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Forderungen von "Fridays for Future": Langstreckenflüge würden bis zu 2000 Euro teure
Nicolas Economou / NurPhoto via Getty Images

Fernreisen, Benzin, Fleisch: Die von den "Fridays for Future" geforderte CO2-Steuer würde klimaschädliche Güter drastisch verteuern. Was würde das für Verbraucher bedeuten?

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chukwumeze 10.04.2019, 09:02
490. HM, es gibt nur eins, was mich daran

stört: diejenigen, die mit ihrer unterbeazhlten Arbeitskraft die Gewinner des kapitalistischen Systems geschaffen haben, sollen jetzt schon wieder drauf zahlen. Erst dreht man denen tiny houses an, dann wird das Autofahren zu teuer (naja Elektrosmart ginge vielleicht noch, denn Stromer haben ja ebenso CO2 Besteuerung.). Eine 25%tige Erhöhung greift stark in unser Budget ein. Und es gibt keine guten Alternativen: Carsharing ist nicht stadtübergreifend, Ca2go und die andern haben keine Kleintransporter, und der ÖPNV ist unflexibel - bis heute haben es weder die Öffis noch die Taxen geschafft, Minibusse oder ähnliches ohne feste Routen und amn zahlt nur die Strecke, die man mitfährt, anzubieten. Realisierbar ist dies nr bei gleichzeitogen Lohnerhöhungen von 10-15%. Das möchte ich mal erleben.

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Hans-Dampf 10.04.2019, 09:03
491.

Höhere Preise für die angebenen Waren bzw. Dienstleistungen bedeutet ja nur, dass sich Reiche diese Dinge eher leisten werden können als die Armen. Von Fairness, Verhältnismäßigkeit und Chancengleichheit keine Spur. Und die Ziele, die angestrebt werden, sind doch sehr vage beschrieben und die Erreichbarkeit durch diese Maßnahmen ist äußerst zweifelhaft.
Ich sehe da Parallelen zu der neu bzw. teurer einzuführenden (City-)Maut für London. Die, die jetzt schon in den inneren Bereich des Geldes wegen fahren können, werden dies auch weiterhin tun. Der Effekt ist also marginal, füllt aber die Kassen der Mautnehmer.
Die Konzepte, um die Umwelt zu entlasten, sind mir alle, ehrlich gesagt, wenig durchdacht mit zweifelhaften angestrebten Ergebnissen. Wenn man bspw. die Luftqualität im Ruhrgebiet in den 70ern mit der heutigen am Neckartor in Stuttgart vergleicht, ist in Stuttgart der reinste Luftkurort.

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Grünspahn 10.04.2019, 09:04
492.

Tolle Vorschläge, wirklich, ganz toll und wenig durchdacht! Dann nützt man für die USA oder Asienreise eben einen europäischen Umsteigeairport. Für 70 EUR mehr hinfliegen und mit der eingesparten Steuer dann weiterfliegen. Den Strompreis zu erhöhen trifft nur wieder die ärmeren Gesellschaftsschichten. Hier tun 200 oder 300 EUR mehr im Jahr richtig weh - und Strom sparen heißt meist erst einmal Geld in die Hand nehmen und das Geld dann nach und nach über die Stromeinsparungen wieder reinzuholen. Wer kaum oder keine Ersparnisse hat, kann aber keine neue, verbrauchsgünstige Waschmaschine usw. so einfach kaufen. Wie wäre es, wenn die FFF Aktivisten mal ihre Urlaubspläne für den Sommer offenlegen. Vielleicht kann über die Vorbildfunktion die eine/der andere zum CO2 sparen angeregt werden - oder wird dort im privaten Bereich doch nicht so vorbildlich gehandelt?

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mikelinden 10.04.2019, 09:05
493. Woher kommen diese Zahlen?

