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Gesellschaft der Zukunft: Lesen Sie Science-Fiction!
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Science-Fiction hat einen miesen Ruf. Sie gilt als minderwertig, als Literatur für Eskapisten. Doch die wahren Eskapisten sind diejenigen, die sich vor dem Gedanken an die Zukunft drücken.

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der IV. Weg 05.11.2017, 10:53
1. Gedankenwelt

Gute Science Fiction liest sich im nachhinein wie ein Geschichtsbuch ;)
Lesetipp: John Brunner - Morgenwelt

Selbst die deutschen Autoren von Perry Rhodan hatten da interessante Ideen.
zB. die Arkoniden die teilnahmslos vor ihren Bildschirmen hockten, erinnern an ...
das ließe sich beliebig verlängern.

allg. Lesetipp: so ziemlich alles von J. Brunner

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dinkidau 05.11.2017, 10:58
2. Marc Elster "Helix"

Auch wenn es manchmal sehr in Thriller-Gefilde abdriftet, zeigt es eine beängstigende Zukunft wenn man die neuesten Gen-Techniken wie "CRISPR" zur Optimierung von Menschen einsetzt. Empfehlenswert!

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grommeck 05.11.2017, 11:01
3. Minderwertig ist das , was wir aus der Zukunft bisher

gemacht haben. Wer hat 1984 gelesen. Nicht viele, sonst wäre die Empörung über den angedachten Schnüffelstaat ala Innenminister größer, aber da rührt sich wohl erst etwas, wenn die Kindertoiletten mit Kameras bestückt werden wie in GB. Science Fiction ist Unterhaltung, oft gute Unterhaltung für Leute mit Fantasie natürlich nur. Für Realisten weniger. Aber die haben bisher auch keine bessere Welt geschaffen, eher das Gegenteil.

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biogeo 05.11.2017, 11:01
4. SF lässt uns uns-selbst mit den Vorhersagen über uns vergleichen.

Endlich mal ein Plädoyer für Science-Fiction!
Dass das Genre eben jenen Ruf hat, liegt sicherlich auch stark daran, dass es wenig bekannte deutsche Science-Fiction Autoren gibt. In anderen Ländern, gerade England und den USA genießt das Genre einen deutlich besseren Ruf. Dabei ist es gerade jetzt an der richtigen Zeit "klassische" Science-Fiction (Lem, Dick,...) zu lesen. Denn diese haben ja bereits vor Dekaden eine Entwicklung der Gesellschaft und der Technologien beschrieben für eben jenen Zeitraum in dem wir heute und morgen leben. Welches Gerne gibt und denn schon die Gelegenheit und selbst mit früheren "Prophezeiungen" über uns selbst zu vergleichen.

Zum Abschluss eine kleine Empfehlung: der wohl beste dt. Science-Fiction Autor ist Andreas Eschbach. Gerade seine Kurzgeschichten sind hochaktuell (z.B. "eine Trillion Euro", welche sich mit der Flüchtlingsmigration nach Europa beschäftigt) sind hochaktuell! Generell sind Kurzgeschichten der bekannten SF-Autoren sehr zu empfehlen, so viel Gedankengänge und Ideen auf so kleinem Raum findet man wohl nirgends sonst.

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CHW 05.11.2017, 11:02
5. Eher ein deutschen Phänomen

Hierzulande ist man stolz auf Vergangenes und hält dementsprechend am alten Muff fest.

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lemmuh 05.11.2017, 11:03
6.

Die Strugazki-Brüder sollten natürlich nicht unerwähnt bleiben. Dabei muss aber erwähnt werden, dass nur einige wenige Bücher, namentlich die im "Mittags-Universum" pure Science Fiction sind. Im Grunde ähnelt die Herangehensweise etwas der Dicks, da oft ein einzelnes moralisches Dilemma im Vordergrund steht, welches durch die sozialen Umstände oder neuen Technologien einer zukünftigen Welt ausgelöst wird. Besonders empfehlen würde ich "Die dritte Zivilisation". Es ist sicher nicht das beste Werk der Strugazkis (das wäre wohl "Die Stadt der Verdammten", auch mit dem miesen deutschen Titel "Das Experiment" erhältlich), bietet aber einen in der Literatur sehr seltenen Eindruck davon, wie problematisch der Kontakt mit nichthumanoiden Ausserirdischen sein könnte.

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torcedores 05.11.2017, 11:04
7. Iain M. Banks

Da Iain M. Banks im Beitrag erwähnt wird: Ich habe gerade begonnen, mich mit großem Vergnügen durch sein Werk zu arbeiten. Vorzugsweise im englischsprachigen Original, da sich die feinsinnigen Formulierungen dieses Sprachwerkers oft nur unzureichend in andere Sprachen übersetzen lassen. Ich denke, das ist keine große Literatur (aber dann ... ich habe in meinem Leben noch NICHTS gelesen, was ich als große Literatur empfinde .. ), aber immer sehr phantasiereich, von feiner Ironie durchzogen, unterhaltsam und schlicht lesenswert. Mir fällt spontan kein zweiter Autor ein, der in den Kategorien Einfallsreichtum und Unterhaltungswert gleichermaßen überzeugt. Schade, dass dieser Autor viel zu früh von uns gegangen ist.

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newline 05.11.2017, 11:07
8. Stimme Ihnen zu,

es ist völliger Unsinn, Bücher nur wegen ihres Genres als minderwertig zu betrachten. Dies gilt auch für die Kriminalromane mit Autorinnen und Autoren wie Sayers, Greene, Ambler, leCarre usw.
Es scheint eine Spezialität der deutschen Literaturkritik zu sein, SF, Krimi, Thriller als nicht existent zu betrachten.
Einen Überblick über SF-Autoren liefert ein Wikipedia-Artikel: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Science-Fiction-Autoren

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CountZer0 05.11.2017, 11:07
9.

Gut zusammengefasst! Aber ehrlich gesagt wünsche ich mir kein Ankommen der SF im Literatur-Mainstream. Alle Sachen die ich mag, die irgendwann im Mainstream angekommen sind, sind dies auf sehr traurige Weise... Nächstes Opfer: Dark Tower von Stephen King.

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