Forum: Wissenschaft
Fragwürdige Umfragen: Von wegen repräsentativ
Corbis

Was halten Sie von Merkel? Shoppen Sie online? Umfragen sollen enthüllen, was die Deutschen denken. Doch anders als die Befrager behaupten, sind die Ergebnisse nicht immer repräsentativ.

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blurps11 16.10.2015, 12:29
60.

Zitat von ancoats
... die zweite gewichtige Quelle für Stußergebnisse wird nicht erwähnt: die Fragen selber. Die können (und sind es selbst bei seriösen Firmen häufig) schlecht / unklar / mehrdeutig formuliert sein, wichtige Antwortmöglichkeiten nicht vorsehen etc.
Ist ja eine Artikelreihe, der Beitrag dazu kommt sicherlich noch.

Es bleibt übrigens nur zu hoffen, dass die bisherigen Kommentare nicht repräsentativ für die SpOn-Leserschaft sind. Ansonsten wäre diese eigentlich für alle Medienkonsumenten ohne eigenen sozialwissenschaftlichen Hintergrund hochinteressante Serie die sprichwörtlichen Perlen vor die Säue.

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ancoats 16.10.2015, 12:29
61.

Zitat von hanseali
(...) Insofern sind Umfragen niemals repräsentaiv,weil nicht einmal 20% der Bevölkerung befragt werden (...)
Ein weit verbreiteter Irrtum: es gilt eben NICHT zwingend: je mehr Befragte, desto repräsentativer. Ein zentrales Kriterium ist vielmehr, dass jeder - etwa bei angestrebter Bevölkerungsrepräsentativität - die gleiche Chance haben muss, in die Stichprobe zu gelangen. Auf Grund wahrscheinlichkeitstheoretischer Gesetzmäßigkeiten lässt sich zeigen, dass sich bereits ab einer Stichprobengröße von 1.000 die Verteilung von Merkmalen in der Stichprobe hinreichend gut an die "tatsächliche" Verteilung annähert. Noch mehr Leute zu befragen, verringert den Stichprobenfehler in der Regel dann nur noch so wenig, dass der Aufwand höher wird als der Ertrag.

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T. Wittlinger 16.10.2015, 12:30
62. Chapeau, B. & S. Christensen!

Ja, „Stochastik“ ~ ein weites Feld, leider auch bei SPON.
In der „Studien und „Umfragen“ kontaminierten Berichterstattung sind offensichtlich zu viele „Knights of the too fast to check era“ unterwegs…;]
Es gilt ~ „Wer falsch rechnet, den bestraft das Leben!“ (C. Hesse)
Erfreulicher Weise rück das Thema wieder in die Aufmerksamkeit – auch der Sozial-„Wissenschaften“ u.a.:

http://rsos.royalsocietypublishing.org/content/1/3/140216
&
http://www.spektrum.de/news/wenn-forscher-durch-den-signifikanztest-fallen/1224727

EMPIRSCHE HYPOTHESEN MÜSSEN AN DER ERFAHRUNG SCHEITERN KÖNNEN!
Wer das nicht versteht, wird niemals gute und smarte Entscheidungen treffen sondern immer nur andere…
[…] „Nacht muss es sein, wo Friedlands Sterne strahlen.“ ~ mal schauen, wann die derzeitige „Hof-Astronomie“ der Studien, Umfragen und Prognosen ihre „Stochastik-Nacht“ erkennt…
kwT …;]

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kleinbürger 16.10.2015, 12:32
63. ehrliche antwort

Zitat von unixv
In den Medien sind 80% hinter Merkel und ihrer Politik, in den Foren und Netz-Umfragen sind 90% gegen Merkels Politik! Wer hat recht? wer lügt?
ehrliche antwort auch wenns wehtut ?

im netz tummeln sich überwiegend politische aktivisten der rechten und der linken seite, dazu leute denen langweilig ist, weil sie nicht zur arbeit müssen.

also in der mehrzahl frustrierte personen, die die schuld an ihrer eigenen misere im politischen system auszumachen glauben.

logisch das frau merkel da nicht gut abschneidet.

um auf den punkt zu kommen, beide lügen nicht.

