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Golfstrom: Die rätselhaften Mega-Flüsse im Atlantik

In riesigen Strömen fließt im Nordatlantik 20-mal mehr Wasser in die Tiefe, als alle Flüsse der Erde zusammen ins Meer spülen - davon sind Wissenschaftler überzeugt. Das Problem: Bisher hat niemand die Giganten beobachtet. Und je länger die Suche dauert, desto rätselhafter werden sie.

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Der Emigrant 24.07.2009, 13:02
1. Die Legende lässt sich nicht ausrotten

Auch wenn es der Spiegel ebenso wie der Schulunterricht immer wiederholen, so stimmt es trotzdem nicht.

Der Golfstrom mit seinem Warmwasser ist nicht entscheidend für mildes Wetter oder sibirische Kälte in Mitteleuropa.

Verantwortlich dafür ist die vorherrschende Windrichtung, und die ist West.

Wäre sie Ost, herrschte im Winter sibirische Kälte in Deutschland, sogar wenn der Golfstrom 20 Grad warm wäre.

Umgekehrt, sogar wenn der Golfstrom nur 1 Grad warmes Wasser heranführe, wären die Winter bei Westwind trotzdem mild.

New York etwa ist in der umgekehrten Lage. Dort kann man den Golfstrom bildlich vom Ufer aus vorbeiziehen sehen, aber da der Wind meist aus West kommt, sind die Winter in NY meist bitter kalt. Denen würde ein Wind aus Ost milde Winter bescheren.

Ist alles Stand der Wissenschaft, aber in der Allgemeinheit und den Medien wird es wohl noch viele Jahre dauern, bis es ankommt.

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yourtalkmaster 24.07.2009, 13:25
2. Der Nordatlantikstrom

Erstaunt muss man zur Kenntnis nehmen, das doch noch vieles am Golfstrom unklar ist. Die Schwierigkeiten beim Messen der Ströhmung erinnern an die Probleme, den aktuellen Schwund an Grönlandeis umfassend zu ergründen. Das lässt wieder Raum für Beschwichtiger, die dem Klimawandel ohnehin stoisch gleichgültig gegenüberstehen oder die aus handfesten Interesse die Gefahren globaler Erwärmung herunterspielen wollen.
Man kann nur hoffen, dass die Messsonden der Meeresforscher bald fündig werden und der Golfstrom so ein ganzes Stück besser verstanden wird.
Indizien sprechen zumindest für einen Zusammenhang zwischen dem vermehrten Eintrag von Süßwasser und dem Erlahmen des Golf- und Nordatlantikstroms. Eine drohende Eiszeit trotz Erderwärmung wäre durchaus kein Paradox, sondern regional denkbar.

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Zuul 24.07.2009, 13:31
3. soso

Zitat von Der Emigrant
Ist alles Stand der Wissenschaft, aber in der Allgemeinheit und den Medien wird es wohl noch viele Jahre dauern, bis es ankommt.
Dass die Strömungsrichtung von Winden und Wassermassen sich in etwa gleichen, hat mehr mit alledem zu tun, als Ihre paar Ausführungen. Es ist nach derzeitiger Erkenntnis und den Gesetzen der Physik völlig unmöglich, dass die Windströmungen sich urplötzlich umkehren.

Am Äquator strömen Wasser und Wind gegen die Drehrichtung der Erde, was man mit Trägheit schon halbwegs erklären kann. Die Coreolis-Kraft und andere Faktoren sorgen dafür, dass in Richtung Nord und Süd Ablenkung auftritt. Und die Gestalt der Erde sorgt dafür, dass das Wasser nicht in beliebige Richtungen fließt.

Alles zusammen macht Klima und das ist nach wie weit außerhalb unserer Erkenntnismöglichkeiten.

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probax 24.07.2009, 13:43
4. Aufwand und Nutzen

"Obwohl seit fast hundert Jahren Forschungsschiffe in der Region kreuzen, die das Meer bis zum Grund erkundet haben, und stets Messbojen im Wasser treiben, konnten Wissenschaftler lediglich winzige Abwärtsstrudel identifizieren."

