Forum: Wissenschaft
Grenzwerte für Diesel-Abgase: Regierung lässt Schadstoff-Studien prüfen
DPA

Sind die Grenzwerte für Schadstoffe in der Luft zu streng? Die Kanzlerin hat Wissenschaftler gebeten, das zu klären - denn die Berechnung bleibt umstritten. Bald soll es Ergebnisse geben.

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Referendumm 01.03.2019, 17:24
50. @eulenspiegel1979 Heute, 16:07 Beitrag #33.

Zitat von eulenspiegel1979
1.) Dem von Ihnen als so renitent beschriebenen Diesel-Fahrer geht es darum, dass ihm ein Fahrzeug madig gemacht wird, dass er in gutem Gewissen gekauft hat und zwar in einem Zeitraum, als Diesel als sauber beworben wurden und Fahrverbote gar keine Rolle spielten. 2.) Diesem Dieselfahrer jetzt aufzuerlegen, sich im schlimmsten Fall ein neues Auto kaufen zu müssen, was nun mal mit einer relativ hohen Investition verbunden sein kann, halte ich für den falschen Weg. Man bestraft den Käufer im Nachgang aufgrund einer Regelung, die es beim Kauf nicht gab. 3.) Meiner Meinung nach hätte man das ganz einfach über den Tag der Zulassung beim Erwerb des Fahrzeugs regeln können. Alle ab dem 01.01.2018 zugelassenen Diesel-Fahrzeuge müssen die Abgasnorm XYZ erfüllen, anderenfalls drohen Fahrbverbote. Alles vor diesem Zeitpunkt zugelassenen Fahrzeuge sind von der Regel ausgenommen. 4.) Oder man hätte die Autombilindustrie verpflichten müssen, die alten Diesel im Ersatz gegen neue Diesel oder Benziner zurückzunehmen. Beides wäre gerechter, als Dieselgate auf den Rücker des Verbrauchers abzuwälzen. 5.) Das Sie sich jetzt hinstellen und dem Dieselfahrer noch unterstellen, Schwangere und Kinder bewusst und billigend in der Gesundheit zu schädigen, ist schon ein starkes Stück. Anders kann ich es nicht beschreiben, da es sonst den Filter nicht passieren würde. 6.) Grüße: Ein fürsorgicher Familienvater und geschädigter Dieselfahrer
Ich habe Ihren Beitrag mal durchnummeriert, um besser antworten zu können:
zu 1.) Dass der Diesel NICHT sauber ist und es noch nie war, ist seit Jahrzehnten bekannt. Ich möchte hier nicht mit dem dummen Spruch ankommen: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht, aber ein bissl mehr informieren sollte man sich auch als Dieselfahrer schon.
Zudem: Warum kaufen denn die meisten Leute ein Dieselfahrzeug? Garantiert NICHT, weil er besonders sauber wäre, sondern weil der Kraftstoff billiger ist und der Dieselmotor als verbrauchsfreundlicher gilt.

zu 2.) und 3.) Sorry, aber die Abgas-Grenzwerte sind seit langem hinreichend bekannt - siehe z.B.:
https://de.wikipedia.org/wiki/Abgasnorm

und SOLLTEN von allen Autoherstellern auch eingehalten werden. Doch genau das wurde seitens des VW-Konzerns (vor allem dieser Truppe) eben NICHT eingehalten. Und VW ist nun einmal der in Deutschland größte Automobilbauer und bringt die meisten der Dieseldreckschleudern aufm Markt. Die sind sich ja noch nicht einmal zu schade selbst heute noch mit manipulierten Autos aufm Markt zu kommen bzw. haben keinen Plan, wie die bestehenden Murkskarren besser gemacht werden könnten (vor allem Audi "glänzt" dabei – mal wieder - durch absolute Unfähigkeit).

Wenn die Dieselfahrzeuge von VW statt den vorgegebenen UND einzuhaltenden Abgas-Grenzwerten das fast Hundertfache der zulässigen Grenzwerte rauspusten, dann ist das nicht nur kriminell, sondern hat sehr wohl - als Autobauer mit den höchsten Markt-Zulassungswerten - immense Auswirkungen auf die Schadstoffwerte in den Städten. Dies negieren zu wollen, zeugt bestenfalls von Ignoranz.

Teil 2 folgt

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seemann65 01.03.2019, 17:24
51. @referendumm

Ich versteh nicht warum sie sich bevorzugt auf VW konzentrieren, wenn Ihnen doch so viel an der Umwelt liegt, abgesehen von den Betrug wahren sie doch trotzdem sauberer wie die meisten ausländischen Hersteller was ja nun mehr wie genug Tests bewiesen hätten. Übrigens am schlechtesten hat bei e6d Temp der Honda Civic abgeschnitten..Einsparungen?

