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Grönland: Wärme sprengt Gletscher
DPA/ USGS Landsat 8/ Karina Hansen/ Jason E.Box

Die Wärme in Grönland hat dramatische Folgen. Von einem Gletscher ist ein riesiges Stück abgebrochen - es ist so groß wie Mainz.

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Freund_Fettsack 14.09.2016, 16:33
1. Eins versteh ich dabei aber nicht!

Es wird von einer überproportionalen Erwärmung der Polregionen gesprochen. Gut, lassen wir es mal acht Grad sein (find ich viel). Wenn man sich Folgendes vor Augen führt (hier am Beispiel der Antarktis): "Antarktika ist der trockenste und kälteste Kontinent der Erde. Die Temperaturen erreichen nur im Westen während des wärmsten Monats Januar Werte um den Gefrierpunkt und liegen ansonsten im Jahresdurchschnitt mit - 55°C weit darunter." (Quelle: Umwelbundesamt) würde das im Jahresdurchschnitt immer noch MINUS 47 Grad bedeuten. Wie sollen aber bei so einer Temperatur alle Gletscher schmelzen? Oder wird da in der Tat dramatisiert? Spielen da noch ganz andere Faktoren eine Rolle?

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hru 14.09.2016, 16:39
2. Ich bin ja nicht sicher...

ob solche Artikel der Sache dienen. Das es wärmer am Pol ist und dass das Eis schmilzt will ich ja nicht in Frage stellen, aber ob der Vorgang oben damit was zu tun hat? Was man in den Photos deutlich sehen kann, ist dass das Eis genau an der gleichen Stelle schon einmal gebrochen ist (2012?), dann wieder zugefroren und zugeschneit. Jetzt ist es ein Stückchen weiter an der gleichen Stelle über Grund wieder gebrochen. Und? Hat es da vielleicht eine Kante?
Ich finde es eigentlich eher erstaunlich wie wenig das Eis abschmilzt. Die Vorderkante ist unverändert über 3 Jahre und hat sich sogar etwas weiter herausgeschoben. Warum auch immer.

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febra 14.09.2016, 17:12
3. unter Wasser

Das Problem bei den Schellen ist doch wohl eher, dass sie unten durch zu warmes Wasser ausgehöhlt oder dünner werden. Dann bricht das Ganze irgendwann ab. Da hilft dann auch kein neuer Schnee im Winter mehr.

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hubert heiser 14.09.2016, 17:35
4.

Zitat von Freund_Fettsack
Es wird von einer überproportionalen Erwärmung der Polregionen gesprochen. Gut, lassen wir es mal acht Grad sein (find ich viel). Wenn man sich Folgendes vor Augen führt (hier am Beispiel der Antarktis): "Antarktika ist der trockenste und kälteste Kontinent der Erde. Die Temperaturen erreichen nur im Westen während des wärmsten Monats Januar Werte um den Gefrierpunkt und liegen ansonsten im Jahresdurchschnitt mit - 55°C weit darunter." (Quelle: Umwelbundesamt) würde das im Jahresdurchschnitt immer noch MINUS 47 Grad bedeuten. Wie sollen aber bei so einer Temperatur alle Gletscher schmelzen? Oder wird da in der Tat dramatisiert? Spielen da noch ganz andere Faktoren eine Rolle?
Es ist schon ein Statistiker in einem durchschnittlich 50cm tiefen Tümpel ertrunken. :-)

a) Es geht im Artikel um Gönland mit einer großen Menge Inlandseis. Die Temperaturen dort sind *deutlich* höher als in der Antarktis.

b) In der Antarktis schmilzt hauptsächlich Schelfeis an der Küste. Dadurch wird der Widerstand für die Inlandsgletscher geringer, so dass sich schneller fließen können. In der Folge kann auch in der Antarktis der Eisverlust dramatisch werden.

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reuanmuc 14.09.2016, 19:58
5.

Zitat von Freund_Fettsack
Spielen da noch ganz andere Faktoren eine Rolle?
Der höchste Berg der Antarktis ist so hoch wie der Mt. Blanc. Es ist also ein Unterschied, ob man Gletscher an der Meeresküste oder im Bergland der inneren Antarktis betrachtet. Am Nordpol dagegen gibt es keine Berge, nicht mal Land, während Grönland immerhin bis fast 3700m Höhe reicht und die Eisdecke bis zu 3400m dick ist. Ohne Eis wäre Grönland kein zusammenhängender Block, sondern ein Inselreich.

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litholas 14.09.2016, 20:12
6.

