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Gesundheitsgefahren: Fettsucht stellt Tabakkonsum in den Schatten

Das Übergewicht wird in den Industriestaaten zu einer größeren Gesundheitsgefahr als das Rauchen. In den USA gehen durch Fettsucht mittlerweile ebenso viele gesunde Lebensjahre verloren wie durch Tabakkonsum. Forscher warnen sogar vor einem Rückgang der allgemeinen Lebenserwartung.

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Umbriel 05.01.2010, 14:59
1. Nix Neues

Manchen Dicken gehts vielleicht ganz gut damit, den meisten aber eher nicht so. Die meisten Dicken wären wahrscheinlich auch ganz gern rank und schlank. Man fühlt sich auch wohler damit!

Allerdings führen viele Wege zur Fettleibigkeit, auch die politisch korrekte Körner- und Müsliwelt kann davor niemanden ernstlich bewahren.

Manche Leute neigen dazu, andere nicht. Die Regulation ist irgendwie verschieden, Wissenschaftler haben da einiges herausgefunden, tun sich aber sehr schwer damit, die zusammenhänge wirklich umfassend zu begreifen.

Es gibt ein Sammelsurium von Wahrheiten, Ratschlägen, Halbwahrheiten, Lehren und Irrlehren, Urteilen und Vorurteilen.

Ich selber war im Laufe von Jahren immer ein klein wenig dicker geworden, dann waren es 106 Kg bei 1,84 und ich hatte keine Lust mehr auf mich und merkte daß mein Selbstwertgefühl leidet. Richtig fit war ich auch nicht mehr, ich fing ja schon bei kleinen Steigungen an zu schnaufen, obwohl ich eigentlich nicht unbeweglich war.

Also beschloß ich eine radikale Sache, ich wollte mich neu entdecken! Mit Halbheiten war ich schon mehrfach gescheitert.

Harte Schule:

a) Joggen, immer mehr und solange es irgendwie geht, Ausreden nicht erlaubt, Blessuren, Schmerzen, Wetter, Fußschmerzen, Wadenschwellungen wegen Faserrissen: Egal. Einfach joggen, 5 mal die Woche und das immer länger am Stück.

b) Viel kurzgebratenes scharfes Gemüse (Möhren, Chinakohl usw.) im indischen Stil, sehr viel Obst (Apfel, Orange, Grapefruit usw.), eher Vollkorn (macht satter), wenig Wein, kaum Bier (aber keine Abstinenz!, Magerequark, Magerjoghurt). Das ist die Hauptnahrung. Bisschen Geflügel, wenig Rindersteak, aufs Brot Kochschinken. Ausnahmen selten, Süsses eher sehr selten. Banane.

Ergebnis nach 4 Monaten: Verlust von sage und schreibe 20 Kilo.

Ergebnis nach 8 Monaten: Verlust von 25 Kilo.

Ergebnis nach 1 Jahr: Halten 81 Kilo. Laufe 5 mal die Woche ca 45 Minuten, manchmal mehr.

Habe trotzdem dauernd zuviel Appetit und muss dauernd darüber nachgrübeln was ich nicht essen soll. Dafür bin ich jetzt voll super sportlich und habe einen Blutdruck wie ein 18 jähriger und bin voll der Frauenschwarm!

:-)

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PML 05.01.2010, 15:07
2. Luxus-Problem Fettleibigkeit?

Zunächst könnte man ja mal denken: Fettleibigkeit - welch ein Luxusproblem! Ebenso wie das Gegenteil, die "berufs"bedingte Bulimie bei sog. (Mode-)Models.

Während das zweite jedoch eine von Partialgruppen der Gesellschaft modegemachte Zeitgeist-Krankheit ist, erinnert mich das Phänomen Fettleibigkeit eher an Kriegs- und Nachkriegsjahre, wo man zu schauen hatte, wie man seinen täglichen Joule-Bedarf zu decken vermochte. Nun je. Politisch gewollte und gemachte Zeiten von Massenarbeitslosigkeit und "HartzIV".

