Forum: Wissenschaft
Greenpeace-Recherche: Dokumente entlarven Willkür bei Gorleben-Wahl

Geologen rieten ab, die Politik entschied anders: Warum wurde ausgerechnet Gorleben als Nuklear-Müllhalde ausgewählt? Von Greenpeace veröffentlichte Dokumente zeigen, wie Fachleute immer wieder übergangen wurden - von Vertretern fast aller Parteien. SPIEGEL ONLINE hat das Material analysiert.

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wolfi55 13.04.2010, 13:28
10. wen wundert das?

Also mal ehrlich, mich wundert in dieser Sache gar nichts mehr. Es würde mich auch nicht wundern, wenn da gewisse andere Spielchen noch gelaufen wären.

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JanBratherig 13.04.2010, 13:32
11. Professor Albert Günter Herrmann

Was mich wundert ist, dass die Presse und damit die Öffentlichkeit 30 Jahre braucht, um Dinge in Erfahrung zu bringen, die man so gut wie jederzeit hätte wissen können und in deren Nähe einen allein schon kritisches, autonomes Denken gebracht hätte.
Jetzt wo sich der politische Wind dreht, übt sich die Presse in Enthüllungsjournalismus.

Ich war vor 27 Jahren in der Uni Göttingen auf einen Vortrag (der Saal war überfüllt) des bereits damals altehrwürdigen Professor Albert Günter Herrmann (ein unabhängiger Geochemiker und der Salzfachmann), spätestens da konnte jedem klar sein, wie das mit Gorleben lief und läuft. Herrmann hat aus seiner Empörung heraus darüber zudem ein Buch geschrieben.

Albert Günter Herrmann: Radioaktive Abfälle - Probleme und Verantwortung; Springer Verlag Berlin / Heidelberg / New York, 1983
In dem er u.a. berichtet wie die wissenschaftliche Arbeit mittels politischen Druck seitens der CDU manipuliert wird.

Aber auch ohne die Buches hättte einfaches Googeln ausgereicht:
selbst der Spiegel schrieb am 25.5. 1987:
Gemeinsam mit dem Göttinger Salzstock-Experten Professor Albert Günter Herrmann war er zu dem Schluß gekommen, daß gerade der Gorlebener Salzstock am wenigsten für die Aufnahme des über 200 Grad heißen Atommülls geeignet sei. Duphorns Empfehlung damals: "Erkundung anderer Lagerstätten."
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13525079.html
http://www.castor.de/material/salzstock.html
http://www.castor.de/material/broschuere/zursache8.html
http://www.endlagersymposium.de/Doku...nzufluesse.pdf

strahlende Grüsse JB

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gsm900 13.04.2010, 13:34
12. Wie genau Grünfried arbeitet

Zitat von xzz
Alle Parteien ignorieren Studien, wenns nicht in deren ideologische Richtlinie passt? Das glaub ich gerne... Aber Greenpeace....
oder besser gesagt frisiert wurd doch nach der Brent-Spat-Kampagne publik: die Werte wurden verzahnfacht um das Interesse zu erhöhen.

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Haio Forler 13.04.2010, 13:34
13. .

Zitat von drkloebner
... also meine Damen und Herren Staatsanwälte, ans Werk. Oder wird wieder gewartet, bis alle tot sind?
Meine ich aber auch. Oder "unzurechnungsfähig" ... nun ja, das sind ja viele heute bereits ...

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stanis laus 13.04.2010, 13:45
14. Hammer

Daran sieht man, wie politische Entscheidungen fallen.

Es ist unfassbar, wie die Menschen dieses Landes diesen Politikern noch trauen können. In der wichtigsten Frage der Atomwirtschaft, der Endlagerung strahlenden Materials arbeiteten die wie der Oberbürgermeister von Schilda, der die Abwässer der Stadt oberhalb der Stadt wieder in das Flüsschen leitete.
Mein Gott, ändert sich die Verantwortungslosigkeit der Politiker denn nie. "Und wenn die Volksgenossen sich dem Endkampf verweigern, dann sollen sie doch untergehen."

