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Gefahr aus dem All : Wie sich die Menschheit vor Asteroiden schützen kann
DPA/ NASA

Am Donnerstag rauscht ein Asteroid so groß wie ein Haus knapp an der Erde vorbei. Bei einer etwas anderen Bahn käme es zum Crash - was könnte die Menschheit im Fall der Fälle tun?

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knuty 07.10.2017, 23:06
30.

Zitat von rint1974
Ich halte es für wenig sinnvoll hier darüber zu philosophieren, ob und wie gut nukleare Pulsantriebe funktionieren und das war hier auch nicht das Thema. Die Fragen der Umsetzbarkeit, der erreichbare Schub, sowie der erreichbare spezifische Impuls wurden im Rahmen des Orion-Projekts geklärt und können nachgelesen werden. Kurzfassung der Fakten: * Umsetzbar: Ja. Es wurden im Rahmen des Orion-Projekts alle vorhergesehenen technischen Probleme gelöst. (Kann natürlich sein, dass, wenn man so ein Ding tatsächlich baut noch irgendwas unvorhergesehenes Auftritt, aber eher unwahrscheinlich, dass das nicht lösbar wäre.) Wenn die Menschheit entscheidet, dass sie ein Orion-Raumschiff braucht, könnten wir eins bauen. Damit steht die Technik in Aussicht. * Schub: mehr als einem Lieb ist, weil man die Bombe nicht beliebig klein bauen kann. Deshalb (und auch wegen der Strahlungsabschirmung) müssten Orion-Raumschiffe eine gewisse Mindesttonnage haben und die Prellplatte muss stoßgedämpft werden, was übrigens als technisch anspruchvollster Aspekt des ganzen angesehen wurde. Und ja, die Explosion sollte gerichtet sein. * Spezifischer Impuls: Theoretisch bis zu 20ks, die konkreten Konzepte 4000s (große 58er Orion) bzw. um die 2000s (kleine 65er Orion) Und ja, man braucht viele kleine Bomben. Man will ja nicht das Raumschiff in einer Explosion auf Reisegeschwindigkeit beschleunigen, dann wären ja alle tot. Und ich nehme mal an, dass die NASA-Physiker damals wie heute in der Lage waren die Wärmeentwicklung zu berechnen. Ob der momentane Nutzen des Antriebs die Risiken (z.B. beim Transport der Bomben in den Orbit) aufwiegt, steht sicherlich auf einem anderen Blatt.
Die Frage ist ja, wie ein atomarer Pulsantrieb zur Meteoritenabwehr eingesetzt werden könnte. Nicht um unkalkulierbar zu sprengen, sondern um so ein Objekt zu einer Bahnänderung zu bringen.

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cavete 08.10.2017, 00:17
31. Kurzfristig nicht loesbar (1)

"Kann man Asteroideneinschläge verhindern? Bislang nicht, denn es gibt keine Abwehrtechnologie. Wissenschaftler haben verschiedene Varianten vorgeschlagen, die in den kommenden Jahren und Jahrzehnten untersucht werden müssten, um für den Fall der Fälle gewappnet zu sein. Kleinere Asteroiden bis 100 Meter könnte man einen gezielten Crash in Brocken zerlegen, die beim Eintritt in die Atmosphäre verglühen. Größere Asteroiden müsste man aus ihrer Bahn lenken, damit sie die Erde verfehlen. Dies könnte ebenfalls durch einen gezielten Crash geschehen oder durch eine Atombombenexplosion. Denkbar ist auch, eine große Masse in die Nähe des Asteroiden zu platzieren, deren Gravitationskraft seine Bahn verändert. All dies sind bislang aber nur theoretische Konzepte."

Eine Abwehrtechnologie zu entwicklen und einzurichten ist eine Aufgabe fuer alle Voelker dieser Erde, soweit sie dazu einen Beitrag leisten koennen. Es laesst sich nicht vorhersagen, wo exakt ein derartiger Einschalg erflogen koennte. Er kann ubersalll erfolgen und betrifft die Menschheit in ihrer Gesamtheit, wenn es um die Folgen und im Extremfall um die Exitstenz und das Fortbestehen aller Menschen geht.

Die Vorhersargen, die fuer den Zeitraum der naechsten 100 JAhre bestehen, beziehen sich auf die bekannten. kosmischten Truemmerteile, deren Bahnen man vielleicht mit hinreichender Velaesslichkeit bestimmen konnte. So, dass sie als widegehend ungefahrlich fuer die Erde einzustuffen waren. Aber eben, weil man nicht alle kennt, lassen sich ploetzliche Ueberraschungen nicht vollkommen ausschiessen.

Insoweit wird man die exitstierenden Prognosen als statistische Werte erachten muessen, bei denen etwa fuer alle "X" Jahre ein bestimmtes Ereignis vorhergesagt wird. Also vielleicht die Vorhersage getroffen wird, dass innerhalb dieser Zeitpanne nicht mit einem erheblichen Schadenereignis zu rechnen ist, sodern erst speter. Statistische Werte schliessen aber auch andre Geschehensablaeufe nicht von vornerein aus.