Sollte dieses ... Problem (?) Fettleibigkeit nicht bei den bei Kindern Armer, sondern bei den Kindern und Jugendlichen der Wohlhabenden auftreten, so ist die Lösung schnell gefunden: Restriktierte Computer- und TV-Zeiten plus Sport!
Unter Sportlehrern und Physiotherapeuten ist seit längerem der Umstand bekannt, dass Kinder und Jugendliche der heutigen Generation nicht mehr die einfachsten Gymnastikübungen hinkriegen und in jungen Jahren bereits stark eingeschränkt in den Grundsatzmöglichkeiten ihres Bewegungsapparates sind.

Ich empfehle Ringen oder Judo. Das frisst Kalorien noch und nöcher. Und baut in kurzer Zeit funktionale Muskelmasse in einer Differenziertheit auf wie sie sonst nur beim Schwimmsport zustande kommt. (Bänderdehnung bitte nicht vergessen!)

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descartes101 05.01.2010, 15:12
3. Die Wissenschaft hat festgestellt...

Zitat von sysop
Das Übergewicht wird in den Industriestaaten zu einer größeren Gesundheitsgefahr als das Rauchen. In den USA gehen durch Fettsucht mittlerweile ebenso viele gesunde Lebensjahre verloren wie durch Tabakkonsum. Forscher warnen sogar vor einem Rückgang der allgemeinen Lebenserwartung.
Ist ja nicht zu glauben... Fettsein ist ungesund? Jetzt muss der ganze 'big is beautiful' oder 'Miss Molly'-Schwachsinn wohl doch nochmal überdacht werden? Und dabei hatten wir uns schon so an die Normalität der Vielfresserei gewöhnt. Man ist ja immerhin sog. 'Genussmensch (homo fettsackicus)'.

Jetzt sag bloss noch einer, dass fette Schweinshaxe, McDonald's und Kartoffelchips ungesund seien..? Sogar in der Light-Version? Meine Güte, man kann keiner Werbung und keiner Bauernlobby mehr trauen.

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frubi 05.01.2010, 15:17
4. .

Zitat von sysop
Das Übergewicht wird in den Industriestaaten zu einer größeren Gesundheitsgefahr als das Rauchen. In den USA gehen durch Fettsucht mittlerweile ebenso viele gesunde Lebensjahre verloren wie durch Tabakkonsum. Forscher warnen sogar vor einem Rückgang der allgemeinen Lebenserwartung.
Jippiieee. Sinkende Lebenserwartungen. Freudenfest bei Rentenversicherungen. Jucheeii.

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Umbriel 05.01.2010, 15:22
5. Auch die Supermärkte sind schuld!

Klar: Jeder ist seines Glückes Schmied sagt man ja. Jeder muss wissen was er wann isst oder trinkt. Schon richtig.

Aber wenn ich so aus meiner Sicht darüber nachdenke, wieso werden immer mehr Leute zu dick, dann erinnere ich mich an die Veränderungen, die sich in den letzten 30-35 Jahren im Bereich Lebensmittelangebot ergeigneten:

Die Supermärkte haben das Produktangebot erheblich vergrößert. Die Grundnahrungsmittel und Basisprodukte sind zunehmend in den Hintergrund gerückt, Exotische Importware und riesige Verkaufsflächen für Genußprodukte wurden enorm vergrößert.
Meterweise preiswerte Pur - Süssigkeiten.
Dann noch schlimmer: Die Süssigkeiten schlichen sich zunehmend in andere Ware ein.

Süssigkeiten getarnt als Müsli z.B.

Süssigkeiten getarnt als gesunder Brotaufstrich.

Süssigkeiten getarnt als gesunde Milchprodukte.

Im Grunde genommen ist der ganz überwiegende Teil der Supermarkt-Verkaufsflächen mit PRIMÄREN GENUSSWAREN, Leckereien und Snacks vollgestellt. Schokomüsli, Fertigpizza, Toast-Schnitzel, Chips und Knabberkram, Vanillejoghurts, Shakes, fettige Käsesorten, Fettwurst bis zum Abwinken: Das reinste Schlaraffenlad.

