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Globalisierung: Warum die Anti-Internationalisten gefährlich sind
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Da scheinen sich Donald Trump und Sarah Wagenknecht einig: Das Globale ist ein Problem, wir brauchen nationale Lösungen. Alexander Gauland will sogar lieber deutsch als "Mensch" sein. Das ist kurzsichtig - und entlarvend.

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Little_Nemo 01.10.2018, 09:21
90. Ihr Glaube an das Gute im Menschen

@ From7000islands Heute, 07:46
Das ist doch mal ein ambitionierter Beitrag. Da bemühen Sie sich in Ihrer Überschrift uns vorzumachen, Sie würden ausgewogen argumentieren, und dann schwingen Sie sich gleich im ersten Satz dazu auf süffisant auf die Intellektuellen herabzublicken und beenden Ihr Pamphlet konsequenterweise mit der Titulierung linker Globalisten als Wendehälse. Die guten alten Feindschablonen müssen gepflegt werden, gell? Auch wenn die "Rechts-Links-Schablonen" doch gelegentlich für überholt gehalten werden wollen, wenn es opportun erscheint, nicht wahr? Besonders schön bringt folgender Satz Ihre Weltsicht auf den Punkt: "Die Balance zwischen unsinniger Auflösung in der Suppe aller zusammengewürfelten Arten und der rigiden Trennung der eigenen Gruppe gegen anstürmende Eroberer ist schwer zu halten." Ist diese "Suppe", mal wissenschaftlich betrachtet, nicht eigentlich der Urzustand, und es geht Ihnen eher um eine krampfhafte Herauslösung aus dieser? Sehen Sie die Deutschen sogar schon als eigene Art, nicht mehr nur als Rasse? Was verstehen Sie unter der "eigenen Gruppe"? Oder anders ausgedrückt: Hat der gröhlende und prügelnde Nazi-Proll aus NRW oder Thüringen mehr mit mir gemein als der friedvolle, gesetzestreue Familienvater aus dem Irak oder Syrien? Vor diesem Hintergrund drängt sich doch die Frage auf, woher die "anstürmenden Horden der Eroberer" wirklich kommen, die unsere westliche Kultur bedrohen. Von außen oder vielleicht weit mehr noch von innen? Schöner als in diesem einen Satz hätten Sie kaum aufzeigen können, dass Rassismus im Kern vor allem Realitäts- verdrängung und -verweigerung ist.

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im_ernst_56 01.10.2018, 09:28
91.

Zitat von jackberlin
Marx' idealistische Vorstellung von einer internationalen, proletarischen Revolution dient dem Autor als Vorlage für die Verteidigung des modernen Kolonialismus und den Abbau der bereits erkämpften sozialen Standards in Europa......
Vielleicht meint der Kolumnist ja doch eine solidarische Welt von Brüdern und Schwestern unter der Führung einer linken Weltregierung und nicht die Herrschaft multinationaler Konzerne. Die Kunst der SPON-Kolumne besteht gerade darin, bei der Beschreibung von Perspektiven eher sehr zurückhaltend zu sein, um nicht den Nimbus des Philosophen zu verlieren.

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jamguy 01.10.2018, 09:36
92.

Zitat von GP1
Bildung und nochmals Bildung hilft Globalisierung positiv zu gestalten. Nationales oder nationalistisches Geschwurbel führt nur ins Unglück
Das Problem liegt im Ausland den dassind alles Staaten die auf Nationalismus beharren und sich rein wirtschaftlich weltoffen präsentieren und darum muss es Druck geben

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Taugur 01.10.2018, 09:40
93. Nichts ist unumkehrbar

So einen ähnlichen Satz:
"Hier sind wir nämlich beim destruktiven Kern dessen angekommen, was die Gaulands, Orbáns und Trumps dieser Welt womöglich wirklich glauben: Dass sich die immer weitergehende Integration der Welt zurückdrehen lässt."

