Forum: Wissenschaft
Fukushima-Flüchtlinge: "Ihr könnt dort nicht mehr leben"
REUTERS

Lange hat die japanische Regierung beschwichtigt und den Fukushima-Opfern falsche Hoffnung gemacht - nun gibt erstmals ein hochrangiger Politiker zu: Eine Rückkehr in die radioaktiv verseuchte Heimat ist wohl ausgeschlossen. "Aber ihr bekommt Entschädigung."

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Reiner_Habitus 03.11.2013, 10:30
10.

Zitat von C. Schmidt
Das ist dann wohl eher eine politische Entscheidung....
Na klar. Dass ist die Lösung. Ein paar eher atomfreundliche Regierungspolitiker haben beschlossen Tepco mal so richtig eine reinzuwürgen und vernichten deswegen Milliardenwerte an Infrastruktur.

Im übrigen: Seit wann ist die Lage rund um den Reaktor eigentlich unter Kontrolle? Haben wir schon grüne Wiese oder zumindest einen funktionierenden Kühlkreislauf? Sind die Brennstäbe schon abtransportiert? Wird da schon wieder ausschließlich nach den Regeln der Nukleartechnik gearbeitet oder immer noch gefrickelt?


Fragen über Fragen....

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ir² 03.11.2013, 10:30
11.

Zitat von TippiToppi
- 'Neue Probleme in Fukushima: In Reaktor 2 des japanischen AKW Fukushima Daichii gibt es Anzeichen von erneuter Kernspaltung', 02.11.2013 () Zusätzliche Gefahr ausgehend von den in Daichii/Fukushima gelagerten abgebrannten mehr als 11.000 Brennelemente sowie auch 32 Mischoxid-Brennelementen [MOX-Plutonium-Brennstäbe], die eine Mischung aus Urandioxid und Plutoniumdioxid enthalten: - 'Fukushima: „Die Brennelemente müssen da unbedingt heraus“ ', 01.10.2013 () - 'Sturm-Warnung in Fukushima: Größte Krise der Menschheit droht ', 01.10.2013 () - 'Fukushima: „Die Wahrscheinlichkeit, dass die Rettung gelingt, geht gegen Null“ ', 09.10.2013 () - 'Nuklear-Experte: „Die Lage in Fukushima ist katastrophal“ ', 21.10.2013 () Der Pazifik wird auch seit 2.5 Jahren radioaktiv verseucht:
Ein greenpeace Artikel und Interviews mit Sebastian Pflugbeil und Stephan Kurth vom Öko-Institut. Die UN sieht das zwar etwas anders:
Uno-Studie: Keine erhöhte Krebsgefahr durch Unfall im AKW Fukushima - SPIEGEL ONLINE
...
Die aber war unbegründet, wie eine umfassende Untersuchung der Vereinten Nationen jetzt ergab. Wie deren Komitee für die Folgen von Strahlung (Unscear) mitteilt, hat der Atomunfall weder Todesfälle verursacht, noch wird er einen Anstieg der Krebsfälle auslösen. Die Katastrophe vom März 2011 habe damit keine direkten Gesundheitsfolgen für die Bevölkerung, heißt es in der Studie.

Der Grund sei vor allem die schnelle Evakuierung der Region durch die japanischen Behörden, sagte Unscear-Mitglied Wolfgang Weiss am Freitag in Wien. Rund 160.000 Menschen waren in kurzer Zeit aus der Gefahrenzone gebracht worden. Die Strahlendosis für die Bewohner der Region sei dadurch auf ein Zehntel der Dosis gesunken, die sie abbekommen hätten, wenn sie geblieben wären. Die Dosis sei dadurch "so niedrig, dass wir für die Zukunft keinen Anstieg der Krebsfälle erwarten", sagte Weiss.
....


Wird aber in der emotional und faktenfrei geführten Deutschen Atomdebatte nicht wahrgenommen...

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knuty 03.11.2013, 10:33
12.

Zitat von C. Schmidt
Das ist dann wohl eher eine politische Entscheidung. Von wenigen Hotspots abgesehen dürfte die Belastung des Großteils des Gebietes geringer sein als in vielen anderen (und dicht besiedelten) Orten auf der Welt. Im größten Teil der evakuierten Zone ist die radioaktive Belastung nicht höher als im Schwarzwald.
Da stehen allerdings auch keine havarierten Reaktoren, die immer noch Radioaktivität an die Umwelt abgeben und dazu jederzeit auch noch erneut unkontrolliert Kerne spalten.
Fukushima: Anzeichen neuer Kernschmelze - Politik - FAZ

Zitat von
Natürlich muss man auch schauen, was Spiegel Online schreibt und was der Politiker gesagt hat. Zwischen "Eine Rückkehr ist ausgeschlossen" im Teaser und "es werden nicht alle zurückkehren können" ist ja auch ein riesiger Unterschied.
Es werden ganz bestimmt nicht alle zurückkehren können, denn es sind ca. 1.600 Menschen durch und während der Evakuierung gestorben. Das sind mehr Todesopfer als durch die Naturkatastrophe in diesem Gebiet.

