Forum: Wissenschaft
Gentechnik-Papier des Bundesvorstands: Wie die Grünen Monsanto ärgern könnten
imago/Gerhard Leber

Die Grünen diskutieren, ob sie offener gegenüber Gentechnik in der Landwirtschaft werden sollten. Die Skepsis in der Partei ist groß, dabei könnte sie das Thema für ihre Zwecke nutzen.

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Stresspille 17.04.2018, 16:25
20. Reine Demagogie

Zitat von Goldwin
"Die Faktentreue der Grünen reicht jedoch immer nur so weit, wie sie zum eigenen Idealismus passt." Mit diesem Satz ist alles gesagt! Und die Grünen werden ihren fast schon zur Religion gehypten Idealismus nicht aufgrund solch blöder Fakten aufgeben. Passt nicht zur Partei
Gratuliere! Und schon sind die Grünen wieder die weltfremden Idealisten, die entgegen wissenschaftlicher Erkenntnisse weiter ihre Pullover stricken.

Die wachsende Weltbevölkerung ernähren ist ein hehres Ziel. Das war immer schon das Argument für Gentechnik. Sie haben das Argument jetzt noch mit dem Klimawandel verziert. Die Praxis zeigt jedoch, zu welchen Fehlentwicklungen es in der Landwirtschaft gekommen ist.

Durch den Hinweis auf CRISPR/Cas soll die ganze Gentechnik zur züchterischen Tätigkeit werden da man das ja nicht mehr so gut unterscheiden kann?

Praktisch im Vorbeigehen wird behauptet, daß das in Wissensschaftskreisen höchst umstrittene Glyphosat unbedenklich sei. Und dieses - scheinbare - Faktum wird dann verwendet um die Grünen generell zu verunglimpfen.

Tatsächlich kann wohl kein Wissenschaftler ernsthaft eine Unbedenklichkeit des Glyphosats attestieren. Da flüchtet man sich lieber in Floskeln wie: " ... bei sachgemäßem Gebrauch." Aber wer überwacht den "sachgemäßen" Gebrauch eines Stoffes, den auch sie und ihre Kinder bereits in den Knochen haben?

Drehen wir doch den Spieß einmal anders herum. Wir haben genügend "unerklärliche" Zivilisationskrankheiten auf der einen Seite und einen festen Kreis von "verdächtigen" auf der anderen. Verwirren die Neonicotinoide nur Bienen den Kopf? Kommt unser Alzheimer wirklich nur vom Alter? Ist der Krebs meiner Bekannten ein Feinstaub-, Stickoxid- oder Glyphosatkrebs? Und wenn letzteres, hätte sie ihn auch bei "sachgemäßen Gebrauch" der benachbarten Landwirte bekommen? ...

Was soll's, wenn man erst einmal sein Alzheimer oder finalen Krebs hat, kann es einem ja vollends egal sein. Früher sind die Leute ja schließlich auch nicht so alt geworden. Ja, früher war alles besser. Hunde, wollt ihr ewig leben!?

Und jetzt sollen wir es so machen wie die Amerikaner. Die haben Probleme, die wir noch nicht haben. Von Monsanto abhängige Bauern pflanzen Monokulturen von patentiertem Genmais auf - dank Glyphosat und Neonicotinoiden - praktisch sterilen Flächen. Ab und an wird der Maiswurzelbohrer resistent und zwingt zum nächsten "Update" der Gentechnik. Man könnte fast meinen, da entwickelt auch noch einer am Maiswurzelbohrer ;-) Ja, das wollen wir auch!

Liebe Frau Merlot, wir haben ganz andere Probleme. Wir erleben das größte Insektensterben der Geschichte. Selbst Charakterarten unserer Kulturlandschaft verschwinden gerade jetzt. Wann haben sie denn ihre letzte Feldlerche gehört?

Ihre Kinder werden sie vermutlich nicht mehr kennenlernen und - nur darum - nicht vermissen.

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johnny_b 17.04.2018, 16:38
21.

Zitat von mostly_harmless
Der Beitrag zeigt, dass Sie schlicht keinen blassen Schimmer vom Thema haben. Züchtung bringt keine artfremde Gene in eine Pflanze. Mehr gibts dazu nicht zu sagen.
Genau, keinen blassen Schimmer. Schon einmal etwas von Hybrid-Kreuzung gehört? Ein Beispiel ist z.B. Triticale.