Und kaum mit ernährungstechnisch sinnvollen Grundbausteinen für eine preiswerte und gesunde Ernährung!

Sicher, die Anbieter stehen vor dem Dilemma, daß man wahrscheinlich nur am unreflektierten Kauf von Leckerkram - seien das nun Knabberwürste, Käse oder Schokokekse - richtig was verdienen kann.

Ein Kilo Kartoffeln, Möhren, Apfel, Apfelsine, Magerjoghurt, Hüttenkäse und ab und zu ein Stückchen Hühnerbrust oder Schinken ist äußerst gesund weil sättigend und kalorienarm, bringen aber dem Händler vermutlich nichts.

Wenn alle so einkaufen würden wären die Läden bald pleite.

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Umbriel 05.01.2010, 15:37
6. Vorschläge diskutieren

Zunächt mal:
Worüber besteht Einigkeit, worüber nicht?

Kann es als gesellschaftliches Ziel gelten, daß der Bürger innerhalb eines bestimmten Gewichtskorridors existieren sollte?
Wie ist der Übergang zwischen eigenverantwortlichem Verhalten, wo beginnt das Fehlverhalten, wo ist der Übergang zur von Kollektivkassen zu zahlenden Wellness / Abnehmkur?
Das ist fürwahr ein weites Feld. Kuren, die keine Wirkung zeigen, Berater, die neues Klientel produzieren usw. usw.
Ärzte und Therapeuten, die neue Katalogleistungen brauchen und von Kassenprogrammen leben.

Elternbriefe ausgehend von Schulen, die anmahnen, man solle dem Zögling unbedingt ein Schulbrot mitgeben. Wo steht geschrieben, daß alle Kinder unbedingt um 9.30 Hunger zu haben haben?

Ist ein Käsebrot überhaupt gesund? Eher nicht so. Essen alle Kinder Äpfel? Kommt drauf an wie mehlig die sind. Im Zeifelsfall gibts ja einen geduldigen Mülleimer und irgendeiner hat immer eine Familienpackung Knoppers dabei.

In kaum einem Bereich wird soviel Unsinn verzapft wie rund um die richtige Kost!

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Rainer Helmbrecht 05.01.2010, 15:41
7. .

Zitat von sysop
Das Übergewicht wird in den Industriestaaten zu einer größeren Gesundheitsgefahr als das Rauchen. In den USA gehen durch Fettsucht mittlerweile ebenso viele gesunde Lebensjahre verloren wie durch Tabakkonsum. Forscher warnen sogar vor einem Rückgang der allgemeinen Lebenserwartung. ....
Dieses Problem wäre leicht zu lösen. Neben den Raucherecken, vor den Lokalen noch eine Fressecke einrichten. Besonders im Winter sehr effektiv. Nicht nur, dass man es sich 2 Mal überlegt, ob man raus geht zum Muffeln, sondern in der Kälte ist der Kalorienverbrauch auch höher.

Lokale und Kneipen nur noch für Nichtraucher und Körnerfresser und das Volk gesundet und ob sich da noch jemand wohl fühlt und ob der Wirt verhungert, alles egal, Hauptsache es gibt wieder neue Vorschriften;o).

MfG. Rainer

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Iggy Rock 05.01.2010, 16:22
8. wen wundert das eigentlich?

Zitat von Umbriel
Die Supermärkte haben das Produktangebot erheblich vergrößert. Die Grundnahrungsmittel und Basisprodukte sind zunehmend in den Hintergrund gerückt, Exotische Importware und riesige Verkaufsflächen für .....
Wenn sie mich fragen, sitzt unser Hauptproblem in den Verbraucherschutzministerien. Supermärkte bieten nur das an, was die Industrie herstellt und die hat seit vielen Jahrzehnten den Zucker als billigen Zusatzstoff entdeckt, der auch Defizite bei künstlichen Aromen lecker überdecken kann. Aufgabe der Politik könnte es sein, den Unsinn einfach rechtlich ins Illegale zu rücken, stattdessen fördert man auch noch mit Steuermitteln die Entwicklung einer angeblich besonderen Joguhrtkultur, die mit ordentlich Zuckerzusatz zu Mondpreisen verkauft wird.