Zitat von Freund_Fettsack
Es wird von einer überproportionalen Erwärmung der Polregionen gesprochen. Gut, lassen wir es mal acht Grad sein (find ich viel). Wenn man sich Folgendes vor Augen führt (hier am Beispiel der Antarktis): "Antarktika ist der trockenste und kälteste Kontinent der Erde. Die Temperaturen erreichen nur im Westen während des wärmsten Monats Januar Werte um den Gefrierpunkt und liegen ansonsten im Jahresdurchschnitt mit - 55°C weit darunter." (Quelle: Umwelbundesamt) würde das im Jahresdurchschnitt immer noch MINUS 47 Grad bedeuten. Wie sollen aber bei so einer Temperatur alle Gletscher schmelzen? Oder wird da in der Tat dramatisiert? Spielen da noch ganz andere Faktoren eine Rolle?
Wenn die Gletscher am Rand schneller schmelzen, dann wird die Reibung geringer, so dass sie schneller rutschen. Dadurch wird die Dicke geringer, und wenn von den 3000 Metern 2000 weg sind, dann ist allein dadurch schon die Temperatur 40 Grad höher.
Dann schmilzt am Rand das Eis ganz ab, und der Boden reflektiert die Sonnenstrahlung weniger stark als das weisse Eis.

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litholas 14.09.2016, 20:25
7.

Zitat von litholas
Wenn die Gletscher am Rand schneller schmelzen, dann wird die Reibung geringer, so dass sie schneller rutschen. Dadurch wird die Dicke geringer, und wenn von den 3000 Metern 2000 weg sind, dann ist allein dadurch schon die Temperatur 40 Grad höher. ...
Korrektur: Bei 2000 Meter geringerer Höhe wirds etwa 20 Grad wärmer.

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Stefan_G 14.09.2016, 20:45
8. zu #1

Zitat von Freund_Fettsack
Es wird von einer überproportionalen Erwärmung der Polregionen gesprochen. Gut, lassen wir es mal acht Grad sein (find ich viel). Wenn man sich Folgendes vor Augen führt (hier am Beispiel der Antarktis): "Antarktika ist der trockenste und kälteste Kontinent der Erde. Die Temperaturen erreichen nur im Westen während des wärmsten Monats Januar Werte um den Gefrierpunkt und liegen ansonsten im Jahresdurchschnitt mit - 55°C weit darunter." (Quelle: Umwelbundesamt) würde das im Jahresdurchschnitt immer noch MINUS 47 Grad bedeuten. Wie sollen aber bei so einer Temperatur alle Gletscher schmelzen? Oder wird da in der Tat dramatisiert? Spielen da noch ganz andere Faktoren eine Rolle?
Es gibt 2 Polarregionen mit grundsätzlich unterschiedlichen Voraussetzungen.
Rund um den Nordpol gibt es Grönland mit einem bis über 3 km starken Eisschild und ansonsten nur Meereis von wenigen Metern Dicke, das jedes Jahr im Spätwinter ca. 15 Mio km2 und im Spätsommer ca. 4-5 km2 Fläche hat. In dieser Region haben sich die mittleren Temperaturen in den letzten Jahrzehnten um mehrere °C erhöht. Ganz grob geschätzt wird uns die Meereiskappe zumindest im Winter noch mehrere Jahrzehnte und das Grönlandeis noch mehrere Jahrhunderte erhalten bleiben.
Rund um den Südpol gibt es ein Eisschild, das ca. 5x so groß und noch etwas dicker ist als das in Grönland. Hier spielt das Meereis drumherum nur eine untergeordnete Rolle, auch ist diese Region (noch) sehr temperaturstabil. Insofern wird das Antarktika-Eis das Grönlandeis sicher um etliche Jahrhunderte überleben.

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MonsterKrabbe 14.09.2016, 22:00
9. Meereis am Nord- und am Südpol

#8: Stefan G sagt: "Hier (am Südpol) spielt das Meereis drumherum nur eine untergeordnete Rolle, auch ist diese Region (noch) sehr temperaturstabil. Insofern wird das Antarktika-Eis das Grönlandeis sicher um etliche Jahrhunderte überleben." Es ist sicher richtig, dass das Festland-Eis der Antarktis sicher noch einige Jahrhunderte überleben wird. Warum erleidet das Meer-Eis in der Antarktis nicht das gleiche Schicksal wie das Meereis in der Arktis? Ich vermute dass dies mit zirkumpolaren atmosphärischen und ozeanischen Strömungen zusammenhängt, die sich infolge der besonderen geografischen Verhältnisse auf der Südhalbkugel ausbilden können. Der Einfluss meridionaler Strömungen ist dadurch wohl geringer.

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