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Globalisierung: Warum die Anti-Internationalisten gefährlich sind
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Da scheinen sich Donald Trump und Sarah Wagenknecht einig: Das Globale ist ein Problem, wir brauchen nationale Lösungen. Alexander Gauland will sogar lieber deutsch als "Mensch" sein. Das ist kurzsichtig - und entlarvend.

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moistvonlipwik 30.09.2018, 16:11
1. Nationalismus

beruht nun einmal auf zwei Lügen:
1. dass die Mitglieder einer "Nation" durch eine besondere Eigenschaft, ein unsichtbares Band miteinander verbunden seien, mithin eine eigene Subspezies "Mensch" darstellen
2. diese Subspezies unabhängig von (=ohne Rücksicht auf) alle anderen handeln könne.

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kritischer-spiegelleser 30.09.2018, 16:15
2. die gefährlichen Anti-Internationalisten

Man muss nicht alle nationalen Interessen aufgeben, wenn man internationale Interessen fördern will. Man muss nur alles in einen vernünftigen Zusammenhang bringen. Und da tun sich manche Medien und manche Poitiker schwer.

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Kokolemles 30.09.2018, 16:17
3. Das Problem ist nicht der Internationalismus

Das Problem besteht darin, das die Wirtschaft die Globalisierung dazu missbraucht um hier die Löhne und Lebensstandarts zu drücken mit der Drohung, wenn hier die Löhne nicht sinken, gehen wir ins Ausland, wo die Produktionskosten niedriger sind. Genau so verhält es sich hier bei der Beschäftigung von Flüchtlingen. Ein Flüchtling kennt hier seine Arbeitnehmerrechte in der Regel nicht und gehört auch keiner Gewerkschaft an. Dieser Umstand wird von der Wirtschaft skrupellos ausgenutzt. Das entlarvt die Wirtschaft, die ja nur aus Profitinteresse und nicht aus Menschlichkeit zu den Flüchtlingen hier handelt. Das ist ein verbrecherisches Verhalten, weil es den Haß der Deutschen auf die Flüchtlinge anstachelt. Es muss wirklich das gesagt werden. Natürlich ließen sich viele der Stellen mit arbeitslosen deutschen Arbeitnehmern besetzen. Bewerben sie sich mal direckt als über 50 Jähriger beim Benz, in der BASF, oder Bosch usw. Man wird nur mit Absagen konfrontiert. Das ist das Problem, was wir hier haben.

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klaus.schumacher 30.09.2018, 16:17
4. Sicht der Dinge

Der Autor beschreibt hier seine Sicht der Dinge (besser Sachverhalte), die aber nicht die einzige und richtige ist. Es gibt immer Argumente dafür und dagegen, und sehr viele Menschen im Lande sehen dies zunehmend anders als die schreibenden Journalisten. Vielleicht sollten diese mal wieder mehr mit den Menschen sprechen und auch (mit den Politikern) dafür sorgen, dass sich die Gesellschaft nicht weiter polarisert. Sonst werden wir erst ein wirkliches Problem haben.

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De facto 30.09.2018, 16:26
5. Gewinner und Verlierer

Klar, die Globalisierung hat 500 Millionen Chinesen aus der Armut geholt aber gleichzeitig sind in den Westen Millionen in prekären Jobs gelandet wegen niedriger Produktivität. Wir haben Heute nationale Gesetze und Verordnungen für eine globale Business; Steuer, Arbeitsschutz, Sozialversicherungsbeiträge und vieles mehr sind national angeordnet aber die Unternehmen agieren global. Wir haben auch Märkte wo viele Staaten mit Subventionen und billige Krediten den Wettbewerb verzerren.

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dasfred 30.09.2018, 16:29
6. Was hätte Wagenknecht anderes sagen können

So viel versteht sie von Angebot und Nachfrage, dass ein hoher Zustrom in den Arbeitsmarkt, gerade im Niedriglohnsektor die angebotenen Löhne senkt. Ohne Mindestlohn gibt es noch genug Menschen, die auch für fünf Euro noch arbeiten würden und damit den Arbeitnehmern jede Verhandlungsmacht nehmen. Globalisierung ist nicht die Aufgabe der Leute am untersten Ende der Nahrungskette. Der faire Umgang miteinander kann nur von denen eingefordert werden, die das Ungleichgewicht zwischen den Nationen für ihre Zwecke ausnutzen. Jedem Textilhändler bleibt es unbenommen, vor Ort zu produzieren, aber es ist profitabler, dort zu fertigen, wo die Menschen in Armut leben, die Umweltstandards niedrig sind und die Behörden willig. Gleichzeitig dringt das Internet in entfernteste Winkel vor, zeigt afrikanischen Bauernjungs deutsche Mädels, die angeblich alle im Luxus leben und niemand muss hier arbeiten, weil alle irgendwie von Natur aus reich sind. Vor 1989 haben Westfernsehen und Wessis auf Besuch in der "Zone" Begehrlichkeiten im Osten geweckt, die sich dann ihre Bahn brachen. Nun weckt das Internet Begehrlichkeiten weltweit und es gibt keine Mauer mehr. Also müssen wir leider über kurz oder lang unsere Ansprüche zurückschrauben und einen größeren Teil der Wertschöpfungskette in den Erzeugerländern belassen, damit dort ein auskömmliches Leben entstehen kann.

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staplerfahrer_klaus 30.09.2018, 16:32
7. Genau diese Fragen gehören diskutiert

Ich finde den Artikel im Prinzip gut weil er ausnahmsweise mal das Hauptproblem unserer Zeit anspricht. Die Frage wie viel Globalisierung wir wollen und wie ist genau die Frage die es zu diskutieren gilt. Nur stimme ich eben nicht mit dem Autor überein.
Wenn man die letzten Jahrzehnte anschaut, dann waren diese geprägt von immer weiterer Globalisierung. Und wo sind wir jetzt?
Genau wie Wagenknecht das anspricht hat der europäisch Arbeitsmarkt das Lohnniveau in Deutschland gedrückt und die soziale Spaltung befördert. Der Euro verstärkt die Ungleichgewichte. Transferzahlungen in irgendeiner Form werden unausweichlich. Der Weltweite Freihandel hat schwache Länder teilweise erdrückt und ausgebeutet. Viele Länder sind nicht mehr lebenswert was jetzt in Zuwanderung bei uns und langfristig zu weiterer sozialer Spaltung führt. China als Beispiel ist nur deshalb so stark geworden weil sie sich aus eigener Stärke heraus eben nicht von Anfang an den Gesetzen der Globalisierung unterworfen haben. Erst jetzt wo sie es können öffnen sie sich. Was ich sagen will: Der Autor spricht sich im Endeffekt dafür aus den Weg weiterzugehen der eben viele Probleme erst verursacht hat. Das ist unlogisch und so sehen es eben auch viele andere Leute so.

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feld01 30.09.2018, 16:39
8. Nationen sind agiler und darum besser

Vergleichen mit der UN lassen sich in einem Nationalstaat geradezu effizient Probleme lösen.

Wenn Firmen durch agiles Arbeiten in autonomen Teams besser auf Kundenbedürfnisse reagieren können, warum soll das nicht für Bürokratie gelten?

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Leser161 30.09.2018, 16:43
9. Die Lösung liegt inder Mitte

Natürlich kann man internationale Probleme nicht wegignorieren. Und die Globalisierung hat auch Vorteile, aber eben auch Nachteile (Günstige Arbeitnehmer aus XY). Und solange diese Nachteile nicht thematisiert sondern wegignoriert werden, solange werden Anti-Internationalisten Aufwind haben.

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