Forum: Wissenschaft
Früh eingeschulte Kinder: ADHS ist oft Falschdiagnose
Corbis

Bei früh eingeschulten Kindern wird häufig zu Unrecht die Aufmerksamkeitstörung ADHS diagnostiziert - das zeigt eine Studie von fast einer Million Fällen. Unreiferes Verhalten wird irrtümlich oft als krankhaft interpretiert, die Folgen können gravierend sein.

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kalumeth 07.03.2012, 08:55
170. Perfekte Mensch-Maschine? ganz ohne psychosozial konditioniertes Verhalten?

Zitat von libertarian2012
.."Therapeut". Selbige behandeln in unserer nach wie vor oft unwissenschaftlich und auf Glauben und Gefuehl basierenden Zeit durchaus Dinge, die es nicht gibt. Und oft mit Dingen, die es nicht gibt. Wir leben nach wie vor im dunklen Zeitalter von Psychotherapie, Homoeopathie, Akupunktur und aehnlichem Voodoozeugs..
Sie wollen also nicht mehr an die Macht der Gefühle, der Psyche, der Seele glauben? Psychosomatik ist für Sie ein Wort aus dem Mittelalter? Dann funktionieren Sie -zumindest theoretisch- ja nahezu perfekt.. Schöne neue Menschheit - leider nicht die "Realität". In gewisser Weise haben Sie sogar Recht: Scharlatane und Fehldiagnosen gibt es leider auf beiden Seiten! In der Psychotherapie wie in der Schulmedizin gleichermaßen ..was jedoch noch nichts über die Heilmethode selbst aussagt. Was Homöopathie angeht, bin auch ich überzeugt, dass der Sinn der Kügelchen den eines Placebo nicht groß übersteigt. Allerdings -nach guter naturheil/klassischer Diagnose- s y m b o l i s i e r t es unterbewusst den Seelenzustand, der, einmal erkannt, quasi durch Selbsterkenntnis und Worte die Selbstheilungskräfte aktiviert. (Wer will, kann das auch den naturpsychologischen "Jesus"effekt nennen..) - Wir rekapitulieren: auch Allopathie bekämpft Erreger chemisch, operativ oder mikrobiell. Jedoch OHNE wiedereinsetzende SELBSTheilungskräfte wäre auch der Schulmediziner auf verlorenem Posten!

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gestandeneFrau 07.03.2012, 08:56
171. ...

Zitat von memechti
Nun, ich bin vom Fach und ich kann Ihnen garantieren, dass es sehr viele "Fachleute" gibt die täglich falsche Diagnosen stellen. Ich erlebe das leider immer wieder. ADHS liegt momentan im "Trend". Ich kann leider nur bestätigen, dass die Medizin immer wieder Krankheiten produziert. Ich will damit nicht sagen, dass dies bei ADHS der Fall ist, jedoch ist die Anzahl der Fälle kritisch zu betrachten.
Genauso. Die Lehrerin meiner Tochter hat mich auf das Krankheitsbild aufmerksam gemacht. Sie fragte allerdings nach einer Schokoladenallergie, die ähnliche Symtome hervorruft.

Dann fingen wir erst an, das Kind intensiver zu beobachten. Erst danach sind wir mit ihr zum Arzt gegangen. Der erste Psychologe kam auch mit schwarzem Tee, weißem Fleisch und Fernsehentzug. Meine Tochter hatte das Gefühl, für irgendetwas bestraft zu werden. Als wir dann eine Ärztin gefunden haben, die alles andere nach und nach ausschloß und dann mit einer Therapie (erst ohne Ritalin) anfing. Ritalin war für uns der letzte Ausweg, um unserer Tochter zu helfen. Aber wie bereits schon gesagt, für sie war es nicht das Richtige, da sie nicht mehr Kind war. Nur noch eine Schlaftablette.

