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Germanwings-Absturz: "Als Prüfer ist man bis zu einem gewissen Grad machtlos"
imago/McPHOTO

Co-Pilot Andreas Lubitz flog offenbar absichtlich mit 149 Menschen an Bord gegen eine Felswand. Was hat ihn dazu getrieben? Luftfahrtpsychologe Reiner Kemmler geht von, "hohen emotionalen Stressfaktoren" aus.

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_alexander_ 28.03.2015, 18:14
1. Ein interessantes Interview und...

trotzdem irgendwie befremdlich, denn

"US-Luftfahrtbehörde zeichnete Lubitz aus +++
Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat den Germanwings-Copiloten Andreas Lubitz im September 2013 mit Auszeichnung in ihre Datenbank aufgenommen - als Beispiel für einen besonders tauglichen und gut ausgebildeten Piloten. Die Datenbank beinhaltet Piloten, die die Standards der FAA erreichen oder sogar übertreffen. Die Anforderungen gehören zu den höchsten der Welt."

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mac4me 28.03.2015, 18:18
2. Teufelskreis

Am wahrscheinlichsten erscheint mir, daß A.L. in einen Teufelskreis geriet: er wußte, daß die Depression seinen Zraum vom Fliegen gefährdete, daß er sogar seinen heißgeliebten Beruf gefährdete, und das drückte ihn um so tiefer in die Depression.

Und irgendwann war ihm dann alles egal, für einen Narzisten zählen außer ihm selbst sowieso andere Menschen nicht - die sind Mittel zum Zweck. Und hier waren sie das auf eine ungeheuer schreckliche Weise ja auch.

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londonpaule 28.03.2015, 18:19
3. abwarten....

nachdem das allgemeine informationsbeduerfnis erst einmal befriedigt ist, sollte man sich vor voreiligen spekulationen nun sehr hueten!!
fakt ist/scheint zu sein, dass nur ein pilot im cockpit war, der copilot noch am leben war und die tuer -aus welchen gruenden oder unter welchen umstaenden auch immer- blockiert hat; ferner das flugzeug in einen sinkflug scheinbar auf autopilot umgeschaltet hat.
bis dahin sollte man erstmal die weiteren fakten abwarten...dieser fall ist so extrem und a priori auch extrem unwahrscheinlich dass man eigentlich nur wenig ausschliessen kann, wie auch zb eine psychosomatische stoerung des co-piloten, anstelle eines suizids....

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Konstruktor 28.03.2015, 18:27
4.

Zitat von _alexander_
trotzdem irgendwie befremdlich, denn "US-Luftfahrtbehörde zeichnete Lubitz aus +++"
Da sehe ich keinen notwendigen Widerspruch, denn dabei werden seine psychologischen Probleme nicht bekannt gewesen sein. Rein fliegerisch und vom Ehrgeiz her hatte er ja scheinbar keine Probleme, soweit bisher bekannt ist.

Er hat seine Probleme ja auch offenbar aktiv unter der Decke gehalten (u.a. seine Krankschreibungen zerrissen und weggeworfen, anstatt sie bei der Fluglinie einzureichen).

Diese Auszeichnung unterstreicht letztlich ja auch nochmal die Schwierigkeit, die mentale und seelische Stabilität einer Person zuverlässig zu beurteilen.

Wenn die Berichte über Aussagen seiner Ex-Freundin zutreffen, gab es im Privatbereich ja durchaus Warnzeichen. Aber es ist auch nicht so einfach, dann eben z.B. strafbewehrt zu verlangen, daß der Pilot denunziert werden muß, wenn irgendetwas auffallen sollte, denn dann sind ganz schnell auch Karrieren durch rachsüchtige oder mißgünstige Leute aus dem Privatbereich zerstört, oder durch mal eine unbedachte oder auch nur falsch interpretierte Äußerung des Betroffenen selbst.

Rein theoretisch könnten diese jetzigen Aussagen durchaus auch nur nachträgliche Rufschädigung sein, auch wenn man das vielleicht eher für unwahrscheinlich halten kann. Aber das wirklich einzuschätzen ist eben die Crux mit privat-persönlichen Aussagen...

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michael1971 28.03.2015, 18:34
5. Gutes Interview..

daß so ein Fall nicht wirklich auszuschließen ist, da man nicht in den Kopf hineinsehen kann.

Die unmittelbare Reaktion der Fluggesellschafen, daß jetzt immer mindestens zwei im Cockpit anwesend sein müssen, finde ich eine gute Reaktion, und ich fühle mich sicherer, wenn das Leben als Passagier nicht nur von einer Person abhängt..

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TS_Alien 28.03.2015, 18:34
6.

Das Interview ist wirklich interessant. Jedoch hat der Copilot nichts hinterlassen, was auf seine Tatabsicht hinweist. Insofern kann es sein, dass er seinen Selbstmord auch tarnen wollte. Ohne den Stimmenrekorder hätte man ihm die Tat nicht nachweisen können.

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_alexander_ 28.03.2015, 18:34
7. Nachtrag

Warum werden nicht einfach die Auswertungen der Flugdatenschreiber abgewartet? So wie es aussieht, schließt der französischen Chef-Ermittler, Jean-Pierre Michel, einen technischen Defekt nicht aus. Gegebenenfalls, ein technischer Defekt wird seitens der ermittelnden Behörden als Ursache für dieses Unglück bestätigt, wie werden die Medien darauf reagieren? Sogar müssen.

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oleg g. 28.03.2015, 18:36
8. In meinen beruflichen 40 Fliegerjahren

hatte ich sicher auch Phasen, in denen es mir nicht so gut ging, Verlust der Partnerin etc.
Gleichwohl käme ein Suizid für mich nicht in Betracht, weil ich sehr gerne lebe und stets eine Lösung für Probleme gefunden habe.
Nur beim Fliegerarzt machte ich im Rahmen der Selbstanamnese nie ein Kreuzchen im Feld Depression, weil ich dann weg vom Fenster gewesen wäre. Ich denke, das geht vielen Piloten so.

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azorba 28.03.2015, 18:38
9. @1 kein Widerspruch

Das ist kein Widerspruch zu dem was Kemmler sagt. Dass so selten etwas derartiges passiert, spricht für die Auswahlverfahren der Fluggesellschaften, angesichts der Psychos, zu denen ich nicht mal ins Auto steigen würde.

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