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Hepatitis-C-Pille: Sovaldi-Preis sinkt, bleibt aber geheim
AP

Erbittert haben deutsche Krankenkassen mit dem Pharmakonzern Gilead über den Preis der Hepatitis-C-Pille gestritten. Sovaldi kann Patienten heilen - doch die Therapie kostet bis zu 200.000 Euro. Nun hat man sich geeinigt - nur worauf?

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spon-1283079612644 12.02.2015, 14:05
10.

Zitat von bluemetal
Man sollte eventuell auch erwähnen dass der Großteil der Hepatitis C- Erkrankten Fixer, Drogenabhängige und Stricher sind. Ich kann durchaus verstehen dass es keine große Bereitwilligkeit und Verständnis gibt für dieses meist nie in eine Krankenkasse einzahlende Klientel pro Patient hundertausende Euro auszugeben.
Ich kann das auch verstehen, es gibt halt viele Leute, die sehr unsolidarisch sind. Aber von diesen sollte man sich nicht davon abhalten lassen, auch und vor allem Bedürftigen zu helfen. Glücklicherweise passiert das aber in unserem Gesundheitssystem auch nicht.

2 Fragen habe ich noch:
Wie genau unterscheiden sich Fixer und Drogenabhängige? Und warum stellen Stricher ihrer Meinung nach einen "Großteil" der Betroffenen einer sexuell nur selten übertragbaren Krankheit?

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GinaBe 12.02.2015, 14:37
11. Pfui

Zitat von bluemetal
Man sollte eventuell auch erwähnen dass der Großteil der Hepatitis C- Erkrankten Fixer, Drogenabhängige und Stricher sind. Ich kann durchaus verstehen dass es keine große Bereitwilligkeit und Verständnis gibt für dieses meist nie in eine Krankenkasse einzahlende Klientel pro Patient hundertausende Euro auszugeben.
Ihr Gezische ist wie das einer Schlange.
Im Mittelalter wurde JEDE Krankheit als gerechte Strafe Gottes empfunden.
Wie, meinen Sie, kommen Menschen auf die Idee, Stricher, Drogenabhängige und Fixer..zu werden?
ich meine, ...sie suchen es sich aus wie einen Beruf?

entweder sind Sie sehr junge ider sehr unwissend oder beides.

Was aber ist mit denen, die Blutter sind, oder mit denen, die sich Hep.C als Beigabe einer Blutkonserve nach Operationen etwa oder bei Leukämie zugezogen haben?
Sind die auch selbst schuld, es nicht wert, solidarisch an den Vorteilen einer Krankenversicherung teilhaben zu dürfen?
Solche Aussagen wie Ihre senken nicht nur das Niveau hier , sondern reduzieren auch das menschliche Empfinden. Geiz, Hass, Gier, und Wut - die sind besser als Mitleid und Nächstenliebe?

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fcukvsa 12.02.2015, 14:37
12. Es geht nich um Generika!

Zitat von kumi-ori
Da gibt es ein paar Probleme. Erstens kann ein Arzt in Deutschland nicht einfach ein Medikament anwenden, das in Deutschland nicht zugelassen ist. Auch dann nicht, wenn es in einem anderen Land ein zugelassenes Generikum ist. Zweitens gab es bekanntlich erst kürzlich Schwierigkeiten mit indischen Generika.
Es geht um den offiziellen Preis des offiziellen Medikamentes des offiziellem Herstellers und Patentinhabers eines in Deutschland wohl auch zugelassenem Medikamentes, wenn die Kassen ~700 Euro/Pille dafuer berappen wuerden.

Der Hersteller begruendet diese Preisunterschiede mit der Leistungsfaehigkeit der Krankenkassen, eh, Laender.
Und ueberlegen sie mal, wo auf der Welt die meisten der ca 150 mio Erkrankten sind. Da ist ein riesiger Markt, selbst bei 1% Preis!

