Forum: Wissenschaft
Gorillaexpertin: Die Frau, die allein in den Wäldern lebte
Winnie Eckardt/ Dian Fossey Gorilla Fund International

Vor 50 Jahren begann Dian Fossey ihre bahnbrechende Forschung über die Berggorillas. Heute sind ihre Schützlinge Botschafter der bedrohten Natur in Ruanda und Uganda. Diesen Erfolg konnte sie nicht mehr erleben.

emporda 24.09.2017, 11:13
1. Ich bewundere den Einsatz

Ich bin selbst Ingenieur und Naturwissenschaftler, aber weit weg davon mit der Verbissenheit ein bestimmtes Ziel zu verfolgen. Das Jahre andauernde Leben im Wald als Eremit hat sie offensichtlich verändert ohne ihre selbst gestellte Ausgabe zu vernachlässigen. Ein Glücksfall, nur ganz wenige schaffen das

Es ist tröstlich, dass die Einwohner der Gegend erkannt haben, welche Vorteile sie aus dem praktischen Naturschutz ziehen und die Aufgabe weiter tragen

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JackNapier 24.09.2017, 12:58
2. Dazu muss man gebiren sein

Seit ich das erste Mal "Gorillas im Nebel" gesehen hatte, Hege ich tiefsten Respekt vor solchen Menschen.
Für mich selbst wäre das Nichts. Ich versuche dann aber doch mit meinem Kaufverhalten und Kommunikation im Freundes- und Bekanntenkreis aufmerksam zu machen, bestimmte Produkte nicht zu kaufen und immer die Zutatenliste zu lesen.
Stichwort: Palmöl und Regenwald-Soja.

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shinjukuecho 24.09.2017, 14:08
3. Eine der "Trimates"

"Zum ersten Mal hatte Fossey die Berggorillas 1963 in Uganda zu Gesicht bekommen. Die Begegnung mit den Menschenaffen sollte nicht nur ihr Leben prägen, mit ihr begann auch eine neue Ära des Artenschutzes und der Verhaltensforschung." Die Idee im Urwald in direktem Kontakt Primaten zu beobachten stammt nicht von Dian Fossey sondern von Louis Leakey (1903-1972). Und bevor Dian Fossey mit der Erforschung der Berggorrillas begann, hatte bereits die erste von Leakeys "Trimates", die Britin Jane Goodell die Schimpansenforschung in Tansania begonnen. Durch ihren tragischen Tod, und noch mehr durch den Hollywood Film mit Sigourney Weaver ist Dian Fossey in das kollektive Bewusstsein als "die" Primatenforscherin gerückt. Das Verdienst von Dian Fossey ist unbestritten. Ein Hinweis auf Louis Leakey und die anderen beiden "Trimates" Jane Goodell und die litauisch-stämmige Kanadierin Biruté Galdikas, die ihr Leben der Erforschung der Orang Uthans auf Borneo widmet, hätten dem Artikel gut getan.

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sojetztja 25.09.2017, 08:24
4.

"Gorillas im Nebel" - ich habe das Buch damals geliebt. Schon eine Ironie des Schicksals, dass DF letzten Endes Erfolg hatte - das aber auf eine Art, wie sie selbst es eigentlich gerade nicht wollte. Ihr schwebte ja offensichtlich zumindest anfangs eher so etwas wie totale Isolation der Gorillas von den Menschen vor, aber letzten Endes hat der Tourismus die Gorillas zur schützenswerten Kapitalanlage gemacht. Sie werden ja weniger um ihrer selbst willen geschützt, sondern weil sie lebend mehr und nachhaltiger Geld bringen. Den Gorillas wird's egal sein, insofern alles gut :-)

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petrami 25.09.2017, 09:23
5.

Zitat von shinjukuecho
"Zum ersten Mal hatte Fossey die Berggorillas 1963 in Uganda zu Gesicht bekommen. Die Begegnung mit den Menschenaffen sollte nicht nur ihr Leben prägen, mit ihr begann auch eine neue Ära des Artenschutzes und der Verhaltensforschung." Die Idee im Urwald in direktem Kontakt Primaten zu beobachten stammt nicht von Dian Fossey sondern von Louis Leakey (1903-1972). Und bevor ......
Zumindest hätte der Hinweis, dass Richard Leakey, der auch in Kenia den KWS ins Leben rief und 1989 mit der ersten Elfenbein-Verbrennung weltweit auf das Drama des massenhaften Abschlachtens der Elefanten wegen ihrer Zähne aufmerksam machte Dian Fossey ausgesucht hat. Er stellte sie auf die Probe indem er meinte, sie müsse sich, wenn sie diese Aufgabe annähme den Blinddarm entfernen lassen-- was Dian Fossey auch tat. Dian Fossey hat phantastische Arbeit geleistet. Ich habe das Privileg, mir kommendes Jahr den Besuch bei den Berggorillas leisten zu können--und nehme freiwillig einen Mundschutz mit. Der Tourismus ist sicher auch sehr kritisch zu sehen, aber offenbar derzeit die einzige Chance, den Gorillas das Überleben zu sichern.

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shinjukuecho 27.09.2017, 02:00
6.

Zitat von petrami
Zumindest hätte der Hinweis, dass Richard Leakey, der auch in Kenia den KWS ins Leben rief und 1989 mit der ersten Elfenbein-Verbrennung weltweit auf das Drama des massenhaften Abschlachtens der Elefanten wegen ihrer Zähne aufmerksam machte Dian Fossey ausgesucht hat. Er stellte sie auf die Probe indem er meinte, sie müsse sich, wenn sie diese Aufgabe annähme den Blinddarm entfernen lassen-- was Dian Fossey auch tat. Dian Fossey hat phantastische Arbeit geleistet. Ich habe das Privileg, mir kommendes Jahr den Besuch bei den Berggorillas leisten zu können--und nehme freiwillig einen Mundschutz mit. Der Tourismus ist sicher auch sehr kritisch zu sehen, aber offenbar derzeit die einzige Chance, den Gorillas das Überleben zu sichern.
Nicht Richard Leakey (geb. 1944) hat Dian Fossey (1932-1985) die Aufgabe übertragen die Bergorillas zu beobachten sondern Richards Vater Louis Leakey (1903-1972). Der Ansatz des Paläoanthroplogen Louis Leakeys Primaten direkt zu beobachten, war etwas völlig Neues zu Beginn der 60er Jahre. Louis Leakeys Söhne Jonathan und Richard sind ebenfalls Paläoanthropologen.

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