befürworten. Mein Eindruck ist mittlerweile, dass über 50% die Migrationspolitik ablehnen. Auch ich lehne sie komplett ab, werde aber nie die AfD wählen, weil die AfD keinen umsetzbaren Lösungsansatz präsentiert. Die AfD ist keine Problemlösungspartei, sondern eine populistische Debattenpartei ohne jegliche Problemlösungskompetenz. Nur die etablierten Parteien mit Regierungserfahrung können Lösungen bereitstellen. Dazu müssen sie entsprechend motiviert werden. Manche tun dies, in dem sie die AfD so lange wählen, bis sie erkennen können, dass etwas getan wird. Bei wenig gebildeten Wählern kann das sehr lange dauern, bis sie die Politikveränderung erkennen, leider! Für den genauen Beobachter sind die Bemühungen jetzt schon erkennbar. Nur Frau Merkel sträubt sich noch etwas.

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stoffi 06.08.2018, 11:56
173.

Auch wenn sie in vielem Recht haben, sie unterschätzen die AFD . Ihre Anhänger steigen mit dem Unmut der Bürger. Gerade Otto Normalverbraucher macht täglich Erfahrungen mit unseren Neubürgern, die ihn zur AFD treiben. Viele in meiner Nachbarschaft fühlen sich durch deren gelebte, mitgebrachte Kultur nicht mehr zu Hause und was glauben sie, werden die demnächst wählen?
Zugeben werden sie dies nicht, weil man hier eher Erdogan huldigen darf als sich als AFDler zu outen

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cobaea 06.08.2018, 11:58
174.

Zitat von stoffi
Zitat @mandrid:Rente, Gesundheit, Bildung, Wohnraum usw. sind viel wichtiger. Aber hat jemand echtes Interesse an diesen Themen? So lange man sich mit dem Nebenschauplatz aufhält, müssen die etablierten Parteien keine Lösungsansätze liefern (können sie wahrscheinlich eh nicht), Das was sie als Nebenschauplatz aufführen hat alles mit den Migranten und deren Kosten für den Staat zu tun. Das Geld, was dafür aufgewendet wird, fehlt so und ausreichender günstiger Wohnraum wäre dann auch vorhanden. .Die Politik hat nichts im Griff und dennoch kommen immer mehr Migranten ins Land. ...Erst wenn man ein bestehendes Problem ohne beschimpft zu werden an und aussprechen darf, kann man von Demokratie im Land reden.
Sie sprechen doch aus, was Sie für das Ursprungsproblem aller Probleme im Staat halten. Niemand hindert Sie daran, niemand beschimpft Sie. Also können wir mal davon ausgehen, dass wir uns in einer Demokratie befinden. Allerdings gehört zur Demokratie, dass man "aussprechen darf", aber dafür auch mit anderen Meinung und Widerspruch leben muss. Und nun kommt eben der Widerspruch: @mandrid hat Rente, Gesundheit, Bildung etc. eben NICHT als Nebenschauplatz bezeichnet, sondern als wichtiger als den Nebenschauplatz Migration/Flüchtlinge. Und was tun Sie? Sie erheben den Nebenschauplatz Flüchtlinge sofort wieder zum Hauptproblem. Sorry - aber den Abbau des sozialen Wohnungsbaus hat die öffentliche Hand in Deutschland bereits in den 1990er Jahren begonnen. Bei rund zwei Millionen Flüchtlingen in ganz Deutschland, von denen etwa die Hälfte das Land wieder verlassen muss, kann wohl auch keine Rede davon sein, dass es ohne diese Menschen genügend günstige Wohnungen gäbe. Abgesehen davon, dass die Wohnungen in den Ballungsräumen der Grossstädte fehlen - und das nicht erst seit 2015.
Die Rentengesetzgebung wurde lange vor 2015 verabschiedet, als die meisten Flüchtlinge kamen. Die Probleme des deutschen Bildungswesens, die mangelnden Investitionen in die Infrastruktur, haben auch schon vor 2015 existiert. Sie sind vor allem dem Irrglauben geschuldet, die "Schwarze Null" sei wichtiger als Strassen ohne Schlaglöcher oder stabile Brücken. Deutschland hat 2017 (trotz Kosten für das Asylwesen) Überschüsse erwirtschaftet - es hat also nicht zu wenig Geld und muss das Geld für Flüchtlinge auch nicht bei den Renten einsparen.

