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Geplanter Staudamm in Albanien: Das letzte blaue Wunder Europas
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In Albanien streiten Umweltschützer, Unternehmer und Anwohner über den Bau neuer Staudämme. Wie lassen sich Naturschutz und die Nutzung von Wasserkraft vereinbaren?

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h.weidmann 23.07.2017, 13:01
20.

Ich finde es nicht schlecht, dass eine Bestandsaufnahme gemacht wird. Das führt dann sogar zu sensationellen Entdeckungen wie dieser:
"Die Wissenschaftler entdecken Insekten wie diese Springspinne ... "

(Bildunterschrift Bild 1 in der zweiten Fotostrecke)

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Bertram Wolf 23.07.2017, 13:13
21.

Zitat von Georg E.
Wir möchten gerne allen weniger entwickelten(was immer man darunter versteht) Ländern vorschreiben, wie sie mit ihren Tigern, Bären, Naturlandschaften etc umgehen sollen. Wir sagen einfach zu denen: " ihr sollt so bleiben wie wir Europäer vor der Industriealisierung. " Wieso haben wir denn das recht gehabt unsere Natur zu zerstören und dafür heute in einem ziemlichen Materiellen Reichtum zu hocken? Mit welche Arroganz bestimmen wir über die Entwicklung dieser Länder? Wir heulen schon rum wenn bei uns ein paar Wölfe ein paar Lämmer reissen und die Unkrautsamen aus Nachbars Garten zu uns rüberfliegen... Wären wir bereit, alle Staustufen in unseren Flüssen zu demontieren? Die Elbvertiefung nicht nur zu stoppen, sondern auch wieder rückgängig zu machen? Würden wir den Großteil Deutschlands wieder Aufforsten und sich dann selbst überlassen? Wir betiteln unsere zerstörten Landschaft mit ihren Monokulturen als "Kulturlandschaften" . Aus Sicht der Natur sind es aber Keine Kulturlandschaften, sondern Zeugnisse der Barbarei. Erst wenn wir einen Schritt zurück zur ursprünglichen, unregulierten Natur wagen, haben wir das Recht ähnliches von anderen zu fordern..
Wir hatten nicht das Recht unsere Natur zu zertören, wir waren blind vo lauter Modernisierungseifer. Dürfen wir nicht mehr sagen, was wir falsch gemacht haben? Dürfen wir nicht mehr dazulernen. Erst wenn "man" die Vielfalt zerstört hat, lernt "man" sie schätzen. Was hat das mit Arroganz zu tun? Ich finde es sehr arrogant, allen zu sagen: Macht es so wie wir, macht alles nieder!

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Bertram Wolf 23.07.2017, 13:15
22.

Zitat von h.weidmann
Ich finde es nicht schlecht, dass eine Bestandsaufnahme gemacht wird. Das führt dann sogar zu sensationellen Entdeckungen wie dieser: "Die Wissenschaftler entdecken Insekten wie diese Springspinne ... " (Bildunterschrift Bild 1 in der zweiten Fotostrecke)
Zynismus ist auch eine Form von Intelligenz. Oder?

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practicus 23.07.2017, 13:19
23. Fördergelder

produzieren dummerweise keinen Strom... und da die vielen Zwergstaaten des früheren Jugoslawien genauso wie Albanien auf ihrer Autonomie bestehen, nützen vorhandene Kraftwerke in den Nachbarländern überhaupt nichts.
Das Hauptproblem dürfte eher sein, dass das dalmatinische Gebirge hauptsächlich aus porösem Kalk besteht, durch den sich das angestaute Wasser ratz-fatz verflüchtigen kann, bevor es den Stausee füllt...
Die typische Hybris der Industrieländer - "macht nicht unsere Fehler nach" - schneidet arme Länder ganz rabiat vom Fortschritt ab, dem wir unseren Lebensstandard verdanken.
Wir müssen das schon den Albanern überassen, wie sie die 100 Jahre Entwicklungsrückstand gegenüber dem Rest Europas aufholen wollen.
Wer Albanien elektrifizieren und trotzdem die Natur und das Klima schützen will, müsste zähnknirschend Kernkraft für Albanien fordern... das Atommüllproblem wird durch weitere Kernkraftnutzung nicht nennenswert größer
Ein Standard-AKW plus ein bis zwei Gaskraftwerke und das Land könnte auf Staudämme verzichten

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cave68 23.07.2017, 13:20
24. @patrizier

kann ihnen nur zustimmen...es gibt bestimmt genügend andere Flussläufe an denen in Albanien Wasserkraftwerke gebaut werden....es wäre wohl auch machbar bestehende Kraftwerke zu modernisieren um mehr Energie zu erzeugen.
Da muss man dieses einzigartige Paradies bestimmt nicht zerstören.
Mit Sicherheit wäre es auch machbar die Windenergie in Albanien zu fördern da durch bestehende Wasserkraftwerke die Grundlast schon gesichert zu sein scheint.
Da dürfte auch keiner etwas gegen Fördergelder haben....

