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Historische Franklin-Expedition: Forscher finden legendäres Arktis-Wrack
Getty Images

Nach 168 Jahren haben Forscher das zweite verschollene Wrack der berühmten Franklin-Expedition gefunden. Aber was passierte 1848 genau mit den Schiffen in der Arktis? Es gibt neue Rätsel.

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jamguy 13.09.2016, 22:39
10.

Zitat von fortyplus
Bei der Geschichte um die Franklin-Expedition kann man richtig das Gruseln lernen. Allein die Vorstellung, zwei Jahre mit einer Schiffsbesatzung im Eis auszuharren und von Dosenfleisch zu leben, in das allmählich das Dichtungsblei zieht... Man müsste das mal verfilmen...
Bei dem Ziel haben die sicher gar nicht lang gefackelt und sicher mehrere Versuche gestartet wegzukommen wobei Sie nach und nach verstorben sind?

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voelkie 13.09.2016, 23:07
11. Der eisige Schlaf...

...ich empfehle -neben dem Roman von Sten Nadolny- unbedingt das Buch von zwei kanadischen Anthropologen (ISBN 3-8025-2182-X), die mit wissenschaftlichen Mitteln letzlich schlüssig begründen, warum die Mannschaft der Expedition schließlich scheitern musste (schleichende Bleivergiftung). Das Ergebnis ist jetzt zwar vorweg genommen, das Buch ist trotzdem spannend, mit unglaublichen Fotos illustriert.

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karl79 14.09.2016, 09:37
12.

Sehr fesselnde Geschichte!
Nach einigen Buchempfehlungen die hier schon auftraten, möchte ich noch "Terror" von Dan Simmons empfehlen. Da wird die Franklin-Expedition mit fiktionalen Elementen sehr spannend erzählt. Wäre für mich die richtige Filmvorlage.

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hmutt 14.09.2016, 10:09
13. Franklin vs Amundsen

Wenn man mal die beiden Expeditionen vergleicht, kann man gut abschätzen, an welcher Hybris die Briten hier gescheitert sind. In imperialer Überheblichkeit haben sie mit riesigem Aufwand versucht zu tun, wozu ein kleines wendiges Schiff wie die Gjøa viel besser geeignet war. Und im Gegensatz zu den Briten um den aufgeblasenen Franklin war Amundsen bereit und willens von den Inuit zu lernen wie man in dieser Umgebung überlebt. Es ist deshalb auch nicht verwunderlich, dass er später mit diesen Erfahrungen am Südpol auch Scott mit seiner ungeeigneten Ausrüstung schlug.

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santoku03 14.09.2016, 10:10
14.

Ein Schiff ist ein Schiff und kein Boot. Sollte doch inzwischen eine Binsenweisheit sein.

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joerg.schmidt 14.09.2016, 12:28
15. @santoku: und ab welcher Größe genau ist ein Schiff ein Schiff?

Lieber Santoku,

Sie sollten m.E. der EU dringend eine Normierungskommission zur Bezeichnung von Schwimmkörpern vorschlagen und sich um deren Vorsitz bewerben. Dass es sich bei HMS Erebus und HMS Terror um "Schiffe" handelte, hatte ich bisher auch nie bezweifelt und - zugegeben - als ich las, die HMS Terror sei ein "Boot" meine Stirn auch ein wenig in Falten in gelegt. Diese fallen allerdings auch nicht tiefer aus, wenn ein guter Segelfreund seine 6 m Jolle hartnäckig und bei jeder Gelegenheit als "Schiff" bezeichnet. Ich finde, wir sollten das jetzt mal abschließend per Dekret klären, damit auch Journalisten die nicht den Redaktionen von Mare, Yacht etc. angehören ihren Job endlich richtig machen können.

Liebe Spiegel-Redaktion, haltet durch! Bald haben wir Gewissheit. Bis dahin freue ich mich auf gut recherchierte und aktuelle Meldungen mit nautischen Mängeln.

In der Hoffnung keinen Rechtschreib- oder anderweitig gearteten Fehler gemacht zu haben

großzügige Grüße

P.S. Danke an die Foristen für die Literaturempfehlungen. Alle kannte ich noch nicht, werde diese aber mit Genuss aufnehmen.

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santoku03 14.09.2016, 15:07
16.