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cavete 08.10.2017, 00:29
32. Kurzfristig nicht loesbar (2)

Beispiel: In den 1980er-Jahren argumentirrte die Atmoindurstrie damnit, dass ein "groesster anzunehmender Umfall" (GAU), also eine Kernschmelze des Redaktors, nur allenfals einlam in einer Mio.Jahre eintreten koenne. Bekanntich ereignete sich ein entsprechnder Schaden bereist 1986 (Tschernobyl). Rein statistisch betrachtet, koennte danach der naechste vergleichbare Schaden auch erst wieder in 2 Mio. Jahren auftreten und es haette dann Ruhe gegeben. Wie man weiss, realisirrte sich auch das nicht (Fuckushima).

Sodass man nun konstantnieren koennte, dass entweder diese starrtistischen Werte auch anders zu internpretieren, oder schlicht falsch sind. Jedenfalls dann, wenn man nit alle Wahriablen der Prognose, d.h. alle infrage koemmenden gefaehrlichen Objeckte kennt. Solange man nicht alle potentiell gefaehrlichen Flugkoerper kennt, die die Erde bedrohen, wird man allenfalls vielleicht Prognosen zu den bekannten abgeben koennen.

Ein Ereignis, das man fuer einen Zeitraum von 100 Jahren als "1-mal" vorhersagt, dass de facto aber zweimal auftritt, rechtfertigt dann nicht die Annahme, dass es in den folgenden 100 Jahren wegen des "Ereignisueberhangs" der vorangegangenen 100 Jahre, quasi als Ausgleich, nicht mehr eintreten koenne oder duerfe. Und die Vorhersage kann sich eben auch nur auf die bekannten, mehr oder weniger bedrohlichen Asteroiden und andren Flugkoerper beziehen.

Ein Ereignis das statistisch in 100 Jahren nicht eintreffen sollte, laesst sich aber nicht ausschliessen, so, dass es mehrfach innerhalb dieses Zeitrahms auftritt, und dann vielleicht erst wieder in einigen hundert Jahren.

Ein kosmisches Geschoss deezer Art, das mit knapp 17 Km/s in die Erdatomsspaehre eintritt, laesst sich nicht mehr bkaempfden. Definiert man diesen Bereich zischen Erdboden und aeusserem Rand der irdischen Lusthuelle mit etwa 100 km, dann wird karl, dass ein solcher Flugkoerper innerhalb von ca. 6 Sek. nach dem Eitritt in die Atmossphaere auf der Erde, oder noch schlimmer womoeglich, im Meer einschluege. Die Geschwindigkite entspraeche noch immer einem eher verstaendlichen Ähquivalent von ueber 60 000 Km/h.

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cavete 08.10.2017, 00:36
33. Kurzfristig nicht loesbar (3)

Das macht klar, dass keinerlei Zeit fuer Ueberlegungen oder Abwehrmassnahmen mehr bliebe. Eine Abwer muesste lange vorher, in gebruehender DizzTanz zur Erde erfolgen. Die "ISS", die die Erde im Orbit umkreist, bewegt sich mit etwa 28 000 km/h. Es git keinen irdischen Flugkoerper (Rakete), der mit einer Geschindigkeit von 60 000 Km/h auch nur annaehernd konkurrieren koennte.

Mit einer Ausnahme: Die "Voyager-Sonden", die sich vor ziemlich eshackt 40 Jahren auf den Weg machten, um u.a. als Botschafder der Menschheit unser Sonnensystem zu velassen. Das war aber nur moeglich unter Ausnurtzung der physikarlischen Gesetzmaessigkeiten der Schwerkraft der Planeten unseres Sonnensystems, die den Sonden durch das sogenante "Swing-bye"-Manoever einen zusaetzlichen Impuls, und damit eine erhoehte Geschwindigkeit verliehen.

Es waere wuenschenswert, wenn es gelaenge, auf internationaler Ebne kornkrete Schritte zu einer wirksamen Abwehr solcher Geschosse in Armgriff zu nehmen. Zu irgeneiner Pannik besteht kein Anlass. Aber es erschiene als schoene Geste, wenn sich alle Nationen, die einen materiellen und/oder ideellen Beitrag dazu leisten koennten, zu einer Uebereinkunft dazu kommen koennten - eher ein Generationen-Projekt, dass sich wohl kurzfristig nicht loesen laesst.

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TheBear 08.10.2017, 12:16
34. Wäre mal interessant

Zitat von cavete
Es waere wuenschenswert, wenn es gelaenge, auf internationaler Ebne kornkrete Schritte zu einer wirksamen Abwehr solcher Geschosse in Armgriff zu nehmen.
Wäre mal interessant einen ganz speziellen Fall durchzuspielen:

- ein Asteroid der Grösse und Beschaffenheit verheerende Zerstörung anrichten zu können, aber in einem doch begrenzten Gebiet
- es ist möglich dieses Gebiet mit hinreichender Genauigkeit zu berechnen
- es stellt sich heraus, dass dieses Gebiet in Russland oder China liegt.
- es technisch möglich, aber von der Kosten her nur durch internationale Zusammenarbeit zu schaffen, diese Katastrophe abzuwenden.