Wir haben uns dann für einen konsquenten Tagesplan (leider auch ohne Überraschungen) entschieden und es ging gut.
MfG

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Joinme66 07.03.2012, 09:06
172. jo jo

Zitat von emerita
unglaublich, dass so viele Blinde meinen von Farbe berichten zu können.... Und ich weiß wovon ich rede, im Gegensatz zu den meisten 'Superspezialisten' hier....
Na dann erzähl ich auch mal ein Geschichtchen. Frei erfunden natürlich...

- Frau: 2 Söhne von 2 verschiedenen Vätern.
- Nach dem zweiten Sohn, stellt sie fest: Ich bin homosexuell.
- Die 2 Kinder bleiben natürlich bei ihr obwohl die beiden Väter ebenfalls ihre Kinder sehr lieben.
- Sie: auf ser Suche nach der Partnerin fürs Leben.
- Verbietet den Vätern den häufigen Umgang mit ihren Söhnen.
- Sie: wechselnde gleichgeschlechtliche Beziehungen.
- mal lieber Abends weg gehen und die Frau fürs Leben finden.
- die dann natürlich ab und an in Mamas Bett aufwacht, wenn die Kinder reinkommen.
- Dazu noch Streß und Anspannung im Job = klar als Alleinerziehende.
- Einschulung der Kinder.
- Kontakt zu den Vätern wird noch weniger.
- weitere Partnerinnen kommen und gehen.
- Die Kinder werden schlechter in der Schule, vorallem agressiver.
- Mit 8 Jahren endlich die rettung für die Mutter und die Kinder:

Ein Arzt diagnostiziert ADHS und der Heilsbringer Ritalin wird verabreicht....

Nein, nein ist klar alle anderen Menschen außer die Betroffenen und den Ärzten haben keine Ahnung von nichts.

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M_3000 07.03.2012, 09:28
173. Behandlungs-Verhinderer

Zitat von M. Michaelis
Ja, allerdings. Die Medizingeschichte ist voll von ähnlichen Beispielen. Die Medizin behandelt nicht nur Krankheiten, sie erzeugt sie mitunter auch. Das liegt in ihrer Systematik und ihrem Selbstverständnis begründet. Ich bin nicht vom Fach und deshalb nicht betriebsblind.
Der erste Satz ist gut – bedeutet er doch, dass Laien mehr Ahnung haben als Fachleute. Ich lasse in Zukunft meine Heizung vom Arzt und mein Halsweh vom Klempner behandeln - die sind wechselseitig nicht betriebsblind.


Die Medizin produziert keine Krankheiten, sie lernt. Natürlich ändern sich Einordnungen. Beispiel ADHS: Das war mal ein "Defekt in der moralischen Kontrolle bei Kindern" – lange vor Eisenberg, dann eine „Minimale Cerebrale Dysfunktion“ oder auch ein „Hyperkinetisches Syndrom“. Gemeint war immer das Gleiche. Aber die Einordnungen wurde genauer, die Diagnose präziser, die Behandlung wirksamer.


Die Entwicklung geht weiter, klar. Aber die Diskussion um die Details, etwa die Berücksichtigung des Alters in den diagnostischen Fragebögen, sollten Laien aber bitte Fachleuten überlassen, wobei ich Betroffene zu den Fachleuten zähle.


Wer heute behauptet es gäbe diese Krankheit nicht der verhindert Hilfe. Damit ist er nicht besser als die Gaffer, die dem Notarzt den Weg versperren – ja, auch SIE persönlich sind gemeint Michaelis. Auch SIE sind Behandlungs-Verhinderer.


Die Motive verstehe ich allerdings bei den Gaffern besser.


Einige der Behandlungs-Verhinderer wollen eigene Pülverchen und Diäten verkaufen – die verstehe ich.


Dann gibt es die Verschwörungstheoretiker, die überall die böse Pharmamafia wittern - nicht dass die Industrie alles richtig macht. Aber das sind die Leute, die auch die Mondlandung anzweifeln, also Spinner.


Bei der Masse ist es mir rätselhaft, vielleicht weil die Kombination "Kinder", "Psyche" und "Medikamente" Reflexe auslöst? Da hilft Aufklärung.