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Misha 03.11.2013, 10:36
13. optional

Zitat von C. Schmidt
Das ist dann wohl eher eine politische Entscheidung. Von wenigen Hotspots abgesehen dürfte die Belastung des Großteils des Gebietes geringer sein als in vielen anderen (und dicht besiedelten) Orten auf der Welt. Im größten Teil der evakuierten Zone ist die radioaktive Belastung nicht höher als im Schwarzwald. Natürlich muss man auch schauen, was Spiegel Online schreibt und was der Politiker gesagt hat. Zwischen "Eine Rückkehr ist ausgeschlossen" im Teaser und "es werden nicht alle zurückkehren können" ist ja auch ein riesiger Unterschied.
Genau das beobachte ich auch immer wieder.
Daß zum Beispiel der Strand von Fukushima freigegeben worden ist, hat man auch nicht in den deutschen Nachrichten gehört.
In Deutschland wird halt bezüglich Kernenergie selektiv berichtet. Leider.

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Misha 03.11.2013, 10:37
14.

Zitat von TippiToppi
- 'Neue Probleme in Fukushima: In Reaktor 2 des japanischen AKW Fukushima Daichii gibt es Anzeichen von erneuter Kernspaltung', 02.11.2013 () Zusätzliche Gefahr ausgehend von den in Daichii/Fukushima gelagerten abgebrannten mehr als 11.000 Brennelemente sowie auch 32 Mischoxid-Brennelementen [MOX-Plutonium-Brennstäbe], die eine Mischung aus Urandioxid und Plutoniumdioxid enthalten: - 'Fukushima: „Die Brennelemente müssen da unbedingt heraus“ ', 01.10.2013 () - 'Sturm-Warnung in Fukushima: Größte Krise der Menschheit droht ', 01.10.2013 () - 'Fukushima: „Die Wahrscheinlichkeit, dass die Rettung gelingt, geht gegen Null“ ', 09.10.2013 () - 'Nuklear-Experte: „Die Lage in Fukushima ist katastrophal“ ', 21.10.2013 () Der Pazifik wird auch seit 2.5 Jahren radioaktiv verseucht: - '28 Belege dafür, dass die ganze Westküste der USA durch radioaktiven Fallout aus Fukushima belastet ist', 21.10.2013 () - 'The ocean is broken', 18.10.2013 ( ) "The next leg of the long voyage was from Osaka to San Francisco and for most of that trip the desolation was tinged with nauseous horror and a degree of fear. 'After we left Japan, it felt as if the ocean itself was dead,' Macfadyen said. 'We hardly saw any living things. We saw one whale, sort of rolling helplessly on the surface with what looked like a big tumour on its head. It was pretty sickening.' 'I've done a lot of miles on the ocean in my life and I'm used to seeing turtles, dolphins, sharks and big flurries of feeding birds. But this time, for 3000 nautical miles there was nothing alive to be seen.' " - 'China wird nervös: Fukushima zerstört Pazifik, gefährdet Menschheit', 12.10.2013 ()
Die deutschen Wirtschaftsnachrichten als seriöse Quelle zu bezeichnen ist wohl sehr gewagt. Immerhin geben Sie die Quellen an, was andere nicht tun.

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gustavsche 03.11.2013, 10:43
15.

Zitat von msdelphin
die Betroffenen ein paar Jahre günstigen Atomstrom. Zumindest versuchen uns das immer die Befürworter von Kernenergie weiszumachen. Aber hier kann man sehr deutlich erkennen: Der ach so (kurzfristige) günstige Atomstrom ist deswegen soor günstig, weil er die gigantischen Folgekosten auf später und insbesondere die zig-fachen nachfolgenden Generationen verlagert. Außerdem werden diese Kosten der Allgemeinheit nicht über den Strompreis präsentiert sondern über andere Steuern. Mit anderen Worten: Kernenergie ist die mit riesigen Abstand am höchsten subventionierte Branche überhaupt.
Welche Folgekosten? Es ist doch reichlich übertrieben und man ist übervorsichtig. Man könnte schon heute dort problemlos leben. Wer ständig zwischen Europa und USA pendelt, ist höheren Dosen ausgesetzt. Hiroshima und Nagasaki waren kurzzeitig richtig hohen Dosen ausgesetzt und der radioaktive Fallout machte sich noch einige Jahre später in den Krebsstatistiken bemerkbar. Heute aber leben dort Menschen und sie sind nicht überdurchschnittlich viel Radioaktivität ausgesetzt.

Nun ist Fukushima aber keine Atombombe gewesen und viele Maßnahmen zielten darauf ab, dass nicht all zu viel der radioaktiven Isotope in die Atomsphäre gelangt.

Es fehlt einfach der unhysterische und unverkrampfte Umgang mit Radioaktivität. Und da wir nach fünfzig Jahren friedlich genutzter Kernenergie erst drei schwerwiegende Unfälle hatten, zeigt, dass es sich um eine recht sichere Technik handelt.