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pauli96 06.08.2018, 12:00
175. Respekt

Zitat von d45gts
Blick über den Tellerand: https://www.nzz.ch/meinung/deutschland-verfaellt-in-eine-rassismus-hysterie-ld.1408683?mktcid=nled&mktcval=107&kid=_2018-8-5 Das Bild, das manche deutsche Journalisten und Politiker von ihrem Land zeichnen, ähnelt demjenigen der Propagandaabteilungen der Türkei. ... Wie die Rechte in Deutschland den Islam als Feindbild braucht, braucht die Linke den Rassismus. Der deutsche Wandel Das Land ist im Wandel, und die Deutschen sind immer weniger deutsch. Fast jeder vierte Einwohner hat einen Migrationshintergrund. In den Städten ist der Anteil zum Teil deutlich höher: In Frankfurt sind es 49 Prozent, in München 39 Prozent, in Berlin 29 Prozent. Deutschland ist, entgegen jahrzehntelangen Dementi, ein Einwanderungsland. Alles andere wäre auch besorgniserregend und spräche für mangelnde wirtschaftliche Attraktivität und Lebensqualität. Menschen aus aller Welt wollen nach Deutschland. Man sollte diesen Einwanderern nicht zu viel Masochismus andichten: Niemand zieht nach Deutschland, um sich hier ein Leben lang fertigmachen zu lassen. Deutschland hat, bedingt durch seine Geschichte und die Entnazifizierung, eine besondere Sensibilität für Rassismus, das zeigten gerade auch die empfindlichen Reaktionen auf Özils Rücktritt. Dass es Rassismus in Deutschland gibt, kann niemanden überraschen. Er betrifft auch die Einwanderer selbst. Sowohl die Idealisierung der Fremden von links als auch die Ablehnung von rechts bringen nichts. Eine gute #MeTwo-Geschichte zu erzählen, bedeutet noch lange nicht, dass man nicht selber ein Rassist ist. Zuwanderer werden zum Teil ausgegrenzt, aber ihre Selbstabschottung ist oft viel entscheidender dafür, dass sie in Deutschland nie ankommen. Gesetze sind keine Heimat Man mag es Leitkultur nennen oder wie man will, aber eine Gesellschaft braucht ein Identitätsangebot. Man kann mit dem Grundgesetz wedeln und glauben, damit sei es getan. Aber Gesetze sind keine Heimat. Es ist eine Schwierigkeit, die Deutschland in den kommenden Jahren meistern muss: trotz seiner Geschichte eine nationale Identität anzuerkennen und zu vermitteln, die gleichzeitig offen ist für Fremde. Im Idealfall heisst sie nicht Leitkultur, sondern deutsche Alltagskultur und ist eine gelebte Selbstverständlichkeit: An der Schule geben alle der Lehrerin die Hand, man schaut sich in die Augen, jedes Kind geht in den Schwimmunterricht. Unabhängig von der Herkunft gelten dieselben Regeln. Eine solche Alltagskultur wird von einer breiten Mitte anerkannt und gelebt. Integration bedeutete in Deutschland allzu lange, die Fremden in ihrem Anderssein zu fördern. Um dieses Anderssein, die Pflege der herkömmlichen Sprache und Kultur, kümmern sich die Zugezogenen selbst. Sie brauchen Unterstützung im Heimischwerden.
Vielleicht sollten Sie in Zukunft die Kommentare bei SPON schreiben. Jedenfalls deutlich ausgewogener, als das was die Mehrzahl der dafür bezahlten Autoren hinkriegt.

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mbb209 06.08.2018, 12:03
176. Kritik

an der Asyl- und Flüchtlingspolitik der Regierung Merkel ist keineswegs beschränkt auf Hardcore - AfD - Anhänger oder deren Nachahmern, speziell der Krawallschachtel Seehofer. Die Kritik kommt auch aus der Mitte der Gesellschaft und hat Hand und Fuß. Wer meint, Kritiker pauschal als "lautstarke Zwerge" abstempeln zu können, braucht sich wiederum nicht zu wundern, wenn er selbst in eine Schublade gepackt wird - nämlich in die der linksdrehenden Käseglocken - Mainstream - Medien. Eine Diskursherrschaft der großen Medienhäuser gibt es aber in der Internet - Welt nicht mehr. Willkommen im 21. Jahrhundert.

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NauMax 06.08.2018, 12:05
177.