Vermutlich moechte er auch die "legale", also staatliche Umgehung des Patentes, wie z.B. in den USA fuer das Milzbrandmedikament eines deutschen (Allein)Herstellers mal angedroht, wie in Thailand fuer AIDS Mittel durchgefuehrt, umgehen.
Ich sehe da nur buerokratische Huerden! Und nur bei den Kassen! Da koennte Geld gespart werden, das geht nicht!
Der Patient wird nach Indien geflogen, ein dortiger Arzt bestaetigt den Befund, verschreibt die Kur, der Patient darf bis zu 90 Tage-Dosen von Medikamenten mit durch den Zoll bringen.
Guenstig, oder? Sehen sie da weitere Probleme?

Ausser, das der Hersteller den Preis nachbessern zu versucht, oder das Risiko eingeht, das Generika gesetzlich erzwungen werden, irgendwo auf der Welt?

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go-west 12.02.2015, 14:47
13. Sollte nicht

wegen dem in Vergleich zu vorher bekannten Molekülen offenbar nur unwesentlich verbesserten Wirkstoff die Patentierbarkeit dieses Medikamentes nicht generell infrage gestellt werden?

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Reza Rosenbaum 12.02.2015, 15:16
14. Nur komisch...

Zitat von go-west
wegen dem in Vergleich zu vorher bekannten Molekülen offenbar nur unwesentlich verbesserten Wirkstoff die Patentierbarkeit dieses Medikamentes nicht generell infrage gestellt werden?
...dass die vorher bekannten Molekuele nicht gegen HepC wirksam eingesetzt werden konnten. Vielleicht ist Sovaldi nicht besonders anders als vorher bekannte Molekuele, die erfinderische Taetigkeit liegt hier aber darin, die wenigen wirksamen Molekuele aus den Millionen oder Milliarden von "aehnlichen" Molekuelen herauszufischen. Das ist nicht so einfach. Sie koennen es ja mal versuchen, wenn Sie glauben, dass jeder das kann - es locken Milliardengewinne.

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banalitäter 12.02.2015, 15:35
15.

Was für ein Unsinn . Bei meiner Therapie mit dem Medikament waren sehr starke Nebenwirkungen vorhanden : künstliche Blutarmut / Anämie , Haarausfall , starke veränderter Geschmackssinn , Jucken , mentales Abstürze , allgemeine Kraftlosigkeit und Depressionen , um nur einige zu nennen . Da die Therapie bei mir angeschlagen hat , nahm ich es Inkauf . ( habe aber fast täglich dran gedacht , aufzugeben - wg der extremen Nebenwirkungen )
Andere Kranke hatten die selben Nebenwirkungen .

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tutnet 12.02.2015, 22:19
16. @6 bluemetal

Es mag durchaus Drogenabhängige, Fixer und Stricher mit Hepatitis C geben, aber die vergessen Abertausende, die sich mit verseuchten Blutkonserven infiziert haben.
Meine Mutter hatte 1968 eine Routine-OP, es gab Nachblutungen im Bauchraum, die erst am nächsten Morgen aufgefallen sind. Nachfolgende Notoperation und Blutkonserven zum Ausgleich des Blutverlustes. Ein knappes Jahr später ist sie schwer an Gelbsucht (Hepatitis) erkrankt, damals wurde Hepatitis A und Hepatitis B diagnostiziert. Etst 2006 wurde dann auch Hepatitis C

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tutnet 13.02.2015, 23:20
17. @15 banalitäter

Seien Sie dankbar, daß Sie geheilt sind. Auch wenn Die Nebenwirkungen nicht angenehm waren, die Alternative, Jahrzehnte später elendig an Leberkrebs zu krepieren, ist noch wesentlich unangenehmer. Es ist seit Jahren bekannt, daß eine Infektion mit Hepatitis C viele Jahrzehnte später zu Leberkrebs führt. Ich spreche leider aus Erfahrung, meine Mutter ist 2011 ganz elendig an Leberkrebs verstorben.

