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Hepatitis-C-Medikament Sovaldi: Schiedsstelle muss Streit um 700-Euro-Pille schlichte
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Was darf ein Medikament kosten, das Menschen mit Hepatitis C heilen könnte? Seit Wochen streiten die Krankenkassen mit dem US-Pharmakonzern Gilead um den Preis für Sovaldi - die Pille sei teurer als Gold.

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Volks.Hirn 19.01.2015, 11:11
1. Französische Krankenkassen habens einfacher

die nehmen einfach den deutschen Preis abzgl. 20% ...

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Ducky0606 19.01.2015, 11:33
2.

In den USA hat die Behandlung einer Freundin gut 80tsd Dollar gekostet. Dank der guten Versicherung für ehem. AirForce Angehörige kein Problem, da wurde auch nicht lange diskutiert. Dafür ist sie jetzt seit 3 Monaten 100% HepC frei. Hatte 30 Jahre damit leben müssen.

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EigenRoth 19.01.2015, 11:42
3. Alternativen existieren

...z.B. MMS. Aber das kostet nur ein Promille von Gilead's Wundermittel und ist deshalb für die Pharmamafia uninteressant.

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der_bulldozer 19.01.2015, 11:43
4. Die indischen behörden sind da kreativer

Das Patent für Sovaldi wurde nicht anerkannt und an ein indischen Unternehmen eine Zwangslizenz erteilt. Die produzieren jetzt das Medikament und vertreiben es zu einem Bruchteil des ursprünglichen Preises. Wer's nicht glaubt, einfach mal googeln.

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ärgerhochzwei 19.01.2015, 11:44
5. Gute Ausbildung

Ich gehe mal davon aus das die "Menschen" bei Gilead eine sehr gute Ausbildung erhalten haben und sehr gute Noten vorweisen können. Denn es ist natürlich nicht so einfach einen angemessen Preis für ein Medikament zu berechnen. Also einfach mal 700€ pro Pille aufrufen könnte ja jeder, auch ohne betriebswirtschaftlicher Ausbildung. Ich vermute einfach mal, der der den Preis aufgerufen hat bekommt einen Bonus für den Gewinn pro Pille. Das dürfte den kurzfristigen Charakter dieser Entscheidung wesentlich beeinflusst haben.

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jdahmen 19.01.2015, 11:59
6. Mehrere Schwachpunkte im Artikel:

Der Artikel enthaelt einige irrefuehrende/falsche Angaben. Zum einen ist es irrefuehrend, zu suggerieren, dass die Therapie mit Sovaldi 24 Wochen dauern. Bei den meisten Patienten reichen 12 Wochen. Dementsprechend niedriger sind also die Kosten. Zum anderen ist es falsch, Abbvie's soeben in den USA unter dem Namen Viekira Pak zugelassenes Medikament als 'mindestens so innovativ' wie Sovaldi zu bezeichnen. Viekira Pak hat viel schwerwiegendere Nebenwirkungen, ist bei den meisten Hep C Genotypen weniger wirksam und besteht aus mehreren Pillen, die ueber den Tag verteilt zu bestimmten Zeiten eingenommen werden muessen. Gilead's Nachfolger zu Sovaldi, der vor einigen Wochen in den USA als Harvoni zugelassen wurde, ist hingegen wirklich innovativ, da es die Behandlungsdauer fuer viele Patienten auf 8 Wochen verkuerzt und nicht in Verbindung mit irgendwelchen anderen Medikamenten wie Ribavirin, die gefaehrliche Nebenwirkungen verursachen koennen, verabreicht werden muss.

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mischamai 19.01.2015, 12:21
7. Kriminell

Gesundheit ist ein sehr hohes Gut,leider oft aber ein schmutziges Geschäft.Wer hier den Bogen überspannt sollte draussen bleiben,es kann und darf nicht sein dass hier Phantasiepreise auf Kosten der Allgemeinheit abgewälzt werden um profitgierige Unternehmen zu befriedigen.Ein klares "nein" zu solchen Geschäften mit Produkten die nicht einmal nachweißlich eine dauerhafte Gesundung garantieren.

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infoseek 19.01.2015, 12:26
8. Populismus

"... teurer als Gold" - ach. Diese Aussage ist demagogischer, populistischer Unfug.

Es gibt viele Wirkstoffe, die den Goldpreis deutlich übersteigen. Sovaldi mag da am oberen Ende liegen, aber so zu tun, als sei das ein krasser Ausnahmefall in der Pharmabranche, ist einfach nur Quatsch und emotionalisiert die Debatte in die falsche Richtung.

Egal, wer das erfunden hat - Kassen, Presse, Verbände - dieser dumme Spruch sollte nicht einfach übernommen werden. Stichwort: Qualitätsjournalismus.

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nyarlathotep 19.01.2015, 12:32
9. Ja, klar.

Zitat von EigenRoth
...z.B. MMS. Aber das kostet nur ein Promille von Gilead's Wundermittel und ist deshalb für die Pharmamafia uninteressant.
Hat ja nicht lang gedauert, bis der erste Quacksalber versucht, Werbung für die Industriebleiche MMS zu machen.
700€ für eine Pille ist definitiv moralisch fragwürdige Geldmacherei. Verzweifelten Leuten für viel Geld aber diesen chemischen Mist, der im Normalfall gefährlich und im besten Fall nutzlos ist, andrehen zu wollen, ist nicht weniger verwerflich, im Gegenteil. Ob Pharma- oder MMS-Lobby, beide verdienen momentan zu viel Geld mit den Leiden der Leute. Komisch, dass ausgerechnet die Wundermittel-Heinis von MMS sich immer als Gegenpol der Pharma-Geldschneider verstehen wollen, selber aber nur noch schlimmer sind. Naja, schließlich hat der Chef sein Handwerk bei den Propaganda-Profis gelernt.
Aber man kann zumindest sehen, dass nicht nur die Kranken in Afrika mit Medikamenten finanziell ausgeblutet werden können. Das klappt auch bei uns. Not macht Kohle, vor allem wenn man am längeren Hebel sitzt.

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