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Gentransfer: Die Spinne im Virus
imago/ ZUMA Press

Forscher haben erstmals einen Virus entdeckt, der Spinnengift-Gene enthält. Jetzt rätseln sie, wie die Gene von der Spinne in das Virus gelangten.

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permissiveactionlink 12.10.2016, 15:23
1. Neusprech

Habe ich seit meinem Studium irgendwas verpasst in Bezug auf sprachliche Feinheiten der Biologie ? Bei uns hieß es noch das Virus (Neutrum, lateinisch für : das Gift) und nicht der Virus, siehe Überschrit des Artikels. Des weiteren lag auch der Genus für Bakteriophage eindeutig fest : der Bakteriophage, oder kurz der Phage. Man muss ja nicht allem ein weibliches Geschlecht geben.

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allegro_assai 12.10.2016, 16:39
2.

Inwieweit ist jetzt ausgerechnet das für Forscher ein Rätsel? Ist denn überhaupt von irgendeinem Virus geklärt, wie es zu einer DNS gelangte?

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reuanmuc 12.10.2016, 18:14
3.

Zitat von allegro_assai
Inwieweit ist jetzt ausgerechnet das für Forscher ein Rätsel? Ist denn überhaupt von irgendeinem Virus geklärt, wie es zu einer DNS gelangte?
Am besten Sie lesen den Artikel nochmal sehr aufmerksam. Viren haben zwar ein DNA-Molekül (RNA bei Retroviren), brauchen aber keine eigenen, vererbbaren Gene, da ihre Vermehrung nur über die in die Wirts-DNA eingeschleuste DNA erfolgt, wobei Viren neu gebildet werden. In diesem besonderen Fall hat das Virus nicht Gene seines Wirtes, sondern Gene von dessen Wirt, also der Spinne, übernommen!

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permissiveactionlink 12.10.2016, 22:05
4. #3, reuanmuc

Verzeihen Sie bitte meine Kühnheit, aber ich kann Ihnen jetzt beim Inhalt Ihres Kommentares nicht mehr so richtig folgen. Zwar liegen Sie richtig bei der Vermutung, dass das Virus Gene eines Organismus auf sein Genom übernommen hat, das er gar nicht befallen hat, in dessen Zellen es auch nicht eingedrungen ist, sondern von einem Bakterium, sozusagen einem Zwischenwirt. Die Gene der Spinne müssen also zuvor in das Genom des Bakteriums gelangt sein. Des weiteren muss das Virusgenom zunächst in das zyklische Bakteriengenom eingebaut worden sein, denn Viren bauen nur DNA (oder RNA) definierter Länge in ihre Außenhüllen ein, für zusätzliche Plasmide ist kein Platz. Beim Heraustrennen des Virisgenoms geschieht ein Fehler, und ein Stück Wirts-DNA wird mitgenommen. Widersprechen muss ich Ihnen aber klar bei Ihrer Feststellung, dass Viren keine eigenen Gene vererben. Da irren Sie sich : Das Virisgenom enthält alle Gene, die die Eiweißstrukturen der Virenhülle kodieren, sowie Gene zur Umprogrammierung der Wirtszelle auf die Produktion von Virushüllproteinen und der Vervielfältigung von Virus-DNA(RNA), also Proteasen, Polymerasen etc, inverse Transkriptase bei Retroviren. Zwar benötigt das Virus die Zelle zur eigenen Vermehrung, aber ein Informationsfreies DNA- oder RNA-Fragment ohne irgendwelche vererbbaren Gene kann sich auch nicht als Virus vermehren, erst Recht nicht als nacktes DNA - oder RNA- Molekül.

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reuanmuc 13.10.2016, 11:54
5.

Zitat von permissiveactionlink
Widersprechen muss ich Ihnen aber klar bei Ihrer Feststellung, dass Viren keine eigenen Gene vererben. Da irren Sie sich : Das Virisgenom enthält alle Gene, die die Eiweißstrukturen der Virenhülle kodieren, sowie Gene zur Umprogrammierung der Wirtszelle auf die Produktion von Virushüllproteinen und der Vervielfältigung von Virus-DNA(RNA), also Proteasen, Polymerasen etc, inverse Transkriptase bei Retroviren. Zwar benötigt das Virus die Zelle zur eigenen Vermehrung, aber ein Informationsfreies DNA- oder RNA-Fragment ohne irgendwelche vererbbaren Gene kann sich auch nicht als Virus vermehren, erst Recht nicht als nacktes DNA - oder RNA- Molekül.
Die Sache ist in der Tat kompliziert. Das Virus hat ein Genom, das aber nicht im Virus selber "verwertet" wird, d.h. es wird dort nicht exprimiert und es entstehen keine Genprodukte, sondern es dient in der Wirtszelle der Vermehrung des Virus, indem die dafür nötigen Substanzen erzeugt werden. Die Wirtszelle stellt ihren Apparat für die Proteinsynthese zur Verfügung und führt das Virusgenom aus. Die Vermehrung des Virus geschieht durch die Replikation des Genoms in der Wirtszelle oder bei den Teilungen der Wirtszelle, wenn die Virus-DNA integriert ist.

