Forum: Wissenschaft
Gesetzesvorschlag: Minister wollen jeden Deutschen zum Organspender erklären

In Deutschland herrscht*dramatischer Mangel an Spenderorganen. Viele Patienten sterben, während sie auf der Warteliste stehen. Jetzt fordern mehrere Landesgesundheitsminister eine Gesetzesänderung: Jeder, der nicht widerspricht, soll künftig als Organspender in Frage kommen.

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fuzzi-vom-dienst 01.06.2011, 09:28
180. Nachtrag

Ich ergänze:

Ich würde mich gerne als Knochenmarkspender registrieren lassen. Dafür bin ich aber mit 69 "zu alt". Wäre ich vor 15 Jahren registriert worden, dürfte ich heute durchaus Knochenmark spenden. Wo bleibt da die Logik?????

Die Schwester einer guten Bekannten bräuchte dringend eine Knochenmarktransplantation und dieser Frau wäre es sicherlich völlig egal, wie alt der Spender ist. Natürlich entspricht die "Qualität" meines Bluts, meines Knochenmarks nicht mehr der eines 30-Jährigen. Wenn man aber das Leben eines Patienten nur um zwei, drei Jahre verlängern könnte, bis ein jüngerer Spender gefunden ist, so wäre das - aus Sicht des Patienten - sicherlich schon ein Gewinn. Denn schon die Vorbereitungen nehmen erhebliche Zeit in Anspruch.
So wurde vor etwa einem Jahr unsre Tochter angeschrieben als Knochenmarkspenderin. Es begannen bei ihr die diversen, zeitlich ziemlich aufwendigen Vorbereitungen, die dann allerdings abgebrochen wurden, weil der potentielle Empfänger zwischenzeitlich verstorben war. Hätte man den Empfänger mit "schlechtem", weil "zu altem" Knochenmark am Leben erhalten können, bis "gutes, junges" Mark zur Verfügung stand, so hätte sich der Empfänger sicherlich nicht über "zu altes" Knochenmark beschwert. Auch darüber bitte mal nachdenken.

Warum muss in Deutschland das Rad immer neu erfunden werden???

Das Genze ist eine einzige riesige Geschäftemacherei, bei der das Interesse des einzelnen Menschen ganz, ganz weit hintenan steht.

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M. Michaelis 01.06.2011, 09:29
181. ...

Zitat von Halodri73
Aber natürlich impliziert Freiwilligkeit auch die Entscheidung GEGEN etwas,
Nein, das ist aussagenlogisch falsch.

Es gibt auch keinen einzigen Fall einer Freiwilligkeit gegen etwas. Sie können mir gerne ein Gegenbeispiel bringen.

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hugo1000 01.06.2011, 09:30
182. wer stirbt schon gern,

wahrscheinlich kaum Jemand.

Das Perverse an dieser Geschichte ist doch, das es vorrangig wohl wieder nur um`s gut Geschäft für wenige geht.

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Neinsowas 01.06.2011, 09:34
183. des Gefühls erwehren...

...bis an die Leibesgrenze vom Staat erfasst zu werden...

...denn:
- Es gibt inzwischen weltweit einen Wettbewerb um immer speziellere Organimplantation (s. Gesichtsimpl.), es scheint, dass ein grosser Forschungszweig sich damit beschäftigt Organe austauschbar zu machen, also °in future° auch Schönheits-oder Leistungsaspekte einzubeziehen.
- Organe in Hülle und Fülle bringen eine Auswahl des Organs, °ranking° mit sich und werden die °Geschäfte° entsprechend umformen (ein Organ aus der 3. Welt ist dann nichts mehr wert).
- mit den Organen ist jeder einzelne Spender einer Wertung unterworfen (Rauchen, Trinken oder Übergewicht, Zipperlein...man ist nicht mehr verwertbar...)
- der Staat hat Zugriff auf meine Lebensform-und Daten und könnte doch irgendwann auf die Idee kommen mir per Steuer ein nicht mehr selbstbestimmtes Leben abzuverlangen.

Es gibt auch religiöse Aspekte, die nicht zu vergessen sind, nämlich die Annahme von Krankheit und Tod als Läuterung: Wie gehe ich damit um zu wissen, dass mein/sein Körper nicht mehr weiter trägt? Was bewirkt es in mir?
Oder: Was bewirkt das Wissen in jedem Falle Abhilfe finden zu können? Die Einstellung zum perfekten Menschen wird immer selbstverständlicher. Auf der Strecke bleiben die geistig Behinderten, aber die wird es ja, wenn´s nach der med. Forschung geht, auch bald gar nicht mehr geben....

Mich ärgert dieser gesteuerte Perfektionismus in allen Dingen, der unser Leben nicht bereichert, sondern furchtbar egalisiert!

