Forum: Wissenschaft
Gerichtsurteil: Festpreise bei Medikamenten gelten auch online
DPA

Keine Rabatte mehr auf rezeptpflichtige Medikamente - das gilt nun auch für ausländische Online-Anbieter. Dies entschied am Mittwoch ein oberstes Richtergremium. Betroffen sind Hunderte Versandapotheken in Europa und rund 21.000 Apotheken in Deutschland.

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raffnix123 22.08.2012, 19:58
1. Protektionismus

Toll! Für den Verbraucher gilt das Recht des Landes mit dem Sitz der Apotheke aber die hiesige Preisbindung (Sofern die Internetapotheke keine speziell deutschsprachig ausgerichtete Seite hat).
Als aufmerksamer Leser des Spiegel bin ich schon immer interessiert gewesen was zuerst kommt: Der Protektionismus oder der Zusammenbruch des Euro? Apothekenlobbyrecht ist jedenfalls ein Punkt auf der Protektionismusseite.
Wer diesen Zustand zu einem Rechtsstaat passend findet, dem sind wohl die Pillen für den Denkapparat ausgegangen.
....wahrscheinlich weil diese durch die Preisbindung zu teuer waren!

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warlock2 22.08.2012, 20:12
2. Apothekenpreise

Dieser Konzern-Zweig scheint eine sehr gute Lobby zu haben. Anders kann man sich das Urteil nicht erklären. Überall wird der Wettbewerb gefördert, hier wird er wissentlich unterbunden. Ich frage mich welcher Politiker hier die Verantwortung trägt? Bestimmt einer von der FDP!

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reinersch 22.08.2012, 20:32
3. Bonus

Hmm, bin vor Jahren eher widerwillig zu ner Versand-Apotheke gewechselt weil mir die lokale Teststreifennicht zu den Erstattungspreisen der Krankenkasse bsorgen konnte und ich zuzahlen sollte. Für die Versandapotheke kein Thema, Bonus und versandfreie Lieferung gabs noch obendrauf.
Werde auch ohne Bonus nicht mehr zurückwechseln da inzwischen der Service und die Beratung der lokalen (Monopol) nach nem Besitzerwechsel doch noch deutlich schlechter geworden ist.
Ist halt wie immer in Deutschland: Alreingesesene "Elite"-Unternehmen verlangen hohe (Apotheken) Preise werden im Service immer schlechter und kammern wenn plötzlich"ausländische" Konkurrenz da ist. Und setzen mit Hilfe der Regierenden/Justiz letztendlich Ihre "Rechte" zuungunsten des Verbrauchers/Patienten durch.

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McGyver12 22.08.2012, 20:51
4. Der Richterspruch ist richtig!

Zitat von sysop
Keine Rabatte mehr auf rezeptpflichtige Medikamente - das gilt nun auch für ausländische Online-Anbieter. [...]
Ich finde den Richterspruch richtig.
Es geht um rezeptpflichtige Medikamente, die ein Arzt zu Lasten der Krankenkasse verschrieben hat.
Wie pervers ist es denn, wenn man für ein Medikament, welches der Arzt einem verschrieben hat, von der Versandapotheke als Dank noch 2,50 Euro als Gewinn erhält?
Leute: Euch werden Medikamente verschrieben und von Eurer Kasse gezahlt, damit ihr gesund werdet und nicht, damit ihr damit noch Kohle verdient!

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SieLebenWirSchlafen 22.08.2012, 21:00
5. Wie nennt man es,

Zitat von sysop
Keine Rabatte mehr auf rezeptpflichtige Medikamente - das gilt nun auch für ausländische Online-Anbieter. Dies entschied am Mittwoch ein oberstes Richtergremium. Betroffen sind Hunderte Versandapotheken in Europa und rund 21.000 Apotheken in Deutschland.
wenn das komplette System bis hin zu den obersten Richtern korrupt ist?
Wenn sie glauben dass die Gerechtigkeit nicht bis in die oberen Richter Ebenen gelangen kann, nur weil sie selbst dort oben sitzen und entscheiden und manipulieren wie es ihnen beliebt - dann wird die Zukunft das Gegenteil beweisen!

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Stäffelesrutscher 22.08.2012, 21:06
6.