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Das Pferd 23.07.2017, 13:23
25.

Zitat von Georg E.
Wir möchten gerne allen weniger entwickelten(was immer man darunter versteht) Ländern vorschreiben, wie sie mit ihren Tigern, Bären, Naturlandschaften etc umgehen sollen. Wir sagen einfach zu denen: " ihr sollt so bleiben wie wir Europäer vor der Industriealisierung. " Wieso haben wir denn das recht gehabt unsere Natur zu zerstören und dafür heute in einem ziemlichen Materiellen Reichtum zu hocken? Mit welche Arroganz bestimmen wir über die Entwicklung dieser Länder? Wir heulen schon rum wenn bei uns ein paar Wölfe ein paar Lämmer reissen und die Unkrautsamen aus Nachbars Garten zu uns rüberfliegen... Wären wir bereit, alle Staustufen in unseren Flüssen zu demontieren? Die Elbvertiefung nicht nur zu stoppen, sondern auch wieder rückgängig zu machen? Würden wir den Großteil Deutschlands wieder Aufforsten und sich dann selbst überlassen? Wir betiteln unsere zerstörten Landschaft mit ihren Monokulturen als "Kulturlandschaften" . Aus Sicht der Natur sind es aber Keine Kulturlandschaften, sondern Zeugnisse der Barbarei. Erst wenn wir einen Schritt zurück zur ursprünglichen, unregulierten Natur wagen, haben wir das Recht ähnliches von anderen zu fordern..
die Frage lautet "Welches Recht"? Erst mal das albanische, dann auch EU-Recht, wenn man in der Harmoniesieungsphase ist.

Aber OK, es ist eine moralische Frage. Die Antwort ist, wir haben gar kein "Recht" das den Albanern vorzuschreiben. Aber die verdammte Pflicht, sie auf unsere Fehler hinzuweisen. Man muß nicht jeden Blödsinn nachmachen. Und das ist mal was, wo die Umverteilmaschine EU durchaus Sinn hat. Einer, von was weiß ich wie vielen hundert Flüssen in Europa, das können wir uns leisten.

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Observator 23.07.2017, 13:30
26. Was ehemals den Ländern mit Wohlstand beschert hat

Es ist doch unglaublich, dass hier die geballte Energie der Umweltbewegten den Albanern ein Projekt in Form von Staudämmen für die Energiegewinnung verhindern will, das ihnen selbst langzeitig in Europa, den USA, China und anderswo mit einen einen satten Wohlstand beschert hat.
Man denke nur an den chinesischen Dreischluchtendamm, der u.a.der zigmillionenstadt Schanghai die Energie liefert.
Keiner dieser Umweltbewegten denkt daran, den Hóover-Staudamm abzureißen. Er wird als historisch nun mal in die Welt gesetzt akzeptiert. Er hat aber mit verursacht, dass der einst so stolze Colorado nur noch als mickriges Rinnsal im Baja de California ankommt.
Ergo: Ihr Umweltbewegten: Macht euch lieber mit eurem Protest in andere Weltgegenden auf als in Albanien den Anstau zu verhindern!

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Sponatiker 23.07.2017, 13:41
27. Dann soll die EU mal Geld locker machen

Von armen Ländenr zu erwarten, dass sie den Kampf von Leuten in reichen Ländern führen, ist absurd. Die EU versenkt ja järhlich Milliarden, wie wärs wenn man ein paar davon in Wind- und Solarenergie für die Leute im Süden Albaniens ausgeben würde? Dann könnte man diese Landschaft retten.
In Albanien sind mittlerweile durchaus rationale Menschen an der Macht (zumindest für Balkan-Maßstäbe), mit denen kann man reden.

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pulverkurt 23.07.2017, 13:42
28. Entsetzen über das Meinungsbild hier

Ich bin entsetzt über das anscheinend vorherrschende Meinungsbild hier. Natürlich ist es in Ordnung, wirtschaftliche Interessen gegen Naturschutzinteressen abzuwägen. Aber die zynischen, höhnischen Reaktionen ("Umweltbewegte") über einen kurzen Bericht über eine einzigartige Landschaft und Menschen die diese gerne erhalten wollen, macht mich schaudern. Was seid ihr nur für Typen.

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equigen 23.07.2017, 13:43
29. Kaum macht jemand erst mit dem Klimaschutz

... und baut Wasserkraftwerke statt Kohlekraftwerke um weniger vom bösen CO2 zu produzieren und schon passt es wieder nicht!

Wahrscheinlich sollten sie Windräder am Flußlauf entlang machen, vielleicht wäre das am politisch korrektesten ;-) ?
Viel weniger Wind als bei uns hier in Mittelfranken wo die DInger aus dem Boden spriessen weht da bestimmt auch nicht.

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