Forum: Wissenschaft
Handydaten von Arbeitslosen: Das Schweigen der Belämmerten
Corbis

Wenn Menschen ihren Job verlieren, telefonieren sie plötzlich viel weniger. Das schließen Forscher aus der Analyse von Verbindungsdaten. Sie glauben, aus den Daten sogar die aktuelle Arbeitslosenquote einer Region berechnen zu können.

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kl.sch.man 27.05.2015, 19:27
10. scham

wer keine arbeit hat bzw entlassen wurde, empfindet eine gewisse scham. man fuehlt sich erfolglos, egal ob man schuldig oder unschuldig ist an der situation. im solchen zeiten zieht sich der mensch eher zuruek als dass er sozial aktiv wird. wir erinnern uns: mein auto mein boot mein haus.... gern gibt man mit seinem erfolg an, aber wer protzt schon mit seiner entlassung oder damit dass er/sie nix zu tun hat? es ist ein rennen, und verlierer sind halt eher still waehrend die gewinner laut feiern

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kinngrimm 27.05.2015, 19:39
11. Rückzug

Das es die Wissenschaftler überrascht, das Arbeitslose weniger telefonieren und eine geringere Mobilität haben, das alleine läßt Bände auf die Weltsicht dieser zu.

Jedes verwundetete Tier zieht sich zu seiner Höhle, Nistplatz ... zurück, dort wo es sich Sicherheit erhofft. Jeder der dann versucht in dessen Territorium einzudringen, muß mit einer Dicken Haut gegen das schnappen und krallen mitbringen.

Unsere moderne Gesellschaft hinterläßt viele Verletzte, auch wenn diese nicht bluten oder hungern. Rückzug bis die Wunden geheilt sind und mann wieder einen Kampf aufnimmt, kann bei jedem unterschiedlich aussehen und unterschiedlich lange dauern. Da sind die standartiserten, systematischen Hilfestellungen oftmals unausreichend.

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monoman 27.05.2015, 19:40
12.

Zitat von Qual
Woher wollen die die Daten haben? Ausgerechnet auch noch in Europa!?
In Deutschland kann die untersuchte Stadt wohl kaum liegen, da hier das Fernmeldegeheimnis gilt. Was und mit wem ich telefoniere, das wissen entsprechend auch nur ich, mein Gesprächspartner, der Telefonprovider, der BND, die NSA, Ebay, Amazon, Microsoft und höchstens noch einige Hacker, Terroristen und Mafiosi in Russland, China und sonstwo auf der Welt. Wär ja noch schöner!!

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twister-at 27.05.2015, 19:53
13. Was für eine unkomische Überschrift

Nur um jetzt eine bemüht witzige Überschrift zu finden, werden also Arbeitslose als Belämmerte bezeichnet. Das ist peinlich und des sonst doch so sachlichen und auch kundigen Autoren unwürdig.

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infonetz 27.05.2015, 19:57
14.

Vor 3 Jahren habe ich den Selbsttest gemacht und 6 Monate von dem gelebt was ein H4 Empfänger bekommt. Ich mußte am Telefon einsparen ohne das ich jetzt vorher wirklich viel Telefoniert habe. Internetanschluss war garnicht mehr drin und auch anderes was man so für Selbstverständlich hält. Dazu kommt das man sich auf Grund von wenig Geld auch anderes nicht mehr leisten kann was auf lange sich günstiger ist. So war bei meinen Selbstversuch auch der kauf einer neune Waschmaschine eingeplant. Die die ichmir leisten konnte hatten einen höheren Verbrauch an Strom als die teueren Waschmaschinen. Die aber auf lange sich günstiger sind wegen des niedrigen Stromverbrauchs. Ich sag es mal so:

Armut muss man sich auch leisten können!

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infonetz 27.05.2015, 19:59
15.

