Forum: Wissenschaft
Gillette-Werbespot: Männer sind an allem schuld
Gillette / YouTube

Der Social-Media-Aufreger der Woche war eine Rasiererwerbung. Es gab Wutausbrüche und Boykottaufrufe, ein "Krieg gegen die Männlichkeit" sei im Gange. In Wahrheit bedrohen Männer vor allem sich selbst.

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Henry Jones Jr. 20.01.2019, 16:11
70. Sippenhaft

Ich selbst habe nie in meinem Leben jemandem ein Haar gekrümmt, nie eine Frau belästigt, nie gemordet, war nie Diktator etc. Gleichzeitig höre ich mir ein Leben lang an, wie schlecht ich angeblich von Geburt wegen bin.
Sorry, diese Männerfeindlichkeit in unserer Gesellschaft, hat dieselbe Dynamik wie Rassismus. Es ist wahr: gewisse Bevölkerungsgruppen bestimmter Herkunft verüben weitaus mehr Verbrechen, als der Durchschnitt, sprengen sich weitaus häufiger in die Luft etc. Schauen Sie nur, wer bei uns vorallem in den Gefängnissen sitzt. Dennoch würden wir im Bewusstsein, dass die allermeisten selbiger Herkunft keine Verbrechen begehen, weshalb wir sie nicht in Sippenhaft nehmen. Bei Männern scheint dies aber irgendwie völlig in Ordnung zu sein sofern sie hetero sind. Die Sklaverei wurde wohl von Männer begonnen aber auch von Männern beendet. Kurz, es gibt Schlechte und Gute - und den Guten soll man nicht das Mann-sein vorwerfen.

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waddehaddeduddeda 20.01.2019, 16:12
71.

Zitat von Little_Nemo
Wer hat Sie und all diejenigen, die all das mehr oder weniger vollbracht haben, was Sie hier aufzählen, neun Monate lang mit sich herumgetragen und unter kaum vorstellbaren Schmerzen auf diese Welt gebracht? Gepflegt und gefüttert bis sie auf eigenen Beinen stehen konnten? Ohne dass ihnen dafür Gedenktafeln gewidmet, Orden verliehen oder Straßen und Plätze nach ihnen benannt wurden. Wo wären all die Gebäude, Straßen, Autos, die Elektrizität, die moderne Medizin, all die technischen Errungenschaften die wir heute für selbstverständlich halten, ohne die Frauen, die ihre Erfinder und Erbauer zur Welt brachten. Und warum musste jahrhundertelang jede große innovotarische Leistung seitens Frauen unter den Teppich gekehrt, unterdrückt, von Männern gestohlen und totgeschwiegen werden. Mir scheint, dass Männlichkeit ein ziemlich fragiles, um nicht zu sagen sieches Gebilde ist.
Das eine ist Natur, das andere Kultur.
Keine Ahnung, warum sie die Rolle der Frau aufs gebären reduzieren wollen, ein Argument ist das jedenfalls nicht.
Das andere im übrigen auch nicht.
Was sie fordern, ist wie bei dem alten Witz, das, wenn man ein Stadion nach einer Frau benennen will, es 'Ernst Kuzorra seine Frau (in ihrem Fall Mutter) ihr Stadion' heißen soll.

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Steinberg 20.01.2019, 16:14
72.

Zitat von romeov
Eine Marke, die mit ihren Wegwerfprodukten einen großen Teil zur Zerstörung unserer Umwelt beiträgt, reanimiert eine Aufreger-Kampagne a la "Benetton" aus den 80er Jahren und die domestizierten linksgrünen Männchen hier im Forum übertreffen sich schon wieder in Selbstgeißelungsorgien. So lenkt man geschickt von einem Problem ab, mit dem man sich längst beschäftigen sollte, mangels Produktalternativen aber nicht in der Lage ist.
Harry´s. (hoffe es ist okay den Namen eines Konkurrenzproduktes von Gilette hier zu nennen. Aber das ist ja keine Werbung hier. Richtig?)

Ein Ostdeutsches Qualitätsprodukt, mit fast hundert Jahren Produktionsgeschichte, unter einem hippen Amerikanischen Marketingcover vertrieben.
Damit kann sich fast jeder Mann irgendwie identifizieren.

Egal ob Hipster, Hooligan oder Banker.
Und teurer ist es auch nicht.

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Frietjoff 20.01.2019, 16:16
73.

Zitat von biesi61
Ein genialer Werbeclip, der mit einer Million Dislikes von vermutlich fast ausschließlich älteren und fast ausschließlich weißen Männern ausgezeichnet wurde.
Vermutlich leider nicht, was das Alter angeht. Tummel dich mal ein paar Stunden in einschlägigen Onlineforen (4chan, Reddit), dann wirst du sehen, dass diese verquere Denke leider auch jede Menge junge Anhänger hat. (Aber ja, anteilmäßig sind das in ihrer Generation weniger als bei den Alten. Auf sehr lange Sicht wird’s also besser.)