Auch ich wurde in der Schule mit der Pyramide eines Müsliherstellers auf angeblich gesunde Ernährung getrimmt. Was gesund und was krank macht, ist bei Lebensmitteln, wie nirgendwo sonst, in der Dauerdiskussion. Im Grunde weiss es niemand, noch nicht einmal die Forscher selbst, kein Wunder bei deren Geldgebern. Was bewahrte mich bislang vor dem tödlichen Übergewicht? Die Zigaretten waren es nicht, eher Genetik und eine Mutter die mir schon früh predigte, welche Vorzüge selbstzubereitetes Essen hat.
Mit einem läuft dies jedoch nicht im Einklang, und da gebe ich sogar den Zuckerpanschern der Lebensmittelindustrie Recht: Mit unserem modernen, viel zu sehr auf Geschwindigkeit und Geiz maximierten Leben. Zucker, somit auch Kohlenhydrate ist der schnelle billige Energiebringer für den gestressten modernen Menschen. Dumm nur, dass er nicht mehr wirklich Jäger und Sammler ist, dann könnte er mit den Energiebomben wenigsten umgehen.

Das Interessanteste ist aber der Anti-Fett-Wahn. Fett selbst, egal ob pflanzlichen oder tierischen Ursprunges, kann der Körper gar nicht einlagern, auch solche Lügengeschichten treiben die Menschen in die Fehlernährung. Mir konnte bislang auch noch niemand erklären, wie gesättigte Fettsäuren im Körper, immerhin bei 36 Grad Celsius, plötzlich wieder fest werden können. Da gibt es noch viel Aufklärungsbedarf, jenseits von sinnlosen Diättips.

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...ergo sum 05.01.2010, 16:42
9. mal nachgedacht

Mir ist es eigentlich egal wie und was andere Menschen essen und trinken. Solange dieselben dann später nicht losplärren, weil sie nicht schnell genug jemanden zur Organspende finden.

Ich esse wenn ich echten Hunger habe, egal was die Uhr dann zeigt. Dann auch worauf ich Hunger / Gierde habe und zumeist ist das entweder etwas aus der Pfanne oder etwas zuvor Gekochtes aus meinem Froster oder und nehme mir die Zeit und koche schnell etwas.

Wenn mir danach ist dann schiebe ich mir eine 85 %tige Schokotafel rein (oder wenigstens einen kleinen Teil davon, am liebsten mit Peperoni o.a.) oder (sofern vorhanden) Dominosteine. Gutes Marzipan lasse ich ebenfalls nicht alt werden. Selbstgebackener Kuchen "lebt" auch nicht lange.

Knabbernderweise Möhren, Kohlrabi, Radieschen, Tomatenbrot und selbstgemachte Salate aller Arten. Je nach Gusto noch schnell selbstgemachte süße Quarcke (im Winter Obst aus dem Froster dazu samt etwas Koriander u.a.) - also eben alles wonach mir gerade so der Sinn steht.

Übergewicht hatte ich noch nie, schaffe ich aufgrund Veranlagung auch nicht.
Das Einzige was ich seit der Kindheit nicht mag ist alles was mit Schweinefleisch im engeren und weiteren Sinne zu tun hat. Sorry wenn ich das so sage, - es ekelt mich und es stinkt in meiner Nase. Ich kann es weder zubereiten noch essen noch woanders riechen. Hat eben Jeder so seine Macken.

Morgens brauche ich meine 2 Pötte Kaffee um aus den Puschen zu kommen, den Rest des Tages gibt es verschiedene Tee, am Abend den guten Grünen, alle natürlich ohne Zucker.
Ansonsten noch gelegentlich Kakao und jeden Tag zwischendurch insgesamt fast 1 Liter Vollmilch.
Eier kommen bei mir nur im Kuchen auf den Tisch.

Sollte ich irgendwann mal ein Wehwechen haben, dann braucht sich niemand um meine Ernährung zu sorgen. Immer alles in Maßen. An der kann es nicht liegen.

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