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Joanna Nottebrock/ laif

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held_der_arbeit! 25.05.2019, 10:28
1. Schwierig wird es

Wenn die Einsamkeit "hausgemacht" ist, d.h. es einem aufgrund früherer, teils schon kindlicher Beziehungserfahrungen extrem schwer fällt, sich anderen Menschen verbunden-, oder sich angenommen zu fühlen. Man kann durchaus unter Leuten und dennoch sehr einsam sein

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hansriedl 25.05.2019, 11:13
2. Wäre das britische Gesundheitssystem ein Mensch,

müsste es zum Arzt.
Für alle offen, scheinbar kostenlos und ein geliebtes Stück Sozialismus in Westeuropa: Das britische Gesundheitssystem NHS wird 70 Jahre alt, ist aber selber chronisch krank.
GB ist ja schließlich einer der größten Betreiber von Steueroasen. Und was fehlt nun, Steuergeld für eine Sarnierung des Gesundheitswesens?

Na wie jetzt,.... wegen der Ironie

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01099 25.05.2019, 11:17
3.

Wer länger lebt, kann länger konsumieren. Deshalb gibt es solche Erhebungen, denn auch die Psychologie und die Soziologie sind nicht frei von ideologischen Einflüssen. Zudem höre ich deutlich die BWL'er im Hintergrund, denn hier geht es um die Kosten, die aus Folgeerkrankungen aus der "Einsamkeit" entstehen.
Ich arbeite in der Altenpflege und habe kein ernsthaftes Interesse daran, übermäßig alt zu werden, denn das Alter bedeutet immer Leiden. Man sollte da keinen romantischen Vorstellungen anheim fallen. Das fängt bei unausweichlichen körperlichen Einschränkungen an und hört bei dem Ausbleiben von sozialer Interaktion auf, weil besagte Gebrechen (schlechtes Hören, Demenz etc.) diese unmöglich machen. Und natürlich sind Freunde und Verwandte in den meisten Fällen nicht so fürsorglich wie man sich das so ausgemalt hat. Das ist die Realität.
Der Mensch ist für die hohen Altersstufen, die er mittlerweile erklimmt, nicht gemacht.

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jberner 25.05.2019, 12:02
4. Die Perspektive der Einsamkeit ist grausam

Zitat von 01099
Ich arbeite in der Altenpflege und habe kein ernsthaftes Interesse daran, übermäßig alt zu werden, denn das Alter bedeutet immer Leiden. Man sollte da keinen romantischen Vorstellungen anheim fallen. Das fängt bei unausweichlichen körperlichen Einschränkungen an und hört bei dem Ausbleiben von sozialer Interaktion auf, weil besagte Gebrechen (schlechtes Hören, Demenz etc.) diese unmöglich machen. Und natürlich sind Freunde und Verwandte in den meisten Fällen nicht so fürsorglich wie man sich das so ausgemalt hat. Das ist die Realität. Der Mensch ist für die hohen Altersstufen, die er mittlerweile erklimmt, nicht gemacht.
Als ein Mittfünfziger, der genau die Perspektive der andauernden Einsamkeit hat,mit kindlich erworbener und erwachsen verfestigter Bindungs- und Beziehungsstörung, wünsche ich mir entweder wirksame Hilfen (die ich nicht finde) oder aber wenigstens Hilfestellungen, die Angst vor einem qualvollen Sterben zu überwinden.

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Spiegelleserin57 25.05.2019, 12:50
5. Einsamkeit ist auch keine Sache des Alters...