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underdog 20.01.2019, 16:16
74.

Zitat von remedias.cortes
Dennoch bin ich für Unterschiede: Ein Mann sein, heißt Verantwortung tragen für seine Taten. Das ist sozusagen "das Beste im Mann" Treusorgend, fürsorglich, verantwortungsbewusst, loyal, tapfer , mutig , klug. Anderen Männern, den Frauen und Kindern, der Schöpfung ein Vater und Bruder. Die Brüderlichkeit, die in der französischen Revolution gement war,
"in Mann sein, heißt Verantwortung tragen für seine Taten."

Nein, das heißt, erwachsen und mündig zu sein. Oder sprechen Sie Frauen diese Eigenschaften ab?

"Treusorgend, fürsorglich, verantwortungsbewusst, loyal, tapfer , mutig , klug. "

Was ist daran spezifisch männlich?

"Anderen Männern, den Frauen und Kindern, der Schöpfung ein Vater und Bruder. "

Geschenkt, das können Frauen per Definitionem nicht. Auch ohne den religiösen Pomp.

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irgendeinleser 20.01.2019, 16:22
75. Re: Zusammenhang?

Zitat von Nellodee
Verstehe die Argumentation hier nicht. Wollen Sie ausdrücken, dass es Männern nur möglich ist, ein Haus zu bauen oder ein Auto zu erfinden, wenn sie dabei Frauen belästigen oder einen schwächeren fertigmachen können? Und ja, warum sterben Männer früher? Warum werden sie obdachlos? Vielleicht liegen die Gründe hier in genau der beschriebenen toxischen Maskulinität, die kein Scheitern zulässt und Schwäche verdammt?
Der Beitrag des Vorposters war die Entgegnung auf den Vorwurf, dass Männer für viel Übel in der Geschichte wie Gewalt und Krieg verantwortlich sind. Sollte ersteres eine Rolle zur Beurteilung männlichen Verhaltens spielen, so sind wohl auch die positiven Beiträge zu berücksichtigen.

Zu der im Schnitt höheren Risikofreude, die zur kürzeren Lebenserwartung führt, gehört ebenso die höhere Bereitschaft zu gefährlicheren Berufen auch im Dienste der Gesellschaft auszuüben, beispielsweise bei der Feuerwehr. Das ist wohl kaum einfach nur eine "toxischen Maskulinität". Im übrigen ist "kein Scheitern" am einfachsten zu erreichen, wenn man erst sich gar nicht an riskiobehafteten Aktionen versucht, dass passt nicht im mindesten zu den "maskulinen" Verhaltensmustern.

Im Übrigen stört mich am Werbespot nur, dass die Firma hier mit einer moralisierenden Botschaft versucht, mir ihre Produkte anzudrehen. Dies empfinde ich als extrem heuchlerisch und unsympathisch.

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c.martell 20.01.2019, 16:22
76. Erregung

Peter Sloterdijk (huch, darf man den noch nennen...)
sprach einmal von einer "Erregungsgesellschaft"
Clevere Werber wissen das zu berücksichtigen.
Und wenn eine erprobte Meinungsmaschine noch
etwas Wind zubläst - geht's wie von selbt.

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JohnyM. 20.01.2019, 16:22
77. Bart weg

...höchste Zeit, auf Elektrorasur umzustellen; oder sich ein
Nass-Rasurset zuzulegen, das gibt's seit Urzeiten; fast gratis...

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underdog 20.01.2019, 16:23
78.

Zitat von Shelly
Dass fast alle technischen Errungenschaften von Männern sind, liegt eben an der patriarchaischen Gesellschaft, ist eben so und ganz ehrlich, lieber habe ich einen starken Mann, als ein weichgespültes Etwas, von dem ich im Ernstfall keine Hilfe bekommen werde.
Danke für den Beleg für meine zuvor aufgestellte These, das toxischer Männlichkeit durchaus eine toxische Weiblichkeit zugrundeliegt. Können Sie sich nicht selbst helfen? Was, wenn der Mann in Gefahr gerät? Auf wessen Hilfe kann er dann zählen? (und bitte jetzt nicht das Argument mit der Muskelkraft - nicht alle Gefahren sind körperlicher Natur bzw. können durch Muskelmasse bewältigt werden)

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m.w.r. 20.01.2019, 16:24
79. Bremer Eiswette

An diesem Beispiel der Veranstaltung der "Bremer Eiswette" letzte Woche und deren Nimbus der diese hanseatische Traditionsmännerveranstaltung umgibt, wird deutlich wie dumm viele Männer sind aber wie intelligent manch einzelner Mann ist.https://www.butenunbinnen.de/videos/eiswettfest-100.html

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