Forum: Wissenschaft
Heiße Reifen: Niederländer wollen Radwege beheizen
AP

Die Niederländer sind als Fahrrad-Fans bekannt - und künftig soll selbst Glatteis sie nicht mehr stoppen: Ingenieure haben einen Radweg-Belag entwickelt, den man bei Frost beheizen kann. Natürlich umweltschonend.

Seite 3 von 7
Oberleerer 23.10.2012, 20:33
20.

Zitat von karl-felix
sein, kann ich nicht beurteilen, ist auch deren Problem. Ich könnte mir auch gut vorstellen, Fahrradwege mit Solarmodulen zu überdachen. Denn das grössere Problem als die Kälte ,scheint mir der Niederschlag zu sein. Vermutlich auch preiswerter.
You save my day. Genau die Wetterlage ist das größte Hindernis fürs Fahrrad und stets das pro fürs Auto.

Das gibt es auch schon in der Realität, allerdings für die Eisenbahn.

Zum einen hält ein Dach den senkrechten Nachtschnee ab, zum andern kann seitlich einfallende Sonne den schwarzen Belag besser aufwärmen. Außerdem sollte man sich vor Augen halten, dass es nicht um 30°C geht, sondern um 1-3°C und im Grunde auch nur, wenn der Belag bedeckt ist. Bei entsprechender Wetterlage bleiben geräumte Gehwege trotz Frost lange Zeit trocken.

Ich frage mich schon lange, warum nicht auch auf wichtigen oder schneegefährdeten Autobahnen zumindest rechts beheizt wird.

In unserem Wohngebiet durchzog vor 30 Jahren eine Fernwärmetrasse die Spielwiese, deutlich sichtbar im Winter :)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gazettenberg 23.10.2012, 20:35
21.

Zitat von nixmitx
Ich waere schon dankbar wenn im winter die wege wenigstens geraeumt wuerden! Hier in muenchen sind die strassen fuer die autos gleich geraeumt, auf den radwegen liegt der weisse dreck bis er von selber abtaut!
Radfahrer haben nunmal keine Lobby.

Außerdem gefährdet Ihr Vorschlag die Exportchancen der deutschen Autoindustrie und damit Milliarden Arbeitsplätze, wie Ihnen die Standesvertreter der Automobilhersteller schlüssig vorrechnen werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Oberleerer 23.10.2012, 20:42
22.

Zitat von Nevermeind
Es ist mir neu, dass in den Niederlanden Frost ein haeufig vorkommendes Phaenomen ist - aber man lernt ja nie aus.
Das scheint erst in den letzten Jahren ein Problem zu sein. Durch die Klimaerwärmung verdunstet über dem Golfstrom angeblich mehr Meerwasser, was über Nord/Mitteleuropa wieder runterschneit. Norddeutschland war die letzten Jahre von den Schneemassen arg überfordert. Rügen und weite ländliche Gebiete abgeschnitten und auch in Leipzig wurde 2010 über die Weihnachtsfeiertage (!) der Nahverkehr eingestellt, weil 50cm Schnee die normalen Räumkapazitäten überforderte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
charlybird 23.10.2012, 20:43
23. @ChrisQa

Zitat von ChrisQa
Noch so einer aus der Riege, Tempo 130 auf der Autobahn zu fordern, aber mit dem Rennrad über den Gehweg heizen wollen. Es ist schon richtig, dass innerorts Radwege auf der Strasse statt auf dem Gehweg angelegt werden. Die Gefährdung der Fussgänger durch Radfahrer ist wesentlich höher als die, dass innerorts ein Fahrrad von einem Auto gestreift wird. Ich habe, wenn ich aus dem Fenster schaue, den Blick auf solch einen Radweg. Bislang hat's da nur gerumpelt, wenn ein Radfahrer statt auf dem Radweg auf dem Bürgersteig langgeheizt ist. Ausserorts haben wir wunderschön ausgebaute Radwege parallel zur Landstrasse, die werden aber maximal am Wochenende von Familien genutzt, die Rennradfahrer blockieren unter der Woche lieber den Berufverkehr auf der verdammt engen Bundesstrasse.

Ihr Zitat mal so rausgegriffen: 'Die Gefährdung der Fussgänger durch Radfahrer ist wesentlich höher als die, dass innerorts ein Fahrrad von einem Auto gestreift wird.' erst mal Ende.
Mein lieber Gott der Rasenheizung, jetzt muss ick mer mal abschütteln vor Lachen; eigentlich sollte ich es vor Entsetzen tun, aber ich hab's aufgegeben. Vielleicht erlebe ich es ja noch, dass Eure tiefergelegten Frustkatapulte elektronisch an die Geschwindigkeit der Radfahrer, und bei Stop and Go, an die der Fußgänger angepasst wird. Exakt und nur das wäre eine sinnvolle Herausforderung an die Automobilindustrie der Zukunft.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
924Frg 23.10.2012, 20:58
24. Bitte wie?

