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Geschickte Täuschung: Harmlose Kröte gibt sich als giftige Schlange aus
Colin Tilbury/ DPA

Die kongolesische Riesenkröte ist weder giftig noch besonders gefährlich. Damit ihre Feinde das nicht merken, kopiert sie nicht nur das Aussehen einer Giftschlange, sondern auch deren Verhalten.

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Emil Peisker 23.10.2019, 11:58
1. Die Kröte imitiert nichts---

Die Kröte hat keinen Schimmer, warum sie so aussieht wie sie aussieht.
Mimikry ist kein Vorgang, den ein Wesen willentlich ode wissentlich vornimmt.

Die Ausdrucksweise der Autoren vermittelt nur diesen Eindruck:
"Harmlose Kröte gibt sich als giftige Schlange aus"

Mimikry entsteht aus dem Zufall vieler Mutationen, die die Kröten bevorzugt, die diese Merkmale tragen. Da diese Exmplare weniger gefressen werden, können sie sich vermehren.

Es wird natürlich gerne so hingestellt, als wäre Mimikry eine Leistung des Lebewesens, das diese Änderung herbeigeführt hat.

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leabraun88 23.10.2019, 12:43
2. Eine geniale Leistung...

...die niemals nicht, never ever durch Zufall entstanden ist. Auch hier ist es mehr als offensichtlich, dass dies durch bewusstes Nachdenken von einer höheren Stelle entstanden ist. Ob man dies nun Gott nennt, oder meinetwegen Außerirdische ins Spiel bringt, aber DAS kann nicht durch Zufall entstehen.

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permissiveactionlink 23.10.2019, 12:56
3. #1, Emil Peisker

Natürlich weiß die Kröte nichts davon, dass ihr Rücken dem Kopf einer Gabunviper zum Verwechseln ähnelt. Genausowenig weiß die Gabunviper, dass ihre Körperfärbung und deren Muster sie im Blätterbelag am Boden beinahe unsichtbar macht. Hier liegt übrigens ein interessanter Fall einer evolutiven Doppelentwicklung vor : Die Schlange nutzt "Mimese", eine Verbergetracht ("ich bin da, aber du siehst mich nicht"), während der Frosch diese Verbergetracht evolutiv nachahmt, was man "Mimikry", Signalfälschung, nennt ("ich bin etwas ganz anderes, als du glaubst"). Wenn also die Schlange ohnehin nicht sichbar ist für ihre Feinde oder Opfer, dann macht es keinen Sinn eine Mimikry zu entwickeln, die Fressfeinde abschrecken, weil sie den Frosch für eine Schlange halten. Durch die Evolution hat der Frosch vermutlich nur deshalb eine dem Schlangenkopf ähnliche Form, Musterung und Färbung entwickelt, weil diese den jeweiligen Körper perfekt in der Umgebung verschwinden lässt. Ich würde hier eher auf doppelte Mimese tippen, nicht auf Mimikry. Ein Hinweis noch : zahlreiche Tiere betreiben auch aktiv und geplant Mimese und Mimikry, z.B. Cephalopoden wie Sepien und Oktopusse, oder auch Chamaeleons. Die steuern ihre Körperform, -farbe und -musterung, z.T. sogar das Oberflächenrelief ihrer Haut ganz bewusst und gezielt ! Selbst das Verhalten wird der Mimese perfekt angepaast, wie etwa bei Anglerfischen oder dem Sargasso-Schaukelfisch, oder dem Blattfisch (Monocirrhus polyacanthus), der sich als Räuber wie ein braunes Blatt gezielt durch das Wasser des Amazonas auf ahnungslose Beutefische zubewegt.

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zynischereuropäer 23.10.2019, 13:10
4. @leabraun

Ich hoffe inständig, dass Ihr Beitrag Ironie ist und ich sie nur nicht erkenne. Kreationismus ist ein Märchen, die Evolutionstheorie gibt vielfältige Erklärungen für Sachverhalte wie diesen hier. Da waren keine Schöpfer am Werk. Die, wenn man sich seine eigene Art mal so anguckt, darüberhinaus ziemliche Pfuscher wären.