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tatsache2011 01.03.2019, 17:33
52. Kuriose Logik

Zitat von curiosus_
"Dort ist der Diesel-Abgasanteil vernachlässigbar" war doch genau die Begründung für diese Bitte! Weil der Feinstaubanteil aus dem Diesel-Abgas (es geht um Diesel-Fahrverbote!) eben bei der Feinstaubbelastung vernachlässigbar ist. Noch einmal: Wo liegt da die Logik?
#... Und jetzt bitte nicht mit "Feinstaub" kommen. #
haben Sie im Beitrag 6 geäußert und dort direkt dagegen verstoßen.
Anschließend in Ihren Beiträgen 18, 25 und 31.

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came66 01.03.2019, 17:44
53. Fahrverbote werden nicht vom Gericht angeordnet.

Es gab hier - ich glaube es war ein Kommentar im Forum - eine sinnvolle 3-Teilung des Themas: medizinisch - politisch - juristisch.
Medizinisch ist die Sache wohl eindeutig. Die Luftbelastung ist gesundheitsschädlich. Je kleiner der Feinstaub desto gefährlicher und je weniger desto besser für die Menschen.
Politisch geht es um die Grenzwerte. Da werden verschiedene Belange gegeneinander abgewogen. Die Vorgabe der EU ist ja bekannt. Die Bundesregierung hat Ende letzten Jahres das Bundesimmisionsschutzgesetz geändert. Danach sind bei geringer Überschreitung der Grenzwerte Fahrverbote unverhältnismäßig. Das Gutachten der Leopoldina fällt in dieses Gebiet. Es dient vielleicht der Absicherung der Gesetzesänderung und vielleicht der Vorbereitung weiterer Schritte.
Juristisch beurteilen die Gerichte, ob die Grenzwerte eingehalten werden. In den vorliegenden Urteilen werden die Überschreitungen festgestellt aber es werden keine Fahrverbote angeordnet. Die Gerichte stellen lediglich fest, dass die bisherigen Maßnahmen zur Luftreinhaltung nicht ausreichen. Es liegt dann an der jeweiligen Verwaltung, konkrete Maßnahmen anzuordnen.

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der_rookie 01.03.2019, 17:48
54. Hm

In der Diskussion werden leider immer wieder Themen vermischt: Es gibt verschiedene Stickoxide, die biochemisch ganz unterschiedlich wirken. Und es gibt Feinstaub verschiedenster Größenklassen (die ebenfalls unterschiedliche biochemische Wirkungen haben). Und dann gibt es verschiedene Quellen: Diesel PKW, Diesel LKW, Dieseltraktoren (Landwirtschaft), Schiffsdiesel (Hafen HH), Benzinmotoren, Ölheizungen, Kachel- und Zieröfen, Industrie, Kraftwerke, etc. Und dann gibt es Spitzenbelastungen (direkt neben lokalen Quellen) und regionale Grundbelastungen (durch die Summe der Quellen). Es gibt leider keine Studie in Deutschland in der statistisch relevant verglichen wird welche Maßnahme die Gesamtlebenserwartung der Bevölkerung um wie viele Jahre verbessert.

Bezüglich Hamburg lache ich z.B. Immer über Fahrverbote für Diesel PKW wenn die Schiffe im Hafen ein Vielfaches der Schadstoffe aller Hamburger PKW ausstoßen. Da wäre es echt sinnvoller die Schiffe zu zwingen während sie im Hafen liegen den Motor abzuschalten und Bordstrom von lokalen Stromversorgern einzukaufen. Und in der Nähe von Braunkohlekraftwerken oder Zementfabriken ist eh alles zu spät.

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mantrid 01.03.2019, 17:49
55. Grenzwert ist nicht das Problem

Das Problem ist die Erfassung der Daten, sowie die Ermittlung der vermeintlich tatsächlichen Verschmutzungswerte. Wo die Messstationen stehen dürfen, ist nicht vernünftig geklärt, da es hier viel zu viel Spielraum gibt. Dann werden nicht die ermittelten Messwerte herangezogen, sondern mittels empirischer mathematischer Verfahren hochgerechnet, wie in dem betreffenden Gebiet die Werte wohl sind. Dafür fließen in die Berechnung veraltete Daten und Schätzungen (!) ein. Das ganze Verfahren ist zutiefst unseriös.

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gantenbein3 01.03.2019, 17:56
56. Es hängt auch von der Auftraggeberin ab

wie unabhängig und ergebnisoffen der technisch-medizinische Sachverhalt durch das von der Frau Bundeskanzlerin initiierte Gutachten geklärt wird. Da man weiß, dass ihr Herz für die Autoindustrie schlägt, ist schon jetzt vorhersehbar, dass das Gutachten der Autoindustrie nicht zum Nachteil gereichen wird. Dessen ungeachtet indizieren hohe NOx-Werte im Straßenverkehr das Vorhandensein von in der Atemluft enthaltenem Feinstaub mit krebserregenden Substanzen, wie u.a. polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, deren Herkunft eindeutig dem Betrieb von Verbrennungsmotoren zugeordnet werden kann. Es ist auszuschließen, dass eine mit solchen Stoffen belastete Atemluft das Risiko, an Krebs zu erkranken, nicht signifikant erhöht.

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