Wenn eins meiner Kinder erkrankt, dann werden wir eine persönliche Lösung suchen, so wie Steinmeiers, notfalls per Aufruf...und wenn es nicht klappt, weil niemand will, in Gottes Namen, werden wir das Schicksal annehmen.

Und das will alles nicht heissen, dass ich nicht spenden will. Aber der Staat hat in diesen Entscheidungen gar nix zu suchen!

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ACroonen 01.06.2011, 09:34
184. -

Zitat von frubi
Wie soll den das bitte schön bewiesen werden?
Der Forist übersieht dabei, dass die Blutdruckregulation im Hinrstamm stattfindet. Wenn man so will im verlängertem Rückenmark. Unser Bewusstsein sitzt aber woanders.

Wie dem, auch sein. In der gegenwärtigen Situation habe ich Angst einen Organspenderausweiss zu machen, weil die Nachfrage größer ist als das Angebot. Ich habe daher Angst vorschnell für Hirntod erklärt zu werden.

Ist Sichergestellt, dass es mehr Spender als Empfänger gibt, und somit mehr Spenderorgane als benötigt werden,so würde ich einen Ausweiss bei mir tragen. Die Frage ist also:

Ist es Erwiesen , dass es bei Umkehr der Freiwilligkeit das Angebot größer als die Nachfrage ist?

Ich formuliere es mal bewusst Betriebswirtschaftlich um das Problem zu verdeutlichen:

Bei einem Überangebot wird nicht jedes Organ gebraucht. Ich kann mir also sicher sein, dass man um mein Leben bis zuletzt kämpfen wird.

Bei einem Mangel hingegen wird jedes Organ gebraucht. Woher soll also die Motivation kommen um mein Leben bis zu Letzt zu kämpfen, wenn mit meinen Organen 5-6 Menschen gerettet werden können?

Ist also Sichergestellt, dass es bei einer Umkehrung der Freiwilligkeit mehr Spender gibt als Empfänger so bin ich für die Gesetzesänderung.

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artikel.5 01.06.2011, 09:34
185. xxx

Zitat von Taurina
Alternativ fände ich die Idee, dass nur diejenigen auf eine Spenderwarteliste gesetzt werden können, die selbst bereit sind zu spenden (und der Gerechtigkeit halber auch die, die spenden würden, aber z. B. aus Krankheitsgründen nicht dürfen), auch eine gute Kompromisslösung.
Scheint mir auch die einzige pragmatische Lösung zu sein.
So wie unser Medizinsyatem gestrickt ist, hat für mich die bisherige Form des OS-Ausweis nur den Vorteil, dass ich als Spender auf ein schnelles Ende vertrauen kann und nicht befürchten muss, noch jahrelang als Zombie an die "lebensverlängernde" Apparatemedizin angeschlossen vor mich hinzuvegitieren.

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knödlfriedhof 01.06.2011, 09:36
186. achso

Zitat von hansklauspeter
Die Chance, dass ein spezielles Organ überhaupt geeignet wäre ist so minimal und den meisten ist das auch bewusst. Genau deshalb braucht man auch ein großes Angebot an Spendern..

Es ist also auch eine Sache von Angebot und Nachfrage.
Dann möchte ich dochmal nen konstruktiven Vorschlag machen.

Man baut zentral in Deutschland ein großes Ersatzteillager äh Krankenhaus, und schafft da alle " Hirntoten " hin um
ggfs. ( natürlich auf Bestellung ) entsprechende Organe passgerecht entnehmen zu können. Da könnte man doch das komplette Organmanagement effizient und professionell
abwickeln.

Natürlich macht man das nur wenn der Hirntote nicht ausdrücklich in schriftlicher Form wiederspricht.

Wäre das nix ?

Zitat von hansklauspeter
Im übrigen merkt man es ja garnicht, was mit den eigenen Organen nach dem Tod passiert, also ist es auch nicht so dramatisch.
Danke für diese bahnbrechende medizinische Information ;-)
Bleibt nur zu hoffen, dass man auch wirklich tot ist bei der Entnahme.

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Softship 01.06.2011, 09:37
187. .