Trotz offensichtlich gewaltigem Aufwand muss man also sachlich konstatieren: man ist außer Theorien und Annahmen zum Golfstrom der Realität nicht viel näher gekommen.
Mich wundert auch die Messmethode der Wissenschaftler. Wie ja gezeigt wurde treten diese Strudel örtlich und zeitlich unvorhersehbar auf. Was für ein Sinn machen dann schwerfällige Forschungsschiffe oder ein paar Messbojen. Selbst wenn diese etwas finden, besitzt man eine lokale Erkenntnis, aber kein flächendeckendes Bild.

Meines Erachtens machen hier winzige Sonden, mit leistungsfähigen GPS Sendern mehr Sinn - wie sie zB bei der Meerestierforschung eingesetzt werden. Wenn diese schwimmend ausgeführt und zu tausenden in den Golfstrom ausgesetzt würden, würden diese bei größeren Strudeln mit in die Tiefe gerissen werden und man hätte aufgrund der Vielzahl der Messpunkte ein sehr genaues Bild.

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urbanrunner 24.07.2009, 13:48
5. Jedes Jahr neue, falsche Vorhersagen zum Klimawandel

Zitat von
Eine drohende Eiszeit trotz Erderwärmung wäre durchaus kein Paradox, sondern regional denkbar.
Eiszeiten geb es schon immer und es wird sie wohl auch in Zukunft geben!
Das sich das Klima ständig ändert ist doch auch klar. In wie weit das durch den Eingriff des Menschen in den letzten 100 Jahren beinflusst wurde, ist imho sehr schwer nach zu vollziehen.
Sich auf uralte Wetteraufzeichnungen zuverlassen, die nach den verschiedensten Kriterien erstellt wurden, halte ich jedenfalls für eher ungeeignet.
Des Weiteren möchte ich im bezug auf die ganze Klimadebatte mal darum bitten, sich die Vorhersagen renomierter Wissenschaftler von vor 10, 5, 2 Jahren genau anzusehen und mit der Realität zu vergleichen. Fast nichts von dem, was damals an Erwährmung und Gletscherschmelze vorhergesagt wurde, ist eingetroffen. Würden Wissenschaftler auf anderen Gebieten so eklatant falsche Aussagen getroffen haben, würden Sie heute sicherlich nicht mehr forschen. Aucgh sollte man nicht nur die Eiszonen betrachten, die derzeit schmelzen, sondern ebenfalls die, die wachsen.
So oder so, das Klima ändert sich - so wie es sich schon immer geändert hat. Dagegen werden wir nicht vil unternehmen können, zumal wir die komplexen Zusammenhänge bisher nur erahnen können, wie das im Artikel beschriebene Beispiel sehr schön zeigt.

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moonman 24.07.2009, 13:49
6. Grandios!

Zitat von Der Emigrant
Auch wenn es der Spiegel ebenso wie der Schulunterricht immer wiederholen, so stimmt es trotzdem nicht. ... Ist alles Stand der Wissenschaft, aber in der Allgemeinheit und den Medien wird es wohl noch viele Jahre dauern, bis es ankommt.
Überzeugend ... dem habe ich nichts wesentliches hinzuzufügen. Zum Glück wird in den Schulen zumindest auch der Unterschied zwischen Landklima und Seeklima gelehrt. Aufgrund dessen kann ich obiges gut genug nachvollziehen.

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urbanrunner 24.07.2009, 13:50
7. Jedes Jahr aufs neue: falsche Vorhersagen zum Klimawandel

