Forum: Wissenschaft
Google, Facebook und Co.: Wir waren's nicht! Die Maschine war's!
AFP

Die automatischen Systeme der großen Internetkonzerne arbeiten still, fleißig und oft ohne jede Aufsicht vor sich hin. Dabei machen sie Fehler und verursachen Kollateralschäden. Das muss sich ändern.

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Olaf Köhler 12.12.2016, 11:51
80. Habe ich doch im Internet gelesen!

Und somit stimmt das auch!
Leider beziehen immer mehr Leute "ihr Wissen" aus dem Netz. Dagegen wäre nichts einzuwenden, wenn es nicht die einzige Quelle wäre. Der erste Treffer nach einer Suche ist ja der beste und der richtige - und es muss ja stimmen, sonst würde es da ja nicht stehen.
Gefährlich finde ich, dass die Masse an simplen Suchanfragen die Algorithmen "trainieren": Was die Masse als Suchbegriffe eintippt, wird dann zum "gewünschten" Wissen erhoben. Gruselig!
Es soll ja schon passiert sein, dass jemand, der sich medizinisch kundig machen wollte und Behandlungsmethoden aus "dem Netz" ausprobiert hat, an einem Tippfehler gestorben ist...

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Olaf Köhler 12.12.2016, 12:00
81.

Zitat von Tiananmen
Sie haben vollkommen recht, Herr Stöcker! Man muss den Maschinen political correctness beibringen. Also die gleiche Denksperre, die uns z.B. SPON Kolumnisten anzuerziehen versuchen, wie Margret, Jakob und Sibylle. Weil "man" manche Dinge einfach nicht sagt oder googelt. Das ist beileibe keine Zensur, das verhindert nur, dass wir falsches sagen. Oder denken. Oder auch nur erfahren. Das Böse wird aus der Welt sein, wenn man es nicht mehr ausdrücken kann. Das stammt nicht von mir. Das Schöne an Ihrem Vorschlag, Herr Stöcker, ist, dass man als Benutzer von solchen dressierten Systemen dann nicht mehr denken muss. Es wird ja alles politisch korrekt serviert. Und nein, das ist dann KEIN Echoraum, weil es ja politisch korrekt ist, das ist Digitale Kommunikation, gell. Ein Lump, wer böses dabei denkt.
Political correctness wünsche ich mir selber auch: Oder möchten Sie im Ausland wegen Ihrer Hautfarbe oder Aussehens beschimpft werden? Oder sie werden im Auslandsurlaub nicht in ein Restaurant gelassen, weil es für Ausländer nicht zugängig ist? Klar - es gab und gibt da bizarre Übertreibungen in dem Versuch, alle Menschen - unabhängig von Religion, Hautfarbe, sexueller Perferenz oder sonstwas - "gleich zu machen". Entgegen aller Überhöhungen sehe ich in der so geschmähten "PC" nichts anderes, als dass sich Menschen gegenseitig respektieren - sie müssen sich ja nicht gleich lieben (das wird sowieso nichts).

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Fidelitas 12.12.2016, 12:33
82. Verbesserungsvorschläge?

Dunkles Raunen über böse Maschinen in der Kolumne vom angeblichen „Rationalisten“. Komisch, dass die Verbesserungsvorschläge des „Rationalisten“ fehlen, wohl weil trotz seines Kolumnistentitels Technik, Informatik und Logik für ihn böhmische Dörfer sind.
Hier mein Vorschlag: erstmal stellt man zehntausend arbeitslose Soziologen ein, die alle politisch unkorrekturen Erweiterungen der Suchanfragen zusammenstellen, damit diese in Zukunft geblockt werden. Für die weitere künstliche Intelligenz-Entwicklung probieren wir dann einfach die Denkstrukturen von Katrin Göring-Eckart 1:1 zu imitieren, dürfte nicht so schwer sein, und dadurch kann man dann zukünftige Sucherweiterungen politisch korrekt filtern.

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regiles 12.12.2016, 12:59
83. Denn wir wussten was wir tun....

Damals hieß es: "Denn sie wussten nicht was sie tun". Damit kamen sogar noch teilweise unserer Großväter durch....
Heute kommt man damit nicht mehr durch. Uns stehen heute nahezu alle Infos der Welt offen - doch eine große Anzahl an Menschen ist offensichtlich nur darauf über die Quellen Schaden anzurichten und eine anderer großer Teil fällt darauf herein und diejenigen die etwas ändern könnten tun es nicht.
Wenn uns also der Laden in Form von Totalitarismus alsbald um die Ohren fliegt kann keiner mehr kommen mit "das haben wir nicht gewusst". Doch! Haben wir!

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paddler0 12.12.2016, 12:59
84. Wo ist das Problem ?

Wenn jetzt die Mehrheit blöde Fragen stellt, dann soll die Maschine auch diese blöden Fragen darstellen, ob diese nun blöd sind oder nicht. Ist doch egal. Die Maschine macht genau das, was sie tun soll, nämlich die demokratische und arithmetische Mehrheit darstellen ...

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Velociped 12.12.2016, 13:24
85. Long Tail

Wenn auf "Sind XY" eine Vervollständigung als erstes kommt, so sagt dies nicht, dass die Mehrheit dies so eingegeben haben. Vielmehr sind die Suchanfragen so unterschiedlich, dass die häufigsten Begriffe maximal im Prozentbereich sind. Da es eine grössere Bandbreite an sinnvollen Begriffen als an Verleumdungen gibt, fokussieren sich die Verleumdungen auf wenige Begriffe und der einzelne Begriff ist daher häufiger. Das ist einfache Statistik und relativiert die über die Autovervollständigung sichtbaren Abgründe der Nutzer_innen.

