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Globale Umweltverschmutzung: Plastik aus der Schneewolke
Mario Tama / Getty Images

Winzige Kunststoffteilchen schaden Menschen und Tieren weltweit. Eine neue Studie zeigt, dass die feinen Partikel sogar vom Himmel schneien - nach oft Tausenden Kilometern Reise, in unerwartet hoher Konzentration.

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dw_63 15.08.2019, 12:00
40. Wichtige Fragen

Zitat von mirkoklaus
Sind diese Erkenntnisse. Die wichtigeren Fragen sind: Was wird damit gemacht? Also wer angefangen bei jedem Einzelnen über Hersteller und Verkäufer bis hin zu Staaten zieht welche Schlussfolgerungen für sein Handeln? Wie bekommt man Leugner dazu, diese Wahrheiten zu erkennen? Wie bekommt man gerade schwächere Staaten dazu auf günstiges Plastik zu verzichten?
Da Mikroplastik nicht durch den Körper abbaubar ist, stellt sich für mich zuallererst mal die Frage, welche Auswirkungen hat das Mikroplastik auf den Menschen und die Tiere?


Über die Folgen von Mikroplastik im Körper des Menschen ist bislang nur wenig bekannt.

Dann weiter:

Erste Erkenntnisse liegen vor allem in Bezug auf Tiere vor. Bei Miesmuscheln ließ sich beispielsweise beobachten, dass das Mikroplastik in die Zellen gelangte und dort Entzündungsreaktionen auslöste.
Wissenschaftler befürchten, dass die mikroskopisch kleinen Teilchen auch bei Menschen in die Körperzellen eindringen und dort Entzündungen verursachen könnten. So könnte möglicherweise das Lungengewebe durch eingeatmetes Mikroplastik geschädigt werden oder die Teilchen könnten sich in den Lymphknoten des Darms ansammeln.

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intercooler61 15.08.2019, 12:50
41. @cyberpommez: Der Vorwurf fällt vollständig auf SIe selbst zurück

Zitat von cyberpommez
Wie kommen hier einige Foristen auf die Idee, dass die Schädlichkeit dieses Mikroplastiks nicht erwiesen ist? Also die schädliche Wirkung bei Fischen und Muscheln ist sehr wohl erwiesen.Mikroplastik zieht Schwermetalle wie ein Magnet an und transportiert diese so in die Fische und über die Gefahren von Blei, Cadmium und Co brauchen wir hoffentlich nicht mehr zu diskutieren. oder? Davon ab ist Plastik so gut wie immer mit hormonähnlichen Substanzen belastet und wer glaubt, dass diese keinen Einfluss auf Organismen haben, hat in Biologie nicht gut aufgepasst. Die Annahme das Ganze sei ungefährlich ist, gelinde gesagt ,nicht möglich und gelingt auch nur weniger gebildeten, oder sehr ignoranten Menschen.
Die Studienlage ist zu heterogen, um bestehende Zweifel in dieser Weise zu verunglimpfen.

Zumindest PP (z.B. Reste von Plastikbeuteln) gilt bislang als biologisch inert; Ihren "Magnetismus" müssten Sie da schon noch konkretisieren (und den Geltungsbereich entsprechend einschränken).

Begleitstoffe, von denen hormonähnliche Wirkungen bekannt werden (wie z.B. BPA), versucht man üblicherweise zu ersetzen oder ganz zu vermeiden. Ebenso wurde die Immission von Schadstoffen, insbesondere auch Schwermetallen, in den vergangenen Jahrzehnten erheblich reduziert (bleifreie Kraftstoffe, RoHS etc.).

Ferner ist noch nicht einmal geklärt, ob die Konzentrationen von Mikroplastik in den letzten Jahrzehnten überhaupt stärker gestiegen sind als die menschliche Population. Dafür spräche einerseits die Zunahme des Straßenverkehrs (Reifenabrieb); andererseits konnten Messungen z.B. in der Ostsee (über 30 Jahre) diese Annahme bislang _nicht_ bestätigen.

Natürlich kann man bei allen bestehenden Unsicherheiten für das Vorsichtsprinzip plädieren - sollte dann aber auch deutlich sagen, wie weit man damit zu gehen bereit ist. Ein Zurück in vorindustrielle Zeiten und/oder ein Schrumpfen der Weltbevölkerung von 7 auf unter 1 Mrd. werden sich wohl nur Wenige wünschen.

