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Haben Sie Vertrauen in das System der Organvergabe in Deutschland?

Der jüngste Skandal um die Organvergabe bei geplanten Verpflanzungen bewegte die Nation wie nur wenige Themen. Menschen, deren Leben vom Erhalt eines gesunden Organes abhängt, fühlen sich durch die Nachrichten über kriminelle Machenschaften in diesem heiklen medizinischen Bereich verunsichert. Haben Sie Vertrauen in das System der Organvergabe in Deutschland?

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sonstige 20.01.2013, 18:03
250.

Zitat von Softship
Dann nennen Sie bitte noch einen Hirnforscher, der zu den "schärfsten Kritikern der Hirntodiagnostik" (nach deutschen Richtlinien - also Diagnose des Gesamthirntodes) gehört.
Irgendein amerikanischer Neurologe, Alan irgendwas (googlen Sie selbst) wollte doch sogar Warnungen auf die Organspendeausweise gedruckt haben, dass man bei Entnahme möglicherweise noch nicht tot ist.

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resonator1 20.01.2013, 18:08
251.

Zitat von M. Michaelis
Die sog. Hirnelektrsiche ..
Das übliche Argument der Organspende-Skeptiker.

Zitat von
Der Hirntod ist eine willkürliche utilitaristische Konvention keine objektive Definition des biologsichen Todes..
Eine beeindruckende Wortkaskade - leider - wie gewohnt von Ihnen - ohne jeglichen Gehalt.

DSO: Hirntod und Hirntoddiagnostik: Kompaktinformation Hirntod und Hirntoddiagnostik

Ausführliche Informationen zur Hirntoddiagnostik finden Sie im 2. Kapitel des »Leitfaden für die Organspende«.


Zitat von Softship
Es ist nicht nur sinnvoll, sondern zwingend erforderlich einen Hirntoten zu beatmen...
Nicht unbedingt.

Zitat von
Die Organe werden ohne Herz-Lungen-Maschine ausreichend durchblutet - es ist nur eine künstliche Beatmung erforderlich, denn das Herz schlägt ja noch, nur die Spontanatmung fehlt.
Die Herz-Lungen-Maschine (HLM) ist ein medizintechnisches Gerät, das die Pumpfunktion des Herzens sowie die Lungenfunktion für einen beschränkten Zeitraum ersetzen kann.

Obwohl das Herz ein eigenes Reizleitungssystem besitzt, bedarf es der Regulation durch bestimmte Hirnareale. Wenn die irreparabel geschädigt sind, gibt es weder Spontanatmung noch Pumpleistung des Herzens. Dann ist bei der Transplantation oder Spende höchste Eile geboten, vor allem bei der Zustimmung der Angehörigen, falls der Spender keinen Ausweis dabei hat.

Sonst sind die Organe unwiderbringlich verloren, da mit allmählichem Erliegen des arteriellen und venösen Flows organisches Gewebe zugrundegeht.

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M. Michaelis 20.01.2013, 18:10
252.

Zitat von Softship
Dann nennen Sie bitte noch einen Hirnforscher, der zu den "schärfsten Kritikern der Hirntodiagnostik" (nach deutschen Richtlinien - also Diagnose des Gesamthirntodes) gehört.
Die angewendeten Verfahren sind überhaupt nicht in der Lage den Gesamtgehirntod zweifelsfrei festzustellen.

Im übrigen ist auch der Tod des Gesamthirns nicht gleichzusetzen mit dem Tod eines Organismus. Das Gehirn hat noch nicht einmal die gesamtintegrative Funktion die früher angenommen wurde wurde. Das her dieses Kriterium an der Sache völlig vorbei.

Was die Hirnforscher betrifft, Roth, Linke e.g.

Das Hirntodkriterieum hat einen unheilbaren systematischen Geburtsfehler, er wurde rein Zwecklösungsorientiert geschaffen. Man definiert den Tod so dass er dem medizinischen Ressourcenmanagement nicht im Wege steht.

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Softship 20.01.2013, 18:20
253.

Zitat von sonstige
Irgendein amerikanischer Neurologe, Alan irgendwas (googlen Sie selbst) wollte doch sogar Warnungen auf die Organspendeausweise gedruckt haben, dass man bei Entnahme möglicherweise noch nicht tot ist.
Deswegen schrieb ich "Dann nennen Sie bitte noch einen Hirnforscher, der zu den "schärfsten Kritikern der Hirntodiagnostik" (nach deutschen Richtlinien - also Diagnose des Gesamthirntodes) gehört.

Sie meinen Alan Shewmon. Ist aber keine Antwort auf meine Frage. Denn in den USA ist der Hirntod ist nur zwingend der irreversibler Ausfall des Hirnstamms. In Deutschland dagegen ist Hirntod definiert als irreversibler Ausfall von Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm, also des Gesamthirns.

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Softship 20.01.2013, 18:33
254.

Zitat von M. Michaelis
Was die Hirnforscher betrifft, Roth, Linke e.g.
Roths Aussage stammt von 28.06.1995. Da war die Hirntoddiagnostik nicht annähernd so weit wie heute.
Linkes Aussage habe ich nicht gefunden – aber da der Mann schon seit fast 10 Jahre tot ist, wäre sein Aussage nicht gerade „frisch“.