Meine Mutter hatte 1968 eine an sich harmlose Standard-OP, warum auch immer kam es zu schweren Nachblutungen in den Bauchraum, was erst am nächsten Morgen bemerkt wurde. Eine Not-OP und Bluttransfusionen haben sie seinerzeit gerettet. Leider war mindestens eine Blutkonserve mit Hepatitis verseucht, was seinerzeit noch nicht getestet wurde. Ein knappes Jahr später ist meine Mutter schwer an Hepatitis erkrankt, diagnostiziert wurde Hepatitis A und Hepatitis B. Hepatitis C war damals noch nicht bekannt. Es folgte ein monatelanger Aufenthalt auf der Isolierstation. Seit 1969 war sie permanent in Behandlung, erhielt Dauermedikation, hielt strengste Diät und hat keinen Tropfen Alkohol getrunken. Im Rahmen einer gründlichen Untersuchung während eines Kuraufenthaltes wurde 2006 auch Hepatitis C diagnostiziert.
Leider war ihr Hausarzt, obwohl Internist nicht wirklich interessiert. Die jährliche Ultraschalluntersuchung der Leber dauerte nur 2 Minuten. So kam es, daß Veränderungen in der Leber erst 2010 im Rahmen einer anderen Untersuchung aufgefallen sind. 4 Monate später war sie tot, gestorben an akutem Leberversagen. Ich kann Ihnen versichern, das ist wirklich kein schöner Tod.

Schäbig war auch das Verhalten der BEK Barmer Ersatzkasse, die 2006 nach der Diagnose Hepatitis C einen unverschämten frechen Brief und einen Fragebogen schickte, ob meine Mutter Drogen konsumiere oder ein ausschweifendes Sexualleben mit häufig wechselnden Partnern hätte. Dabei hatte die Barmer für die letzten 56 Jahren alle Unterlagen.

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flyingclown 13.02.2015, 12:32
18. Ethik und Moral

sind für die Industrie Fremdwörter. In einer Zeit, in der schon die Kinder beigebracht bekommen, das wirtschaftliche Interessen über Moral und Ethik zu stellen sind, muss man sich nicht wundern, wenn die Pharmaindustrie auf die Menschen schei..... und ihre Gewinne so hoch wie möglich hält. Da lobe ich mir Indien. Die machen das richtig. Lassen sich nicht von der Industrie vorschreiben, welchen Menschen, für wie viel Geld geholfen wird. keiner kann mir erzählen, das die Entwicklungskosten einen solchen Preis rechtfertigen. Ethisch sind diese Konzerne ganz weit unten angekommen.

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markus_wienken 14.02.2015, 11:30
19.

Zitat von flyingclown
sind für die Industrie Fremdwörter. In einer Zeit, in der schon die Kinder beigebracht bekommen, das wirtschaftliche Interessen über Moral und Ethik zu stellen sind, muss man sich nicht wundern, wenn die Pharmaindustrie auf die Menschen schei..... und ihre Gewinne so hoch wie möglich hält. Da lobe ich mir Indien. Die machen das richtig. Lassen sich nicht von der Industrie vorschreiben, welchen Menschen, für wie viel Geld geholfen wird. keiner kann mir erzählen, das die Entwicklungskosten einen solchen Preis rechtfertigen. Ethisch sind diese Konzerne ganz weit unten angekommen.
Aus diversen Vorgängerforen habe ich gelernt:
Die Entwicklung eines neuen Medikamentes kostet mehr als 1 Milliarde Euro.
Hinzu kommt, dass weniger als jedes 10. Medikament es zur Marktreife überhaupt schafft.

Würde jedes Land wie Indien handeln würde es bald keine Firmen mehr geben, die neue Medikamente entwickeln.

Und überhaupt Indien mit dem menschenverachtenden Kastenwesen als Vergleich heranzu ziehen ist schon ein "starkes Stück".

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