Vielleicht weil man sich lustige, freche Kinder wie aus einem Roman wünscht? Dann sollen die Kinder in eine Romanschablone gepresst werden – da hilft wenig.

Weil sich bei dem Thema "Kinder" jeder irgendwie berufen fühlt? Menschlich. Aber dann sollte auch Mitgefühl da sein.


Der Punkt ist doch dass Menschen zum Arzt gehen weil sie Hilfe brauchen, und zwar heute und nicht in 20 Jahren.


Warum auch immer - auf alle Fälle verhindert die unselige Debatte im Moment wirksame Behandlungen - und zwar von Menschen jeden Alters.


Richtig wütend werde ich, wenn Müttern von betroffenen Kindern beschimpft werden, was vor allem am von Ihnen gelobten Anfang des Threads passiert ist. Auch wenn ADHS als reine Folge von Vernachlässigung hingestellt wird - das ist übelste Stigmatisierung. Zu den Problemen, die vom ADHS ausgelöst werden, müssen sich diese Familien dann auch noch mit Häme herumschlagen.


Das solle man anzeigen.


Im Moment wird ein immenser Schaden angerichtet, der Spiegel trägt hierzu ordentlich bei. Auch indem bei passenden und meist unpassenden Gelegenheiten altes Blech auf Eisenberge haut dass es scheppert.

Und perfide ist diese Diskussion auch – denn wegen dieser Krankheit, die es ja angeblich nicht gibt, werden Menschen reihenweise von Versicherungen und Berufen ausgeschlossen.


Danke auch.

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Joinme66 07.03.2012, 09:34
174. das

Zitat von M_3000
Langsam geht mir das zurzeit laufende mediale Ritalin- und ADHS-Bashing auf die Nerven. 1. Zum Artikel: Hat das mal jemand gelesen? Oder wurde da nur eine Pressemeldung per copy&past ins Blatt genommen wie üblich? Das ist eine Statistik aus Kanada, die keinerlei Relevanz für Deutschland hat. Vielleicht sind ja auch die älteren Kinder in Kanada unterversorgt? Das gibt die Arbeit nämlich auch her. 2. Ein guter Arzt kann spielend Überforderung von ADHS unterscheiden. ADHS ist nämlich viel mehr als ein bisschen hibbeln und Unkonzentriertheit. (Und, ja, es ist eine dumme Mode Kinder immer früher auf die Schule zu schicken wie von der Politik gefordert - das wäre ja mal ein Thema für den Spiegel oder die FAZ oder die Süddeutsche. Hat aber nix mit ADHS zu tun) 3. Warum müssen immer die Ihren Senf dazugeben, die keine Ahnung haben und nicht betroffen sind; die Betroffenen müssen dann auch noch rechtfertigen, dass sie Hilfe suchen und Ärzte müssen rechtfertigen, dass sie Hilfe nach den Regeln der Kunst leisten. Wo sind wir denn hier inzwischen? Der Spiegel gehört ja leider zu den Medien, die die Existenz von ADHS üblicherweise schlicht leugnen - in sofern ist der Artikel ein Fortschritt.
Das kommt davon das kein Mensch mehr daran glaubt dass es so viele wahnsinnig gute Ärzte gibt, wie die wahnsinnig vielen Ärzte in unserem Land glauben und uns weiß machen wollen.

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Joinme66 07.03.2012, 09:42
175. Ich

Zitat von soul_seele
Was ich hier lesen muss ist schon recht schockierend. Ich heiße die Medikamente nicht gut, aber ich sie können helfen.
Ich freue mich für Sie das Sie durch den jetzigen Stand der Medizin ein lebenswerteres Leben erhalten haben.
Das es deise Krankheit nicht gibt, glaube ich auch nicht. Es gibt sie.
Aber bei weitem nicht in dieser Häufigkeit.
Inzwischen ist es ja sogar so weit das sich Eltern deren Kinder nicht für eine höhere Klasse qualifizieren könnten, ein Attest zur Verhaltensauffälligkeit geben lassen. Was leider auch oft funktioniert.
Somit ist das Kind das meiner Meinung nach dann eben nicht krank ist, in einer Klasse angekommen das es eigentlich nicht durch Leistung erreicht hat. Und somit hat es sicherlich noch größere Probleme dem Unterricht zu folgen.