Zitat von Michael Giertz
Und was kommt als nächstes? Zwangsblutspenden?
Eine gute idee… Da will jeder im Notfall Blut haben, aber ist nicht bereit mal selbst zu spenden.
Zitat von Michael Giertz
Ich persönlich empfinde - nicht aus religiösen Gründen übrigens - das Spenden von Organen wenig sinnvoll. Die Komplikationen sind zu groß: damit das Spenderorgan nicht abgestoßen wird, muss das Immunsystem praktisch lahmgelegt werden. Folgeerkrankungen sind also möglich.
Also, ich lebe recht gut mit meiner neuen Lunge. Seit nunmehr 8 Jahren. 2 dieser Jahre habe ich vorwiegend in Indien verbracht. Natürlich sind Folgeerkrankungen möglich. Können Sie auch ohne Transplantation und Immunsuppressiva haben. Oder etwa nicht?
Zitat von Michael Giertz
Die Organspende zum Zwang zu erklären, wenn man nicht ausdrücklich widerspricht dürfte nur dazu führen, dass rettbare Unfallopfer nur noch halbherzig wiederbelebt werden (genau wie Unfallopfer mit Organspenderausweis jetzt schon), um an die Organe zu kommen.
Blanker Unsinn. Ein Unfallopfer das stirbt weil es "halbherzig wiederbelebt" wurde, kommt als Spender nicht in Frage. Die Auflagen für die Feststellung des Todes sind für Organspender deutlich strenger als für "Normalos". Während man für einen Nicht-Spender jederzeit "aufgeben" kann, so muss bei einem Spender sichergestellt werden, dass der Hirntot tatsächlich eingetroffen ist. Wenn Sie sicher sein möchten, dass Sie nicht frühzeitig aufgegeben werden, tragen Sie einen Spenderausweis bei sich!

Nochmals es werden alle Organe über Eurotransplant verteilt. Ein Arzt in einer jeweiligen Klinik hätte nichts davon, einen Patienten zwecks Spende sterben zu lassen, denn er kann ohnehin nicht wissen, wohin die Organ verteilt werden.

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user124816 01.06.2011, 09:38
188. lol

Zitat von thorsten.kettwig
Wer nicht spenden will oder keine Ahnung hat oder sich nicht entscheiden will, kreuzt ein "Nein" an und fertig.
also den status quo beibehalten, *nein* ist standardmäßig angekreuzt - spart einen haufen papier und lebenszeit.

oder ist die intention das man leute zwingen will aktiv *nein* anzukreuzen eine andere?

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InesH 01.06.2011, 09:38
189. Bin dafür!

Zitat von fuzzi-vom-dienst
Mein Sohn hat bereits mit 15 (!) seinen PKW-Führerschein (learner's license) im Ausland gemacht. Als er mit 16 seine restricted license bekam, ließ er im Führerschein - gegen unseren Willen - sich als Organspender vermerken; dort war das mit 16 möglich, dort darf man auch mit 16 schon Blut spenden (allerdings nur mit Einverständnis der Eltern). Als er 18 war, ließ er sich hier einen Organspenderausweis aussstellen. Nach seinem Abitur in Deutschland machte er Zivildienst beim DRK. Nach dem Zivildienst vernichtete er seinen Spenderausweis. Und jetzt raten Sie mal, warum er genau dies tat. Noch zum Blutspenden: Unsre gesamte Familie ist / sind Blutspender. Das DRK jammert tagaus, tagein, dass zu wenige Spender da seien. In Deutschland darf niemand mit 16 Blut spenden, selbst wenn er / sie will und das Einverständnis dfer Eltern vorliegt. Deutschland hat bezüglich der Blutspender wesentlich schärfere Medikamenten-Restriktionen als die Schweiz oder Österreich - sicherlich bezüglich der Sicherheitsstandards vergleichbare Länder. In Deutschland muss man mindestens 50 kg wiegen zum Blutspenden, in Australien genügen 45 kg. In den USA gibt es keine Altersgrenze für Blutspender - wer will und vom Arzt als "gesund" befunden wird, darf spenden. In der Schweiz darf der Erstspender 68 sein, in Deutschland liegt dioe Grenze bei 60. Frauen dürfen bei uns auch jenseits der Menopause nur viermal spenden, obwohl es das Ausland vormacht, dass dann fünf- bis sechsmal tolerierbar sind. Und noch etwas: Früher hat das DRK kostelos die Blutgruppe von Kindern bestimmt, wenn die Eltern Blutspender waren. Das wurde VON DER POLITIK inzwischen verboten - wegen möglicher Kuckuckskinder! Dieser Staat ist nur noch ein faschistisch-kommunistisches Bürgerunterdrückungsregime, das mit einer echten Demokratie soviel zu tun hat wie der Teufel mit dem Weihwasser! Schönen Tag noch und ein bissertl mehr Nachdenken bei den einschränkungslosen Befürwortern der Leichenfledderei! Ich spende weiterhin Blut - aber ich lasse es mir nicht vorschreiben!
Warum hat er nun den Organspenderausweis vernichtet?
Diese Information haben Sie zwar in den Raum gestellt - aber keine Begründung geliefert.
Wir dürfen also raten.

Blutspende und Organspende in einen Topf zu werfen - ist auch irgendwie falsch.

Und ja, auch ich habe einen Organspenderausweis. Seit mehr als 20 Jahren.


LG
InesH

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