Hätte auch ein Kommentator in Rom im Jahre 50 schreiben können.
Völlig irre diese Provinzpolitiker in Gallien, Germanien; Judäa oder Britannien die glauben die Pax Romana könne man zurückdrehen.
Und kein vernünftiger Mensch würde auf die Segnungen römischer Kultur verzichten wollen.... hätte man damals in Rom tatsächlich denken und schreiben können ;->

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syracusa 01.10.2018, 09:52
94.

Zitat von vera gehlkiel
Naja, die Frage ist, ob man Wohlstand mit Ressourcenverbrauch und Umweltverschmutzung gleichsetzen muss.
Ihr Einwand ist formal korrekt, findet in der Realität aber keinerlei Widerhall. Die gesamte Welt ist heute weitaus stärker konsumorientiert als je zuvor, und diese Entwicklung geht beschleunigt weiter. Wohlstand korreliert heute und auf absehbare Zeit unmittelbar mit Ressourcenverbrauch.

Ich halte es für unmöglich, hier eine grundlegende Wertverschiebung zu erzielen, und noch viel unmöglicher, diese so kurzfristig und global zu erzielen, dass der ganze Planet wirklich auf nachhatiges Wirtschaften unschwenkt. Die Zahl der Menschen, denen selbstbestimmte freie Zeit und damit mehr Lebensqualität wichtiger ist als ein i-Phone oder ein möglichst großes SUV, ist extrem überschaubar, und deren Einfluss auf die Kultur unserer Gesellschaft ist vollkommen unbedeutend.
Der globale Wertewandel ist ganz besonders deshalb unmöglich, weil die reichen Staaten mit ihrem ressourcenverbrauchenden Wohlstand ein extremes Leuchtfeuer darstellen für alle Armen. Die Wirtschaftsmigranten aus Afrika kommen nicht zu uns, um ein bei uns selbstbestimmtes Leben führen zu können, sondern um sich materiellen Wohlstand zu erwirtschaften.

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acitapple 01.10.2018, 10:00
95.

Zitat von Leser161
Natürlich kann man internationale Probleme nicht wegignorieren. Und die Globalisierung hat auch Vorteile, aber eben auch Nachteile (Günstige Arbeitnehmer aus XY). Und solange diese Nachteile nicht thematisiert sondern wegignoriert werden, solange werden Anti-Internationalisten Aufwind haben.
Völllig Korrekt. Das Ignorieren, das Nichtansprechen oder gar das Verleugnen von Nachteilen verhindert doch erst, dass diese bekämpft werden können. Also wuchern sie weiter. Irgendwann wird es jedoch eine Interessengruppe geben, die sich deren Bekämpfung auf die Fahnen schreibt und die erhält dann auch Zulauf.
Es macht absolut und überhaupt keinen Sinn, dass der Milchbauer aus Niedersachsen mit dem Milchbauern aus Peru konkurrieren sollte. Das mag für geschäftliche Interessen unter günstigen Bedingungen (niedrige Transportkosten) durchaus der Fall sein und entspricht dem Geiste der Globalisierung, ökologisch gesehen ist dies jedoch fatal.

Es geht auch um ein wenig Autonomie. Diese schillernde Idee der Internationalisierung funktioniert nur solange, wie alle am gleichen Strang ziehen. Geben wir z.B. die Milchproduktion auf, weil vielleicht die Ukraine die benötigte Menge zu einem günstigeren Preis herstellt, dann sind wir von der Ukraine abhängig. Ok,wir haben uns ja alle lieb und die Abhängigkeit macht nichts. FALSCH, denn irgendwann wird irgendwer sich daraus einen Vorteil verschaffen wollen und die Abhängigkeit ausnutzen. Diese Friede-Freude-Eierkuchen-wir-haben-uns-alle-lieb-Mentalität ist einfach unrealistisch.

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mostly_harmless 01.10.2018, 10:05
96.

