Forum: Wissenschaft
Gillette-Werbespot: Männer sind an allem schuld
Gillette / YouTube

Der Social-Media-Aufreger der Woche war eine Rasiererwerbung. Es gab Wutausbrüche und Boykottaufrufe, ein "Krieg gegen die Männlichkeit" sei im Gange. In Wahrheit bedrohen Männer vor allem sich selbst.

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Das Pferd 20.01.2019, 14:30
20.

ich spare mir mal das lesen.
Gillette hat Werbung gemacht. Anders verkauft man keine Markenartikel. Sie haben den Zeitgeist getroffen, oder oder ihn gebrochen, das macht Werbung.
Bei Rasier-Gillette fällt mir Majakowski ein, kapitalistische Werbung hatte sich also schon 1929 in den Wortschatz sogar eines begeisterten Sowjetbürgers ( oder seine Übersetzers) geschlichen, gute Werbung hat in dem Hause also Tradition. Und Werbung ist sehr gut, wenn sie auf SPON auf der ersten Seite ist, und das sogar kostenfrei.
.
Und nun ist gut mit infantilen Hashtags, eine Rasiererfirma hat Werbung gemacht. Haben wir echt keine andere Probleme? also mir fällt einiges ein.....

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biesi61 20.01.2019, 14:31
21. Ein genialer Werbeclip,

der mit einer Million Dislikes von vermutlich fast ausschließlich älteren und fast ausschließlich weißen Männern ausgezeichnet wurde. Gut so, schreibt hier ein älterer, heterosexueller, weißer Mann, der noch nie ein "richtiger Kerl" sein wollte!

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Little_Nemo 20.01.2019, 14:33
22. Die Moral von der Geschicht?

Zitat von haldor12
Nein, nicht alle Verhaltensweisen von Männern sind auf die Sozialisation zurückzuführen. Die Biologie spielt hierbei kräftig mit. Männer haben nun einmal einen anderen Hormonhaushalt als Frauen, einen höheren Testosteronspiegel, eine geringere Ausschüttung von Oxytocin und sie bilden mehr Muskelmasse, neigen teilweise zu anderen Erkrankungen. All dies steuert auch das Verhalten. Gerade wenn man die Ausdrucksformen von Depression bei Männern betrachtet, stehen Somatisierungen viel stärker im Vordergrund, als bei Frauen. und das liegt nicht (nur) an der Erziehung, sondern eben auch an der männlichen Körperchemie. Der Mensch ist eben ursprünglich nicht für unser "zivilisiertes" Dasein konzipiert, sondern für das Überleben in einer feindlichen Lebensumwelt. Zahlreiche Verhaltensweisen lassen sich durch konsequentes Training ("Erziehung") modifizieren, aber eben nicht bei allen Individuen im gleichen Maße. Den hunderprozentig weichgespülten Mann wird es niemals geben.
Also unser zivilisiertes Leben aufgeben oder uns weiter entwickeln?

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DJ Doena 20.01.2019, 14:35
23.

Zitat von mala_poisson
Wow - ich kann nicht verstehen, wie dieser - in meinen Augen - fantastische Werbespot so eine Welle der Wut hervorrufen konnte...
Simpel: Weil er nicht ehrlich gemeint ist und gleichzeitig so tut als ob er voll "woke" wäre.

All die toxischen Männer in dem amerikanischen Spot sind natürlich nur ganz zufällig alle weiß und die Frauenunterstützer sind ebenso zufällig schwarz. Einen Schwarzen in den gleichen toxischen Topf zu werfen, würde ja all die aufgebauten SJW-Punkte wieder verwerfen.

Außerdem ist der Spot in Wirklichkeit voll patriarchisch. Keine der dargestellten Frauen ist selbstbewusst genug, sich selbst zu behaupten; sie alle bekommen ihren weißen Ritter beiseite gestellt, der in ihrem Namen für sie ins Felde zieht (am krassesten bei der Bürofrau die gleichmal ihren Kopf hängen lässt, sobald nicht alles nach Plan läuft).

Die Comedy-Serien die in dem Fernseher laufen repräsentieren seit Jahrzehnten nicht mehr die Realität. Wann haben sie zum letzten Mal einen kompetenten Mann in einer Sitcom gesehen, der nicht nur dank seiner weisen und unendlich geduldigen Frau überhaupt überlebensfähig ist.

Lats but not least verlangt Gillette für Frauenrasierer mehr Geld als für Männerrasierer, in Feminismus-Kreisen gemeinhin als die "pink tax" bekannt.

Das Ding ist reine Augenwischerei.

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heinz.murken 20.01.2019, 14:40
24. Wenn Männer und Frauen gleich sind

dann sind sie eben auch gleich gut, gleich schlecht, gleich laut, gleich leise.
Oder doch nicht?
Jeder Mann hat eine Mutter, selbst ein Mann, der von seinem Vater allein erzogen wurde.
Ich persönlich glaube nur, dass Männer und Frauen die gleichen Rechte und Pflichten haben.

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Lykanthrop_ 20.01.2019, 14:41
25.

