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Fragwürdige Umfragen: Von wegen repräsentativ
Corbis

Was halten Sie von Merkel? Shoppen Sie online? Umfragen sollen enthüllen, was die Deutschen denken. Doch anders als die Befrager behaupten, sind die Ergebnisse nicht immer repräsentativ.

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babylon2209 16.10.2015, 10:37
1. nicht zwingend

Ich glaube, da fehlt ein "nicht": Auch mit den besten statistischen Methoden gelingt es zwingend, die Mängel einer Befragung auszugleichen, damit die Ergebnisse tatsächlich stellvertretend für die Grundgesamtheit stehen.

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pandur1234567@yahoo.com 16.10.2015, 10:39
2. Es kann gar nicht genug auf Verzerrungen hingewiesen werden

Bei peinlichen oder politisch unkorrekten Fragen ist zu bedenken das selbst bei Annonymität der Befragte seine ehrliche Meinung sagt. Viele möchten moralisch positiv gesehen werden.
Auch interressant ob der Befragte anhand der Fragestellung in eine bestimmte Richtung gedrängt wird.
Dieselbe Frage zur Arbeitszeit könnte lauten:
Sind sie bereit länger zu arbeiten wenn das überleben der Firma davon abhängt? oder
Wären sie froh darüber mehr Freizeit zu haben?
Mit Sicherheit kommen total unterschiedliche Ergebnisse heraus zur gleichen Frage.

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GoaSkin 16.10.2015, 10:39
3. seine Meinung auf Andere anzupassen ist eine schlechte Einstellung

Umfragen erzählen nicht nur viel Mist, sondern verraten zum Teil offensichtlich, dass es nicht wirklich eine Umfrage ist.

Wie oft wird z.B. ein Produkt, was noch nicht einmal lieferbar ist, vom Händler schon als Bestseller oder Klassiker bezeichnet? Oder angeblich öfters mit etwas Anderem zusammen verkauft?

Und wenn im Fernsehen zwei Leute auf der Straße nach ihrer Meinung gefragt werden - warum sollte das repräsentieren, was Deutschland denkt?

Und überall wird viel herein interpretiert, welche Partei den vielen Nichtwählern fehlt, damit sie zur Wahl gehen. Viele Umfragen zeigen, dass die Nichtwähler fast alle der selben politischen Richtung angehören, für die es keine Partei gibt. Diese Richtung ist aber abhängig von der Umfrage oftmals eine ganz Andere.

Am besten einfach nicht beachten. Was andere denken, ist kein Anlass, seine eigene Meinung darauf auszurichten.

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kurzschlussingenieur 16.10.2015, 10:43
4. Feststellung

Der Spiegel hat also nach unzähligen "Nachrichten" über Studien basierend auf Umfragen festgestellt das diese kaum aussagekräftig sind. Das ist morgen zwar wieder vergessen, aber gut. Ich möchte eine kleine Anekdote einwerfen die sich in meinem Heimatort abspielte: Wir haben dort DDR-Restbestandsplattenbauten. Aus der ehemals großen Siedlung wurde ein kleiner Rest mit wenigen Gebäuden. Nun "stritt" der Ort (~20k EW) geraume Zeit darüber wie man mit denen verfahren soll, abreißen? Sanieren? Auffälig war das im Rathaus eine exakt andere Meinung als unter den Bürgern herschte. Bei einer "repräsentativen" Telefonumfrage durch die Lokalzeitung waren erstaunlicherweise der überwältigende Großteil der Bürger auf der Seite des Rathauses. Aber nur kurz. Es stellte sich heraus, das mehrere hundert Anrufe aus dem Büro des Bürgermeisters kamen. Nun, der gute Herr wurde zeitnah, "aus anderen Gründen" aus seiner Partei (die wo der Daumen rechts ist) ausgeschlossen und durch den Wähler abgestraft.

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lemmy 16.10.2015, 10:43
5. Was nicht passt, wird passend gemacht

Man braucht sich nur die jeweiligen Auftraggeber von Umfragen anzusehen. Da ist dann das Ergebnis schon quasi vorprogrammiert. Der alte Spruch: Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast, trifft auch auf Umfragen zu. Alleine was in den letzten Wochen für widersprüchliche Umfragewerte zur Flüchtlingsfrage publiziert wurden, sagt schon alles.

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drent 16.10.2015, 10:47
6. Umfragen und Gutachten

Es wird immer gut darauf geachtet, was der Auftraggeber gerne lesen möchte. Es lebe der Anschlußauftrag.

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monolithos 16.10.2015, 10:51
7.

Nicht zu vergessen der Effekt, dass die Telefonumfrager oft zu den Zeiten anrufen, zu denen arbeitende Menschen nicht zu Hause sind. Und falls doch mal abends angerufen wird: Arbeitnehmer mit Kindern haben einfach nicht die Zeit, sich eine Dreiviertelstunde lang am Telefon festnageln zu lassen, wären die Kids die Bude zerlegen (sorry, liebe Telefonterroristen, Euer "Dauert nur ein paar Minuten" glaube ich Euch nicht mehr, ich lege inzwischen auch auf). Hausfrauen, Arbeits- und Kinderlose werden dann zur Stimme der vermeintlichen Mehrheit.

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anmich 16.10.2015, 10:51
8. Möglichkeiten

Es wäre möglich die nicht erreichten / nicht teilnehmenden als eigenen Prozentsatz auszuweisen, um zu mindest sichtbar zu machen, wie groß die Verzerrung des Ergebnisses sein könnte.
Es sollte auch das Studiendesign dargestellt werden.

Manchmal hilft auch gesunder Menschenverstend.
Und zu letzt sollte man sehen können, wer die Studie in Auftrag gegeben hat. Dann erklärt sich auch einiges.

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justine37 16.10.2015, 10:52
9. Hinterherhinken

Umfragen der Institute hinken Monate hinterher.
Im Netz sind die Umfragen aktuell,
und kaum manipulierbar.

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