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Fukushima: Regierung wusste früh von drohender Kernschmelze
REUTERS

Gerade mal vier Stunden nach dem Tsunami im März 2011 diskutierte der japanische Krisenstab die Gefahr einer Kernschmelze in Fukushima - das beweist ein nun veröffentlichtes Protokoll des Treffens. Offiziell dauerte es mehrere Monate, bis die Regierung die Atom-Katastrophe bestätigte.

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stanislaus2 10.03.2012, 12:54
1. Wie grauenvoll

Die Regierung wusste also schon vorher, dass der Reaktorkessel durchschmilzt und hat das nicht sofort verboten. Unverantwortlich.


Übrigens, es gab bei dieser "Katastrophe" keinen einzigen Toten und ebenfalls keine schwer Strahlenverletzten. Weil die Sicherheitseinrichtungen, die für einen solchen Fall eingebaut sind, hielten.

Dies zeigt deutlich, dass die Kernkraft auch bei Erdbeben nie gekannter Größenordnung und Riesentsunami, der so nie kalkuliert war (weil unwahrscheinlich) trotzdem beherrschbar bleibt.

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max_copernicus 10.03.2012, 12:55
2. Japanische Obrigkeitshörigkeit

Billige, sichere Atomenergie - ja?

Verlogene Drecksbande.

"Ich nehme die Kritik, dass ich Ihnen nichts über die Möglichkeit einer Kernschmelze sagen konnte, demütig entgegen"

Ich höre diesen Satz schon in ein paar Jahren in Bezug auf die Target2-Problematik, Club Med:

"Ich nehme die Kritik, dass ich Ihnen nichts über die Möglichkeit einer vollständigen Vernichtung Ihrer Sparguthaben sagen konnte, demütig entgegen"

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vask 10.03.2012, 12:56
3.

Wer so einem Braten jemals getraut hat, dem ist nicht mehr zu helfen. Klar, hinterher kann jeder behaupten - "war doch klar", aber mal ehrlich... es war doch klar.
Runterspielen, vertuschen, lügen, das ist einfach die Standardprozedur bei solchen Fällen und das ist überall so und auch unsere Leute hier würden uns belügen, wenn der Fallout schon über Berlin schwebt und wir nur noch nicht komplett verstrahlt sind, weil es glücklicherweise nicht regnet.

Ist mir unverständlich wie so gefährliche Technologie von privaten Unternehmen betrieben werden darf.

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Dumpfmuff3000 10.03.2012, 13:02
4. xx

Zitat von
Inzwischen haben die Reaktoren nach Darstellung der Regierung einen Zustand der Kaltabschaltung erreicht und sind unter Kontrolle. Frühestens in zehn Jahren kann damit begonnen worden, sie zu entkernen.
Die Darstellungen der Regierung sind null vertrauenswürdig. Reaktor Vier ist immernoch ein Riesenproblem, das Gebäude ist zerstört und im Falle eines weiteren ausreichend starken Bebens könnte dieser massiv beschädigt werden, wobei dann die freigesetze Radioaktivität ungehindert in die Umgebung gelangt. Ein solches Beben wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 75% innerhalb der nächsten 4 Jahre erwartet.

Alleine was die theoretisch quantifizierbaren Schäden angeht, hat Fukushima bereits gigantischen Schaden angerichtet: Riesige Flächen Agrarland sind auf unbestimmte Zeit entwertet, und das in einem Land, in dem praktisch nichts so knapp und kostbar ist wie Nutzfläche; Gebäude sind zerstört und entwertet. Die Beseitigung der Schäden an Gebäuden und Infrastruktur, die Entseuchung, die zusätzlichen Kosten fürs Gesundheitssystem, die Evakuierungskosten, die jahrelange Kontrolle des Katastrophenreaktors, schließlich der Rückbau, die Produktionsausfälle, Fangausfälle der Fischindustrie, etc....

Damit dürfte die japanische Atomindustrie volkswirtschaftlich eine eindeutige Nagativbilanz aufweisen.

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whs 10.03.2012, 13:02
5. Zwangsläufig

Es war allgemein bekannt, dass es in Fukushima aufgrund des Erdbebens zu einer Notabschaltung gekommen ist und Minuten später der Tsunami die in nur 10 Meter über dem Meeresspiegel installierte Notstromversorgung zerstört hat. Das, was in einem solchen Fall passiert, kann man bei Wikipedia nachlesen:

"Die Nachzerfallswärme – sie entsteht nach Unterbrechung der Kernspaltung unvermeidlich – bewirkt dann, dass die Brennelemente sich stark erhitzen. Wenn sie nicht gekühlt werden, schmelzen sie und tropfen auf den Boden des Reaktors.

Bei einem solchen Unfall kann hochradioaktives Material unkontrolliert aus dem Reaktor in die Umgebung gelangen und Mensch und Umwelt gefährden – ein Unfall, den man als Super-GAU bezeichnet."

Jeder, der wollte, konnte es schon damals wissen, auch ohne japanische Regieung, Tepco usw.

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Schiebetürverriegler 10.03.2012, 13:09
6. Na ja

Zitat von sysop
Gerade mal vier Stunden nach dem Tsunami im März 2011 diskutierte der japanische Krisenstab die Gefahr einer Kernschmelze in Fukushima - das beweist ein nun veröffentlichtes Protokoll des Treffens. Offiziell dauerte es mehrere Monate, bis die Regierung die Atom-Katastrophe bestätigte.
was will man dazu sagen. Wenn man sich jedes Mal auf die Veröffentlichungen und Versicherungen von irgendwelchen Regierungen verlassen würde, würde man immer noch glauben, dass Atomkraft sicher ist....

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Seska Larafey 10.03.2012, 13:10
7. .

Wer dreimal Lügt, dem Glaub man nicht. Auch wenn er die Wahrheit spricht


Soso, in Japan ist das Gesicht wahren höher gestellt als Menschenleben

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leonn 10.03.2012, 13:11
8. Einer wie der andere

... und es bleibt dabei ...genau wie 1986 in Tschernobyl.
Pest und Cholera = Ost und West

same prosedure as every year

Riesen Rattenpack.

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Misha 10.03.2012, 13:12
9. Ich finde ...

Zitat von stanislaus2
Die Regierung wusste also schon vorher, dass der Reaktorkessel durchschmilzt und hat das nicht sofort verboten. Unverantwortlich. Übrigens, es gab bei dieser "Katastrophe" keinen einzigen Toten und ebenfalls keine schwer Strahlenverletzten. Weil die Sicherheitseinrichtungen, die für einen solchen Fall eingebaut sind, hielten. Dies zeigt deutlich, dass die Kernkraft auch bei Erdbeben nie gekannter Größenordnung und Riesentsunami, der so nie kalkuliert war (weil unwahrscheinlich) trotzdem beherrschbar bleibt.
... es gibt einen Unterschied zwischen vermuten, ahnen, schätzen und wissen.

Im Artikel steht nicht, daß sie früh von einer Kernschmelze wußten, sondern dies nur in Betracht zogen.

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