Zitat von 01099
Wer länger lebt, kann länger konsumieren. Deshalb gibt es solche Erhebungen, denn auch die Psychologie und die Soziologie sind nicht frei von ideologischen Einflüssen. Zudem höre ich deutlich die BWL'er im Hintergrund, denn hier geht es um die Kosten, die aus Folgeerkrankungen aus der "Einsamkeit" entstehen. Ich arbeite in der Altenpflege und habe kein ernsthaftes Interesse daran, übermäßig alt zu werden, denn das Alter bedeutet immer Leiden. Man sollte da keinen romantischen Vorstellungen anheim fallen. Das fängt bei unausweichlichen körperlichen Einschränkungen an und hört bei dem Ausbleiben von sozialer Interaktion auf, weil besagte Gebrechen (schlechtes Hören, Demenz etc.) diese unmöglich machen. Und natürlich sind Freunde und Verwandte in den meisten Fällen nicht so fürsorglich wie man sich das so ausgemalt hat. Das ist die Realität. Der Mensch ist für die hohen Altersstufen, die er mittlerweile erklimmt, nicht gemacht.
Wer sich rechtzeitig in die Gesellschaft einbringt kann, wenn er nicht psychisch krank ist, auch Gemeinschaft erleben. Ich war erst vor 2 Wochen im Altenheim und kann nur sagen der Horror schlechthin.
Wer altersbedingte Einschränkungen hat kann auch gut betreut werden, alles eine Sache des Geldes , wie so oft.
Mittlerweile gibt es hier in D schon Betreuungsdienste die unterhalten und von der Kasse bezahlt werden.
Nicht jeder hat auch die Zeit Alte zu betreuen da man selbst lange arbeiten muss. Freunde sind da schon sehr hilfreich und diese muss man rechtzeitig gewinnen und nicht erst im Alter beginnen.
Es gibt leider leider viele Menschen die im Arbeitsleben keine Freunde haben und im Privatleben die Beziehungen deutlich vernachlässigen und dann erwarten dass man sie betreut.
Fehler aus den jungen Jahren rächen sich bitter im Alter.
Das hat nichts mit dem biologischen Alter und auch nichts mit den Einschränkungen zu tun sondern wohl eher mit Unfähigkeit Beziehungen zu knüpfen und alte Vorurteile abzulegen.
Kürzlich starb eine Bekannte die völlig fit war im hohen Alter von 104 Jahren, auch das gibt es. Sie war gut aufgehoben im Kreise ihrer Familie.
Wie man sieht ist eben alles möglich. Nur wer rechtzeitig vorsorgt wird kein trauriges Alter erleben müssen und man sollte tunlichst Altenheime meiden!
Es gibt durchaus bessere Lösungen!

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steuerzahler1972 25.05.2019, 13:01
6. Guter Artikel, Danke!