Ich dachte Sie würde etwas aktuelles liefern wollen. Das Sie das nicht können ist aber nicht weiter überraschend.

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Softship 20.01.2013, 18:52
255.

Zitat von resonator1
Nicht unbedingt.
Ich schrieb:
"Es ist nicht nur sinnvoll, sondern zwingend erforderlich einen Hirntoten zu beatmen, sofern Organe gespendet werden sollen.". Und es bleibt dabei. (Und es ist ein schlechter Stil ein Zitat so zu kürzen, dass der Sinn entstellt ist, und dann auf das Sinnentstellte zu reagieren, als ob es das Original wäre.)

Zitat von resonator1
...Die Herz-Lungen-Maschine (HLM) ist ein medizintechnisches Gerät...
Sie brauchen mir keine Herz-Lungen-Maschine zu erklären. Ich hing schon mal dran.

Zitat von resonator1
Obwohl das Herz ein eigenes Reizleitungssystem besitzt, bedarf es der Regulation durch bestimmte Hirnareale. Wenn die irreparabel geschädigt sind, gibt es weder Spontanatmung. noch Pumpleistung des Herzens.
Die Definition des Hirntodes beinhaltet, dass das Herz noch schlägt. Sonst würde es sich nicht um einen Hirntod, sondern um einen Herztod handeln.

Organspender werden nicht (wie Sie schrieben, "i.d.R.") an die Herz-Lungenmaschine angeschlossen. Finden Sie Sich einfach mit der Tatsache ab, dass Sie Sich diesbezüglich geirrt haben.

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Dieter58 20.01.2013, 18:53
256.

Zitat von M. Michaelis
Das Hirntodkriterieum hat einen unheilbaren systematischen Geburtsfehler, er wurde rein Zwecklösungsorientiert geschaffen. Man definiert den Tod so dass er dem medizinischen Ressourcenmanagement nicht im Wege steht.
Der "Hirntod" definiert den Augenblick, in dem das Gehirn irreparabel die Organe seines Körpers nicht mehr steuern und am Leben erhalten kann.
Das ist nun mal der Zeitpunkt, zu dem man die "lebenserhaltenden" Maschinen abschalten kann, oder aber, falls der Verstorbene sich zu Lebzeiten zur Organspende bereit erklärt hat, oder falls Angehörige dazu ihre Zustimmung gegeben haben, man die für andere Patienten lebensrettenden Organe mittels ebendieser Maschinen für den erforderlichen Zeitraum noch "lebendig" und funktionsfähig erhält.
Ohne Maschinen kann ein Hirntoter Herzschlag und Atmung nicht aufrechterhalten, auf natürliche Weise - dh. ohne Maschinen - stirbt der komplette restliche Körper wenige Minuten nach dem Gehirn.

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resonator1 20.01.2013, 19:08
257.

Zitat von Softship
Ich schrieb: "Es ist nicht nur sinnvoll, sondern zwingend erforderlich einen Hirntoten zu beatmen, .
Das ist es eben nicht.

Zitat von
Sie brauchen mir keine Herz-Lungen-Maschine zu erklären. Ich hing schon mal dran.
Das bedeutet nicht, daß man die Funktion verstanden hat.

Zitat von
Die Definition des Hirntodes beinhaltet, dass das Herz noch schlägt.
I.d.R. tritt nach dem Hirntod ohne therapeutische Beeinflussung auch der Herztod ein. Wenn der Hirnstamm zugunde geht, war's das.

Zitat von
Finden Sie Sich einfach mit der Tatsache ab, ...
...daß Ihre persönlichen Erfahrungen nicht der Nabel der Welt sind.

Danke.

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Dieter58 20.01.2013, 19:11
258.

Zitat von M. Michaelis
Das Hirntodkriterieum hat einen unheilbaren systematischen Geburtsfehler, er wurde rein Zwecklösungsorientiert geschaffen. Man definiert den Tod so dass er dem medizinischen Ressourcenmanagement nicht im Wege steht.
Bei rund 95 % aller potentiellen Organspender werden trotz mit Organspendeausweis erklärter Bereitschaft zu Spende und trotz geeigneter Beschaffenheit keine Organe entnommen, einfach weil der betreffenden Klinik die personellen oder materiellen Möglichkeiten fehlen - schade...
Eigentlich sollten Sie langsam erkennen, daß Sie einer traurigen Verschwörungstheorie zum Opfer gefallen sind.

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Softship 20.01.2013, 19:18
259.

Zitat von resonator1
Das ist es eben nicht.
Sie irren.

Zitat von resonator1
Das bedeutet nicht, daß man die Funktion verstanden hat.
Bei mir schon.

Zitat von resonator1
I.d.R. tritt nach dem Hirntod ohne therapeutische Beeinflussung auch der Herztod ein. Wenn der Hirnstamm zugunde geht, war's das.
Die therapeutische Beeinflussing findet aber nicht mittels Herz-Lunge-Maschine statt.

Zitat von resonator1
...daß Ihre persönlichen Erfahrungen nicht der Nabel der Welt sind.
Und Ihr Mangel an persönlichen Erfahrung auch nicht.

Zitat von resonator1
Danke.
Bitte, gern geschehen.

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