Dass man den Menschen verbieten will, in ihre Heimat zurückzukehren, ist ungerechtfertigt. Es ist ein ungeheuerlicher Eingriff in die Menschenrechte, alleine deshalb, um irgendwelchen Krebsstatistiken in zehn und zwanzig um drei Promillepunkte Jahren zu frisieren.

Wenn in Deutschland ein Biobetrieb über 50 Menschen töten und über 200 Menschen mit Nierenschäden hinterlässt (deren Lebensqualität ist nun total im Eimer), dann wird das einfach so hingenommen. Die Menschen fürchten sich nicht vor schlechterer Hygiene durch Bio (höherer Einsatz von Gülle), vor mehr Pilzgift in Bio (wg. nicht verwendeter Fungizide), man fürchtet sich von Radioaktivität.

Als es kurz nach Fukushima hieß, der Absatz von Fisch aus Japan sei schlagartig zurückgegangen, fragte ich mich: Wie unfassbar dämlich müssen diese Leute sein.

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knuty 03.11.2013, 10:44
16.

Zitat von ir²
Ein greenpeace Artikel und Interviews mit Sebastian Pflugbeil und Stephan Kurth vom Öko-Institut. Die UN sieht das zwar etwas anders: Wird aber in der emotional und faktenfrei geführten Deutschen Atomdebatte nicht wahrgenommen...
Sie haben es wohl noch nicht realisiert: Im Reaktor 2 ist es zu einer erneuten Kritikalität gekommen: Fukushima: Anzeichen neuer Kernschmelze - Politik - FAZ

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malanda 03.11.2013, 10:44
17. Guter Mann, ...

Zitat von C. Schmidt
Das ist dann wohl eher eine politische Entscheidung. Von wenigen Hotspots abgesehen dürfte die Belastung des Großteils des Gebietes geringer sein als in vielen anderen (und dicht besiedelten) Orten auf der Welt. Im größten Teil der evakuierten Zone ist die radioaktive Belastung nicht höher als im Schwarzwald. Natürlich muss man auch schauen, was Spiegel Online schreibt und was der Politiker gesagt hat. Zwischen "Eine Rückkehr ist ausgeschlossen" im Teaser und "es werden nicht alle zurückkehren können" ist ja auch ein riesiger Unterschied.
... dann ziehen Sie doch endlich nach Fukushima, der Region, in der alles gut ist.

Politische Entscheidung ... muss den Kopf schütteln ... Sie wissen recht gut, wie lange man einem Politiker in den Allerwertesten treten muss, bis er eine Entscheidung trifft, die nicht in seine Vorstellung passt. Und Sie meinen, die Politiker haben das nur aus Übervorsicht im Sinn.

Nein, ich denke, es macht wirklich Sinn, dass sie ins gelobte Land ziehen. Strahlend schöne Aussichten. Und Sie kriegen sofort Arbeit. Z.B. als der Mann, der zum Abklingbecken hochklettert und die Brennstäbe ans Kranseil hängt. Oder als der Mann, der mal in den Tiefen unter dem ehemaligen Chorus nachschaut, was da genau jetzt passiert.

Sie wissen ja, die doofen Roboter funktionieren da unten nicht. Ein Mensch kann sich sicherlich an so einem kleinen, unbedeutenden Hotspot geschickt vorbeimogeln. Wenn's einer kann, dann Sie. Immer dran denken, nach dem kleinen Hotspot kommt gleich wieder Schwarzwald-Idyll.

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gustavsche 03.11.2013, 10:47
18.

Zitat von mrmink
Genauso wird es in allen Ländern der Welt passieren. Niemand hat eine Idee wie diese Atomenergie beherrschbar und deren Abfälle zu lagern oder zu vernichten ist. So langsam müßten doch die ersten Castor Behälter die in so genannten Zwischenlagern sind durchrosten. Die ganzen Kosten werden unseren Kindern und Enkeln präsentiert.
Die Abfälle sind Abfälle, weil es die Politik so will. Sie könnten Rohstoff für eine neue Kraftwerksgeneration sein, aber man will es nicht, denn dann wäre ja die Endlagerfrage gelöst und die Grünen hätten ein Argument weniger. Außerdem fällt auch ohne Kernkraftwerke entsprechender Abfall an, nämlich in der modernen Medizin.

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Estes 03.11.2013, 10:48
19. Ohne Zahlen...

...genauso wertlos wie andere reißerische Artikel. Ich weiß nicht, warum man den Politikern plötzlich glauben schenkt, wenn sie die eigene Meinung vertreten, vorher aber die apokalyptischen Reiter der Atomlobby gewesen sind.

Dass das hier nicht ernst zu nehmen ist, zeigt schon dieser Satz: "die wegen der radioaktiven Verseuchung niemals mehr bewohnbar sein würden." Das ist ungefähr so sinnvoll im Winter zu sagen: Frankfurt wird nie wieder eisfrei sein.

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