Alles in allem steht es Menschen mit Ihrem Kenntnisstand jedenfall nicht zu, Andere als "weniger gebildet oder sehr ignorant" (sic) zu bezeichnen.

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ThomasGB 15.08.2019, 12:57
42. Tja, ...

Und das lagert sich auch zusammen mit dem weltweit erzeugten Ruß auf Gletschern ab, absorbiert das Sonnenlicht stärker und wird haben eine Gletscherschmelze. Ganz ohne Klimawandel. Cool, nich' ?

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intercooler61 15.08.2019, 13:10
43. Cherry-picking und publication bias

Zitat von dw_63
Da Mikroplastik nicht durch den Körper abbaubar ist, stellt sich für mich zuallererst mal die Frage, welche Auswirkungen hat das Mikroplastik auf den Menschen und die Tiere? [...] Erste Erkenntnisse liegen vor allem in Bezug auf Tiere vor. Bei Miesmuscheln ließ sich beispielsweise beobachten, dass das Mikroplastik in die Zellen gelangte und dort Entzündungsreaktionen auslöste. Wissenschaftler befürchten, dass die mikroskopisch kleinen Teilchen auch bei Menschen in die Körperzellen eindringen und dort Entzündungen verursachen könnten. So könnte möglicherweise das Lungengewebe durch eingeatmetes Mikroplastik geschädigt werden oder die Teilchen könnten sich in den Lymphknoten des Darms ansammeln.
In aller Regel bedeutet "nicht abbaubar", dass die Substanz unverändert wieder ausgeschieden oder ausgeatmet wird. Davon gibt es natürlich Ausnahmen.

Sie verschweigen aber zahlreiche Studien, die keine entsprechenden Effekte festgestellt haben.

Und sie verengen die Betrachtung willkürlich auf "Plastik": Menschliches Leben und andere Naturprozesse erzeugen immer auch Staub. Nur ein Teil desselben ist biologisch in kurzer Frist abbaubar, und viele Stäube sind pathogen - auch mineralische (Paradebeispiel Asbest) oder metallische (wie z.B. Abrieb von Rad/Schiene und Fahrleitung bei der Bahn). Nicht nur "Plastik".

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cindy2009 15.08.2019, 13:13
44. @thomasgb

"-----
ThomasGB heute, 12:57 Uhr
42. Tja, ...
Und das lagert sich auch zusammen mit dem weltweit erzeugten Ruß auf Gletschern ab, absorbiert das Sonnenlicht stärker und wird haben eine Gletscherschmelze. Ganz ohne Klimawandel. Cool, nich' ?----" Nein falsch. Ganz uncool gesprochen.

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espet3 15.08.2019, 13:24
45.

Wirklich schlimm, was da alles uns zugemutet wird, und gleichzeitig werden wir immer älter !?

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intercooler61 15.08.2019, 13:31
46. Ja, aber ...

Zitat von ThomasGB
Und das lagert sich auch zusammen mit dem weltweit erzeugten Ruß auf Gletschern ab, absorbiert das Sonnenlicht stärker und wird haben eine Gletscherschmelze. Ganz ohne Klimawandel. Cool, nich' ?
... wer sagt denn, dass der Ruß nicht auch aus der Energieerzeugung stammt, die für Herstellung, Transport und Reinigung von Mehrweg-Glasflaschen erforderlich war?

Die verbreitete 1-bit-Technologie (gut/böse) ist sehr preiswert, vermag aber keine Zielkonflikte zu lösen. Damit konfrontiert, produziert sie undefinierten Output.