Intelligenztestst, Nachbarseifersucht, Streß das alles hat Einfluss auf diese Geschichten.

Oder haben Sie eine andere Erklärung für diese immens hohen Zahlen an "kranken Kindern"?

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dubmaid 07.03.2012, 09:45
176. Schöne neue Welt

Man sollte die unfähigen Eltern und Lehrer mit Ritalin oder anderen Drogen behandeln - und nicht die Kinder. Schöne neue Welt.

Es gibt noch Menschen, die in einer Welt aufgewachsen sind, als es ADHS noch nicht als Jedermann-Diagnose gab, und mit Drogen nicht so leichtfertig umgegangen wurde. Nein, früher war es nicht besser - aber diese vielen Möchtegern-Psychologen/Psychiater, die nach dem Abi "irgendwas mit Psychologie studieren wollen, um den Menschen zu helfen", manche haben es ja zu Medizin gebracht; die arbeitslos wären, wenn sie nicht "hochwissenschaftliche" Diplom-Arbeiten geschrieben (die wahrscheinlich nur überflogen wurde) und damit Therapien in die Welt brachten, die keiner braucht, reizen mich schon seit einiger Zeit ungemein.

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abby_thur 07.03.2012, 09:48
177. ADHS anerzogen

Ich bin kein Fan von solchen Diagnosen wie ADHS.

Oft ist das Kind einfach nur nicht körperlich ausgelastet genug.

Bei mir in der Schule ( 20 Jahre her) wurde der Klassenclown wenn er zuviel nervte dazu verdonnert, dreimal um die Schule zu rennen, während ihn die Lehrerin aus dem Fenster heraus beaufsichtigte.
Danach war er ruhig und ausgeglichen.

Heute wird das nicht mehr gemacht. Auch dürfen heute auch Jugendliche nicht mehr aus dem Klassenraum, wenn sie bei Klassenarbeiten früher fertig sind. Das ist doch Quatsch, ist doch klar, dass die sich dann langweilen und stören.

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M_3000 07.03.2012, 09:49
178.

Zitat von Joinme66
Na dann erzähl ich auch mal ein Geschichtchen. Frei erfunden natürlich... - Frau: 2 Söhne von 2 verschiedenen Vätern. ... Nein, nein ist klar alle anderen Menschen außer die Betroffenen und den Ärzten haben keine Ahnung von nichts.

Hm. Und was sagt und diese Geschichte jetzt? Dass Sie eine Problem mit Homosexualität haben?

Dass Betroffene nicht wissen wovon sie reden weil sie eh in die soziale "unterste Schublade" gehören?

Übrigens könnte die Mutter auch an ADHS leiden ... sie schildern ein typisches Hochrisikoverhalten und Beziehungsunfähigkeit, etwas das es bei unbehandeltem ADHS leider häufig gibt.

Aber das war nicht ihre Absicht, Ihre Absicht war beleidigen.

Deswegen finde ich diese "Geschichte" absolut neben der Spur.

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M_3000 07.03.2012, 09:59
179.

Zitat von abby_thur
Oft ist das Kind einfach nur nicht körperlich ausgelastet genug. Bei mir in der Schule ( 20 Jahre her) wurde der Klassenclown wenn er zuviel nervte dazu verdonnert, dreimal um die Schule zu rennen, während ihn die Lehrerin aus dem Fenster heraus beaufsichtigte. Danach war er ruhig und ausgeglichen.

Die Lehrerin hat richtig gehandelt.

Sport hilft sehr aber nur in leichten Fällen reicht Sport alleine.

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