180 Euro pro Tonne Kohlendioxid, aufgrund welcher Zahlen wurde das berechnet oder sind die Zahlen so verlässlich wie die NOx-Grenzwerte? Was soll mit dem Geld, immerhin ca. 160 Mrd. Euro pro Jahr, etwa die Hälfte des Bundeshaushalts, gemacht werden und wer verwaltet es? Wie sollen die Menschen, die heute schon kaum über die Runden kommen, das bezahlen (450€ Mehrkosten an Strom p.A., ca. 600-800 Euro für Heizung und Warmwasser p.A., von Benzin, Lebensmittel u.a. mal abgesehen, für eine Familie mit 2 Kindern sind das pro Monat 100€ + x)? Die 2000€ Flugpreise interessieren doch wirklich niemanden, die Einschnitte in das Leben derer, die jetzt kaum was haben, werden aber gravierend sein - so geht es definitiv nicht!

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misterknowitall2 10.04.2019, 09:05
494. Typische Denkfehler...

und viel Hören-Sagen was ich hier so lese. Da fußt wenig auf fundierten Erkenntnissen.

Die meisten der Kohlekraftwerke, besonders Braunkohle, erzeugen billigen und dreckigen Strom, weswegen diese Kraftwerke immer noch am Netz sind. Mit ihrer Kapazität behindern sie oft die Einleitung von EE-Strom. Eine EE-Einheit ist eben schneller abzuschalten. Die meisten Kraftwerke wären in den nächsten 10 Jahren eh vom Netz gegangen. Die Kraftwerke werden nach und nach abgestellt, wegen der Versorgungssicherheit braucht man sich keine Sorgen machen. Die wird sogar sicherer, wenn wir auf EE umstellen, weil wir dezentral und auf vielfältige Weise produzieren. Der Ausfall eines Großkraftwerkes ist da problematischer. Im Moment exportieren wir Massen an Strom, über das sich besonders unsere Nachbarn freuen (Ironie). Mit dem ÖPNV haben Sie recht, da muss aufgerüstet werden, aber billiger wird das nicht. Kostet ja alles Geld. Also bleibt nur Autofahren entsprechend teurer zu machen, womit wir dann auch Geld für den ÖPNV hätten.

Hey, genau das ist ja der Plan hinter der CO2-Steuer!

Und die Fleischnummer setzen sie sicher nicht mit Verboten durch, erinnern sie sich mal an den Aufschrei nach der Veggieday aktion der Grünen.

Ich bin erwachsen und arbeite in dem Gebiet. Die Jugend hat mit allen ihren Forderungen recht. Sie hingegen malen Horrorszenarien an die Wand, weil sie schlecht informiert sind.

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misterknowitall2 10.04.2019, 09:06
495. Typische Denkfehler...

Zitat von sternche0407
Nach vielen Kommentaren hier stellt sich mir doch die Frage, ob jedem klar ist, was diese Forderungen mit sich bringen, würde man diese alle so umsetzen. .....
und viel Hören-Sagen was ich hier so lese. Da fußt wenig auf fundierten Erkenntnissen.

Die meisten der Kohlekraftwerke, besonders Braunkohle, erzeugen billigen und dreckigen Strom, weswegen diese Kraftwerke immer noch am Netz sind. Mit ihrer Kapazität behindern sie oft die Einleitung von EE-Strom. Eine EE-Einheit ist eben schneller abzuschalten. Die meisten Kraftwerke wären in den nächsten 10 Jahren eh vom Netz gegangen. Die Kraftwerke werden nach und nach abgestellt, wegen der Versorgungssicherheit braucht man sich keine Sorgen machen. Die wird sogar sicherer, wenn wir auf EE umstellen, weil wir dezentral und auf vielfältige Weise produzieren. Der Ausfall eines Großkraftwerkes ist da problematischer. Im Moment exportieren wir Massen an Strom, über das sich besonders unsere Nachbarn freuen (Ironie). Mit dem ÖPNV haben Sie recht, da muss aufgerüstet werden, aber billiger wird das nicht. Kostet ja alles Geld. Also bleibt nur Autofahren entsprechend teurer zu machen, womit wir dann auch Geld für den ÖPNV hätten.

Hey, genau das ist ja der Plan hinter der CO2-Steuer!

Und die Fleischnummer setzen sie sicher nicht mit Verboten durch, erinnern sie sich mal an den Aufschrei nach der Veggieday aktion der Grünen.