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dw_63 15.08.2019, 14:01
47. Verschweigen

Zitat von intercooler61
In aller Regel bedeutet "nicht abbaubar", dass die Substanz unverändert wieder ausgeschieden oder ausgeatmet wird. Davon gibt es natürlich Ausnahmen. Sie verschweigen aber zahlreiche Studien, die keine entsprechenden Effekte festgestellt haben. Und sie verengen die Betrachtung willkürlich auf "Plastik": Menschliches Leben und andere Naturprozesse erzeugen immer auch Staub. Nur ein Teil desselben ist biologisch in kurzer Frist abbaubar, und viele Stäube sind pathogen - auch mineralische (Paradebeispiel Asbest) oder metallische (wie z.B. Abrieb von Rad/Schiene und Fahrleitung bei der Bahn). Nicht nur "Plastik".
tue ich gar nichts, die Frage nach der Schädlichkeit ist und bleibt für mich zentral.
Außerdem ist das ein Artikel den ich zitiert habe, keine Studie.

Was die Leute immer wieder gerne machen, ist einen monokausalen Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung herstellen, alle Krankheiten sind multifaktoriell, entsprechend können nur über Studien empirische Werte ermittelt werden, die eine Wahrscheinlichkeit herleiten.

Per Link habe ich auch die Kernaussage hervorgehoben, in der eben die Folgen von Mikroplastik wenig bekannt sind. Steinlungen bei Bergarbeitern, Krebs bei Rauchern, Röntgenstrahlen, da hat man eine Reihe von Studien, die ein entsprechendes Risiko für eine Krankheit beschreiben, Risiko, nicht automatische Erkrankung.

Helmut Schmidt ist für Raucher die beste Entschuldigung, weil der über 90 Jahre, trotz massivsten Tabakkonsum geworden ist, jeder Raucher kann ein Schmidt sein, die Wahrscheinlichkeit nicht einer zu sein, liegt aber verhältnismäßig hoch.

Feinstaub, Gase, Nahrung, natürliche Strahlung, wir nehmen Tag täglich Stoffe in uns auf, deren Wirkung auf unseren Körper, abhängig von Genetik und physiologische Kondition, unterschiedlich sein können.

Prediktiv etwas zu verteufeln ist genau so wenig seriös, wie Ignoranz bei Nachgewiesenem.

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intercooler61 15.08.2019, 14:49
48. OK; vollinhaltliche Zustimmung

Zitat von dw_63
[...] Was die Leute immer wieder gerne machen, ist einen monokausalen Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung herstellen, alle Krankheiten sind multifaktoriell, entsprechend können nur über Studien empirische Werte ermittelt werden, die eine Wahrscheinlichkeit herleiten. Per Link habe ich auch die Kernaussage hervorgehoben, in der eben die Folgen von Mikroplastik wenig bekannt sind. Steinlungen bei Bergarbeitern, Krebs bei Rauchern, Röntgenstrahlen, da hat man eine Reihe von Studien, die ein entsprechendes Risiko für eine Krankheit beschreiben, Risiko, nicht automatische Erkrankung. [...] Feinstaub, Gase, Nahrung, natürliche Strahlung, wir nehmen Tag täglich Stoffe in uns auf, deren Wirkung auf unseren Körper, abhängig von Genetik und physiologische Kondition, unterschiedlich sein können. Prediktiv etwas zu verteufeln ist genau so wenig seriös, wie Ignoranz bei Nachgewiesenem.
Danke für die Klarstellung; darin sind wir uns einig.

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om108 15.08.2019, 17:50
49. Es scheint hier mal wieder eine Reihe Foristen zu geben,

denen die Mikroplastikteilchen schon so dermaßen in den Kopf gestiegen sind, sonst könnten sie nicht behaupten, dass der Artikel bzw. die Forschung keinerlei Hinweise auf die negativen Auswirkungen der M.p. auf die Umwelt bzw. Lebewesen hat. Benannt wurden: mindetens geringere Fruchtbarkeit bei Fischen und Veränderung der Verhaltensweisen. Da der Mensch in den Städten und überhaupt dicht besiedelten, wie auch verkehrstechnisch intensiv genutzten Gebieten deutlich höheren Mikroplastikemissionen ausgesetzt ist, werden sich hier auch die negativen Belastungen deutlich stärker auswirken - nur lassen sie sich nicht mehr unter der Fülle der weiteren stofflich-, chemisch-, strahlen- und konsumbedingten Belastungen herauskristallisieren. Es werden unendlich viele synergistische Effekte entstehen. Am Ende steht der Totalkollaps unseres körperlichen, psyischen, physischen Systems - jetzt schon weithin erkenn- und diagnostzierbar.

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