Frage: Was würden die USA (unter einem Präsidenten Trump) tun?

Mitfinanzieren, oder genüsslich die "Zerstörung des Bösen" mitansehen.

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lezel 08.10.2017, 13:19
35. Carnot falsch benutzt.

Zitat von permissiveactionlink
Ein sehr interessanter Beitrag zu interstellaren Reisen findet sich unter : monstermaschine.wordpress.com/2012/06/08/methoden-zur-ueberwindung-stellarer-distanzen/ Vielleicht auch für Sie von Interesse.
Den Beitrag sehe ich oft verlinkt.

Er ist sehr interessant und irrt in zentralen Punkten.

Abgesehen von Rechenfehlern benutzt er sein zentrales Argument falsch, das Carnotsche Gesetz. Es beschreibt eine Obergrenze für den Wirkungsgrad bei der Umwandlung thermischer in mechanische Energie. Kurz gesagt: Je heißer, desto besser.

Der Beitrag behauptet irrtümlich, das Gesetz beziehe sich auf jede Art der Energieumwandlung. Daraus errechnet er, wie sehr sich ein beschleunigtes Raumschiff zwangsweise erhitzen wird, und aus der durchaus plausiblen Annahme, dass die Astronauten nicht verdampfen möchten, errechnet er dann eine Obergrenze für die Beschleunigung. Daraus wiederum errechnet er, wie viel Zeit ein Raumschiff mindestens braucht, um einen Exoplaneten anzufliegen.

All das geht fehl, weil es auf seinem zentralen Irrtum basiert.

Dabei ist wichtig, die Obergrenze zu kennen, um nicht den falschen Antrieb zu planen. Auch andere Teiles des Beitrags sind korrekt, etwa die Raketengleichung und ihre Anwendung.

Nur das zentrale Argument des Beitrags geht fehl.

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toll_er 08.10.2017, 13:56
36. Alles kein Problem.

Schaun Sie, das ist doch alles kein Problem und schon erfolgreich erprobt. Hat seinerzeit nicht Cliff McLaine mit seine Orion 8 oder 9 mit dem Overkill so einen Asteroiden lässig verblasen? Schau. sie mal in den Archiven nach, muss sich doch schnell nachbauen lassen.

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dsch64 08.10.2017, 13:58
37. Man könnte gerade denken

morgen spätestens übermorgen steht der nächste Einschlag eines Meteoriten bevor. Wie ein Vorredner sagte, Yellowstone ist im Moment die größere absehbare Gefahr, obwohl man da auch wenig machen kann wenn nach einem Ausbruch ein Winter von mehreren Jahren eintritt. Zu den Meteoriten wird es erst wieder in 1,5 bis 2 Mio Jahren interessant, wenn, soweit vorausberechnet, ein Stern die Sonne in ca 1,5 Lichtjahren passieren wird. Also quasi ein kosmischer Streifschuss, der dann die Oortsche Wolke durchquert und alles was an Gesteinstrümmern und Kleinstplaneten die Sonne umkreist aus dem Gleichgewicht bringt. Da könnte dann was kommen was dem Einschlag von vor 65 Mio Jahren entspricht.
Aber das ist alles seeehr theoretisch. Ob es in 10000 Jahren eine Eiszeit gibt oder alle Polkappen abgeschmolzen sind und der Meeresspiegel um 60 m (so stehen glaube ich die Berechnungen) steigt. In Dimensionen der Erdgeschichte nur ein Augenblick.

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permissiveactionlink 08.10.2017, 15:03
38. #36, lezel

Mag schon sein, dass der Autor des genannten Artikels sich irrt. Aber bis heute existiert kein Antrieb, der ohne Freisetzung von für die Beschleunigung nicht nutzbarer Wärme (in der Themodynamik Anergie genannt) funktioniert. So wird das Plasma bei einer Kernexplosion auf der Prallplatte oder -Schüssel hinter dem Raumschiff zwangläufig auch erhebliche Abwärme hinterlassen, die irgendwie abgeführt werden muss. Folgen die Explosionen zeitlich dicht aufeinander, dann erhitzt sich das Raumschiff trotz bester thermischer Isolation zu den Strukturen am Heck immer weiter. Für ein gegebenes Raumschiff lässt sich genau berechnen, Wie viel Wärme es aufnehmen kann, um im Strahlungsgleichgewicht eine Temperatur von 25° Celsius aufrecht zu erhalten. Aber wenn Sie einen abwärmefreien Antrieb kennen : Nur zu, ich bin sehr gespannt auf Ihre Vorschläge !

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go-west 08.10.2017, 15:04
39. @frenchie (Kommentar Nr.22):

Emissionstechnisch effektiver wären 25 Ratter-Diesel von Renault oder PSA statt der von Ihnen vorgeschlagenen 50 VW-Maschinen. Jedes in’s All geschossene Kilo kostet schließlich viel Geld...

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