Zitat von joerg.schmidt
Lieber Santoku, Sie sollten m.E. der EU dringend eine Normierungskommission zur Bezeichnung von Schwimmkörpern vorschlagen und sich um deren Vorsitz bewerben. Dass es sich bei HMS Erebus und HMS Terror um "Schiffe" handelte, hatte ich bisher auch nie bezweifelt und - zugegeben - als ich las, die HMS Terror sei ein "Boot" meine Stirn auch ein wenig in Falten in gelegt. Diese fallen allerdings auch nicht tiefer aus, wenn ein guter Segelfreund seine 6 m Jolle hartnäckig und bei jeder Gelegenheit als "Schiff" bezeichnet. Ich finde, wir sollten das jetzt mal abschließend per Dekret klären, damit auch Journalisten die nicht den Redaktionen von Mare, Yacht etc. angehören ihren Job endlich richtig machen können. Liebe Spiegel-Redaktion, haltet durch! Bald haben wir Gewissheit. Bis dahin freue ich mich auf gut recherchierte und aktuelle Meldungen mit nautischen Mängeln. In der Hoffnung keinen Rechtschreib- oder anderweitig gearteten Fehler gemacht zu haben großzügige Grüße P.S. Danke an die Foristen für die Literaturempfehlungen. Alle kannte ich noch nicht, werde diese aber mit Genuss aufnehmen.
Danke für die ausführliche Antwort. Das Schiff wurde ja auch mehr als zweimal im Artikel als solches bezeichnet, sodass (um so schlimmer!) die Bezeichnung als Boot anscheinend der Marotte gedankt ist, in jedem zweiten Satz ein (oft nur vermeintliches) Synonym einsetzen zu müssen (siehe der Elefant = der Dickhäuter, der Wal = der Meeressäuger etc.). Grüße vom Erbsenzähler.

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herkurius 15.09.2016, 09:25
17.

Oft stammen solche Begriffsverwirrungen einfach von Möchtegern-Übersetzern, die nicht richtig englisch können. Ein "Boot" bei uns ist was mit Paddeln, im Englischen ist ein "boat" schon ein veritables Schiff, das auch ein paar Kanonen tragen kann. Ähnliche Dummheiten servieren uns Übersetzer und Presse schon mal mit "Billion" (engl. 1.000.000.000), "Civil Engineering" (= Bauwesen, nicht Zivilingenieure) und derlei Schrecklichkeiten mehr. Manchmal setzen sich bei denen, die hier in der Deutschstunde nicht aufgepasst haben, solch ein Begriff durch und findet dann auch noch Eingang in den allgemeinen Sprachgebrauch ("ich erinnere meine Kindheit"), "Autoritäten" für "Behörden" und "alarmieren" für "beunruhigen", da kann es einen nur noch schaudern.
Kein Grund, sich über ein harmloses "Boot" in die Haare zu kriegen...

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Taiga_Wutz 15.09.2016, 13:20
18. hmutt13...

Sie kritisieren die Menschen von vor 160 Jahren mit dem Wissen eines Menschen von heute. Sehr viel besser als das, was Sie dabei an Charaktereigenschaften pauschal allen Briten zuschreiben ist so ein Verhalten leider auch nicht. Noch dazu mit einer kaum verhohlenen Englandfeindlichkeit, die argwöhnisch werden lässt, aber bitte... Sicher waren deutsche Expeditionen zu der Zeit auch sehr unverhältnismäßig von sich eingenommen, old chap!

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dodo17 23.07.2018, 00:46
19. Aktuell...

Ich habe tatsächlich alle Buchempfehlungen hier gelesen ("Terror" wurde inzwischen für amazon verfilmt als Miniserie, zwar nicht ganz Buchgetreu, aber spannend)...Ich, als nicht Segler (ich glaub ich war in meinem Leben zwei mal auf auf einem "Boot") bin absolut faszinierd von der Tragik und der Dramatik der ganzen Situation (im Eis, drei Jahre, und dann dieser verhängnissvolle Gang über Land)...Das ist Endeckergeist...hundert Jahre später wärs leichter gewesen (und jetzt zereissen sich auf dem Bürostuhl sitzende Foristen das Maul...eine Rettungsaktion wie sie Mrs. Franklin erbracht hat, also ein Schiff loschicken wäre nicht mehr möglich, weil sich schon alle das Maul zerissen hätten) aber das man es versuchte, ohne Rücksicht auf das eigene Leben (und die Risiken waren von frührern Polarexpeditionen ja bekannt), das gibt mir Hoffnung das die Menschheit vielleicht zu mehr fähig ist als der nächsten App... nach den Ozeanen das All...

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