Zitat von
Eine drohende Eiszeit trotz Erderwärmung wäre durchaus kein Paradox, sondern regional denkbar.
Eiszeiten geb es schon immer und es wird sie wohl auch in Zukunft geben!
Das sich das Klima ständig ändert ist doch auch klar. In wie weit das durch den Eingriff des Menschen in den letzten 100 Jahren beinflusst wurde, ist imho sehr schwer nach zu vollziehen.
Sich auf uralte Wetteraufzeichnungen zuverlassen, die nach den verschiedensten Kriterien erstellt wurden, halte ich jedenfalls für eher ungeeignet.
Des Weiteren möchte ich im bezug auf die ganze Klimadebatte mal darum bitten, sich die Vorhersagen renomierter Wissenschaftler von vor 10, 5, 2 Jahren genau anzusehen und mit der Realität zu vergleichen. Fast nichts von dem, was damals an Erwährmung und Gletscherschmelze vorhergesagt wurde, ist eingetroffen. Würden Wissenschaftler auf anderen Gebieten so eklatant falsche Aussagen getroffen haben, würden Sie heute sicherlich nicht mehr forschen. Aucgh sollte man nicht nur die Eiszonen betrachten, die derzeit schmelzen, sondern ebenfalls die, die wachsen.
So oder so, das Klima ändert sich - so wie es sich schon immer geändert hat. Dagegen werden wir nicht vil unternehmen können, zumal wir die komplexen Zusammenhänge bisher nur erahnen können, wie das im Artikel beschriebene Beispiel sehr schön zeigt.

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od1 24.07.2009, 13:59
8. Die Theorie gilt als gesichert...

Sie hat nur einen Haken: Niemand hat ... je beobachtet.

Mit anderen Worten: Operation gelungen - Patient tot.

Naturwissenschaftlern der eher lebensnahen Disziplinen ist es größtenteils hinlänglich bekannt, wie wenig man ab-initio Simulationen trauen kann. Zu groß ist einfach die Zahl der zusätzlichen (bezüglich ihrer Rechtfertigung fraglichen) Annahmen, die man in ein Modell hineinstecken muss, um es überhaupt nur annähernd berechnen zu können. Garbage in, garbage out.

Die Ozeanologen, Geologen, Klimatologen (wie nebenbei übrigens auch Astrophysiker) scheinen dagegen übertrieben gesagt schon dann happy zu sein, wenn hinten das richtige Vorzeichen rauskommt. Warum eignet man sich in diesen Bereichen nicht auch die gute Praxis an, eine Theorie oder ein Modell erst dann als "gesichert" zu bezeichnen, wenn sich alle größeren der vorhergesagten Effekte auch in der Natur wiederfinden, und zwar auf Basis eines hinreichenden Stichprobenumfangs ?

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superbiti 24.07.2009, 14:03
9. Wind <-> Golfstrom

Zitat von Der Emigrant
Auch wenn es der Spiegel ebenso wie der Schulunterricht immer wiederholen, so stimmt es trotzdem nicht. Der Golfstrom mit seinem Warmwasser ist nicht entscheidend für mildes Wetter oder sibirische Kälte in Mitteleuropa. Verantwortlich dafür ist die vorherrschende Windrichtung, und die ist West. Wäre sie Ost, herrschte im Winter sibirische Kälte in Deutschland, sogar wenn der Golfstrom 20 Grad warm wäre. Umgekehrt, sogar wenn der Golfstrom nur 1 Grad warmes Wasser heranführe, wären die Winter bei Westwind trotzdem mild. New York etwa ist in der umgekehrten Lage. Dort kann man den Golfstrom bildlich vom Ufer aus vorbeiziehen sehen, aber da der Wind meist aus West kommt, sind die Winter in NY meist bitter kalt. Denen würde ein Wind aus Ost milde Winter bescheren.
Den Widerspruch erklären Sie bitte einmal. Wenn ich das recht verstanden habe, ist bei uns der Westwind, also die Richtung aus der auch der Golfstrom nach Europa kommt für das milde Klima verantwortlich. In NY ist der Westwind - weil von der kontinentalen Seite kommend - für das rauhe Klima verantwortlich und denen würde ein Ostwind, also vom Golfstrom kommend, einen milden Winter bescheren.
Und jetzt behaupten Sie, daß der Wind allein ohne das Zutun des Golfstromes für das Klima verantwortlich ist?

Bitte belegen Sie diese Aussage doch mit einer wissentschaftlichen Quelle. Vielen Dank.

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