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permissiveactionlink 13.10.2016, 15:19
6. #5, reuanmuc

Das ist korrekt, genau deshalb werden Viren nicht zu den Lebewesen gezählt, weil ihnen eine entscheidende Fähigkeit anderer Lebewesen fehlt : ein eigener Soffwechsel ! Der Wirtszelle nutzen die Gene des Virus nichts, im Gegenteil, sie stirbt durch Weitergabe der Virusgene ohne ihr eigenes genetisches Material weiterzugeben (mit den im Artikel genannten interessanten,seltenen Ausnahmen, wo Virusnukleinsäuren Wirtssequenzen enthalten). Ein Virus zeigt sozusagen die extremste Form des Parasitismus : Der Parasit ist oft ohne den Wirt nicht lebensfähig, geschweige denn fortpflanzungsfähig. Er hat aber immer noch einen stark vereinfachten Stoffwechsel. Beispiele sind intrazelluläre Bakterien (Rickettsia prowazekii) und Mikroorganismen, die in Bakterien leben. Die zählen noch zu den Lebewesen, ihr Stoffwechsel ist aber zu stark vereinfacht, um außerhalb von Wirtszellen längere Zeit zu überleben. Das Konzept Virus ist vernünftig vor dem Hintergrund, dass zur Weitergabe der für das Virus existentiellen Gene völlig auf einen energieaufwendigen Stoffwechsel verzichtet werden kann. Aber auch bisweilen gefährlich : Stirbt der Wirt aus, oder ist nicht mehr erreichbar, dann war es das auch mit dem Virus (z.B. beim Variola-Virus)

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Klimagas 13.10.2016, 16:48
7. Die Gene des infizierenden Virus

Zitat von reuanmuc
Am besten Sie lesen den Artikel nochmal sehr aufmerksam. Viren haben zwar ein DNA-Molekül (RNA bei Retroviren), brauchen aber keine eigenen, vererbbaren Gene, da ihre Vermehrung nur über die in die Wirts-DNA eingeschleuste DNA erfolgt, wobei Viren neu gebildet werden. In diesem besonderen Fall hat das Virus nicht Gene seines Wirtes, sondern Gene von dessen Wirt, also der Spinne, übernommen!
werden also nicht repliziert und in neue Viren mit dem gleichen Genom wie der infizierende Virus eingebaut, werden also nicht an spätere Virusgenerationen weitergegeben, vererbt, sondern jedesmal neu erfunden?

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Günter Rudolphi 13.10.2016, 17:18
8. Es ist nicht einfach

Zitat von Klimagas
Die Gene des infizierenden Virus werden also nicht repliziert und in neue Viren mit dem gleichen Genom wie der infizierende Virus eingebaut, werden also nicht an spätere Virusgenerationen weitergegeben, vererbt, sondern jedesmal neu erfunden? (Antwort auf Vorzitat von reuanmuc)
genau zu formulieren, aber doch enorm wichtig, um auch nichts Mißverständliches oder Unklares zu schreiben und dann Schleifen zu produzieren.

Das ist aber auch in der Gesetzgebung ganz genau so und dort aber noch viel schlimmer in seinen Auswirkungen.

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reuanmuc 13.10.2016, 18:32
9.

Die Viren werden in der Wirtszelle neu hergestellt, indem das Virusgenom vielfach repliziert, in Kapsid und Hülle verpackt und als neues Virus exportiert wird. Jedenfalls gibt es keine Vererbung durch sexuelle Rekombination, sondern nur Kopien, ähnlich wie bei Einzellern. Die Replikationsmechanismen sind bei Viren sehr unterschiedlich. Fakt ist, dass wie bei Bakterien der elterliche Organismus verschwindet, so dass nicht mehrere Generationen zeitgleich existieren. Ob man das ebenfalls als Vererbung bezeichnen will, das sei dahingestellt. Mir scheint der Begriff hier nicht zutreffend.

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