Zitat von Johann Meyer
Gerade die Nationalisten waren die ersten Demokraten der Neuzeit in Deutschland. Vielleicht sollte der Autor sich mal mehr Gedanken machen, wie Freiheit, Recht und Demokratie funktionieren. Karl Popper hilft.
Nein, nicht Nationalisten sondern Patrioten waren die ersten Demokraten in Deutschland. Vielleicht sollten Sie sich mal Kenntnisse bezüglich der Unterschiede zwischen Patriotismus und Nationalismus erwerben. Ein Lexikon Ihrer Wahl hilft.

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acitapple 01.10.2018, 10:06
97.

Zitat von syracusa
Ihr Einwand ist formal korrekt, findet in der Realität aber keinerlei Widerhall. Die gesamte Welt ist heute weitaus stärker konsumorientiert als je zuvor, und diese Entwicklung geht beschleunigt weiter. Wohlstand korreliert heute und auf absehbare Zeit unmittelbar mit Ressourcenverbrauch. Ich halte es für unmöglich, hier .....
Ich befürchte leider, Sie haben recht. Ich zweifele daran, dass die Erdbevölkerung sich einer vernünftigen und nachhaltigen Wirtschaft zuwendet. Vorher wird es in nicht zu ferner Zukunft zu erbitterten Verteilungskämpfen kommen. Die Überbevölkerung führt geradewegs dorthin. Wir werden auch keinen Klimawandel benötigen um die Menschheit zu dezimieren, das werden wir schon selbst besorgen. Ob das jetzt 2030 oder 2100 geschehen wird sei mal dahingestellt. Ein paar gutgläubige Humanisten und Mahner haben darauf keinen Einfluss.

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Fricklerzzz 01.10.2018, 10:08
98. Der Internationalismus drückt die Arbeiter runter

Der Internationalismus führt zur Entmachtung der Gewerkschaften und der Arbeitnehmer. Wenn die Arbeiter hier zu hohe Löhne fordern, dann wird flugs woanders Produziert und die Abeiter im Billiglohnland profitieren, wenn nach einiger Zeit dort auch höhere Löhne erkämpft werden geht es ein Land weiter. Die einzige Möglichkeit diesen Schweinezyklus zu durchbrechen sind Zölle, die sorgen dafür, dass sich die Produktion im Billiglohnland nicht rechnet. Daher macht Trump in diesem Punkt genau die richtige Politik. Natürlich ist das für uns unangenehm, weil auch wir davon betroffen sind. Aber warten wir ab, was die Zollpolitik unterm Strich bringt. Denn bis sich die Industrien in Amerika neu etablieren können (und Arbeiter brauchen) braucht es Zeit und es ist ja fraglich ob die Politik lange genug beibehalten wird.
Zölle verhindern aber nicht zwingend internationale Zusammenarbeit, sie behindern nur den Fluss von Waren die aus Billiglohnländern kommen.
Zusammenarbeit heißt nicht gemeinsame Ausbeutung von Arbeitnehmern. Der Author suggeriert aber, die globale Ausbeutung würde die einzige Art der internationalen Zusammenarbeit darstellen.
In vielen Ländern führt genau diese Denkweise eben genau dazu, das man dagegen handelt, in dem man die wählt die die nationale Arbeiterschaft schützen wollen und das sind nun mal die "Rechten". Schauen sie in die Länder um uns herum, alle Ländern mit einer qualifizierten "teuren" Arbeiterschaft zeigen diese "Schutzeffekte", eben weil sie nicht durch Billiglöhner ersetzt werden wollen.
Die Internationale erkämpft nur das Menschenrecht, wenn da wo zurzeit produziert wird die Gewerkschaften aka die Arbeitnehmervertreter was zu sagen haben, aber genau in den Billiglohnländern gibt es diese Leute garnicht oder sie sagen irgendeine Arbeit ist besser als garkeine.
Somit ist "die Internationale erkämpft das Menschenrecht" eine veraltete, heute unrichtige Annahme, die den Gegebenheiten nicht mehr entspricht.

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mayazi 01.10.2018, 10:12
99. Skalieren

Demokratie ist um das 130.000-fache skalierbar (von Nauru bis Indien). Dagegen ist der Schritt von Indien zu Welt (x6) nur noch winzig.

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