Zitat von ChrisQa
Noch so einer aus der Riege, Tempo 130 auf der Autobahn zu fordern, aber mit dem Rennrad über den Gehweg heizen wollen. Es ist schon richtig, dass innerorts Radwege auf der Strasse statt auf dem Gehweg angelegt werden. Die Gefährdung der Fussgänger durch Radfahrer ist wesentlich höher als die, dass innerorts ein Fahrrad von einem Auto gestreift wird. Ich habe, wenn ich aus dem Fenster schaue, den Blick auf solch einen Radweg. Bislang hat's da nur gerumpelt, wenn ein Radfahrer statt auf dem Radweg auf dem Bürgersteig langgeheizt ist. Ausserorts haben wir wunderschön ausgebaute Radwege parallel zur Landstrasse, die werden aber maximal am Wochenende von Familien genutzt, die Rennradfahrer blockieren unter der Woche lieber den Berufverkehr auf der verdammt engen Bundesstrasse.
Wie kommen sie darauf, dass ich für 130 auf der Autobahn wäre?
Und wie kommen sie darauf, dass ich über irgendwelche Gehwege heize?
Ich nutze das Rennrad um zur Arbeit/Einkaufen etc. zu kommen, nicht als Sportgerät.
Unschlagbare Menschenkenntnis, die sie da an den Tag legen. Oder ist es doch mehr die Geschichte mit den Vorurteilen? Sehr arm.

Ich kann mich nur an zwei Zwischenfälle mit Fußgängern erinnern. In beiden Fällen wollte die Person den Radweg kreuzen und hat nicht darauf geachtet, dass ich von hinten kam (nicht geheizt, es ist jeweils nichts weiter passiert).

Sind sie jemals in einer Großstadt mit dem Rad unterwegs gewesen?
Mit Autofahrern hatte ich schon meinen "Spaß".

Nicht nur, dass ständig die Radwege zugeparkt werden, alleine diesen Sommer wurde mir unzählige Male die Vorfahrt genommen, als Autofahrer mich beim Rechtsabbiegen übersehen haben. Einmal mit Totalschaden meines Damenrades (ich hatte auf dem Radweg grün und der Autofahrer kam beim Abbiegen sogar noch von vorne!!)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
seppfrieder 23.10.2012, 21:30
25. Sicher?

Zitat von vopa59
Quelle: laut dieser Quelle sind es ca. 35000Km damit beliefen sich die Kosten bei durchschnittlich 15000€/Km auf etwa eine halbe Mrd€ Niederländischer Fietsersbond () am 03.09.2012
Sicher das es in Amsterdam 35.000 km Radwege gibt?
Oder meinen sie nicht das dort schon mit 400 km Radweglänge ein ausreichend dichtes Radwegnetz besteht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
JuergenM 23.10.2012, 21:48
26.

Zitat von nixmitx
Ich waere schon dankbar wenn im winter die wege wenigstens geraeumt wuerden! Hier in muenchen sind die strassen fuer die autos gleich geraeumt, auf den radwegen liegt der weisse dreck bis er von selber abtaut!
Na Gott sei Dank. Dann muss man diese Radwege nicht mehr benutzen und darf legal auf der Fahrbahn fahren - da wo Fahrzeuge (zu denen nach StVO auch Fahrräder gehören) nun einmal hingehören.

Auf der Fahrbahn ist es sowieso nachweislich für Radfahrer wesentlich ungefährlicher, als auf straßenbegleitenden Radwegen. Dort ist nur die gefühlte Sicherheit größer.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jugendmauer 23.10.2012, 22:40
27. Humbug

Zitat von sysop
Die Niederländer sind als Fahrrad-Fans bekannt - und künftig soll selbst Glatteis sie nicht mehr stoppen: Ingenieure haben einen Radweg-Belag entwickelt, den man bei Frost beheizen kann. Natürlich umweltschonend.
Die 3-7Tage die es in den Niederlanden Eis und Schnee auf den Straßen hat lohnt es sich ja auch super die Radwege zu beheizen !

Beitrag melden Antworten / Zitieren
7eggert 24.10.2012, 23:46
28.