Die traditionelle Männerrolle exponiert Sie, ja die meisten Diktatoren waren Männer. In wie fern diese Rolle von den Frauen erwartet wurde und wird ist eine andere Frage. Männer sind das tendenziell dominante und physisch gewalttätigere Geschlecht, Frauen wurden von Männern und sich selbst andere Rollen zugewiesen. Ich denke es ist wichtig, dass Männer und Frauen sich von den gegenseitigen Erwartungen emanzipieren und autonom werden.
Das Eine ist die Emanzipation des Einzelnen, das Andere der gesellschaftliche Normenwandel, beides ist notwendig wenn wir Männer der Männerrolle entkommen und jedem Mann die Möglichkeit eröffnen wollen sich frei zu entwickeln.
Das mit der toxischen Männlichkeit ist eher eine Frage des Begriffs, er wird oft undifferenziert gebraucht. Es gibt ein Unterschied zwischen den toxischen Anteilen der traditionellen Männlichkeit, die sehr problematisch sind und der toxischen Männlichkeit, synonym für die Männlichkeit und Männer generell. Die Abwertung der Männer und die Vorstellung der Frau als das bessere Geschlecht, die Misandrie ist heute integraler Bestandteil weiter Teile des modernen Feminismus. Diese feministische Misandrie konzentriert sich in dem #Menaretrash und war weithin zu beobachten.
Ich kann dem Herrn Stöcker nur zustimmen, die Selbstreflexion der Männer unter sich ist noch eine große Aufgabe, wir sind mitten in einem Prozess, der bei den Frauen in Bezug auf die Weiblichkeit auch gerade beginnt, viele Männer haben aber einige Jahre Vorsprung, denn Männer müssen sich bei uns schon viele Jahre im Feminismus spiegeln. Diese Entwicklung steckt auf der anderen Seite noch in den Kinderschuhen. Je mehr Männer ihre Gleichwertigkeit in der sozialen Rolle einfordern, desto mehr stellen Sie die traditionelle Frauenrolle in Frage. Der Feminismus hat immer nur blaue Bonbons verteilt, es ist Zeit für Männer sich rosa Bonbons zurück zu holen.

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Kronos27 20.01.2019, 14:41
26. etwas unsympathisch der Spot

Nicht dass ich als Mann nicht kritisch meine Verhaltensweise und die anderer Männer überdenken würde. Natürlich wird in dem Spot einiges gezeigt dass mittlerweile überwunden ist oder schnellstens überwunden werden sollte.

Aber Männer reihenweise am Grill stehen lassen und als Herde gleichförmiger, dumpfer Trottel abzustempeln nur weil Sie zwei rangelnde Jungs nicht sofort trennen.....und dort dann die Brücke zu schlagen zu all den anderen negativen Verhaltensweisen finde ich in hohem Maße unfair.

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katapultoffel 20.01.2019, 14:42
27. Frauen,

Zitat von frenchie3
Aber so was von gegen die Männer, oh weh. Also, wenn sich 1 Mio bei 20 Mio Anklicker beschweren sind 19 Mio dafür doch ein echter Erfolg. Nach der Überschrift hatte ich erst befürchtet daß sich jemand darüber beschwert daß Frauen beim Rasieren unterrepräsentiert sind und man Quoten für Frauen einführen wolle
rasieren sich jedoch wesentlich öfter und mehr als wir Männer. Nur eben nicht so häufig im Gesicht. Verstehe den Trubel um diesen Spot nicht.

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Tahlos 20.01.2019, 14:42
28. Was solls

So ein Werbefilm kommt halt bei einer Branche raus, die zögert, eine Rasierklinge mit "jetzt 20 Klingen" rauszubringen und quasi daran verzweifelt keine neuen Argumente zu finden, mit denen sie die Aufmerksamkeit für ihr Produkt lenken kann. Da helfen eben auch nur extrem-Spots, ähnlich "alten Star und Möchtegern-Promis", die dann halt ihre Sexvideos (o.ä.) veröffentlichen, die natürlich vorher "entwendet" wurden.
Hat erwartungsgemäß funktioniert - die 5 Min Aufmerksamkeit waren da - der Name wurde von ganz allein durch die "sozialen" Medien rumgereicht. Der Rest ist vergessen......

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FocusTurnier 20.01.2019, 14:43
29. Die Toxizität

Gillette, bzw die Feministin Kim Gehring, die Frau hinter dem Spot, vertitt die Meinung, daß "toxische Männlichkeit" Bestandteil jeden Mannes ist und appelliert an seine Kunden, diesen Teil ihrer Persönlichkeit nicht nach außen zu kehren. Prägnanter und kürzer brachte dieses Basiswissen der feministischen Theorie der Hamburger Grünen-VizeMichael Gwosdz mit seinem Spruch"Alle Männer sind potentielle Vergewaltiger."auf den Punkt.
Daß diese Kampagne zu Diskussionen führt, war auch dem Nordamerika-Chef von Gillette klar. Wie diese Kampagne in der Realität ankommt und was das für Gillette bedeutet,erklärt der Professor für Marketing Charles R. Taylor in derForbes.

https://www.forbes.com/sites/charlesrtaylor/2019/01/15/why-gillettes-new-ad-campaign-is-toxic/

Auch auf den Gilette-Youtube-Kanal ist die Ablehnung deutlich zu erkennen. Das Like/Dislike-Verhältnis für den Spot beträgt bereits mehr als 1/3.
InPiers Morgan's Worten(übersetzt ) liegt Wahres:

"Wenn ich einen Werbespot für weibliche Kunden mache, der auf der allgemeinen Vorstellung basiert, dass Frauen Lügnerinnen, Betrügerinnen, Psychopathen und Mörderinnen sind (es gibt solche Frauen; ich habe viele von ihnen für meine Killer-Women-Krimiserie interviewt) und deshalb müsse jeder Frau beigebracht werden, dass sie all das nicht sein soll, würde die Hölle losbrechen und das zu Recht."

https://www.dailymail.co.uk/news/article-6594295/PIERS-MORGAN-Im-sick-war-masculinity-Gillette-just-cut-throat.html

Die Beschwerden über diesen Spotkommen durchaus nicht nur von Männern.

https://www.dailymail.co.uk/news/article-6595131/Now-women-say-Gillette-sexist-too.html

Dieser Fall wird für Gilette nicht zum Erfolg. Das ist eine Marketingkampagne, die gründlich schiefgelaufen ist.

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