Ein toller Artikel, der auch gleich Lösungen bereit hält. Hier noch einige Anmerkungen aus der eigenen Erfahrung, bzw. Umgebung. Viele Gründe für die Einsamkeit sind allerdings hausgemacht. In meinem Bekanntenkreis im Alter zwischen 30 und 50 Jahren gibt es immer mehr Frauen und Männer ohne Kinder oder gar ohne feste Bindung. Die Frauen haben oft keine Kinder, da sie nicht den richtigen Partner finden, die Karriere erstmal wichtiger ist. Die Männer laut Gesprächen aus dem gleichen Grund oder, weil sie ihr Hobby mehr schätzen als Kinder und nicht als Versorger missbraucht werden wollen. Als Ersatz muss die Arbeit, Konsum oder "modernes Leben", sprich digitale Unterhaltung herhalten. Wechselnde Partner ( bei Problemen:es gibt sicherlich noch einen besseren), Leben in der Großstadt, Kultur etc.. Kaum einer dieser Bekannten ist in einem Verein tätig. Beruflich sind ALLE sehr erfolgreich, das Fitnessstudio ein wesentlicher Teil des Lebens. Als zweifacher Vater kann ich sagen, dass man mit Kindern, wenn man sich wirklich um sie bemüht, in mindestens einem Verein tätig ist. Da ist man niemals einsam. Mitarbeit, Turniere, Arbeitseinsatz auf dem Vereinsgelände..... Leider gibt es zu viele Menschen in der Gesellschaft, die auch diese Leistungen nur noch konsumieren, nur nehmen. Die werfen ihr Kind vor der Halle aus dem Auto und kommen vier Stunden später wieder. Nach dem Motto: Ich hab ja dafür bezahlt. Ich wage zu behaupten, dass viele einsame Menschen auch selbst nicht besonders sozial sind. Wundert es einen, dass man einsam ist, wenn man selbst sozial egoistisch ist? So ist sie halt, unsere moderne, digitale Welt. Ich befürchte, das wird übrigens noch schlimmer werden. Die jungen Menschen, ab 12 Jahren sind nochmals ganz anders, was Kommunikation und Nutzung moderner Medien angeht. Aber halt! Die Jugend von heute ist scheinbar aufgewacht und sorgt sich um die Zukunft. Mal schauen, wie viele sozial gestörten Jungen Menschen wir in 10 Jahren haben. ( siehe Japan!) Vielleicht gibt es dann Freitagsdemos gegen die Einsamkeit und Schuld sind .....die anderen? Was ist mit den Alten? Wer heute alt ist, der hat normalerweise Kinder oder Verwandte, Freunde, die ihn in seinem Leben begleitet haben. Keiner hält diese Menschen auf, sich in die Gesellschaft einzubringen. Jeder Tag bietet die Chance etwas zu tun. Die Idee mit der Vorleseoma haben wir real im Kindergarten. Die Frau ist Klasse, beliebt und strahlt Lebensfreude aus! Die Zukunft wird.....einsam, aber nur für die einen und ich wage zu behaupten, dass dies nicht grundlos geschieht. Jeder hat es selbst in der Hand. Los gehts, die Vereine brauchen Mitglieder!

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siryanow 25.05.2019, 15:13
7. allein und einsam

Ich wundere mich oft wie leer und ausgefegt meine Stadt oft ist. Nicht nur abends sondern auch tagsüber. Dann frage ich mich immer. Sind wir so reserviert/ aengstlich, dass wir Sofa/ TV der Gesellschaft Anderer vorziehen ?

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postit2012 25.05.2019, 18:24
8. Das britische Gesundheitssystem oder besser, der NHS,

Zitat von hansriedl
müsste es zum Arzt. Für alle offen, scheinbar kostenlos und ein geliebtes Stück Sozialismus in Westeuropa: Das britische Gesundheitssystem NHS wird 70 Jahre alt, ist aber selber chronisch krank. GB ist ja schließlich einer der größten Betreiber von Steueroasen. Und was fehlt nun, Steuergeld für eine Sarnierung des Gesundheitswesens? Na wie jetzt,.... wegen der Ironie
ist deutlich besser als von den meisten gedacht.

Wenn man sich die Lebenserwartung der Briten anschaut, schneiden sie besser ab als die Deutschen. Wenn man die Kosten anschaut, schneiden sie auch besser ab. Ich weiß schon, dass die Versorgung in der Zahngesundheit bissl hinterherhinkt, und ich weiß auch, dass es Wartezeiten gibt und es nicht immer "komfortabel" ist, aber bei den lebenswichtigen Leistungen schneidet es sehr gut ab.

Vor hämischen Bemerkungen aus Deutschland sollte man sich also sehr hüten.

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solitaryway 26.05.2019, 03:44
9.

Zitat von held_der_arbeit!
Wenn die Einsamkeit "hausgemacht" ist, d.h. es einem aufgrund früherer, teils schon kindlicher Beziehungserfahrungen extrem schwer fällt, sich anderen Menschen verbunden-, oder sich angenommen zu fühlen. Man kann durchaus unter Leuten und dennoch sehr einsam sein
Das sind eigentlich zwei verschiedene Aspekte. Sich nicht verbunden fühlen bedeutet aus meinem Erleben heraus nicht automatisch Einsamkeit. Meine damaligen Erfahrungen haben damals dazu beigetragen, dass meine Fähigkeit, überhaupt Einsamkeit verspüren zu können, effektiv abgeschaltet wurde.

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