Darüber hinaus werden durch ein Einsatz von Mutagenen zufällige Mutationen hervorgerufen, dabei entstehen jede Menge Gene, die so nicht in der Art vorkommen ...

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taglöhner 17.04.2018, 16:45
22.

Zitat von mostly_harmless
Tschuldigung, in der Gentechnik ist industrieabhängige / - finanzierte Forschung der Normalfall. Die notwendigen Gerätschaften sind viel zu teuer, als dass die Universitäten das aus eigenem Etat finanzieren könnten. Deshalb existieren auch kaum Artikel in SCI-gelisteten Zeitschrifen, die man als unabhängig klassifizieren kann. Und das ist FAKT, und keine Diffamierung. Und was große Firmen bewirken können, wenn sie und ihre Lobbyisten aus allen Rohren schiessen, konnte man bei der Langzeitstudie mit Ratten zur Wirkung von Glyphosat sehen. Die war nämlich von ähnlich (schlechter) Qualität wie hunderte andere Studen auch. Nur die Reaktion der diversen Mietmäuler war eine andere.
Diese unsägliche Rattenstudie ist diskreditiert und hielt keiner Überprüfung stand. Können Sie so etwas überhaupt lesen oder wem plappern Sie nach?
Informieren Sie sich, wie naturwissenschaftliche Forschung funktioniert und wie sie publiziert wird, dann können sie sich solche Peinlichkeiten ersparen. Es ist für die naturwissenschaftliche Methode völlig unerheblich, wer was bezahlt, sondern ob die Ergebnisse korrekt und widerlegbar dargestellt sind. An Widerlegung hapert es aber, oder glauben Sie,das hätte noch niemand versucht? Studieren Sie und weisen Sie nach, Ruhm und Ehre winken.

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erlan90 17.04.2018, 16:54
23. Ich hatte erst neulich ein sehr schönes Gespräch...

wo mir klar gesagt (heruntergebtet trifft es eher), dass man gegen jede Genetik sein muss, solange man nicht nachweisen kann, dass etablierte Mechanismen (auch die DNA-Replikation [sic!]) noch in 30 Jahren so funktionieren. Und da man das nicht könne, könne man nie Sicherheit garantieren, dass es nicht doch ein Risiko darstellen würde. Und da man es nur zulassen dürfe, wenn es absolut sicher sei...
Die Argumentation und Struktur hatte mich tatsächlich an andere Gespräche erinnert. Als ich dann zum provoizieren die gleiche Struktur für die Argumentation wiedergab nur Genetik durch Ehe-für-alle und Natur durch Gesellschaft ersetzte... Manche Menschen wird es selbst dann nicht klar, dass ihre Herangehensweise an die Argumentation nur eine Verkettung von Verdrehungen, sinnleere Totschlagsargumente und realitätsferner Ideologie sind. Wo ein Teil Gesellschaftskritisch sind, sind es die anderen in punkto Technik und Wissenschaft....
Aber tatsächlich fände ich besser, eine Aufnahme der (Stoffwechsel)produkte zu machen, die sich in Lebensmitteln befindet und diese gezielte zu Untersuchen. Auch in verschiedenen Zuständen (unverarbeitet, verarbeitet, geocht, etc...). 1000mal sinnvoller als Genetikstop.

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Der Terraner 17.04.2018, 16:57
24. @spon-46s-f3h0-2: Falsches wird durch Wiederholung nicht richtig

Zitat von spon-46s-f3h0-2
Dass die Grünen die Glaubwürdigkeit der Efsa in Frage gestellt haben, kommt nicht ganz von ungefähr. Deren Bericht wurde quasi von Monsanto geschrieben. https://www.euractiv.de/section/energie-und-umwelt/news/glyphosat-efsa-bericht-zum-teil-kopie-von-monsanto-papier/
Der Bericht der Efsa über Glyphosat wurden mitnichten von Monsanto geschrieben. Es wurden in einigen Unterkapitel und entsprechend richtig markiert und zitiert Textpassagen von Monsantodokumenten übernommen. Dass ist aber ein völlig korrektes Vorgehen und hat rein gar nichts mit den Unterstellungen der Grünen zu tun.