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Peer Pfeffer 23.10.2019, 13:15
5. @emil, #1

Wir wissen alle, dass die Kröte sich nicht persönlich und bewusst tarnt. Man sagt das nur so, weil wir als Menschen personifizieren wollen, selbst wenn wir wissen, dass da kein bewusster Vorgang an Werk ist. Aber danke, dass Sie auf diese Selbstverständlichkeit hinweisen, als wären wir anderen Leser zu blöd, um das zu verstehen :-)

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mayazi 23.10.2019, 14:18
6. @permissiveactionlink #2

"...Durch die Evolution hat der Frosch vermutlich nur deshalb eine dem Schlangenkopf ähnliche Form, Musterung und Färbung entwickelt, weil diese den jeweiligen Körper perfekt in der Umgebung verschwinden lässt. Ich würde hier eher auf doppelte Mimese tippen, nicht auf Mimikry...."
Für zumindest zusätzliche Mimikry spricht aber, dass die Kröte bei Gefahr zischt, so wie die Schlange.

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permissiveactionlink 23.10.2019, 14:35
7. #2, leabraun88

Nicht wahr, unglaublich, dass einige Ungläubige annehmen, die Artenvielfalt der Natur könne durch Zufall entstanden sein, also durch das Wirken eines blinden Uhrmachers statt durch einen allmächtigen, unfehlbaren Kreativen, der sich Gott nennt. Allerdings ist "er" dann wohl doch nicht sooo wahnsinnig kreativ, wenn er Organe wie die männliche Prostata entwickelt, die immer wieder Anlass zur Kritik gibt und seinen Besitzern beklagenswerte Probleme (bis zum Tod) bereitet, da eindeutig nicht "Made in Germany". Oder sein Glanzstück : Der Kehlkopfnerv der Giraffe. Der läuft nicht vom Kehlkopf direkt Richtung Hirn, so wie ein deutscher Ingenieur das geplant und umgesetzt hätte, sondern Material- und Reaktionszeit-vergeudend vom Kehlkopf den ganzen Hals hinunter bis in den Brustkorb, wo er eine Herzarterie 180° umrundet, und dann den ganzen Hals wieder hochläuft bis zum Gehirn des Tieres. Das war schon ein echter Spitzenklassedesigner, dieser Gott, das muss man wirklich sagen. Wahrscheinlich hat der aber in seiner konstruktiven Phase zu häufig einen gehoben, wie der Noah, anders sind zahlreiche extreme Fehlkonstruktionen in der Natur mit "intelligent design" nicht erklärbar !

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spon-facebook-1228080679 23.10.2019, 14:42
8. @Leabraun88

Evolution ist auch kein Zufall. Darwins Buch heißt nämlich "Origin of species by means of natural selection", nicht "Origin of species by means of random chance"!

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permissiveactionlink 23.10.2019, 15:11
9. #6, mayazi

Ein Argument, das sich kaum entkräften lässt. Bitis gabonica ist ja ein ziemlich unspezialisierter Lauerjäger ("Ambush-Predator"), der hervorragend getarnt im Unterholz herumliegt und darauf wartet, dass irgendein unglückliches Getier in seine Nähe kommt. Das ist auch Menschen nicht zu empfehlen. Die Schlange ist auch nachtaktiv, wenn auch behäbig, Grubenorgane besitzt sie aber nicht, sie kann nachts keine Opfer durch Infrarotstrahlung erkennen. Geruchs- und Geschmackssinn müssen bei ihr reichen. Wenn die Schlange nur gestört wird, gibt sie ihre perfekte Tarnung auf, und geht in eine laut zischende Verteidigungsposition. Das Zischen selbst dürfte dann bei der Kröte tatsächlich Mimikry sein. Denn die Kröte wäre sonst nur im Vorteil gegen Angreifer, die das Abwehrverhalten der Schlange schon kennen. Offenbar ist aber der Kopf der Schlange (wenn sie lauert) so perfekt getarnt, dass es sich auch schon lohnt, ihn zu Immitieren, um übersehen zu werden. Klappt diese Mimese nicht, greift die Kröte dann zum zischenden Mimikry in der Hoffnung, dass der Störer oder Angreifer schon einmal negative Erfahrungen mit solch einer wehrhaften Puffotter gehabt hat. Dann verdrückt er sich garantiert.

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