Zitat von Ossifriese
Soziale Themen hängen fast immer auch mit haben und nicht-haben zusammen. Will sagen, die, die haben, wollen behalten, und die anderen wollen mehr. Bezogen auf den "politischen Diskurs" wäre es demnach für die Habenden wichtig, auf bequemere Themen als Umverteilung zu lenken, zumal in einer Demokratie Änderungen der Besitzverhältnisse durchaus auch per Meinung oder Stimmzettel möglich ist. Und wem "gehören" die Medien? Ganz bestimmt nicht den Armen. Die AfD ist in diesem Sinne nur ein nützliches Vehikel, wieder einmal eine Sündenbock-Strategie zu fahren, um von einer wirklichen sozialen Umgestaltung unserer Gesellschaft abzulenken.
Unter dem alles übertönenden Migrationsgetöse der AfD kommt eine neoliberale, arbeitnehmerfeindliche, antisoziale Partei zum Vorschein, gegen die die FDP wirkt, als sei sie von Karl Marx gegründet worden! Arbeitsschutzgesetze sollen gelockert werden, gleichzeitig die betriebliche Unfallversicherung privatisiert werden (sprich: Betriebe müssen weniger strenge Sicherheitsauflagen einhalten und können gleichzeitig die Kosten der Unfallversicherung einsparen - alle Verantwortung wird auf den Arbeitnehmer abgewälzt, der sich dann privat absichern muss). Gesetzliche Höchstarbeitszeiten werden wie schon in Österreich gelockert, Betriebsräte und Gewerkschaften als Institutionen geschwächt. Kettenverträge werden wieder legalisiert, die Arbeitslosenversicherung privatisiert, die Pendlerpauschale gestrichen und der Kündigungsschutz gelockert. Und das ist kein Vergleich zu dem, was Arbeitslosen blüht: Abschaffung von ALG1 (privatisiert), Abschaffung von Hartz IV zugunsten einer Monatspauschale von 1000,- EUR - wovon allerdings alle laufenden Kosten selbst bezahlt werden müssen und welche voll zu versteuern sind. Netto käme am Ende deutlich weniger als Hartz IV heraus.

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Duzend 06.08.2018, 12:08
178. Der Finger in der Wunde verursacht Schmerzen, kein Wunder

Der Aufstieg der AfD ist in meinen Augen nicht viel mehr als ein äußeres Anzeichen für die vielen feigen Auswege und die zahlreichen Schonhaltungen, die allenthalben von Politikern jedweder Couleur gegangen und eingenommen werden. Kaum jemand ist bereit, Gefühl, Bedürfnis und Stellenwert von Heimat ehrlich und offen zu debattieren.

Wenn ein armer (womöglich verfolgter) Mensch darüber klagt, so keine rechte Heimat zu haben, sich aber nach einer lebbaren Heimat zu sehnen, dann mag man dazu neigen, diesem Bedürfnis sehr hohen Stellenwert beizumessen und bisweilen einiges dafür zu tun, daß der Heimatlose oder Heimatvertriebene nun endlich auch eine Heimat bzw. eine neue Heimat finden kann. Alles in bester Absicht. Kann es für derart humanitäre und humanistische Regungen - "Anwandlungen" ist man versucht zu sagen - überhaupt eine Grenze, ein "zuviel" geben? Die Antwort aus Kantischer Sicht: Ja, das "zuviel" kündigt sich an, wenn sichtbar wird, daß durch die Maßnahmen zur Neubeheimatung andere Menschen, die bis in jüngste Zeit eine ihnen sehr liebe Heimat hatten, diese zu verlieren drohen. Fazit: Man kann unterm Strich nichts Gutes schaffen, indem man lediglich das Übel wie einen Schwarzen Peter herumreicht, bis er beim Wehrlosesten oder Naivsten gelandet ist. Die AfD ist ruckzuck enttarnt, wenn man die Muster bloßlegt, nach dem sie auch nicht mehr tun, als einen Schwarzen Peter herumgehen zu lassen. Nur versprechen sie gefühlt Abgehängten: "Wähl uns, dann wird er nicht bei dir landen!"

Man kann das Thema "Flüchtlinge" nicht offen und ehrlich diskutieren, solange man um das Thema "Heimat" und "Heimatsverlust" - auf beiden Seiten - einen großen Bogen macht.

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cobaea 06.08.2018, 12:08
179.

Zitat von demokratie-troll
Die Masseneinwanderung war über Jahre der weiße Elefant im Raum, über den geschwiegen wurde. Das begann mit der Gastarbeiterlüge, ...
Über den geschwiegen wurde? Wo? In welchem Land? Gefühlt wird tatsächlich über Ausländer diskutiert, seit der erste Gastarbeiter in Deutschland aus einem Zug stieg. Und seit 2015 hat man das Gefühl, für manche Leute gebe es überhaupt kein anderes Thema mehr.
A proppos "Gastarbeiterlüge": Das war keine Lüge. Von 14 Millionen, die als Gastarbeiter kamen, sind 12 Millionen wieder ausgereist, zurück in ihre Herkunftsländer - nur 2 Millionen sind geblieben. Die "Lüge" war höchstens der Begriff an sich - denn welchen Gast holt man zum Malochen?

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