Wenn es aber darum geht, Medikamente nach 18:30 Uhr oder, schlimmer noch, am Samstag nach 13:00 Uhr zu verkaufen, dann wenden die Apotheken diese Festpreise nicht mehr an, sondern verlangen mehr. Sollte man das nicht auch gleich mit abschaffen?

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betasheet 22.08.2012, 21:06
7. dr

Zitat von sysop
Keine Rabatte mehr auf rezeptpflichtige Medikamente - das gilt nun auch für ausländische Online-Anbieter. Dies entschied am Mittwoch ein oberstes Richtergremium. Betroffen sind Hunderte Versandapotheken in Europa und rund 21.000 Apotheken in Deutschland.
Es war höchste Zeit das endlich klar zu regeln. Viele Menschen im Land (mit Sicherheit hier im SPON Forum), haben noch die Ansicht, die Apotheker würden alle auf Grund ihres Berufstandes automatisch sehr viel Geld verdienen. Großverdiener gibt es wirklich, aber das sind quasi immer Apotheker mit mehreren Apotheken in unmittelbarer Nähe zu Praxen von uns niedergelassenen Fachärzten. Fakt ist: Jede Woche müssen 6 Apotheken schließen, da sie einfach nicht profitabel sind. Die Leute sollten sich aber Gedanken machen, wer Notdienste macht, wer im dringlichen Fall hilft und wer für Ort berät und auf etwaige Wechselwirkungen verschiedener Medikamente aufmerksam macht bzw. alles noch einmal überprüft. Auch sollte ein Apotheker mit einem angemessenen Gehalt nach Hause gehen, doch gerade viele junge Pharmazeuten gehen lieber direkt in die Pharmaindustrie, denn Pharmazie ist eines der anspruchsvollsten Studienfächer, aber das Einstiegsgehalt nach dem Studium ist für Apotheker unter den Akademikern eines der geringsten.

PS: Zur allgemeinen Aufklärung:
Bei den rezeptpflichtigen Medikamenten verdient der Apotheker immer am wenigsten, nämlich 8,10€. Von diesen 8,10€ müssen alle Kosten, bis auf die Lagerkosten, getragen werden. 3% des Medikamentenpreises erhält der Apotheker als Ausgleich für (Beschaffung, Vorfinanzierung, Bankkosten, Lagerung, Kontrolle, Verfallrisiko).Auf verfallenen Medikamenten bleibt der Apotheker sitzen und macht Verlust. Der Staat kassiert bei jedem Medikament hingegen 19% Mehrwertsteuer und verdient somit häufig ein vielfaches des Apothekers.

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guenni_ 22.08.2012, 21:07
8. Kann das wahr sein?

Als ich den Artikel las, glaubte ich, meinen Augen nicht trauen zu können...darf das wirklich wahr sein? Dass die Lobby der Apotheker sich in diesem Maße durchsetzen kann? Und wo - bitte schön, bleibt der freie Markt? Wo wir doch schon die europaweit höchsten Arzneimittelpreise haben...so etwas erzeugt bei mir nur blanke Wut. das ist reiner Marktprotektionismus und dürfte - wenn meine laienhaften juristischen Kenntnisse ausreichen, europarechtlich überhaupt keinen Bestand haben - eine Frechheit, für den Versuch allein eine marktorientierte schwarzgelbe Regierung abgewählt gehört.

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SieLebenWirSchlafen 22.08.2012, 21:11
9. Aha

Zitat von McGyver12
Ich finde den Richterspruch richtig. Es geht um rezeptpflichtige Medikamente, die ein Arzt zu Lasten der Krankenkasse verschrieben hat. Wie pervers ist es denn, wenn man für ein Medikament, welches der Arzt einem verschrieben hat, von der Versandapotheke als Dank noch 2,50 Euro als Gewinn erhält? Leute: Euch werden Medikamente verschrieben und von Eurer Kasse gezahlt, damit ihr gesund werdet und nicht, damit ihr damit noch Kohle verdient!
Wo verdient man denn?! Ob man z.B. 7,50€ oder 10€ bezahlt?! Unterm Strich bleibt ein minus! Verdienen ist was vollkommen anderes ...

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