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joris_bln 12.12.2016, 13:25
86. Wollen wir den Political Correctness Filter?

Das, was der Autor vorschlägt, ist brandgefährlich, nämlich die totale Kontrolle und die permanente Bewertung / Filterung der Information. Nur noch dem Autor (dem Staat, einer Partei usw.) genehme Information soll der "unwissenden" und "unmündigen" Masse geliefert werden. Viel wichtiger als der Political Correctness Filter, der dem werten Autor vorschwebt, wäre eine entsprechende Internet-Bildung der Nutzer. Nicht die Information ist schlecht, dumm oder gefährlich, beim Leser ist anzusetzen. Er muss in die Lage versetzt werden, mit der Information aus dem Netz umzugehen.

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phbg 12.12.2016, 13:33
87. Hallo Herr Stöcker

Ich vermisse zumindestens eine der Ursachen: Die Kopplung von Nutzen (ich finde was ich will) und Geld (Werbung). Es geht eben nicht uns das Leben zu erleichtern, passende oder unpassende Vorschläge zu machen, Wisssen zu vermitteln . Das ist der Köder. Wieviel Information / Nutzen muss ich liefern damit die Nutzer die Werbung ertragen, fragt sich der Konzern.
"arbeiten still, fleißig und oft ohne jede Aufsicht vor sich hin" Sie sollten mal sehen wenn die Werbeeinnahmen zurückgehen wie schnell die Aufmerksamkeit da ist, Algorithmen angepasst werden können. Kein Problem. Ich vermute auch, dass auch Suchergebnisse oder Vorschläge die hohe Klickzahlen versprechen nach oben wandern. Dazu noch eine Herde von Suchmaschienenoptimierern Statistiker und Boots... Seltsamer weise lässt sich das Autovervollständigen nicht abschalten.
Grüße
P.

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charlybird 12.12.2016, 13:45
88. Die

Kommentatoren, die sich darauf zurückziehen, dass das Problem vor dem Computer sitzt und eben nicht zwischen Wahrheit und Lüge unterscheiden kann oder aber schlicht zu blöd ist, mit den sozialen Netz- und Suchmaschinen umzugehen, sollten sich die drei letzten Absätze dieses Kommentars vor Augen halten.
Ein Hersteller von Produkten - und diese virtuellen Helferchen und Plattformen sind Produkte - hat sich einer gewissen Verantwortung zu stellen, die sich auch einklagen lässt, wenn er zB. fahrlässig handelt oder defekte Produkte liefert.
Hier geht es aber noch um weit mehr, hier geht es um direkte, mögliche Manipulation am Verbraucher. Und da ist es pupsegal, ob der intelligent genug ist eine Software verantwortungsvoll zu nutzen, sondern es geht darum, dass eine unkontrollierte Beeinflussung auf einer Ebene stattfinden kann, die alle Dimensionen sprengt und bereits millionenfach missbräuchlich genutzt wurde.
Und es hat weder mit Meinungsfreiheit, noch mit unternehmerischer Freiheit etwas zu tun. Es hat sogar etwas von Betrug, wenn der Faktor Mensch in einer virtuellen Kommunikation durch einen täglich frischen Beta- Algorithmus ersetzt wird.
Solange die Algorithmen der Produkte die kognitiven Fähigkeiten der User nicht einschätzen können - und das wird noch dauern - haben die Betreiber dafür zu sorgen, dass unmittelbar sachliche Korrekturen, notwendige Änderungen und auch berechtigte Einsprüche gewährleistet sind.
Warum soll die Netiquette nicht auch für Algorithmen gelten ? Bei nackten Nippeln geht’s doch auch. :-)

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ackermart 12.12.2016, 14:02
89. Das Medienimperium schlägt zurück

Offenbar erleben wir den Beginn einer konzertierten Diskreditietrungsaktion des empirischen Umganges mit den Wahrheiten des medialen Empire. Man braucht indes keine Suchmaschine um zu erkennen, dass die Macht von jedem Empire deren empirisches Walten ist. Wer also das Geschäft der Meinungsbildung betreibt, sieht sich nun erstmals mit dieser Gleichwertigkeit des Unprofessionellen konfrontiert, seit dieser als Kunde den Profis deren Meinnungskunde nicht länger abkaufen muss, die zugleich nicht länger das alleinige Sagen haben das ihre alte sagenhafte Macht machte. Das ist imgrunde der Hauptgrund für die Verschärfung des Umgangstones: Die Online-Medien müssen sich nicht mehr um die Käufergunst mühen und der Leser glaubt nicht mehr per se alles, weil er sich sonst eingestehen müsste wie dumm die falsche Gazette (früher) gekauft zu haben. Die Dämonisierung der Maschine ist lediglich eine Metapher der Profi-Medien, mit der sie eigentlich ihre unkundige Kundschaft schmähen, bzw. ihre nicht länger Kunde seiende Kundschaft, deren Meinung sie überdies nicht mehr bilden können als diese selber nun Gehör finden. Abgesehen natürlich von den letzten Inseln glückseeliger Zensur des Meinungsproletariates als Klasse derer, die nicht schon in der Schule "Klasse" waren.

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