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Der Terraner 17.04.2018, 17:01
25. @bafibo: Die Natur ist da erfinderischer

Zitat von bertlinx
sind fast vollständig von der Industrie finanziert. Die Ergebnisse solcher Forschung sollte man sehr skeptisch sehen, zumal es sich hier um einen Milliardenmarkt handelt. Außerdem muss man sehr genau zwischen Gentechnik für medizinische Anwendungen und Gentechnik in der Landwirtschaft unterscheiden. Gentechnisch veränderte Pflanzen, die einmal ausgesät sind, verbreiten sich ungehemmt wie z.B. die Bohnen in Südamerika mit all den schlimmen Folgen für die Bauern in Südamerika.
Ja, Glyphosat Resistenzen gibt es und sie nehmen auch zu und sind von enormer wirtschaftlicher Bedeutung, ABER die Natur ist da eigene Wege gegangen und hat eben nichts von Monsanto quasi widerrechtlich kopiert :-). Resistenzentwicklungen gegenüber Pflanzenschutzmittel hat er aber immer gegeben, auch schon lange vor der Gentechnik und ist daher auch nichts neues.

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permissiveactionlink 17.04.2018, 17:49
26. #21, johnny_b

Nein. Neue Gene entstehen in Organismen nur über längere evolutive Zeiträume, nachdem vorhandene Gene ein- oder mehrfach kopiert wurden. An diesen Kopien finden dann mit der Zeit verschiedene Punktmutationen statt, wodurch sich die Genprodukte mit der Zeit immer stärker unterscheiden, und irgendwann möglicherweise verschiedene Aufgaben übernehmen. O d e r : Ein neues Gen wird von anderen Organismen in die Pflanze eingeschleust (horizontaler Gentransfer), entweder von Bakterien wie Agrobakterium tumefaziens, oder von Viren, die die Pflanzen infizieren. Jedenfalls dürfte es mich erstaunen, wenn Sie es denn schafften, ein Quallenleuchtgen über reine Züchtung in Pflanzen zu erzeugen, die nach Einwirkung von Chemikalien und/oder Strahlung eine erhöhte Mutagenität (Punktmutationen, Chromosomenabberationen) aufweisen. Damit verändern Sie nur vorhandene Gene, und die Rückkopplungen/Wechselwirkungen zwischen ihnen.

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freekmason 17.04.2018, 17:53
27.

Zitat von max_schwalbe
Ein gutes Argument, Erzgrüne von Gentechnik zu überzeugen, ist die Darlegung, dass auch traditionelle Züchtung letztendlich Gentechnik ist [...]
... es geht halt nur schneller. mit diesem "guten" argument könnte man die leute auch vom klimawandel überzeugen, denn das klima wandelt sich ja immer, geht jetzt halt nur schneller. oder von asbest zur isolation, menschen sind schon immer gestorben, ganz natürlich, geht halt nur etwas schneller. und man muss ja auch mal an die frierenden kinder und die darbende asbestindustrie denken.

der durch halbwissen geprägten hysterie beim thema gentechnik, sollte man doch trotzdem ehrlich begegnen und nicht mit noch schlechteren argumenten, also mit blendwerk für schlichte gemüter, das an den problemen vorbeigeht.

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richey_edwards 17.04.2018, 18:55
28.

Bei den Grünen geht es schon lange nicht mehr um die Umwelt sondern nur noch um Industriesabotage, Verbote und Bevormundung. Die Grünen sind rein ideologisch getrieben, mit Vernunft kann man nicht rechnen.

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der.tommy 17.04.2018, 18:58
29. @johnny_b

Da machen sie grad einen Fehler: Hybrid-Züchtung basiert immer noch darauf, dass man kreuzbare Pflanzen miteinander kreuzt. Damit bekommen sie aber keine Gene von Fröschen in Pflanzen oder von der Erdbeere ins Schwein. Crispr cas ermöglicht das sehr wohl. Es gibt natürliche Grenzen für die Züchtung, bei crispr cas gibt es diese nicht. Insbesondere können Sie Mutationen erreichen, die in der freien Wildbahn nicht funktionieren würden, weil die Zwischenschritte sämtlich nicht lebensfähig wären.

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