Zitat von monoman
In Deutschland kann die untersuchte Stadt wohl kaum liegen, da hier das Fernmeldegeheimnis gilt. Was und mit wem ich telefoniere, das wissen entsprechend auch nur ich, mein Gesprächspartner, der Telefonprovider, der BND, die NSA, Ebay, Amazon, Microsoft und höchstens noch einige Hacker, Terroristen und Mafiosi in Russland, China und sonstwo auf der Welt. Wär ja noch schöner!!
Und nicht die Schweizer vergessen die haben´s erfunden!

Onyx ist ein Schweizer Satellitenabhörsystem des Nachrichtendienst des Bundes (NDB).
In den Schweizer Ortschaften Leuk und Heimenschwand stehen Parabolantennen, welche den Satellitenfunkverkehr abhören und auffangen. Die abgefangenen Unmengen an Daten Funkemissionen, E-Mails, Telefongesprächen, Faxübertragungen, werden automatisch meist anhand gezielter Schlüsselwörter auf relevante Daten für ihren Auftraggeber hin gefiltert. Weitere Filterkriterien werden mit Grossrechnern aufgrund Künstlicher Intelligenz, optischer Texterkennung oder Stimmprüfung erzielt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Onyx_(Abhörsystem)

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Namen werden überbewertet 27.05.2015, 20:29
16. Na, toll!

Dann kann ich mich ja schon mal darauf einstellen, dass ich als Prepaid- und Wenigst-Telefonierer der Arbeitslosigkeit verdächtigt werde, wenn demnächst die Vorratsdaten ausgewertet und an Interessenten wie die Schufa weitergegeben werden. Wie bitte? Schwerstverbrechen, Richtervorbehalt? Ja sicher doch... genauso wie das NoSpy Abkommen, nicht wahr?

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al2510 27.05.2015, 21:27
17. Ein Arbeitsloser ist sozial so nützlich wie ein Kropf

man ruft einen doch nur an, wenn man was zu bieten hat. Hat man nichts, ist man nicht mehr angesagt. Die Bespaßungen kann man sich eh nicht mehr finanzieren, und in der Disco nur beim Trinken zuschauen. Ob eine Kündigung die Lebensqualität mindert? Das fragt man sich auch nur am MIT, wo der Mensch eine Nummer ist.

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FredericL 27.05.2015, 22:07
18. 80 Jahre alte Erkenntnis

Es gab meines Wissens schon um 1930 herum eine Feldstudie in einer Stadt in der Nähe von Wien, in der genau in der Untersuchungszeit die den Ort dominierende Fabrik geschlossen hat. Das Vereinsleben kam zum Erliegen - obwohl die Leute ja mehr Zeit hatten. Sogar der drastische Rückgang der durchschnittlichen Geh-Geschwindigkeit wurde gemessen. Ich frage mich jetzt nur: wenn ich als "interessierter Laie" das weiß - hätten die das nicht auch wissen müssen? Ich habe imnmer wieder das Gefühl, dass solche Untersuchungen einfach gemacht werden, weil Mittel dafür da sind - nicht zum Gewinnen neuer Erkenntnisse

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premiummails 27.05.2015, 22:23
19. ausgelagert?

Mal angenommen, es stimmt, dass Leute, die nicht mehr in Firmen arbeiten, weniger telefonieren - dann kann das auch auf das Ausmaß der Abstimmungs-, Planungs- u Organisationsarbeit hinweisen, die eine Firma während der Zeit der Beschäftigung von den Arbeitnehmern verlangt hat.

Im Sinne der Team-/Gruppenarbeit, wo jedes Team Vertretungen, Arbeitsumfänge, Fristeinhaltungen, Bereitschaften selbst zu regeln hat, was -wie ich es in meinem Bekanntenkreis erlebe- ein recht konstantes Level von arbeitsbedingten Kurztelefonaten auch in der Freizeit bewirkt. Klar dass das nach einer Kündigung wegfällt.

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