Ich bin erwachsen und arbeite in dem Gebiet. Die Jugend hat mit allen ihren Forderungen recht. Sie hingegen malen Horrorszenarien an die Wand, weil sie schlecht informiert sind.

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mirage122 10.04.2019, 09:07
496. Man kann's nicht glauben.

Die meisten Beiträge der Foristen hier sind einfach nur traurig. Da wird den gepamperten Wohlstands-Kids unterstellt, dass sie nur wegen Schulschwänzen am Freitag auf der Strasse sind.Nun steellen sie vernünftige Forderungen auf, und schon geht ein Aufschrei durchs Land. Die Friday-for-future-Demonstrierer sind übrigens nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Eltern und Großeltern. Und diese Bewegung erstreckt sich nicht nur auf Deutschland, sondern findet weltweit große Beachtung. Wenn ich dann solche Argumente höre wie: "Es nutzt doch nichts, wenn wir was machen, also lassen wir das gleich!" Das ist doch wieder typisch und tut eigentlich richtig weh. Wer eine bessere Welt will, soll dafür Opfer bringen. Alle anderen dürfen gern mit ihrem Porsche zum Bäcker um die Ecke fahren, Hauptsache, sie fühlen sich gut dabei!

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Hans-Dampf 10.04.2019, 09:07
497.

Zitat von robien
Weshalb auch sollen Flugreisende nicht für die von Ihnen verursachten Schäden aufkommen?
Tun sie doch. Oder ist Fliegen seit neuestem kostenlos für den Kunden?
Wenn man es auf die Spitze treiben will, müsste man auch das Zeugen von menschlichem Nachwuchs unter Strafe stellen, da hier auch viele Schäden anfallen und eine noch dichter bevölkerte Erde ungeahnte Folgen nach sich ziehen wird. Aber an die Ökobilanz eines Kindes von der Zeugung bis zur Volljährigkeit wäre wohl sehr unpopulär.

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ruhepuls 10.04.2019, 09:08
498. Das Grundübel ist der Konsum...

Zitat von Objectives
Hier zeigt sich ganz klar die Zwickmühle des Klimaschutzes: Er geht zu Lasten der Armen der Bevölkerung und priviligiert die Reichen. Das Grundübel ist aber der Kapitalismus, denn er hat maßgeblich für die Zerstörung des Klimas gesorgt. Dieser Zusammenhang mag unangenehm sein, muss aber ganz deutlich hervorgehoben werden und sollte in der zukünftigen Debatte eine größere Rolle einnehmen!
Nicht der Kapitalismus zerstört den Planeten (die sozialistischen Staaten bauen auch Staudämme, Fabriken, Straßen und Müllhalden), sondern der Konsum (und natürlich die schiere Masse Mensch, denn jeder von uns gibt Co² ab...).
Die "Bevölkerung" ist genauso am CO²-Anstieg beteiligt, wie jeder "Reiche". Ob einer Golf fährt oder Porsche macht nicht den Unterschied. Eine sinnvolle Reduktion der Umweltbelastung muss daher immer (auch) bei der Masse ansetzen. Alles andere wäre "ideologische Kosmetik"...
Das haben die Klima-Aktivisten durchaus richtig erkannt. (Wenn weniger konsumiert wird, reduziert sich "der Kapitalismus" von selbst).

Der beste Klimaschutz wäre die Reduzierung der Menschheit - aber darüber wird vermutlich niemand diskutieren wollen.

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ich2010 10.04.2019, 09:08
499.

die beste möglichkeit einen sehr großen teil der bevölkerung in die arme populistischer parteien zu treiben.
diejenigen, auf deren rücken letztlich der klimaschutz ausgetragen wird, sitzen in der unteren mittelschicht. wenn die es sich kaum noch leisten können auf die arbeit zu fahren, wenn sie sich nur noch von nudeln und brot ernähren können und auch der einzige urlaub im jahr zum unbezahlbaren luxusgut wird, dann dürfte die mehrheit richtung populistische parteien abwandern. ist dann irgendetwas gewonnen? nein! radikalismus hat noch nie funktioniert.

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