Zitat von karl-felix
sein, kann ich nicht beurteilen, ist auch deren Problem. Ich könnte mir auch gut vorstellen, Fahrradwege mit Solarmodulen zu überdachen. Denn das grössere Problem als die Kälte ,scheint mir der Niederschlag zu sein. Vermutlich auch preiswerter.
Das größte Problem sind die gefährlichen Hindernisse am oder auf dem Radweg, die fehlenden Sicherheitsabstände zu Fußgängern, die fehlende Markierung (nur bei guter Sicht wirklich erkennbar), die Linienführung, die einem nur die Wahl läßt, den Gehweg mitzubenutzen, wenn man nicht gegen die Gesetze der Physik verstoßen will (Breite des Fahrrades + Sicherheitsraum ist schon auf Geraden kleiner, als die Standardbreite. In den Kurven kommt noch Schräglage hinzu und es wird ein Kurvenradius vorgegeben, bei dem einen der Nobelpreis sicher ist, wenn man ihn ohne Zirkusartistik einhalten kann), daß der Radweg grundsätzlich zugewachsen, zugeparkt, im Winter nie geräumt, im Herbst mit Laubhaufen, Mülltonnen und mobilen Hinweisschildern für den Fahrbahnverkehr zugestellt ist, daß der Belag schlimmer ist, als Kopfsteinpflaster und daß man z.B. an den Ampeln grundsätzlich verarscht wird.

Das heißt, das sind die größten Probleme, wenn man davon absieht, daß man auf dem normalen Radweg mehr als fünfmal so stark durch Autofahrer gefährdet ist, wie auf der Fahrbahn.

Ich wüßte auch schon, wie die Pfosten für die Solarpanele aufgestellt würden: Von den 1,5 m Mindestbreite werden 30 cm weggenommen, die leicht rötlichen Steine werden durch graue, gleich helle Steine ersetzt und dort wird ein nachtgrauer Mast eingesetzt. Im Namen der Sciherheit.


Ich bin übrigens auch ungerne bei Nässe unterwegs, bei Eis hingegen bin ich auf der Fahrbahn auch ohne Spikes bisher gut vorangekommen - bei Neuschnee und Glätte sogar besser, als mit dem PKW.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fpa 24.10.2012, 00:19
29. Holland - Frost ja, Schnee kaum

Zitat von Nevermeind
Es ist mir neu, dass in den Niederlanden Frost ein haeufig vorkommendes Phaenomen ist - aber man lernt ja nie aus.
Ich denke, Sie sollten ein wenig differenzieren. Frost gibt es in den NL gar nicht so selten, auch wenn es nur etwa alle 10 Jahre für die 11-Städte-Tour reicht (Winterspaß in Holland: Eislaufen auf Grachten, Wandern im Eiswatt). Nachtfrost und am Tage Plusgrade sind eigentlich normal. Was aber in der Tat selten ist, ist Schnee, der mal länger als eine Woche lang liegen bleibt.

Gut, es ist mittlerweile 30 Jahre her, aber als ich mal zwei Jahre in Holland gearbeitet habe, war es so, dass bei Schnee lediglich die Autobahn geräumt wurde. Überall sonst lies man ihn liegen, da ohnehin nach ein paar Tagen kaum noch etwas davon da war. Und wenn morgens mal Schnee lag, kamen praktisch alle mindestens ne halbe Stunde zu spät zur Arbeit. Weil die Fahrradfahrer dann aufs Auto umstiegen, waren die Straßen an jenen Tagen hoffnungslos überlastat.

Gut, ich bin damals nicht mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren sondern mit dem Auto, und hatte dennoch an Frosttagen enorme Probleme. Da die Luftfeuchtigkeit dort doch um einiges höher ist als bei uns in Bayern, reichte es eben nicht, morgens die Scheibe frei zu kratzen. Denn nach ein paar Metern Fahrt war wieder alles zugefroren oder zumindest so stark beschlagen, dass man nichts mehr sehen konnte. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die hohe Luftfeuchtigkeit sich an solchen Tagen auch auf den Belegen der Fahrradwege bemerkbar macht. So dumm scheint mir daher die Idee mit jener Fahrradweg-Heizung auf den ersten Blick gar nicht zu sein.

Überhaupt gab es in der Gegend Utrecht, Huizen, Naarden im Grunde den ganzen Herbst und Winter über jede Nacht richtig dichten und starken Nebel, d.h. auf den ehemaligen Poldern außerhalb der Ortschaften. Autobahnen und größere Straßen verliefen auf 2-3m hohen Dämmen, von wo aus man praktisch auf den Nebel runterschauen konnte. Die Fahrradwege sind aber unten.

Mag sein, dass bei uns in D, im Emsland oder in Ostfriesland ähnliche Verhältnisse wie in Nord-Holland herrschen. Ich weiß es nicht, ich war dort noch nie im Winter. Nur mit den Winterverhältnissen in Franken (November Schnee bleibt mitunter liegen bis Februar/März) oder im Gebiet Hannover/Braunschweig (wenn der Schnee nicht ganz pappig ist, gibt es sofort Schneeverwehungen) kann man das definitiv nicht vergleichen. Die Winterprobleme sind in Holland einfach anders als bei uns. Das heißt aber nicht, dass es dort keine gibt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 3 von 7