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Nairod 13.04.2010, 13:46
15. Müllmann

Die Physikalisch Technische Bundesanstalt (PTB) prüfte schließlich den Salzstock in Gorleben. Eines der Gutachten, es stammt vom Kieler Geologen Klaus Duphorn, fiel verheerend aus: Der Salzstock würde den Strahlenmüll womöglich nicht dauerhaft abschirmen, argumentierte er. Auf Druck der damaligen schwarz-gelben Bundesregierung - mittlerweile führte Helmut Kohl in Bonn das Ruder - tilgte die zuständige PTB-Abteilung aber im Frühjahr 1983 den Vorschlag aus dem Gutachten, neben Gorleben auch noch andere Standorte erkunden zu lassen. Ein Telex mit einer unmissverständlichen Anweisung sorgte für den Sinneswandel.

HaHa...der gute Altkanzler, erst die Asse und dann Gorleben. Natürlich waren alle Parteien daran beteiligt aber der Helumt hat das schon immer im großen Still betrieben. Nach und nach kommt alles raus und mittlerweile ist da einiges zusammengekommen.

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götzvonberlichingen 13.04.2010, 13:47
16. Wie anno dazumal

Was geht eigentlich in so einem Politikerkopf vor?
"Wir sind die Herrschenden, was interessiert uns das Volk?
Was interessieren uns Gutachten von Wissenschaftlern? Wir setzen Atommüllager dort hin wo wir sie hinsetzen möchten."
?
Das die politisch Verantwortlichen angeklagt werden, dürfte in Deutschland eh ein Ding der Unmöglichkeit sein. Und genau darum stellen sie Müllager hin wo sie sie stehen haben wollen.

Gäbe es ein Gesetz, das besagt, dass jeder Politiker direkt neben dem Atommülllager wohnen müsste, das er zu verantworten hätte - glaubt einer der Anwesenden, dass wir auch nur ein einziges Atommülllager im Land stehen hätten?

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Jens Siegfried 13.04.2010, 13:57
17. Untragbar

Zitat von genugistgenug
Was für ein Glück dass eine Person wie dieses Merkel heute nichts mehr zu sagen hat ;-)
Wenn da wa drann ist - also wenn Frau Merkel tatsächlich zu dieser Zeit dieses Amt bekleidet hat, zu dieser Zeit Kenntniss von der Sachlage in Gorleben hatte und dieses Wissen entgegen ihres Amtes und ihrer Veranwortung verwendet (besser: nicht verwendet) hat, dann ist sie mit sofortiger Wirkung von allen Ämtern und Verantwortungen zu entfernen und vor Gericht zu stellen.

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ThoRusch 13.04.2010, 14:05
18. Parallelen

Da sieht man doch ganz aktuelle Parallelen:

Die einen genehmigen einen Endlagerstandort nach gutdünken, bar jeden Sachverstandes und entgegen der Experten. Der Andere befiehlt offensichtlich seinem Piloten einen weiteren Landeanflug und bezahlt das mit dem - leider nicht nur seinem eigenen - Leben.

Der Grund ist derselbe: Ekelerregende Arroganz und Selbstüberschätzung.

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southeast 13.04.2010, 14:07
19. Damit konnte keiner rechnen!

Zitat von sysop
Geologen rieten ab, die Politik entschied anders: Warum wurde ausgerechnet Gorleben als Nuklear-Müllhalde ausgewählt? Von Greenpeace veröffentlichte Dokumente zeigen, wie Fachleute immer wieder übergangen wurden - von Vertretern fast aller Parteien. SPIEGEL ONLINE hat das Material analysiert.
Wie jetzt, der militärisch-industrielle Komplex macht was er will? Ohne Rücksicht auf Mensch und Umwelt? Das hat's ja noch nie gegeben! Sicher nur ein Mißverständnis das sich bald aufklären wird....

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