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jujo 16.10.2015, 12:33
64. ...

Zitat von unixv
In den Medien sind 80% hinter Merkel und ihrer Politik, in den Foren und Netz-Umfragen sind 90% gegen Merkels Politik! Wer hat recht? wer lügt?
Erwischt!
Die Foren und Netzumfragen in denen ich mich bewege stimmen 90% Frau Merkel zu. Was nun?

Meine Zustimmung ist nicht ja oder nein, sondern ein jein.

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simpler 16.10.2015, 12:38
65. was mich deswegen auch wundert war das Ergebnis bzgl. Frau Merkel

den in meinem Umkreis sind alle gegen ihre Politik. Aber laut der Umfrage wäre es nur 51% der Deutschen. Merkwürdig genug oder? warum veröffentlicht Spiegel online trotzdem dieses unsinnige Ergebnis? ihr widerspricht euch gegenseitig - wozu auch immer.

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georgia.k 16.10.2015, 12:40
66. bei Fragestellungen können alle Eventualitäten gar nicht berücksichtigt werden

ob Migranten dem Lernerfolg deutscher Kinder schaden ist so eine Frage.
Es kommt darauf an. Wenn man im Umkehrschluss fragt, wann und wo haben Migranten die besten schulischen Chancen, erhält man eher eine zutreffende Antwort. Da wo der sanfte Anpassungsdruck am grössten ist, die wenigen zu integrierenden Kinder mehr Zuwendung des Lehrers erfahren können, von den übrigen gelernt werden kann.

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emotion 16.10.2015, 12:45
67. Online Nachrichtenportal

Bei der Eingangsfrage gibt es doch eine plausible Möglichkeit mit Nein zu antworten und diese vergrößert das Problem: Wenn ich gar nicht weiß, was ein Nachrichtenportal ist oder wenn ich nicht weiß, dass ich gerade auf einem surfe (zB. wg. Mobilseite).
Dies ist also eine weitere Quelle systematischer Falschantworten.

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calinda.b 16.10.2015, 12:50
68. Da studiert wohl jemand Statistik

"Gerade bei der Vielzahl der heutigen Online-Umfragen ist immer eine gewisse Skepsis geboten,"

Schön ausgedrückt. Wenn sie ihre Cookies dazwischen löschen, können sie so oft abstimmen wie sie wollen, mit einem Makro Generator wie iMacros, die's für alle Browser gibt, geht das problemlos tausende Male, wenn ihnen die Fragestellung am Herz liegt.

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mr.andersson 16.10.2015, 12:57
69.

Zitat von hanseali
[...] Insofern sind Umfragen niemals repräsentaiv,weil nichteinmal 20% der Bevölkerung befragt werden oder Fragen gestellt werden,die nicht aussagekräftig sind. [...]
Über die Fragenstellung kann man zu Recht immer streiten, die gehört zusammen mit dem Schätzfehler mit veröffentlicht.

Zu glauben, dass eine Umfrage eine riesige Stichprobe braucht um repräsentativ zu sein, ist falsch. Es lässt sich mathemtisch leicht bestimmen, wie groß eine Stichprobe sein muss, um in vorgegeben Grenzen aussagen über die Grundgesamtheit zu machen.

Ein vereinfachtes Beispiel finden Sie z.B. hier:

http://www.bauinfoconsult.de/Stichproben_Rechner.html

Wenn Sie dort eingeben, dass sie mit einem Vertrauenintervall von 95% den wahren Wert auf mindestens 3Prozentpunkte genau ermitteln wollen, dann reichen ihnen eben 1068 befragte. Da spielt die Gesamtgröße schon kaum noch eine Rolle. Wenn sie es auf 1 Prozentpunkt genau haben möchten, dann müssen Sie knapp 10.000 befragen, wenn Sie ein Bild über ganz Deutschland haben wollen.

Deswegen steht eben bei den Wahlumfragen auch immer der Schätzfehler dabei. Bei vielen anderen Umfragen leider nicht.

Und +/- 3 Prozentpunkte kann bei einer Wahl schon mal sehr entscheidend sein.

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